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Justins Heimkehr

Roman

(7)
Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.
Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf „nicht schuldig“ plädieren will?
Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.
Rezension
"Ein kluger Mix aus Psychothriller und Innenschau einer Familie. Ein Plädoyer für Mitgefühl und Wahrheit."
Für Sie, 15. August 2016
Portrait

Bret Anthony Johnston, 1971 geboren, veröffentlichte den Erzählungsband "Corpus Christi" (2004), gab 2008 den Band "Naming the World and other Exercises for the Creative Writer" heraus und schrieb das Drehbuch zum Dokumentarfilm "Waiting for Lightning" (2012). "Justins Heimkehr" ist sein Romandebüt. Johnston unterrichtet Fiction Writing an der Harvard University.
Sylvia Spatz arbeitet als freie Lektorin und Übersetzerin aus dem Französischen, Englischen und Italienischen.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 420
Erscheinungsdatum 21.07.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-69742-5
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 211/139/41 mm
Gewicht 589
Originaltitel Remember me like this
Auflage 1
Verkaufsrang 529
Buch (gebundene Ausgabe)
21,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„psychologisches Gespür....“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Vier Jahre lang ist Justin spurlos verschwunden, bis er sich aus der Hand seines Entführers befreien kann und zu seiner Familie zurückkehrt. Doch bei aller Freude und der großen Erleichterung kann nichts mehr sein , wie zuvor....was hat Justin erlebt, was seine Eltern und sein Bruder ? Eine Geschichte , die Gänsehaut verursacht und Vier Jahre lang ist Justin spurlos verschwunden, bis er sich aus der Hand seines Entführers befreien kann und zu seiner Familie zurückkehrt. Doch bei aller Freude und der großen Erleichterung kann nichts mehr sein , wie zuvor....was hat Justin erlebt, was seine Eltern und sein Bruder ? Eine Geschichte , die Gänsehaut verursacht und einen bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt !

„Ein besonderes Buch“

Martina Etmann, Thalia-Buchhandlung Hilden

Ich habe selten ein Buch mit so einer schweren Thematik gelesen, das mit derartigem Feingefühl erzählt wird. Die Geschichte von Justin, der nach mehreren Jahren seinem Entführer entkommt und zu seiner Familie zurückkehrt, wird von Bret Anthony Johnson in besonderer Art und Weise beschrieben. Das Buch ist in keiner Weise voyeuristisch Ich habe selten ein Buch mit so einer schweren Thematik gelesen, das mit derartigem Feingefühl erzählt wird. Die Geschichte von Justin, der nach mehreren Jahren seinem Entführer entkommt und zu seiner Familie zurückkehrt, wird von Bret Anthony Johnson in besonderer Art und Weise beschrieben. Das Buch ist in keiner Weise voyeuristisch geschrieben und betrachtet nicht die Entführung an sich, sondern die Entfremdung einer Familie und wie diese nach Jahren langsam wieder zusammenfindet.
Atmosphärisch sehr dicht gepackt und trotz der schweren Story nie hoffnungslos.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
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1

Justins Entführung - Das Davor und das Danach
von Nisnis aus Dortmund am 03.08.2016

