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Lunapark / Kommissar Gereon Rath Bd.6

Gereon Raths sechster Fall

Kommissar Gereon Rath

(8)

Unter der Eisenbahnbrücke an der Liesenstraße, unter einer unvollendeten kommunistischen Parole, liegt die übel zugerichtete Leiche eines SA-Mannes. Am Tatort trifft Kommissar Rath auf seinen früheren Kollegen Reinhold Gräf, der nun für die Geheime Staatspolizei arbeitet. Während Gräf von einem politischen Mord ausgeht, ermittelt Rath in eine andere Richtung und entdeckt Verbindungen zum zerschlagenen Ringverein Nordpiraten, der seine kriminellen Aktivitäten als SA-Sturm getarnt fortsetzt.
Als ein zweiter SA-Mann erschlagen aufgefunden wird, scheint alles auf eine Mordserie zu deuten. Eine Spur führt in den seit Kurzem geschlossenen Lunapark, einstmals Berlins berühmtester Rummel. Und Rath muss klären, welche Rolle Unterweltboss Johann Marlow, ein Erzfeind der Nordpiraten und Raths Nemesis, in diesem Fall spielt.
Die politische Lage wird immer brisanter, Raths Frau Charly gerät in SA-Haft, und der Kommissar wird in einen Strudel sich überschlagender Ereignisse gezogen, an deren Ende er sogar einen unmissverständlichen Mordauftrag erhält. Wird er ihn ausführen? Volker Kutscher liefert atemlose Spannung und das packende Porträt politisch höchst unruhiger Zeiten.

Rezension
Kai Lohnert, Literaturexperte Thalia:
Die Handlung: düster, philosophisch, abgründig. Die Sprache: poetisch; das Thema: wie eine Schlange ihre Beute langsam umschlängelnd. Das sind die Krimis um Gereon Rath, der in den frühen Dreißigern für das Polizeipräsidium am Alexanderplatz ermittelt. Meistens geht es um Mord in dieser Welt, in der das Aufkeimen des Hasses, die politische Radikalisierung Deutschlands und die Entmenschlichung der Gesellschaft so gut erzählt wird. Ich bin ein Fan dieser Krimis, die diesen Touch der Noir-Krimis haben, die einem die Seele vergiften. Im sechsten Fall hat es jemand auf SA-Leute abgesehen. Ihre Leichen sind übel zugerichtet. Rath bekommt es mit Verbrechern und Polizisten zu tun, die in dieser heillosen Zeit alle weiter verrohen. Auch Rath gerät in diese monströse Spirale, die ihn vor eine existenzielle Entscheidung stellt. Mir scheint, Kutscher hat in diesem Roman auch versucht, einen aktuellen Bezug zu der Hetze und dem Hass herzustellen, der gegenwärtig leider immer präsenter wird.
Portrait
Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman »Der nasse Fisch«, dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der 30er-Jahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller, dem bisher vier weitere folgten.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 560
Erscheinungsdatum 10.11.2016
Serie Kommissar Gereon Rath 6
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-04923-7
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 222/125/45 mm
Gewicht 733
Verkaufsrang 2.045
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Spannung bis zum Schluss...“

Viola Möhler, Thalia-Buchhandlung Heidelberg

Wieder einmal schafft es Volker Kutscher mit viel Spannung und Atmosphäre seine Leser in das Berlin der 30er Jahre zu entführen. Packend bis zum Schluss!! Unbedingt lesen! Wieder einmal schafft es Volker Kutscher mit viel Spannung und Atmosphäre seine Leser in das Berlin der 30er Jahre zu entführen. Packend bis zum Schluss!! Unbedingt lesen!

