Thalia.de

Kind aller Länder

Roman

(5)
Irmgard Keun war schon eine Bestsellerautorin, als ihre Bücher in Deutschland verboten wurden. Sie ging ins Exil nach Ostende, traf dort Joseph Roth, begann eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – und später diesen Roman.
Keun lässt die zehnjährige Kully von ihrem aufregenden Leben in der Emigration erzählen. Ihr leichtfertiger, spiel- und verschwendungssüchtiger Vater steckt als Schriftsteller ständig in Geldnöten, die liebevolle Mutter ist oft mit der Tochter allein und amüsiert sich anderweitig. Da seine Bücher in Deutschland verboten sind, lebt der Vater von Zeitungsartikeln und immer neuen Vorschüssen seiner Auslandsverlage – und ist ständig auf der Jagd nach Bargeld. Seine Beschaffungstouren führen ihn quer durch Europa, von Brüssel über Lemberg nach Prag, Paris, Nizza und sogar nach New York. Mutter und Tochter lässt er meist in Hotels zurück, wo Rechnungen zu begleichen und ständig Ausreden gefordert sind.
In einem kindlich-naiven Erzählton nimmt Kully uns in ihr rast- und heimatloses Leben mit und gibt tiefe Einblicke in die Situation der Emigranten in Europa. Gleichzeitig ist dieser Roman, erstmals erschienen in Amsterdam 1938, ein anrührendes Porträt des Paars, das Joseph Roth und Irmgard Keun einmal waren, und von dem Volker Weidermann in seinem Buch »Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft« so lebendig erzählt hat.
Rezension
"Hart und bitter. Aber zugleich ungemein frisch und pointiert und witzig, voller Leben und Kraft. Bewundernswert und einzigartig." Westfalenpost
Portrait

Irmgard Keun, geboren 1905 in Berlin, war nach dem Abschluss des Mädchenlyzeums und dem Besuch einer Handelsschule als Stenotypistin tätig, bevor sie in Köln die Schauspielschule besuchte. Ihre Schauspielkarriere beendete sie früh und veröffentlichte 1931 ihren ersten Roman »Gilgi, eine von uns«, der sie schlagartig berühmt machte. Der Verkaufserfolg ihres zweiten Romans »Das kunstseidene Mädchen« (1932) hält bis heute an. Nach dem Verbot ihrer Bücher und der Ablehnung ihrer Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer ging Keun ins Exil, zunächst nach Ostende, lebte und reiste zwei Jahre zusammen mit Joseph Roth und kehrte 1940 zurück nach Deutschland, wo sie bis 1945 in der Illegalität lebte. 1979 erlebte sie ihre späte Wiederentdeckung und starb 1982.

… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Bezahlung bei Abholung

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 18.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-04897-1
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 194/135/22 mm
Gewicht 287
Verkaufsrang 28.967
Buch (gebundene Ausgabe)
17,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Bezahlung bei Abholung

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 45244631
    Ich fühle was, was du nicht fühlst
    von Amelie Fried
    (1)
    Buch
    16,99
  • 2954020
    Das kunstseidene Mädchen
    von Irmgard Keun
    (2)
    Buch
    8,99
  • 45161412
    Die Republik
    von Joost de Vries
    (2)
    Buch
    19,99
  • 44284617
    Alles, was wir wissen konnten
    von Ariëlla Kornmehl
    Buch
    20,00
  • 45332304
    Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften
    von Irmgard Keun
    Buch
    16,00
  • 31979437
    Die Kunst des Feldspiels
    von Chad Harbach
    (10)
    Buch
    22,99
  • 45243547
    Als die Sonne im Meer verschwand
    von Susan Abulhawa
    Buch
    9,99
  • 2927707
    D-Zug dritter Klasse
    von Irmgard Keun
    Buch
    18,00
  • 45165637
    Niemand weiß, wie spät es ist
    von René Freund
    (9)
    Buch
    20,00
  • 45312922
    Schwestern bleiben wir immer
    von Barbara Kunrath
    (45)
    Buch
    9,99
  • 39262515
    Was ich dir schon immer sagen wollte
    von Alice Munro
    Buch
    12,00
  • 45313046
    Bühlerhöhe
    von Brigitte Glaser
    (55)
    Buch
    20,00
  • 33851341
    Kopfüber zurück
    von Rebecca Wait
    (2)
    Buch
    19,90
  • 44272297
    8 Minuten und 19 Sekunden
    von Georgi Gospodinov
    Buch
    19,00
  • 29048263
    Tschick
    von Wolfgang Herrndorf
    (47)
    Buch
    9,99
  • 45331908
    Raumpatrouille
    von Matthias Brandt
    (13)
    Buch
    18,00
  • 44321960
    Alles kein Zufall
    von Elke Heidenreich
    (4)
    Buch
    19,90
  • 45303585
    Wir brauchen viel mehr Schafe
    von Renate Bergmann
    (1)
    Buch
    10,00
  • 45165207
    Friesenherzen und Winterzauber
    von Tanja Janz
    (7)
    Buch
    9,99
  • 44239713
    Tschick
    von Wolfgang Herrndorf
    (1)
    Buch
    9,99

