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Love You To Death

Rezension
Anfang 2013 schafften die kanadischen Zwillinge Tegan und Sara Quin mit ihrem Album "Heartthrob" den Sprung vom Indierock in den Pop-Mainstream. MusikWoche schrieb damals: "Wo früher gedrechselte Rocksongs mit Gitarrenlicks den Kurs bestimmten, folgt auf ,Heartthrob' ein Synthiepop-Knüller auf den nächsten - und damit führt der Kurs zielstrebig ganz nach oben." Diesen Erfolgskurs setzen Tegan And Sara mit "Love You To Death" nun konsequent fort: mit noch mehr pulsierenden Dance-Tracks im New-Wave-Synthie-Design und mit ihren unverkennbaren engen Gesangsharmonien. Und dabei klingen Tracks wie "U-Turn" oder "Hang On To The Night" mit synthetischen Drums und flirrenden Sequencern mehr denn je wie Reminiszenzen an die 80er-Jahre. Vielleicht machen sich da frühkindliche Musikprägungen bemerkbar, denn Tegan And Sara sind mittlerweile 35 und seit gut zwei Jahrzehnten im Geschäft. "Heartthrob" war ein Meilenstein auf ihrem langen Weg nach oben es beeinflusste nicht nur die Kolleginnen Taylor Swift und Katy Perry. "Love You To Death", Album Nummer acht, ist ein weiteres Meisterwerk. Auf der musikalischen Ebene knüpft es nahtlos an "Heartthrob" an, was nicht zuletzt auch am Produzenten Greg Kurstin (Pink, Peaches) liegt, der als Multi-Instrumentalist gleich alle Tracks selbst einspielte - Bass, Keyboards, Drums, Gitarren, Piano. Hier drängt sich allerdings das Gefühl auf, dass noch ein paar andere Musiker für Abwechslung in den Arrangements gesorgt und so manchen Stücken gut getan hätten. Ungeachtet dessen ist "Love You To Death" eine nahezu perfekte Pop-Produktion, die den Hörer mit starken Tracks wie "Boyfriend" gleich zum Einstieg bei der Stange hält, um ihm nach halber Strecke langsamere und intensivere Nummern zu servieren. Und auch wenn sich das alles an der Oberfläche wie ein flottes Mainstream-Album anfühlt, graben die Quin-Schwestern in den Texten diesmal tiefer: Erstmals thematisieren sie die Tatsache, dass sie beide lesbisch sind. Das wusste man zwar schon lange, aber bisher konnte man ihre Songs auch einfach als Liebeslieder mit Herzschmerzglasur konsumieren. Jetzt hingegen geht es zum Beispiel in "Boyfriend" eindeutig um die schmerzliche Beziehung zu einer Frau, die zugleich noch mit einem Mann liiert ist. Weitere Glanznummern in diesem Kontext sind "U-Turn" oder "BWU". Aber auch die sicher sehr spezielle Beziehung der beiden Zwillingsschwestern zueinander kommt in Stücken wie "100x" oder "White Knuckles" zur Sprache, und zwar ohne intellektuelle Umschreibungen, knapp, präzise, auf den Punkt. Mag sein, dass "Love You To Death" auf musikalischer Ebene lediglich eine Fortsetzung des brillanten Albums "Heartthrob" ist - mit ihren Texten jedoch gehen Tegan And Sara einen entscheidenden Schritt weiter. Und so kreieren sie hier Mainstream-Popsongs mit jugendlicher Glanz-und-Glitter-Attitüde für Erwachsene. Manfred Gillig-Degrave (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 03.06.2016
Sprache Englisch
EAN 0093624921530
Genre Pop
Hersteller Warner Music
Komponist Tegan and Sara
Musik (CD)
16,79
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