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Invasion der Barbaren

Die Entstehung Europas im ersten Jahrtausend nach Christus

(3)
Spätrömische Dekadenz und plündernde Vandalen: so lauten die Klischees über die sogenannte Völkerwanderungszeit. Doch wie entstand im ersten Jahrtausend aus dem hochentwickelten römischen Süden und dem barbarischen Norden die neue kulturelle Einheit Europa?
Um Christi Geburt war Europa zweigeteilt in den hochentwickelten Süden der Mittelmeerkulturen und den unentwickelten Norden germanischund slawisch sprechender Stammeskulturen. Diese kannten weder die Schrift noch den steinernen Siedlungsbau, ein stehendes Heer oder die Geldwirtschaft, geschweige denn Städte mit Feuerwehr und Müllabfuhr. Wie konnte der "Ansturm der Barbaren" dem römischen Imperium den Todesstoß versetzen? Peter Heather stellt diese alte Frage im Licht der Erkenntnisse zur Ethnogenese und der modernen Migrationsforschung neu.
Vom Hunnensturm bis zu den Wikingern untersucht er die Dynamik der europäischen Wanderungsbewegungen. Die sozialen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen zwischen beiden Kulturräumen veränderten diese von Grund auf und ließen sie langfristig zu einer neuen kulturellen Einheit werden: dem Europa, das wir in weiterentwickelter Form noch heute kennen. Um Christi Geburt war Europa zweigeteilt in den hochentwickelten Süden der Mittelmeerkulturen und den unentwickelten Norden germanischund slawisch sprechender Stammeskulturen. Diese kannten weder die Schrift noch den steinernen Siedlungsbau, ein stehendes Heer oder die Geldwirtschaft, geschweige denn Städte mit Feuerwehr und Müllabfuhr. Wie konnte der "Ansturm der Barbaren" dem römischen Imperium den Todesstoß versetzen? Peter Heather stellt diese alte Frage im Licht der Erkenntnisse zur Ethnogenese und der modernen Migrationsforschung neu.
Vom Hunnensturm bis zu den Wikingern untersucht er die Dynamik der europäischen Wanderungsbewegungen. Die sozialen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen zwischen beiden Kulturräumen veränderten diese von Grund auf und ließen sie langfristig zu einer neuen kulturellen Einheit werden: dem Europa, das wir in weiterentwickelter Form noch heute kennen.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 29.08.11
Ein historisches Sachbuch, das auch auf das aktuelle Thema der Migration eingeht. Was passierte in den letzten 2000 Jahren in Europa, welche Kulturen, Stämme, Bräuche und Religionen waren prägend. Der Engländer Peter Heather zeigt dem Leser, wie das Damals und das Heute starke Verbindungen aufweisen.
Portrait
Peter Heather, geboren 1960, ist Professor für mittelalterliche Geschichte am King's College in London. Zuvor lehrte er an der Universität Yale und in Oxford, wo er auch studiert hat.
Bernhard Jendricke arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren mit Rita Seuß zusammen. Gemeinsam haben sie neben Romanen von Clare Clark Werke von Gore Vidal, Peter Heather und Jeremy Scahill ins Deutsche übertragen.
Rita Seuß arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren mit Bernhard Jendricke zusammen. Gemeinsam haben sie neben Romanen von Clare Clark Werke von Gore Vidal, Peter Heather und Jeremy Scahill ins Deutsche übertragen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 667
Erscheinungsdatum Juli 2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-94652-9
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 231/156/45 mm
Gewicht 1092
Originaltitel Empires and Barbarians
Abbildungen Tafelteil mit 29 z. T. farbigen Abbildungen, 21 Karten
Auflage 2. Auflage 2011
Buch (gebundene Ausgabe)
39,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Die Entstehung Europas“

Pascal Endres, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Peter Heather hat das erste Jahrtausend in Europa untersucht. Dabei hat er den Ansatz verfolgt dies mit Hilfe der Migrationsforschung zu tun. Somit steht die gesamte Epoche der Völkerwanderung unter dem Aspekt der Migration.