Justins Entführung – Davor und Danach Justin ist zwölf Jahre alt, als er von einem Skate-Ausflug nicht nach Hause zurückkehrt. Justin wurde entführt. Entdeckt von einer aufmerksamen Trödlerin taucht er nach vier Jahren wieder auf. Justins Heimkehr erzählt die Geschichte der texanischen Familie Champbell, wie sie nach der Entführung lebt und... Justins Entführung – Davor und Danach Justin ist zwölf Jahre alt, als er von einem Skate-Ausflug nicht nach Hause zurückkehrt. Justin wurde entführt. Entdeckt von einer aufmerksamen Trödlerin taucht er nach vier Jahren wieder auf. Justins Heimkehr erzählt die Geschichte der texanischen Familie Champbell, wie sie nach der Entführung lebt und wie sich ihr Leben erneut verändert, als Justin wieder im Kreise der Familie weilt. Der Autor: Bret Anthony Johnston, 1971 geboren, veröffentlichte den Erzählungsband "Corpus Christi" (2004), gab 2008 den Band "Naming the World and other Exercises for the Creative Writer" heraus und schrieb das Drehbuch zum Dokumentarfilm "Waiting for Lightning" (2012). "Justins Heimkehr" ist sein Romandebüt. Johnston unterrichtet Fiction Writing an der Harvard University. Reflektionen Sehr schnell beeindruckten mich der Stil und die ausdrucksstarke Sprache dieses Debüt-Romans. Der Stil ist von einem Talent geprägt, das Dinge bis in kleinste Details präsentiert, wie als wenn man einen Blick über seine Umgebung gleiten lässt und bei jedem Detail den Blick anhält, um das Gesehene in seinen Gedanken zu speichern. Die Fähigkeit zu so einem Stil empfinde ich als beeindruckend, wenn sie nicht im Vordergrund steht, sondern maßvoll die Handlung bereichert. Das war auf den 424 Seiten leider nicht immer der Fall. Bret Anthony Johnston erzählt die Geschichte der Familie Champbell, deren Leben sich nach der Entführung des zwölfjährigen Sohnes Justin von Grund auf verändert und wie jedes Familienmitglied mit diesem schockierenden Erlebnis umgeht. Sie kämpfen alltäglich und versuchen klarzukommen, um einen einigermaßen normalen Alltag leben zu können. Nach vier Jahren kehrt Justin heim und auch dieses doch so positive Ereignis verändert die Familie erneut. In diesem Roman geht es hauptsächlich darum, wie jedes einzelne Familienmitglied die Zeit nach der Entführung und der Heimkehr empfindet und erlebt. Der Autor schreibt von ihrem Leid und der Trauer, von ihrer Rücksichtnahme anderen Familienmitgliedern gegenüber, wie man sich untereinander im Verhalten toleriert, sich gegenseitig in Watte packt und vor allem, wie sie denken. Sie driften als Familie auseinander und harmonisieren wieder miteinander, aber sie kämpfen und leiden unerbittlich, jeder auf seine spezielle Weise. Bret Anthony Johnston entwickelt die authentischen Figuren mit psychologischem Fingerspitzengefühl und bereichert sie durch eine charakterliche Tiefe, die emotional sehr berührt. Es ist erschreckend zu lesen, wie sich die Figuren unter dem Schock der Entführung verändern und nach der Heimkehr Justins noch einmal. Bret Anthony Johnston schreibt ansehnlich und spannend und dennoch genügte mir das nicht, um einen absoluten Lesegenuss zu empfinden. Ich empfand manche Kapitel zwischendurch fast als nichtssagend und so las und blätterte ich in der Hoffnung, dass endlich mehr passierte. Doch es geschah kaum etwas außer der Figur bezogenen Aktivitäten und der Teilhabe an ihren Gedankengängen. Mir fehlten definitiv mehr Informationen zur Entführung, zum Täter und zum Motiv. Als Leser kann man nur erahnen, was Justin grausames Erlebte. Persönlich tritt der Täter nicht einmal in Erscheinung und so las sich dieser Roman für mich eher wie ein bitteres, dramatisches Familienportrait. Die Erzählkunst des Autors ohne eine aktionreiche Kette von Ereignissen anführen zu müssen ist das Besondere an diesem Roman, nur mich persönlich konnte er dadurch nicht bis in jeden Winkel begeistern. Fazit und Bewertung: Ein beeindruckender Debütroman über das Davor und Danach einer Entführung. Ein dramatisches Familienporträt in eindrucksvollem Stil und in besonderer Sprache. Meine Empfehlung geht an Romanliebhaber.

