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Jakob von Gunten

Ein Tagebuch

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Jakob von Gunten ist der dritte, meistdiskutierte und avantgardistischste Roman Walsers. Er schrieb ihn 1908 in Berlin. Drei Jahre zuvor hatte der Autor eine Dienerschule besucht, deren eigentümliches Milieu er auf das im Roman dargestellte Knabeninstitut Benjamenta übertragen hat. Jakob von Gunten war Robert Walser der liebste unter seinen Romanen. Walter Benjamin nannte dieses Tagebuch eines Internatszöglings »eine ganz ungewöhnliche zarte Geschichte, in der die reine und rege Stimmung des genesenden Lebens liegt«.
Portrait

Robert Walser wurde am 15. April 1878 in Biel geboren. Er starb am 25. Dezember 1956 auf einem Spaziergang im Schnee. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Commis in verschiedenen Banken und Versicherungen in Zürich. Seine ersten Gedichte, die 1898 erschienen, ließen ihn rasch zu einem Geheimtip werden und verschafften ihm den Zugang zu literarischen Kreisen. Nach Erscheinen seines ersten Buches Fritz Kochers Aufsätze folgte er 1905 seinem Bruder Karl nach Berlin, der dort als Maler und Bühnenbildner den Durchbruch erzielt hatte. In rascher Folge publizierte Walser nun seine drei Romane Geschwister Tanner (1907), Der Gehülfe (1908) und Jakob von Gunten (1909). Infolge einer psychischen Krise geriet Walser Anfang 1929 gegen seinen Willen in die Psychiatrie, deren Rahmen er nie mehr verlassen konnte. 1933 von der Berner Klinik Waldau nach Herisau verlegt, gab er das Schreiben vollständig auf und lebte dort noch 24 Jahre als vergessener anonymer Patient.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Jochen Greven
Seitenzahl 177
Erscheinungsdatum 25.08.1985
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-37611-9
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 175/108/23 mm
Gewicht 120
Auflage 18
Verkaufsrang 65.054
Buch (Taschenbuch)
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Sehr lesenswert
von Zitronenblau am 14.10.2009

1909 veröffentlichte Walser seinen Roman "Jakob von Gunten", welcher offenbar gemischte Kritiken auf sich zog. Es geht um einen jungen Schüler einer Erziehungsanstalt (Ausbildungsstätte für Diener), der von seiner aristokratischen Familie hierher geflohen ist. Tagebuchartig schreibt er das Geschehen im Hause nieder, aber auch seine Träume und Vorstellungen. Dabei... 1909 veröffentlichte Walser seinen Roman "Jakob von Gunten", welcher offenbar gemischte Kritiken auf sich zog. Es geht um einen jungen Schüler einer Erziehungsanstalt (Ausbildungsstätte für Diener), der von seiner aristokratischen Familie hierher geflohen ist. Tagebuchartig schreibt er das Geschehen im Hause nieder, aber auch seine Träume und Vorstellungen. Dabei kommen besonders die Beziehungen zum Vorsteher, zur Lehrerin (die Benjamentas) und zum Mitschüler (Kraus) zum Vorschein. Mitin wird der Leser mit sonderbaren, mystisch schimmernden Erlebnissen des Schreibers konfrontiert (z. B. die inneren Gemächer des Instituts). Endlich schließt sich der "entwickelte" von Gunten mit dem Vorsteher zusammen (nach dem Tod der Lehrerin) und geht mit der Schließung der Schule in die Wüste. Beim Lesen hat man das Gefühl auf Widersprüche und auch auf surreale Elemente zu stoßen, die jedoch eher erfrischend wirken als abstoßend. Der Protagonist vollzieht eine Wandlung in dem Sinne, als dass er sein blaues Blut gegen das eines Dieners (in spe) tauscht. Zwar verhält er sich stets demütig ggü. den "Machthabern", doch suchen diese immer wieder seiner auf - das deutet daraufhin, wie scheinbar Macht (in der personellen Relation) zu sein anmutet. Die Aufgabe des Dienerwesens und der Weg in die Wüste mit dem Vorsteher zeigt eine Art Überwindung des Inneren, des Stehenden und Denkenden (obgleich es von v. Gunten doch verschmäht wird) zum Bewegenden, Handelnden, Sich-der-Kultur-Entrückenden. Auffällig am Stil ist seine erste Unauffälligkeit, also seine Schlichtheit. Die konventionelle Schreibtechnik hat aber den unkontroversen Vorteil, dass das Sonderbare darin viel stärker zum Ausdruck kommt. Die Frage ist, wie der Einzelne den richtigen Zugang findet - wo lügt von Gunten, wo aber spricht das Wahre aus ihm? Das wirkt sich auch auf die Einstufung des Romans per se aus. Kafka meinte, er sei gut. Ich sehe hier ein Buch mit psychologischem Tiefgang und einem literarisch höheren Stellenwert, als es seine (mutmaßliche) Einfacheit uns vorgaukeln will! Sehr empfehlenswert!

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Toll geschriebene Geschichten
von Jacques Noupoua aus Pforzheim am 17.03.2010
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

Wenn man bedenkt das diese Geschichten zu Beginn des Ersten Weltkriegs erschienen, ist man zuerst erstaunt, da sie nichts von ihrer Frische verloren haben. Das mag an der der Schreibweise oder auch der Erzählkunst Walsers liegen. Das besondere aber ist, dass man eindeutig herausliest, wie unglaublich gerne dieser Mann... Wenn man bedenkt das diese Geschichten zu Beginn des Ersten Weltkriegs erschienen, ist man zuerst erstaunt, da sie nichts von ihrer Frische verloren haben. Das mag an der der Schreibweise oder auch der Erzählkunst Walsers liegen. Das besondere aber ist, dass man eindeutig herausliest, wie unglaublich gerne dieser Mann geschrieben haben muss.

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