Kundenbewertungen


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Die Vergangenheit holt Gereon Rath ein
von Barbara W am 16.01.2017

Inhalt Berlin 1934: Unter einer Brücke wird ein auf den ersten Blick zu Tode geprügelter SA-Mann gefunden. Gereon Rath von der Mordkommission trifft am Tatort auf seinen ehemaligen Kollegen Gräf, der nun für die Geheime Staatspolizei arbeitet. Dieser hat die Zeichen der Zeit gut genutzt und ist dort auf der... Inhalt Berlin 1934: Unter einer Brücke wird ein auf den ersten Blick zu Tode geprügelter SA-Mann gefunden. Gereon Rath von der Mordkommission trifft am Tatort auf seinen ehemaligen Kollegen Gräf, der nun für die Geheime Staatspolizei arbeitet. Dieser hat die Zeichen der Zeit gut genutzt und ist dort auf der Karriereleiter aufgestiegen, so dass er Gereon Rath nun vom Rang her gleichgestellt ist. Für Gräf ist der Fall klar: halbfertige Schmierereien an einer Mauer weisen auf eine kommunistische Gruppe als Täter hin, was Gräf sehr gut passt, ist er doch sowieso schon einige Zeit hinter denen her. Gereon Rath sieht das ganz anders, ist aber gezwungen, mit Gräf zusammenzuarbeiten und es bleibt ihm keine andere Wahl, als das zu tun, was er gut kann: auf eigene Faust den Täter zu finden. Seine Ermittlungen bringen ihn auf die richtige Spur, aber was er dabei herausfindet, zieht ihn in seine eigene nähere und weitere, nicht immer ganz saubere Vergangenheit zurück und bringt ihn selbst, seine Karriere und seine kleine Familie in große Gefahr. Gleichzeitig bringt sich auch seine Frau Charly in Gefahr, als sie der Bitte einer Bekannten nachkommt, deren untergetauchten Bruder zu finden. Und der ist Kommunist ... Meine Meinung Es wird immer düsterer in Deutschland. Ein Jahr nach der Wahl der Nationalsozialisten wird das Leben immer angespannter. Deren Verfolgung von Kommunisten, Juden, Homosexuellen und allen anderen, die ihnen nicht gefallen und auch Folterungen bestimmen mehr und mehr das Bild. Kein Wunder, dass viele lieber schnell in ein Geschäft verschwinden, als einer Gruppe Nazis auf der Straße zu begegnen. Viele solche Details beschreiben eindringlich den Alltag und die Veränderungen, die die Zeit bringt. Ebenso werden wieder historische Personen und Aktivitäten eingeflochten, so dass sich auch in diesem Buch wieder sehr gut zeigt, wie großartig der Autor es versteht, Atmosphäre und ein authentisches Lesegefühl zu erschaffen. Mit steigendem Entsetzen verfolgt man als Leser, der ja weiß, was in den folgenden Jahren mit dem Deutschland passieren wird, wie die Nazis mehr und mehr das Leben der Menschen bestimmen und sie deren Willkür ausgesetzt sind. Dabei fragt man sich als wissender Leser einmal mehr, wie lange Gereon Rath wohl immer noch daran glaubt, dass diese Phase bald vorübergeht und wie lange er weiterhin seiner Taktik der Verdrängung und des Ausweichens treu bleiben wird. Ganz anders erlebt man seine Frau Charly, die die Gefahr bereits erkennt und rebelliert, allerdings nicht ohne Folgen. Hier würde man ihr gerne immer mal wieder zurufen, etwas vorsichtiger zu handeln. Besonders schmerzlich empfand ich dann die Entwicklung ihres Pflegesohns Fritze, der mit großer Begeisterung in die Hitlerjugend eintritt, nachdem man ihn vorher immer als aufgeweckten und nicht auf den Mund gefallenen Jungen erlebt hatte. Die Anspannung in der Familie Rath erhöht sich hier also sehr und das Problem der Schweigsamkeit untereinander führt sich leider weiter fort und ich hätte Charly und Gereon auch hier wieder mehrfach schütteln können für ihren Mangel an ordentlichen Aussprachen, auch mit Fritzi. Aber die kleine Familie ist damit auch ein gutes Abbild der Menschen der damaligen Zeit: die politisch uninteressierten Verdränger und Wegducker wie Gereon, die ahnungsvollen und Widerstand leistenden Kämpfer wie Charly und die begeisterten Anhänger wie Fritze. Mir macht die Entwicklung in der Familie mehr und mehr Sorge. Der Kriminalfall rückt fast ein bisschen in den Hintergrund, ist aber auch wiederum kein Wunder, denn es wird Gereon Rath sehr schwer gemacht, seine Arbeit zu tun. Da für die Gestapo der Fall klar ist und Gereon mit dieser zusammenarbeiten muss, hat er kaum Chancen auf eine korrekte Ermittlung. Und da er bald erkennt, wohin die Indizien wirklich führen, bleibt ihm mal wieder keine Wahl, auf eigene Faust zu ermitteln, was unter den Umständen nicht leicht ist. Wem sollte er überhaupt den wahren Täter nennen? Man spürte den Frust, den Gereon Rath hier erlebte, aber noch schlimmer war dann die weitere Entwicklung, die frühere Verfehlungen hochbrachte und ihn nun zum Handlanger werden ließ. Hier rückte der Fall endgültig in den Hintergrund und Leben und Karriere standen auf dem Spiel. Das war sehr spannend zu lesen und ließ mich öfter mal die Luft anhalten, auch weil der Autor hier nicht zimperlich war und den vielleicht etwas zu sorglosen Leser bzw. Gereon Rath zwischendurch etwas aufrüttelte, um klar zu machen, dass das kein Spaziergang mehr ist. Auch dieser Fall war für mich wieder sehr spannend zu lesen und erweckte die zu dem Zeitpunkt immer bedrückender werdende Vergangenheit gekonnt zum Leben. Und lässt mich nun mehr und mehr um die lieb gewordenen Figuren bangen.

