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Kopfzecke

Roman

(3)
Eine Erinnerung, die verschwimmt, ein Mensch, der immer dünner wird – das ist, was Moni täglich mit ansehen muss. Sie pflegt ihre demenzkranke Mutter, so gut es geht, doch die nimmt ihr die Luft zum Atmen. In einem Wechselspiel aus Distanzierung und Annäherung versucht Moni die Vergangenheit zu rekonstruieren, um die Lücken ihrer eigenen Geschichte zu füllen und sich allmählich zu lösen.
In stillen Szenen und poetischen Bildern schafft Iris Blauensteiner Atmosphären, in denen die Figuren nahbar werden. Dazwischen liegen das Unausgesprochene und die Unsicherheit darüber, was Erinnerung und Identität sind. Ein einfühlsamer Roman über einen der schwierigsten Abschnitte im Leben einer Tochter.
"Sie sitzt vor mir hinter einer Wand, ungreifbar. Ein Gegenwartsphantom, das wartet, die Zeit fließt langsam durch sie hindurch."
Portrait
Iris Blauensteiner, geboren 1986 in Wien. Filmemacherin und Autorin. Diplom der Bildenden Kunst und der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Start-Stipendium für Filmkunst des BKA 2014, Award für „Beste Österreichische Nachwuchsfilmerin“ bei VIS 2014 für den Kurzfilm „Schwitzen“, DramatikerInnenstipendium des BMUKK 2013 und Nominierung zum Retzhofer Dramapreis, Finalistin beim Literaturwettbewerb Wartholz 2012.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 174
Erscheinungsdatum August 2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-218-01044-3
Verlag Kremayr & Scheriau
Maße (L/B/H) 208/131/20 mm
Gewicht 288
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
19,90
inkl. gesetzl. MwSt.
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rasant und ungewöhnlich, aber traurig
von vielleser18 aus Hessen am 27.08.2016

"Meine Mutter singt mit oder bewegt nur die Lippen. Wenn sie sich wohlfühlt, trägt sie Lippenstift. Ich halte mir die Ohren zu und wenn es endlich still ist, fehlt mir die Musik." S. 48 Die Geschichte ist ein langsamer Abschied von der Mutter, nicht leicht zu lesen, nicht leicht zu... "Meine Mutter singt mit oder bewegt nur die Lippen. Wenn sie sich wohlfühlt, trägt sie Lippenstift. Ich halte mir die Ohren zu und wenn es endlich still ist, fehlt mir die Musik." S. 48 Die Geschichte ist ein langsamer Abschied von der Mutter, nicht leicht zu lesen, nicht leicht zu verdauen, schwere Kost. Anders geschrieben, sehr bildhaft, sehr ausdrucksstark, ungewöhnlich aber auf alle Fälle. Moni, inzwischen selber weit über 50 und nicht mehr weit von der eigenen Rente, kümmert sich um ihre demente Mutter. Sie wohnen nicht zusammen, aber neben der täglichen Pflegekraft, die auch vorbeischaut, ist sie die einzige Bezugsperson. Sie weiß, die Erinnerungen ihrer Mutter sind löchrig geworden, sie versucht durch viele Gespräche ihre eigenen Gedächtnislücken aus der Vergangenheit zu füllen. Sie will sich noch ein vollständiges Bild ihrer Mutter machen, bevor es zu spät ist. Doch noch sind es Puzzleteile, nicht alles passt zusammen, viele Teile fehlen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Dabei kommen auch Moni viele Erinnerungen an ihre Kindheit. Den fehlenden Vater, die strenge Mutter. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter war und ist nicht immer einfach. Dennoch kann sich Moni von der Mutter nicht richtig lösen. Iris Blauensteiner hat eine aussergewöhnliche, ungewöhnliche Sprache. Die Seiten im Buch sind nicht vollgeschrieben. Immer wieder nur ein Absatz oben auf der Seite. Dann Leere. Passend zur Geschichte - manchmal nur wie Fragmente wirkende Passagen. Dann wieder Wechsel zur Vergangenheit. Erinnerungen, Erlebnisse, zurückreichend auch zu den Großeltern. "Mein Gesicht ist zu eng, es knittert und bricht. Ich denke, es ist die Pflege, ja und auch etwas anderes, etwas das stochert und ununterbrochen kurz vorm Platzen ist. Ausgesprochen wäre es in der Welt und würde wüten. ....Und dann merke ich, dass ich mich zu weit ausgedehnt habe und konturenlos bin..." S. 14 Nicht immer leicht zu lesen, man muss innehalten um zu verstehen, auch wenn die Autorin von "brechenden Salatherzen", oder vom essenden Großvater erzählt, dessen " Mund ist eine Höhle. Sie beginnt am Tellerrand" (S. 73) oder "ich spüre ein Stechen in der Brust, als würde es bersten, hohe, zerlaufene Töne" (S.155) schreibt. Ein trauriger Roman, bei dem es um einen langen Abschied geht. Ein melancholischer Roman, am Ende mit einem kleinen hoffnungsvollem Zeichen. Ein nachdenklich machender Roman, der zeigt, dass man nicht ewig Zeit hat um sein eigenes "Puzzle" zu vervollständigen.