Am Anfang des ersten Jahrtausends war der Mittelmeerraum das Zentrum der Kultur mit Rom als Machtzentrum.
Peter Heather hat das erste Jahrtausend in Europa untersucht. Dabei hat er den Ansatz verfolgt dies mit Hilfe der Migrationsforschung zu tun. Somit steht die gesamte Epoche der Völkerwanderung unter dem Aspekt der Migration.

Am Anfang des ersten Jahrtausends war der Mittelmeerraum das Zentrum der Kultur mit Rom als Machtzentrum. Das europäische Hinterland war die Peripherie. Zum Ende des ersten Jahrtausends hat sich das Bild gewandel, nun war das europäische Hinterland das Zentrum.
Die Ursachen dieses gewaltigen Wandels beschreibt Peter Heather in diesem Buch.
Die Migration als Ursache hat zwar zu Krieg, Tod und Vertreibung geführt, aber auch das moderne Europa geschaffen.

Kundenbewertungen


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Die Einwanderung fremder Völker war maßgebend für die Entwicklung Europas und den Untergang des römischen Reiches.
von Buchtor Stefanie Brink aus Radevormwald am 30.08.2011

Die Völkerwanderung ist wohl eines der bekanntesten Großereignisse im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Aus Asien heraus, machten sich große Menschenmengen auf den Weg nach Europa und prägten weite Teile ihres neuen Lebensraumes. Doch nicht sie allein sind verantwortlich für die Entwicklung, die in weiten Teilen Europas stattfand. Trafen sie... Die Völkerwanderung ist wohl eines der bekanntesten Großereignisse im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Aus Asien heraus, machten sich große Menschenmengen auf den Weg nach Europa und prägten weite Teile ihres neuen Lebensraumes. Doch nicht sie allein sind verantwortlich für die Entwicklung, die in weiten Teilen Europas stattfand. Trafen sie doch auf Gebiete, die das römische Imperium für sich gewonnen hatte und denen die Römer bereits ihen Stempel aufgedrückt hatten. Dazu gab es natürlich immer noch die alten, oft keltischen Kulturen, die nicht ganz verschwunden waren. Heather bezeichnet das Eindringen anderer Völker in den heute slawischen und westeuropäischen Lebensraum als Migration. Die Bedeutung von Migrationsströmen ist auch der eigentliche Schwerpunkt des Buches, denn er stellt nicht nur ausführlich die Folgen im ersten Jahrhundert nach Christus dar. Vielmehr zieht er auch Parallelen zur heute stattfindenen Migration. So stellt der Autor in für ein Sachbuch sehr gut lesbarem und flüssigem Schreibstil dar, wie sich Europa im ersten Jahrtausend wandelte, wobei er den Blick auf die Einflüsse richtet, die dabei den Migranten zuzuschreiben sind. Dies waren nicht nur die Hunnen, sondern auch andere Völker, wie die Goten oder die Wikinger. All deren Einflüsse sorgten laut Heather dafür, dass ein Europa entstand, das dem heutigen recht ähnlich war. Diese Migranten sorgten auch für den Untergang des römischen Imperiums. All dies geschah durchaus nicht auf friedliche Weise, sondern oftmals durch grausame Eroberungen. Mit den Ereignissen bis zum Untergang des weströmischen Reiches gegen 500 und der Gründung des fränkischen Reiches bezeichnet er eine erste Epoche. Das zweite wichtige Ereignis ist die Besiedelung des osteuropäischen Raumes durch die Slawen. Mit deren Christianisierung sieht Heather die Wandlung Europas als beendet. Er bezieht sich dabei auf historische und archäologische Quellen, die er aber mit modernsten Methoden bearbeitet. Modern ist auch seine Sprache. Teils verwendet er Begriffe, die erst in den letzten Jahrzehnten entstanden (Globalisierung) für Vorgänge damaliger Zeit. Kritikwürdig ist sicherlich die These, in der heutigen Migration eine Gefahr zu sehen. Ein fundiertes Sachbuch, das sich dem Thema der Entstehung Europas detailliert widmet, dabei immer wieder Bezüge zur heutigen Zeit sucht und das auch philosophische Betrachtungen einschließt. Buchtor Stefanie Brink