Buchhändler-Empfehlungen

„So zauberhaft kann Literatur srin“

Yvonne Kampa, Thalia-Buchhandlung Bayreuth

In einer wundervollen Leichtigkeit beschreibt Keun die Welt aus den Augen eines Kindes, das mit seinen Eltern rastlos durch Europa reist. Die Umwelt und die Menschen werden daher ungekünstelt und treffend einfach mit einer Portion naiver Komik beschrieben. Dieses Buch verströmt Lockerheit und Charme und macht einfach Spaß zu lesen. In einer wundervollen Leichtigkeit beschreibt Keun die Welt aus den Augen eines Kindes, das mit seinen Eltern rastlos durch Europa reist. Die Umwelt und die Menschen werden daher ungekünstelt und treffend einfach mit einer Portion naiver Komik beschrieben. Dieses Buch verströmt Lockerheit und Charme und macht einfach Spaß zu lesen.

„Leben auf der Flucht “

Christina Dumke, Thalia-Buchhandlung Brühl

Kully, die fiktive Tochter von Joseph Roth und Irmgard Keun, liefert uns Einblick in das Leben der beiden Exilliteraten. Es ist ein unruhiges mal glückliches, mal trauriges Leben. Immer auf der Suche nach Verlegern oder Gönnern wird Kully von einem Land ins nächste geschleppt, dient hier und da als Pfand . Hinzu kommt das Roth Frauen Kully, die fiktive Tochter von Joseph Roth und Irmgard Keun, liefert uns Einblick in das Leben der beiden Exilliteraten. Es ist ein unruhiges mal glückliches, mal trauriges Leben. Immer auf der Suche nach Verlegern oder Gönnern wird Kully von einem Land ins nächste geschleppt, dient hier und da als Pfand . Hinzu kommt das Roth Frauen wenig abgeneigt und ein handfester Trinker war. Egal wie schlimm der Hunger auch ist und wie einsam sie sich fühlt, nie verliert die junge Dame ihren Mut und ihre Abenteuerlust. Eine großartig erzählte Geschichte nicht nur für Leserinnen von "Schloss aus Glas".

„Herzergreifend!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ein tief beeindruckender Roman, bereits 1938 erschienen, über das Leben der europäischen Emigranten in den dreißiger Jahren aus der Sicht des Mädchens Kully geschrieben.Traurig, komisch aber auch frech und schlau! Ein tief beeindruckender Roman, bereits 1938 erschienen, über das Leben der europäischen Emigranten in den dreißiger Jahren aus der Sicht des Mädchens Kully geschrieben.Traurig, komisch aber auch frech und schlau!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
3
1
0
0
1

Faszinierend und irgendwie immer noch aktuell
von Vanessas Bücherecke am 24.04.2016

Inhalt aus dem Klappentext: Irmgard Keun war schon eine Bestsellerautorin, als ihre Bücher in Deutschland verboten wurden. Sie ging ins Exil nach Ostende, traf dort Joseph Roth, begann eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – und diesen Roman. Keun lässt die zehnjährige Kully von ihrem aufregenden Leben in der Emigration erzählen.... Inhalt aus dem Klappentext: Irmgard Keun war schon eine Bestsellerautorin, als ihre Bücher in Deutschland verboten wurden. Sie ging ins Exil nach Ostende, traf dort Joseph Roth, begann eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – und diesen Roman. Keun lässt die zehnjährige Kully von ihrem aufregenden Leben in der Emigration erzählen. Ihr leichtfertiger, spiel- und verschwendungssüchtiger Vater steckt als Schriftsteller ständig in Geldnöten, die liebevolle Mutter ist oft mit der Tochter allein und amüsiert sich anderweitig. Da seine Bücher in Deutschland verboten sind, lebt der Vater von Zeitungsartikeln und immer neuen Vorschüssen seiner Auslandsverlage – und ist ständig auf der Jagd nach Bargeld. Seine Beschaffungstouren führen ihn quer durch Europa, von Brüssel über Lemberg nach Prag, Paris, Nizza und sogar nach New York. Mutter und Tochter lässt er meist in Hotels zurück, wo Rechnungen zu begleichen und ständig Ausreden gefordert sind. Meinung: Die junge Kully führt ein unstetes Leben in den 1930er Jahren. Ihr Vater, ein eher erfolgloser Schriftsteller, ist Verschwendungssüchtig und die Familie lebt ständig auf Pump. Da er selber oft mit Abwesenheit glänzt, müssen Mutter und Tochter sich mit Ausreden und Versprechungen über Wasser halten. Ein anstrengendes Leben, besonders da die Mutter oft mit der Situation überfordert ist und sich gegenüber ihrem Mann nicht durchsetzen kann. So lässt sie Kully viel allein um sich anderweitig zu vergnügen und der Situation zu entfliehen. Und Kully? Die widmet sich in dieser Zeit ihrer Umgebung, beobachtet das Geschehen um sich herum und hinterfragt mit ihrer kindlichen und doch sehr weitsichtigen Einstellung die Verhaltensweisen der Erwachsenen. Als Mutter von zwei Kindern war ich entsetzt, wie Kullys Eltern mit ihr umgehen. Zwar merkt man, dass Kullys Vater sie liebt, doch er viel zu sehr mit sich selber beschäftigt um sich mit seiner Tochter angemessen auseinanderzusetzen. Denn Kully ist ein sehr aufgewecktes und kluges Kind, dass zwar auf der einen Seite sehr kindlich und naiv , auf der anderen Seite aber schon sehr weise wirkt aufgrund der Erfahrungen, die sie in ihrem jungen Leben schon gemacht hat. Es ist wirklich erstaunlich, wie stark dieses Kind ist. Aber auch die realen Hintergründe dieses Romans sind interessant umgesetzt. Durch den kindlichen, naiven und simplen Schreibstil wirkt das Leben von Kully noch bedrückender und emotionaler. Irmgard Keun schildert sehr gut, wie schwer es deutsche Emigranten in den 30er Jahren hatten und wie sehr der Nationalsozialismus schon das Leben der Menschen einschränkt. Hinzu kommen noch die Nöte der Familie und deren finanzielle Situation. Die Kapitel im Buch sind recht kurz gehalten, jedoch nur durch Absätze erkennbar. Wie schon gesagt ist der Schreibstil sehr einfach gehalten und wirkt gerade dadurch umso intensiver nach, wenn Kully ihre Erlebnisse aus ihrer eigenen Sicht schildert. Kullys Lebensweisheiten bringen ebenso große Tragik, aber auch viele heitere Momente in dieses Buch. Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar Fazit: Kind aller Länder ist bereits 1938 erstmals erschienen, die Neuauflage bei Kiepenheuer und Witsch zeigt aber, dass dieses Buch immer noch aktuell ist und auch heutzutage noch seine Leser anspricht. Kullys Reise und ihr Leben haben mich berührt und erschüttert, aber auch erheitert und bewegt. Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Zeitzeugnis aus der Sicht eines Kindes
von solveig am 18.09.2016

