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Hitlerjunge Schall

Die Tagebücher eines jungen Nationalsozialisten

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Das einzige erhaltene Dokument dieser Art
Franz Albrecht Schall (1913 - 2001) stammte aus einem bildungsbürgerlichen protestantischen Elternhaus in Thüringen. Der Vater war mit Hermann Hesse befreundet und verfolgte besorgt die Krise der Demokratie. Doch der Sohn trat bereits mit 17 der Hitlerjugend bei.
Wie der junge Mann in den Sog des Nationalsozialismus geriet, davon zeugen seine Tagebücher: Massenaufmärsche, politische Vorträge und Propagandafahrten sind ebenso festgehalten wie die persönlichen Eindrücke von Hitler. Während der Vater wegen Kontakten zur Opposition verhaftet wurde, machte der Sohn Karriere in der NS-Diktatur. Fast bis Kriegsende war sein Glaube an das NS-Regime ungebrochen.
Unverfälscht zeigen die Tagebücher die Anziehungskraft des Nationalsozialismus auf junge Menschen. Zusammen mit der historischen Einordnung eröffnen sie einen neuen Blick auf die NS-Zeit und sind zugleich ein sehr anschaulicher Beitrag zum Thema Jugend und ideologische Verführung.

Rezension
"Das Tagebuch des Hitlerjungen Franz Albrecht Schall zeigt, wie die Nazis schon vor der 'Machtergreifung' den Enthusiasmus vor allem junger Männer missbrauchten. Es ist eine Quelle von besonderer Bedeutung. Der Wert der Tagebücher liegt vor allem darin, dass Schall sie in der Zeit schrieb, in der er all das dort Notierte erlebt, gedacht und gefühlt hat, ohne die Zukunft zu kennen. Das hebt ihre Bedeutung weit über Erinnerungen, die erst später und in Kenntnis der Vergangenheit geschrieben wurden."
Focus Online 24.10.2016
Portrait

André Postert, Dr. phil., Jg. 1983, hat Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen studiert und 2013 am Lehrstuhl von Wilfried Loth seine Promotion abgeschlossen. Während seines Studiums war er als wissenschaftliche Hilfskraft tätig, ab 2014 als Lehrbeauftragter für Neuere Geschichte an der Universität Düsseldorf und freier Mitarbeiter am NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Seit 2014 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut in Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte: Konservatismus/Konservative Revolution, Opposition und Widerstand, Jugendorganisationen in der NS-Diktatur, Mentalitätsgeschichte.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 360
Erscheinungsdatum 23.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-28105-8
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 216/139/32 mm
Gewicht 563
Verkaufsrang 34.684
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„Erschreckend und sehr aufschlussreich“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Dieses Buch ist mir durch Zufall genau zum richtigen Zeitpunkt in die Hände gefallen. Gerade habe ich mal wieder eine Phase, in der mich die Zeit von der Kaiserzeit bis zum Wirtschaftswunder sehr interessiert. Da ich einfach nicht begreifen kann, wie das 3. Reich entstehen konnte, bin ich immer wieder an Büchern interessiert, die mir Dieses Buch ist mir durch Zufall genau zum richtigen Zeitpunkt in die Hände gefallen. Gerade habe ich mal wieder eine Phase, in der mich die Zeit von der Kaiserzeit bis zum Wirtschaftswunder sehr interessiert. Da ich einfach nicht begreifen kann, wie das 3. Reich entstehen konnte, bin ich immer wieder an Büchern interessiert, die mir vielleicht Antworten geben können. Dabei müssen sie aber gut lesbar sein. Und so ein Buch hat der DTV Verlag jetzt herausgegeben – Tagebücher eines Hitlerjungen aus einer sehr frühen Zeit. Diese Ausgabe ist natürlich kommentiert, und die geschichtlichen und biografischen Hintergründe werden vom Herausgeber Dr. phil. André Postert, einem Historiker, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut in Dresden arbeitet und dort seine Forschungsschwerpunkte Konservatismus/Konservative Revolution, Opposition und Widerstand, Jugendorganisationen in der NS-Diktatur, Mentalitätsgeschichte hat, erläutert.