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Gefühlschaos einer Familie
von einer Kundin/einem Kunden aus Blumberg am 03.08.2016

Justin wird Opfer einer Entführung und ist vier lange Jahre seinem Peiniger ausgeliefert, bis er durch Zufall entdeckt wird. Wie seine Familie und er selber mit der Situation danach fertig werden, erzählt dieses Buch. Als sein Entführer auf Kaution freigelassen wird, scheint die Situation zu eskalieren. Das Cover zeigt ein... Justin wird Opfer einer Entführung und ist vier lange Jahre seinem Peiniger ausgeliefert, bis er durch Zufall entdeckt wird. Wie seine Familie und er selber mit der Situation danach fertig werden, erzählt dieses Buch. Als sein Entführer auf Kaution freigelassen wird, scheint die Situation zu eskalieren. Das Cover zeigt ein Bild typischen amerikanischen Idylls: Ein Pick Up steht in einer ländlichen Gegend vor einem Holzhaus. Doch das Idyll ist getrübt, symbolisiert durch einen schleierartigen Überzug der Szene. Wer eine spannende Kriminalgeschichte erwartet, in der der Täter irgendwie zur Rechenschaft gezogen wird, wird sicherlich enttäuscht sein. Vielmehr handelt es sich hier um eine Auseinandersetzung mit den Gefühlen der Menschen, die direkt von der Situation betroffen sind. Dabei bleibt der Autor nicht nur an der Oberfläche, sondern geht sehr in die Tiefe der menschlichen Psyche. Es wird deutlich, dass Bret Antony Johnston gut recherchiert haben muss, um so genau ins Detail gehen zu können. Allerdings kommt mir die eigentliche Hauptperson Justin etwas zu kurz. Hier hätte Johnston ein kleines bisschen mehr Information über den Gemütszustand des Jungen geben können. Man erfährt nur sehr wenig über ihn, und hat teilweise sogar das Gefühl, als wäre die Entführung für ihn nicht so schlimm gewesen. Der Schreibstil des Autors lässt nicht immer ein flüssiges Lesen zu. Sehr detaillierte Beschreibungen (auf die teilweise hätte verzichtet werden können, ohne dass der Tiefgang der Geschichte darunter gelitten hätte) und das geringe Verwenden von wörtlicher Rede, erfordert ein gewisses Maß an Konzentration. Der Text insgesamt ist sehr anspruchsvoll. So kann in mehreren Szenen zwischen den Zeilen gelesen werden (Beispiel. Lauras Verhalten in der Delfinstation kann auch auf ihr Leben umgemünzt werden). Das Ende des Romans fällt leider etwas klischeehaft aus. Hier hätte der Autor sicher mehr daraus machen können. Fazit: Keine oberflächliche Strandlektüre sondern eine, trotz kleinerer Schwächen, glaubwürdige, realitätsnahe Geschichte mit Tiefgang, die den Leser noch im Nachhinein beschäftigt.

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Eine Familie ist sprachlos
von leseratte1310 am 24.07.2016