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Gereon Rath in seinem neuesten Fall
von Karin Wenz-Langhans aus Limbach am 31.12.2016

Berlin, Ende Mai 1934: unter einer Eisenbahnbrücke findet die Polizei die Leiche eines SA-Mannes. Der Tote ist ziemlich übel zugerichtet, herausstechend ist jedoch das Glasauge, welches sich im Rachen des Mannes befindet. Gereon Rath von der Mordkommission wird angewiesen, mit der Geheimen Staatspolizei zusammenzuarbeiten und trifft dabei auf seinen... Berlin, Ende Mai 1934: unter einer Eisenbahnbrücke findet die Polizei die Leiche eines SA-Mannes. Der Tote ist ziemlich übel zugerichtet, herausstechend ist jedoch das Glasauge, welches sich im Rachen des Mannes befindet. Gereon Rath von der Mordkommission wird angewiesen, mit der Geheimen Staatspolizei zusammenzuarbeiten und trifft dabei auf seinen früheren Kollegen Reinhold Gräf. Dieser geht davon aus, dass es sich bei dem Mord um einen kommunistischen Anschlag handelt, während Rath auch in andere Richtungen ermittelt. Bald führt eine Spur in die Berliner Unterwelt. Der neueste Fall von Gereon Rath siedelt zeitlich ein Jahr nach der Machtergreifung Hitlers an: die Begeisterung für die Regierung schwindet in der Bevölkerung, was auch an den unberechenbaren und brutalen Übergriffen der SA liegt. Rath, der im Gegensatz zu seiner Frau Charly sehr blauäugig ist, was die politische Situation angeht, glaubt immer noch an ein baldiges Ende der Nazis. Charly Rath sieht das dagegen deutlich realistischer: ihre Abneigung und ihr Widerstand gegenüber der Hitler-Regierung nimmt permanent zu, was nicht nur immer wieder zu Streit mit ihrem Mann führt, sondern auch zu gefährlichen Alleingängen. Die familiäre Situation spitzt sich aber noch weiter zu: Fritze, der Pflegesohn der Raths, gerät immer mehr unter den Einfluss der Hitlerjugend. Typisch für Gereon waren und sind schon immer seine Alleingänge, was die Ermittlungen angeht – während ich mich in den letzten Bänden immer wieder darüber aufgeregt habe, war ich diesmal froh, dass er entgegen aller Anweisungen seiner Spürnase folgt, da sich die offiziellen Ermittlungen hauptsächlich nur noch an politischen Belangen orientieren. Allerdings wird es immer enger für Rath, vor allem, als ein alter Bekannter eine gefährliche Gefälligkeit einfordert. Ich muss gestehen, dass ich diese Szene ziemlich unterschätzt habe. Durch den zunehmenden Druck, der auf Gereon Rath lastet, baut der Autor zunehmend Spannung in dem Buch auf und ich muss gestehen, dass ich im letzten Teil des Buches beinahe Angst vor dem Weiterlesen hatte. Ich finde den sechsten Teil der Krimiserie wieder sehr gelungen und das Ende des Buches macht neugierig, wie es in Zukunft weitergehen wird, auch wenn die Aussichten nicht besonders rosig sind.