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Wenn das Ich in Splittern liegt...
von einer Kundin/einem Kunden am 16.08.2016

Es ist später Vormittag, während ich das hier in mein Mac Book hämmere, noch im Bett sitzend, im zu großen T-Shirt, aus der Kategorie, ein textiles Überbleibsel von irgendeinem Ex, die Haare, fürs Frühstück im Bett, ungekämmt zus. geknotet, der Kaffeebecher, nordisches Design und seit ich es mir leisten... Es ist später Vormittag, während ich das hier in mein Mac Book hämmere, noch im Bett sitzend, im zu großen T-Shirt, aus der Kategorie, ein textiles Überbleibsel von irgendeinem Ex, die Haare, fürs Frühstück im Bett, ungekämmt zus. geknotet, der Kaffeebecher, nordisches Design und seit ich es mir leisten kann nicht mehr aus dem schwedischen Möbelhaus, zum 2. Mal gefüllt mit dem Überlebenshelfer schlechthin, meinem geliebten Milchcafé, 1/3 Espresso, 2/3 heiße Milch, dazu ein Madeleine, ein fluffiges frz. Biskuitgebäck, oder auch gerne einer mehr, auf das ich nur in Phasen besonderem Gesundheitsbewusstseins verzichte. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich Koffein abhängig nenne , aber mir der Espresso nur zur Färbung der Milch dient, weiß, dass ich lieber aus der Kanne trinken würde, bevor ich eine mir ästhetisch nicht genehmen Tasse unter die Augen kommt, jeder, der mich auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass das, was man in meiner neuen Heimat Brotzeit nennt, mir nie freiwillig über die Lippen käme, selbst, wenn man mich nach einer Woche Zwangsdiät aus der Wüste Gobi fischen würde. So bin ich. Das bin ich. Das ist Teil meiner Identität. Meine Identität, also die Gesamtheit der Eigenschaften oder auch gerne Marotten, die mich kennzeichnen, die mich von anderen Individuen unterscheiden, mich charakterisieren. Es sind Erfahrungen, die ich gemacht habe, die mich so geformt haben, die Erinnerungen daran trage ich ihn mir. Das Frühstück bei der französischen Verwandtschaft, die erste große Liebe, ein Künstler, Gene und Sozialisation haben mich zu mich gemacht. Was ist aber nun, wenn da eine Zecke kommt, ein Parasit, der sich statt vom Blut seines Wirtes, von meinen Erinnerungen nährt? Wenn er andockt, sich vollsaugt mit all dem, was mich ausmacht, mir mein Ich stiehlt? Was bleibt dann von mir? Wenn ich ganz anders bin, bin ich dann noch ich? In Roman "Kopfzecke" von Iris Blauensteiner berichtet die Ich-Erzählerin, eine freiberuflich tätige Singlefrau in den 50ern über ihr Leben aufgerieben zwischen beruflichem Termindruck, dem Ansinnen ihres Kollegen aus ihrer Affaire eine Beziehung zu machen und der alles überschattenden Demenzerkrankung ihrer Mutter. Deren Ich sich vor ihren Augen auflöst, der sie morgens und abends dabei zusieht, wie das, was diese wortkarge, nun immer sprachlosere Frau ausmachte, aus deren Erinnerung verschwindet. Sie stemmt sich mit all ihrer Kraft dagegen. Erzogen zur Härte gegen sich selbst, versucht sie in den immer seltener werdenden Momenten der Klarheit der geliebten Mutter ihr Erinnerungsfetzen zu entreißen, um deren Vergangenheit zu entschlüsseln und damit die schmerzlichen Lücken ihrer eigenen zu füllen. Eine überaus berührende Geschichte, deren Besonderheit für mich das sprachliche Vermögen der Autorin ist. Durch ihre sinnlichen Beschreibungen selbst der Absurdität des Alltäglichen, der Momente, in denen doch eigentlich die Welt stillstehen müsste, hält sie mich gefangen im Kosmos der überforderten Protagonisten. Ich fühle mich wie sie, gehetzt, mein Puls ist beschleunigt, ich eile atemlos, ohne eigene Hast, von Seite zu Seite. Ich empfinde mit ihr die Trauer über den Verlust der Mutter bevor diese gegangen ist und ahne den Schmerz der Befreiung, der darauf folgt. Die letzte Seite ist gelesen und ich bleibe zurück. Da sind Fragen, viele Fragen. Ein wirklich gutes Buch hat keine Antworten für uns alle, es lässt uns Lesern den Raum uns Fragen zu stellen.