Es ist vier Jahre her, seit Justin Campbell entführt wurde. Er war damals zwölf Jahre alt. Lange wurde nach ihm gesucht und selbst nachdem die offiziellen Stellen die Suche eingestellt hat, versuchte die Familie mit Aushängen und Flyern weiter Hinweise zu bekommen. Aber innerlich haben sich die Familienmitglieder voneinander... Es ist vier Jahre her, seit Justin Campbell entführt wurde. Er war damals zwölf Jahre alt. Lange wurde nach ihm gesucht und selbst nachdem die offiziellen Stellen die Suche eingestellt hat, versuchte die Familie mit Aushängen und Flyern weiter Hinweise zu bekommen. Aber innerlich haben sich die Familienmitglieder voneinander entfernt. Eric flüchtet sich in eine Affäre, Laura sucht Halt bei der Beobachtung von Delphinen und der jüngere Sohn Cliff hat sich von Freunden und Klassenkameraden zurückgezogen, weil er immer nur der Bruder von Justin ist. Jeder leidet still vor sich hin und es wird vermieden über das zu reden, was sie wirklich bedrückt. Dann erhalten sie die Nachricht, dass Justin ganz in der Nähe gefunden wurde und der Entführer verhaftet ist. Justin kehrt zu seiner Familie zurück. Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich die Familienmitglieder nun wieder annähern. Ich hatte vermutet, dass es manche Reibereien gibt bei dem Sich wiederfinden, weil die Positionen neu geordnet werden müssen. Doch es bleibt bei der Sprachlosigkeit. Dann wird der Täter auf Kaution freigelassen und er will im Verfahren auf „nicht schuldig“ plädieren. So geht der Albtraum auf veränderte Art und Weise für die Familie weiter. Jeder versucht, den anderen weiszumachen, dass schon alles in Ordnung kommen wird und pflegt seine Verzweiflung und seine Schuldgefühle im Stillen. Selbst der Großvater Cecil weiß mit seinen Gefühlen nicht mehr umzugehen, als er erkennt, dass er den Vater des Täters kennt. Er sucht mit Eric nach einer Lösung, die aber keine sein kann. Es ist sehr spannend zu lesen, wie alle mit dem, was passiert, umgehen. Dabei erzählt der Autor die Geschichte nicht reißerisch, sondern sehr ruhig und eindringlich, oft sogar sehr ausführlich. Die Erzählperspektiven wechseln, so dass wir die Gedanken aller Beteiligten kennenlernen. Doch stört es mich etwas, dass ich so wenig von der Gefühlslage Justins erfahre. Er hat vieles erdulden müssen und kommt nun zurück in eine Familie, die ihm fremd geworden ist. Aber er zeigt seine Gefühle nicht. Hin und wieder öffnet er sich ein wenig seinem Bruder gegenüber, aber auch das sind nur Bruchstücke, denn niemand aus der Familie spricht mit ihm über das Vergangene. Dagegen erfahren wir sehr viel über das, was Laura bewegt. Aber oft kommen mir ihre Gedanken abstrus vor. Ich habe beim Lesen die Familie gut kennengelernt, konnte mit ihnen fühlen und habe ihre Verzweiflung gespürt und konnte sie dennoch oft nicht verstehen. Am Ende bleiben einige Fragen ungeklärt. Ein interessantes Buch über eine Familie in einer Ausnahmesituation.

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anspruchsvoll und empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 24.07.2016

Der Klappentext ist - bis auf den letzen Satz, der etwas falsche Vorstellungen weckt - sehr zutreffend. Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden. Seine Eltern und sein Bruder,... Der Klappentext ist - bis auf den letzen Satz, der etwas falsche Vorstellungen weckt - sehr zutreffend. Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden. Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf „nicht schuldig“ plädieren will? Man sollte vielleicht vorher wissen, das es sich bei "Justins Heimkehr" nicht um einen Thriller handelt und man darf auch keine Action oder rasante Spannung erwarten. Viel mehr versteht der Autor es mit klugen und eindringlichen Worten zu beschreiben, wie die Familie durch die Rückkehr von Justin nach vier Jahren aus einer Starre herausgerissen und in eine neue Realität geschleudert wird, die nicht weniger traumatisierend ist als vor vier Jahren die Entführung. In den Jahren der Suche haben die Eltern, der jüngere Bruder und der Großvater versucht zu funktionieren, versucht Zuversicht zu empfinden und vor den anderen zu vermitteln und sind doch immer mehr in Verzweiflung und eisigem Schweigen versunken. Nachdem Justin zurück ist müssen sie nach und nach damit fertig werden, dass dem Jungen tatsächlich Schlimmes wiederfahren ist und er gar nicht weit weg von einem Mannn gefangen gehalten wurde, den zumindest der Großvater sogar kannte. Alle geben sich selbst die Schuld an dem Unglück. jeder versucht zuerst alleine mit der Situation fertig zu werden. Niemand wagt Justin auf seine Erlebnisse anzusprechen und Justin kann anfangs selber nicht darüber sprechen, was er erlebt und empfunden hat. Es war für mich faszinierend zu lesen, wie die Gefühle der Menschen durchgerüttelt werden von so einem Schicksal. Und Sprachlosigkeit, die Suche nach der Schuld und dem Sinn, die Sehnsucht nach Normalität und Verdrängung, sind nur einige dieser Aspekte, die Johnston von allen Seiten mit Liebe zum Detail beleuchtet. Ich bin den Hauptdarstellern sehr nahe gekommen, konnte zu weiten Teilen ihre Empfindungen verstehen oder sogar nachvollziehen. Schön fand ich auch, dass es tatsächlich eine spürbare Entwicklung zum Positiven gibt und die Familie nach und nach einen Weg findet, bei dem man sich als Leser vorstellen kann, dass er herausführt aus dieser Familienkrise. Eine spürbare Veränderung in der Tonart des Buches entsteht im letzen Drittel, als der Täter gegen Kaution auf freien Fuß kommt. Da scheint die gerade beginnende Nähe der Familienmitglieder aufs Neue auseinanderzubrechen. Und Eric und sein Vater schmieden einen haarsträubenden Plan. Mehr will ich nicht verraten. Mein Fazit: Ein kluges feinfühliges Buch mit glaubwürdigen Akteuren. Der Schreibstil ist ruhig und bedächtig, manchmal etwas ausführlicher als es vielleicht nötig wäre, aber dennoch schön zu lesen. Den Autor werde ich mir sicherlich merken.