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Spannend und bedrückend
von leseratte1310 am 19.12.2016

Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist. So muss er wieder mit seinem früheren Kollegen Reinhold Gräf zusammenarbeiten,... Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist. So muss er wieder mit seinem früheren Kollegen Reinhold Gräf zusammenarbeiten, der ihm inzwischen rangmäßig gleichgestellt ist. Während Gräf felsenfest überzeugt ist, dass es sich um einen politischen Mord handelt, den die Roten verübt haben, hat Gereon da seine Zweifel. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Tote in Wirklichkeit an einem Glasauge erstickt ist. Rath beginnt zu ermitteln ohne die Staatspolizei zu informieren und findet Spuren, die in die Vergangenheit weisen. In Berlin ändert sich vieles, aber Gereon bleibt wie er ist. Er verdrängt die Situation und hofft, dass alles schon nicht so schlimm wird und der Spuk bald eine Ende hat. Noch kommt er mit seiner höchst eigenen Version des Hitler-Grußes durch. Wir wissen natürlich, wie alles wirklich weiterging. Es ist sehr bedrückend zu lesen, wie die Menschen drangsaliert wurden und wie die Angst umgeht. Man flüchtet von der Straße sobald schwarze Uniformen auftauchen, denn man weiß nicht, ob man solch eine Begegnung heil übersteht. Wer verhaftet wird, den erwarten harte Verhöre und Folterung, und wer allzu widerspenstig ist, der landet auch schon mal im Konzentrationslager. Auch in der Familie Rath macht sich die politische Situation unangenehm bemerkbar. Charly geht offenen Auges durch die Welt und sieht die drohende Gefahr. Gereons mangelndes politisches Interesse regt sie auf und der Haussegen hängt öfter mal schief. Dass ihr Pflegesohn Fritze dann auch noch der HJ beitreten will, macht sie nur noch wütender. Diese Unzufriedenheit bringt sie dazu, leichtsinnig zu handeln und einer jungen Frau zu helfen. Fritze dagegen fühlt sich in der Gruppe anderer Jungen wohl und nimmt begierig auf, was ihm dort vermittelt wird. Gräf hat die Zeichen der Zeit für seine Karriere zu nutzen gewusst. Er weiß, dass ihm alle Wege offen stehen. Mich hat aber überrascht, wie kaltblütig er die Chance nutzt, dunkle Flecken in seinem Leben verschwinden zu lassen. Es gibt weitere tote SA-Männer und Gereon hat schon bald einen Verdacht, wer hinter den Morden steckt. Er will den Täter natürlich festnehmen, aber Dr. Marlow hat auch ein Interesse daran, dass dieser von der Bildfläche verschwindet – aber das bitte tot. Gereon spürt nun sehr heftig, dass die Nähe zu dem Gangsterboss für ihn gefährlich ist. Da er Charly aber immer aus solchen Geschichten rausgehalten hat, kann er nun auch nicht offen mit ihr reden. Er verhält sich wieder einmal wie immer, wenn’s schwierig wird: Er duckt sich weg. Aber das Problem ist da und muss gelöst werden. Wieder einmal gelingt es Volker Kutscher perfekt, uns diese bedrückende Zeit nahe zu bringen. Von Buch zu Buch wird es bedrückender und mit dem Wissen von heute geht es einem beim Lesen besonders nah. Trotzdem fesselt diese Geschichte und versetzt einen in ein Wechselbad der Gefühle. Dennoch bin ich schon sehr auf den nächsten Band gespannt. Ein packender Krimi in einer dunklen Zeit.