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Sehr düsteres, zum Nachdenken anregend Buch über den Abschied.
von einer Kundin/einem Kunden aus Frechen am 17.08.2016

Ja, was sag ich nun zu einem Buch, was mich auf der einen Seite zum Nachdenken gebracht hat, aber vor dem ich mich auf der anderen Seite auch angefangen habe zu ekeln und es zeitweise nicht mehr lesen wollte? Iris Blauensteiner hat bewiesen, dass sie mit Worten umgehen kann... Ja, was sag ich nun zu einem Buch, was mich auf der einen Seite zum Nachdenken gebracht hat, aber vor dem ich mich auf der anderen Seite auch angefangen habe zu ekeln und es zeitweise nicht mehr lesen wollte? Iris Blauensteiner hat bewiesen, dass sie mit Worten umgehen kann - in dem Buch finden sich viele schöne Formulierungen, Metaphern und abstrakte Beschreibungen, die, wenn man den Inhalt außen vor lässt, atemberaubend sind. Auch die kurzen Abschnitte, diese Kunst, Pausen zu lassen und dem Leser die Möglichkeit zu geben, inne zu halten, bevor der weiter ließt, ermöglichen es, in die Geschichte einzutauchen. Sofern man das möchte. Ich wollte es nicht. Ich wollte weder Moni noch ihrer Mutter in meinen Kopf, in mein Herz lassen, denn dafür waren mir ihre Gedanken zu düster, ihre Gefühle zu schwarz und ihr Leben zu eintönig und Hoffnungslos. Ich hatte Angst, mit ihnen zu versinken, unter zu gehen und nicht mehr an die Oberfläche zu finden. Ich habe bei dem Buch eine Geschichte um das Thema Demenz erwartet, darum, wie es ist, zu vergessen. Wie man damit lebt. Doch viel mehr ist es ein Buch des Abschiednehmens. Es geht mehr um die schreckliche Kindheit von Erika, Monis Mutter und auch um Monis eigenes Leben - und kaum um die Krankheit selber. Ein wenig habe ich mich gehetzt gefühlt, so wie Moni, weil sie unbedingt das Puzzel, das Leben ihrer Mutter, zusammen setzen möchte, bevor es zu spät ist. Es war anstregend und auslaugend, das Buch zu lesen. Aber bei diesem Thema muss man fast damit rechnen.

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