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König Richard III. King Richard III

Zweisprachige Ausgabe

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Zweisprachige Ausgabe
Aus dem Englischen von Frank Günther
Mit einem Essay von Tobias Döring
Die Figur Richards, Inbegriff des dämonischen Machtmenschen und skrupellosen Zynikers, fasziniert bis heute Leser und Theaterpublikum. Die Überwindung der Tyrannenherrschaft Richards durch seinen Gegenspieler Richmon, den Begründer der Tudor-Monarchie, markiert den Höhe- und Endpunkt der Rosenkriege. Vor diesem dramatischen Hintergrund hebt sich die schillernde Gestalt Richard ab, dessen gerissenes Vexierspiel und sarkastische Selbstreflexion Charakterdarstellern eine zeitlose Paraderolle bietet.
Mit ›Richard III.‹, dem ersten Königsdrama unserer zweisprachigen Edition, enthält die Ausgabe nun das bekannteste und meistgespielte Historien-Stück Shakespeares.
Portrait
William Shakespeare (1564-1616) gilt als einer der größten Dichter und Dramatiker der Weltgeschichte. Er verfasste zahlreiche Dramen, Tragödien, Komödien und Gedichte, mit denen er schon zu Lebzeiten Anerkennung und Wohlstand errang. Aber erst in den folgenden Jahrhunderten wurde er zum Prototypen des literarischen Genies, ohne den die Entwicklung der neueren Literatur von Goethe über Brecht bis in die Gegenwart hinein undenkbar ist.
Frank Günther, geboren 1947 in Freiburg, wuchs in Wiesbaden auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaft in Mainz und Bochum und erlag dabei den Verlockungen des Theaters. Er war als Regieassistent beim amerikanischen Regisseur Charles Marowitz in Wiesbaden, Bochum und London, wodurch er Kontakt zum englischen off-off-Theater im Dunstkreis von Peter Brook gewann. Dessen Sommernachtstraum war später die Initialzündung für die eigene Theater- und Spracharbeit. Es folgten Regieassistenzen in Bochum und Stuttgart sowie ein Lehrauftrag an der dortigen staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Anschließend ging er als fester Regisseur nach Heidelberg. Nach zwei Jahren und einem halben Dutzend eigener Inszenierungen machte er sich nach Amerika auf, wo er ein Jahr on the road als Tabakpflücker, Kellner und Tellerwäscher in Kanada und den USA zubrachte. Zurück in Deutschland begann er mit ersten Übersetzungen elisabethanischer Dramatiker und war in Haßliebe zum Theater u.a. in Heidelberg, Bielefeld, Basel und Wiesbaden als Regisseur tätig. Die Shakespeare-Übersetzung, die als Auftragsarbeit begann, wurde im Laufe der Jahre zu seiner Hauptbeschäftigung. Zuletzt erhielt er im Jahr 2006 den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis für seine viel gerühmten und von vielen deutschsprachigen Bühnen gespielten Shakespeare-Übersetzungen, die sich durch ihre sprachliche Genauigkeit und ihre Shakespearsche Lebendigkeit auszeichnen, so die Begründung der Jury. Zum Wintersemester 2007/2008 wurde er zum ersten Inhaber der neuen August Wilhelm von Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin gewählt. 2011 wurde er von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis geehrt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Frank Günther
Seitenzahl 376
Erscheinungsdatum 01.04.2001
Sprache Englisch, Deutsch
ISBN 978-3-423-12753-0
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 190/120/22 mm
Gewicht 312
Abbildungen schwarzweisse Abbildungen
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Gebt ihm doch endlich sein Pferd
von Polar aus Aachen am 12.09.2007

Gerissen zu sein, bedeutet nicht, daß man seine Macht endlos ausweitet, sie bis zum Tod behält. Die Macht muß Richard nicht erst sich selbst entfremden. Er ist durchtrieben genug, um zu wissen, auf welches Spiel er sich da einläßt, daß zur Absicherung die verbrannte Erde gehört. Nicht durch Zufall... Gerissen zu sein, bedeutet nicht, daß man seine Macht endlos ausweitet, sie bis zum Tod behält. Die Macht muß Richard nicht erst sich selbst entfremden. Er ist durchtrieben genug, um zu wissen, auf welches Spiel er sich da einläßt, daß zur Absicherung die verbrannte Erde gehört. Nicht durch Zufall gerät er in eine Tragödie, er entfacht sie. Richard III ist skrupellos, jedes Mittel, an die Spitze zu gelangen, ist ihm recht. Shakespeare zeigt uns in ihm, mehr noch als in anderen seiner machtbesessenen Emporkömmlinge ein Psychogramm der charakterlichen Schwächen, in dem die eigene Angst dadurch vertrieben wird, daß er Schrecken verbreitet. Aber er trägt die Blindheit bereits in sich, indem er Morde befiehlt, die seinen Thron absichern sollen. Ein Tyrann, ein Diktator, ein in Allmachtsphantasien Gefangener. Richard III zeigt die Mechanismen der Macht ungeschminkt. Natürlich kann man ihn auch als Krankheitsfall betrachten, herausfinden wollen, wieso er so geworden ist. Oder man läßt ihn in der Kälte stehen, da, wo er nach seinem Pferd ruft und jedem ein Königreich schenken will. Da, wo die Einsamkeit eine Schlinge um seinen Hals zuzieht. Am Ende heißt es: der König ist tot, es lebe der König, Und wenn wir Shakespeares Stücke richtig verstehen, darf keiner sich sicher fühlen, daß der nächste nicht ein Aufguß des vorhergehenden ist.

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