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Spannend und bedrückend
von leseratte1310 am 17.12.2016

Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist. So muss er wieder mit seinem früheren Kollegen Reinhold Gräf zusammenarbeiten,... Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist. So muss er wieder mit seinem früheren Kollegen Reinhold Gräf zusammenarbeiten, der ihm inzwischen rangmäßig gleichgestellt ist. Während Gräf felsenfest überzeugt ist, dass es sich um einen politischen Mord handelt, den die Roten verübt haben, hat Gereon da seine Zweifel. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Tote in Wirklichkeit an einem Glasauge erstickt ist. Rath beginnt zu ermitteln ohne die Staatspolizei zu informieren und findet Spuren, die in die Vergangenheit weisen. In Berlin ändert sich vieles, aber Gereon bleibt wie er ist. Er verdrängt die Situation und hofft, dass alles schon nicht so schlimm wird und der Spuk bald eine Ende hat. Noch kommt er mit seiner höchst eigenen Version des Hitler-Grußes durch. Wir wissen natürlich, wie alles wirklich weiterging. Es ist sehr bedrückend zu lesen, wie die Menschen drangsaliert wurden und wie die Angst umgeht. Man flüchtet von der Straße sobald schwarze Uniformen auftauchen, denn man weiß nicht, ob man solch eine Begegnung heil übersteht. Wer verhaftet wird, den erwarten harte Verhöre und Folterung, und wer allzu widerspenstig ist, der landet auch schon mal im Konzentrationslager. Auch in der Familie Rath macht sich die politische Situation unangenehm bemerkbar. Charly geht offenen Auges durch die Welt und sieht die drohende Gefahr. Gereons mangelndes politisches Interesse regt sie auf und der Haussegen hängt öfter mal schief. Dass ihr Pflegesohn Fritze dann auch noch der HJ beitreten will, macht sie nur noch wütender. Diese Unzufriedenheit bringt sie dazu, leichtsinnig zu handeln und einer jungen Frau zu helfen. Fritze dagegen fühlt sich in der Gruppe anderer Jungen wohl und nimmt begierig auf, was ihm dort vermittelt wird. Gräf hat die Zeichen der Zeit für seine Karriere zu nutzen gewusst. Er weiß, dass ihm alle Wege offen stehen. Mich hat aber überrascht, wie kaltblütig er die Chance nutzt, dunkle Flecken in seinem Leben verschwinden zu lassen. Es gibt weitere tote SA-Männer und Gereon hat schon bald einen Verdacht, wer hinter den Morden steckt. Er will den Täter natürlich festnehmen, aber Dr. Marlow hat auch ein Interesse daran, dass dieser von der Bildfläche verschwindet – aber das bitte tot. Gereon spürt nun sehr heftig, dass die Nähe zu dem Gangsterboss für ihn gefährlich ist. Da er Charly aber immer aus solchen Geschichten rausgehalten hat, kann er nun auch nicht offen mit ihr reden. Er verhält sich wieder einmal wie immer, wenn’s schwierig wird: Er duckt sich weg. Aber das Problem ist da und muss gelöst werden. Wieder einmal gelingt es Volker Kutscher perfekt, uns diese bedrückende Zeit nahe zu bringen. Von Buch zu Buch wird es bedrückender und mit dem Wissen von heute geht es einem beim Lesen besonders nah. Trotzdem fesselt diese Geschichte und versetzt einen in ein Wechselbad der Gefühle. Dennoch bin ich schon sehr auf den nächsten Band gespannt. Ein packender Krimi in einer dunklen Zeit.