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Geschichte mit der Migrationsforschung interpretiert
von einer Kundin/einem Kunden am 15.04.2011

Man möge mir meine laienhaften Bemerkungen zum Buch verzeihen, da ich kein Historiker bin. – Sicherlich, Peter J. Heathers (Professor für mittelalterliche Geschichte am King’s College in London) neue Buch zum "Untergang des römischen Reiches" ist nachvollziehbar und anschaulich geschrieben, und stützt sich dabei auf umfangreiche Forschungen. Dennoch stellte... Man möge mir meine laienhaften Bemerkungen zum Buch verzeihen, da ich kein Historiker bin. – Sicherlich, Peter J. Heathers (Professor für mittelalterliche Geschichte am King’s College in London) neue Buch zum "Untergang des römischen Reiches" ist nachvollziehbar und anschaulich geschrieben, und stützt sich dabei auf umfangreiche Forschungen. Dennoch stellte sich mir beim Lesen ein Unbehagen ein. Heather gehört zu einer neuen Generation von Historikern (wie auch Ward-Perkins), die unsere "liebgewonnenen" Vorstellungen von der Spätantike und dem Mittelalter umschreiben möchten. Hierbei bedient sich Heather in seinem neuen Buch "Invasion der Barbaren" der Migrationsforschung. Womit will der Revisionismus von Heather aufräumen? 1.) Mit der Vorstellung von reinen und geschlossenen Formen kultureller, politischer oder sozialer Einheiten, ob nun als Völker, Stämme, Nationen o.ä. 2.) Mit der Annahme, dass das römische Reich an der eigenen Dekadenz unterging. 3.) Mit der Vorstellung, dass die Völkerbewegung eine Wanderung großer Volkseinheiten (Vandalen , Hunnen, Goten usw.) war. 4.) Und mit der Annahme, dass Migrationen harmlos sind. Zu welchen Ergebnissen kommt Heathers Umschreibung der Geschichte? 1.) Kulturelle bzw. politische Identitäten sind weder naturgegeben, in sich geschlossen bzw. kontinuierlich historisch (Ethnogenese, Traditionskerne) gewachsen. Vielmehr performieren sich Identitäten durch die Handlungen der Akteure (durch Wahl bzw. Zuschreibung). 2.) Das römische Reich zerfiel nicht aufgrund der eigenen Dekadenz, sondern durch Migration, d.h. durch ein mehr oder weniger gewaltsames Eindringen von Außen. Dabei bezieht sich Heather u.a. auf die "push and pull"-Theorie bzw. auf Sogfaktoren und Distanz- und Gravitationsmodelle der Migrationsforschung. 3.) Um den Untergang des römischen Reiches zu beschreiben, benötigt Heather auch keine großen Migrationsgruppen oder ganze wandernde Völker. Ihm reichen kleine Migrationen von Zweckgemeinschaften oder heterogene Gruppen mit einer hohen Fluktuation, um Brüche und Umwälzungen in der Geschichte aufzuzeigen. 4.) Auch ist Heather kein Anhänger der These, dass die Migration ein harmloser Akt wäre. Aus seinen Forschungen zieht er den Schluss, dass die mit der Völkerwanderung einhergehenden Zerstörungen und destruktiven Entwicklungen bislang nicht genügend beachtet wurden. Ein gewisses Unbehagen bereitete mir Heathers Vorstellung von einer politischer Verfassung und deren Feindschaften. Keine Frage: Es ist gut, dass man mittlerweile auch in der Geschichtswissenschaft von Theorien der Ethnogenese und Völkertheorien abrückt. In dieser Hinsicht haben die postcolonial studies innerhalb der Politikwissenschaft bzw. in der politischen Philosophie schon einiges bewirkt. Ob man jedoch im Austausch der Dekadenz-Theorie mit den Theorien der Migrationsforschung die Verfassung und Destruktion des Römischen Reiches erklären kann, oder ob man nicht nur die politischen Feinde des Reiches austauscht (innerer Feind "Dekadenz" gegen äußere Feinde "Migranten"), bleibt dahingestellt. Möglicherweise bleiben das Politische und dessen Aporien unverstanden, wenn von politischen Feindschaften ausgegangen wird.

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