„Ein Pass ist ein kleines Heft mit Stempeln und der Beweis, dass man lebt. Wenn man den Pass verliert, ist man für die Welt gestorben.“ So definiert die zehnjährige Kully das Ausweispapier, das für sie und ihre Familie Überleben bedeutet. Sie lebt mit ihren Eltern im Exil, seit ihr... „Ein Pass ist ein kleines Heft mit Stempeln und der Beweis, dass man lebt. Wenn man den Pass verliert, ist man für die Welt gestorben.“ So definiert die zehnjährige Kully das Ausweispapier, das für sie und ihre Familie Überleben bedeutet. Sie lebt mit ihren Eltern im Exil, seit ihr Vater im Deutschland der 30er Jahre Schreibverbot erhalten hat. Ihr Aufenthalt wechselt ständig; denn der Vater ist ruhelos und hofft stets, an einem anderen Ort, in einem anderen Land bessere Verdienst- und Arbeitsmöglichkeiten vorzufinden. Oft genug kann der Vater das Essen und das Hotel, in dem sie abgestiegen sind, nicht bezahlen, reist allein weiter, um Geld aufzutreiben, und lässt Frau und Tochter als“Pfand“ zurück. Aus dem Blickwinkel des Kindes schildert Keun, die selbst einige Jahre in Belgien und den Niederlanden im Exil lebte, sehr bildhaft die Probleme politischer Flüchtlinge jener Zeit. Kullys Denk- und Argumentationsweise haftet etwas rührend Schlichtes an; sie ist noch voller Vertrauen darauf , dass ihr Vater - bei all seinen charakterlichen Mängeln - schon das Richtige tut und alles wieder gut wird. In Kullys kindlich naivem Ton erzählt die Autorin eindrucksvoll aus dem täglichen Leben eines Kindes, das keinen festen Wohnsitz, keine Heimat kennt und nur zwei Schildkröten, eine Puppenküche und einen Kaufmannsladen zum Spielen auf ihren Reisen mitnehmen kann: ehrlich, oft komisch, aber auch melancholisch. Die kindliche Schwerelosigkeit des Stils bildet dabei einen kräftigen Kontrast zur drastischen Wirklichkeit ihres Lebens auf der Flucht. „Alles Unheil der Welt beginnt mit der Angst“ sagt Kullys Vater einmal. Irmgard Keuns Roman „Kind aller Länder“ erschien erstmals bereits 1938 in Amsterdam, als ihre Bücher in Deutschland bereits verboten waren. Doch an Aktualität hat er keineswegs einbüßt.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0

Wird oft zusammen gekauft

Kind aller Länder

Kind aller Länder

von Irmgard Keun

(5)
Buch
17,99
+
=
Bretonische Flut / Kommissar Dupin Bd.5

Bretonische Flut / Kommissar Dupin Bd.5

von Jean-Luc Bannalec

(8)
Buch
14,99
+
=

für

32,98

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Buchhändlerempfehlungen