Doch wer ist dieser Hitlerjunge Schall? Es ist Franz Albrecht Schall, der 1913 in Thüringen als mittlerer von 3 Jungen geboren wurde. Sein Vater Franz August Schall ist ein Altphilologe und promovierter Theologe. Er unterrichtete nach dem 1. Weltkrieg in der Stadt Altenburg in Thüringen am Herzoglichen Ernst-Realgymnasium. Der Vater ist konservativ und versucht seinen Söhnen eine umfassende Allgemeinbildung auf den Weg mitzugeben. So wachsen die drei Jungen in einem klassischen bildungsbürgerlichen und protestantischen Elternhaus auf und sind auch ohne größere Entbehrungen durch die schwierigen Zeiten der Weimarer Republik gekommen. Und doch werden alle drei Jungen nach und nach überzeugte Nationalsozialisten und entzweien sich später sogar total mit dem Vater. Gerade diese Hintergründe machen diese Tagebücher so interessant. Die in diesem Buch veröffentlichen Tagebücher beginnen 1928. Da ist Franz Albrecht gerade einmal 15 Jahre alt. Zu dieser Zeit ist er noch Mitglied bei der Deutschen Freischar, dem Bund der Wandervögel und Pfadfinder. Doch nach dem Börsencrash in New York radikalisieren sich die Söhne von Franz August. Ihnen wird die Deutsche Freischar zu seicht, sie finden über die Schule und andere Pfadfinder Kontakte zu den Nationalsozialisten und deren Jugendorganisation Hitler Jugend. Gerade Franz Albrecht findet dort seine Heimat. Und diese frühe Zeit bei der HJ prägt sein ganzes Leben. Und so verfolgen wir an Hand der Tagebücher die Zeit Franz Albrechts von 1928 bis 1935. An die Tagebücher schließen sich dann die Kapitel an, in denen der Autor Dr. phil. André Postert berichtet, wie es sowohl für Franz Albrecht als auch für seinen Vater Franz August weiterging.

Mich hat dieses Dokument sehr fasziniert und erschreckt. Mir war bis jetzt nicht klar, dass auch die verschiedenen Jugendbewegungen der Weimarer Republik ein Widerstand gegen die eigenen Eltern und ihrer Weltanschauung waren. Den jungen Menschen fehlte nach dem verheerenden Ende des 1. Weltkriegs ein Ziel. Und die jungen Nationalsozialisten fanden ihres in dieser Gruppierung. Für die Hitlerjungen war Hitler tatsächlich so etwas wie der neue, von Gott gesandte Messias. Gerade Franz Albrecht erscheint sehr gläubig zu sein. Und für ihn ist es das Größte, das sich die Menschen zusammen für ein neues, starkes Deutschland einsetzen. Individualismus ist schwach und egoistisch. Alles hat sich seiner Meinung nach dem Großen und Ganzen unterzuordnen. Einige starke Führer nehmen das Geschick des deutschen Volkes in die Hände und bringen sie so aus der Talsohle wieder ans Licht. Wenn man diese Tagebücher liest, erkennt man darin einen jungen Mann, der vollkommen in dieser Ideologie aufgeht. Er stellt sie niemals in Frage.

Gerade die Frage nach Glauben, starken Führer, Individualismus oder Unterordnung in einer starken Gruppe sind ganz aktuelle Themen. Denn ein wenig kann man hieran auch erkennen, warum gerade heute Gruppen wie der IS so starken Zulauf bekommen. Wir leben hier in Deutschland wieder in einer Zeit, wo vielfach der Einzelne das wichtigste ist. Viele kämpfen für sich allein und wollen für sich das Schönste und Beste herausholen. Die Gemeinschaft interessiert nicht wirklich. Und so bleiben die schwächeren Mitglieder auf der Strecke. Und wo finden sie dann Halt?

Ein ausgesprochen interessantes und erschreckendes Dokument aus der Zeit von 1928 bis 1935. Mir hat dieses Buch viele Fragen beantwortet. Allerdings hat es mich auch sehr erschrocken zurückgelassen. Und ich denke, man muss sehr vorsichtig sein, wem man dieses Buch in die Hände gibt. Bereits labile junge Menschen können sich vielleicht genau hier drin wiederfinden und sich entsprechende Gruppierungen suchen.

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