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Oberflächlich
von einer Kundin/einem Kunden aus Ebersbach am 24.07.2016

Die Thematik des Romans ist mutig und vielversprechend: Ein Junge wird von einem Kinderschänder entführt, nach 4 Jahren gefunden und zurück zu seiner Familie (Mutter, Vater, Bruder) gebracht. An dieser Stelle setzt die Handlung ein. Es sollte also darum gehen, wie das Opfer und die Familienmitglieder mit dieser Situation fertig... Die Thematik des Romans ist mutig und vielversprechend: Ein Junge wird von einem Kinderschänder entführt, nach 4 Jahren gefunden und zurück zu seiner Familie (Mutter, Vater, Bruder) gebracht. An dieser Stelle setzt die Handlung ein. Es sollte also darum gehen, wie das Opfer und die Familienmitglieder mit dieser Situation fertig werden und was aus dem Täter wird, da dies ja unmittelbare Folgen für das Seelenleben der Familie mit sich bringt. Daraus hätte man eine Menge machen können. Leider wurde die Chance vertan. Alle Figuren zeichnen sich durch Kommunikationslosigkeit aus. Das beginnt damit, dass ihnen dies schon von der Polizei aufgezwungen wird: Justin (das Opfer) darf nicht auf die vergangenen Jahre angesprochen werden, soll nur beobachtet werden. Nun, dabei bleibt es – auf 419 langen Seiten. Jedes Familienmitglied bleibt für sich, lebt in seiner eigenen Gedankenwelt, ergeht sich in Spekulationen darüber, was wohl die anderen denken. Die Perspektive wechselt dabei zwischen Laura (die Mutter und offensichtlich die Hauptperson – warum eigentlich?), Eric (Vater), Griffin (Bruder) und Cecil (Großvater). Einmal kommt Justin selbst zu Wort und vereinzelt Personen im Umfeld. Warum kommt Justin nicht öfter zu Wort? Das wäre doch am interessantesten. Aber über ihn erfährt man fast nichts. Über den Täter erfährt man nichts. Stattdessen muss der Leser sich stundenlang mit Laura beschäftigen, die unsympathisch ist und ein mehr als seltsames Verhältnis zu ihren Söhnen besitzt. Was wirklich enervierend ist, ist die Sprachlosigkeit aller. Und wenn denn einmal etwas gesagt wird, sind es Phrasen wie diese: „‘Ein Mutterherz hält nicht alles aus.‘“ (S. 325) (Laura zu Griffin). Auch sprachlich ist dieser langatmige Roman alles andere als ein Genuss: Unpassende Metaphern und Vergleiche („über allem lag die Hitze schwer wie nasser Gips“) und ständige Wiederholung der Lieblingsphrase des Erzählers in verschiedenen Varianten: ruhig und still; still und ruhig; Stille und Ruhe. Was ist positiv? Das Thema. Wie wird man bei der Stange gehalten? Man will wissen, wer die Leiche im Fluss ist, die im Prolog beschrieben wird. Man hofft, mehr über Justin zu erfahren. (Diese Hoffnung wird nicht erfüllt.) Das war’s an Positivem.

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