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sehr spannend
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 12.12.2016

Am Anfang des neuen Kutscher-Krimis „Lunapark“ steht ein toter SA-Mann. Da in der Nähe der Leiche kommunistische Parolen gefunden werden, wird auch die Geheime Staatspolizei auf den Fall aufmerksam und Rath muss widerwillig mit seinem ehemaligen Kollegen Gräf zusammenarbeiten, der jetzt dort als Kommissär den gleichen Rang wie Geron... Am Anfang des neuen Kutscher-Krimis „Lunapark“ steht ein toter SA-Mann. Da in der Nähe der Leiche kommunistische Parolen gefunden werden, wird auch die Geheime Staatspolizei auf den Fall aufmerksam und Rath muss widerwillig mit seinem ehemaligen Kollegen Gräf zusammenarbeiten, der jetzt dort als Kommissär den gleichen Rang wie Geron bekleidet. Aber Rath zweifelt an den politischen Motiven für diesen Mord. Er beginnt im Geheimen und auf eigene Faust zu ermitteln und findet schnell eine heiße Spur, die ihn auch in die eigene Vergangenheit führt. Schnell ist man wieder drinnen im Berlin der 30er Jahre. Die Nazis sind seit einem Jahr an der Macht und es ist erschreckend, wie sie die politische Stimmung in Deutschland nach ihren Wünschen bereits verändert haben. SA und SS führen ein hartes Regime. Politisch Andersdenkende werden ebenso rigide verfolgt wie Juden und Homosexuelle. Es wird gedroht und gefoltert, bei Verhaftungen kommt es schon mal zu Verletzten und Toten und nur allzu schnell kann man im KL landen. Gereon Rath versucht diese Zustände noch immer auf seine eigene Art zu verdrängen. Er hofft darauf, dass die Nazis nur eine kurze Episode in Deutschland sind und dass er und seine Familie das Ganze schon aussitzen könnten, wenn sie sich nur unauffällig verhalten. Während weitere SA-Männer erschlagen werden muss er erkennen, dass der mutmaßliche Mörder ein alter Bekannter ist, den die Polizei auf keinen Fall verhaften darf, da er sonst auch Rath mit ins Verderben reißen könnte. Auch der Gangsterboß Marlow hat ein gesteigertes Interesse daran, dass der Täter verschwindet und er versucht deshalb Rath unter Druck zu setzen. Von all dem weiß Charly wenig. Sie ist auf der Suche nach einem jungen Kommunisten, der irgendwo im Berliner Untergrund leben soll und den seine Schwester unbedingt treffen möchte. Ihrem Mann erzählt Charly wohlweislich nichts von ihren eigenen Ermittlungen und bringt sich damit in große Gefahr. Volker Kutscher hat diesmal den Kriminalfall etwas mehr in den Hintergrund treten lassen, um die politische Situation Deutschlands unter den Nazis und die persönliche Entwicklung der Protagonisten noch intensiver erzählen zu können. Gereon ist kein strahlender Held sondern einer mit Ecken und Kanten, der manchmal mehr Glück als Verstand hat, während er versucht ohne Wissen von Gräf und der SA den Mörder zu fassen. Charly ist eine liebenswerte für ihre Zeit erfrischend selbstständige Frau, die ihre eigene Meinung mit Vehemenz vertreten kann. Und der junge Fritze wird zum Leidwesen seiner Pflegeeltern und zum Schrecken des Lesers von der Propaganda der Nazis eingelullt und hinterfragt die Handlungen der Erwachsenen mit wachsendem Interesse. Die historisch belegten Ereignisse sind eng mit der Geschichte um diese Hauptpersonen verknüpft. Alle drei werden in einen Strudel der Ereignisse gezogen und unterschätzen mehr als einmal die Brisanz und die Bedrohung für ihre kleine Familie. Nebenbei gibt es auch kleine Gastspiele historischer Prominenz wie z.B. Adenauer und Heydrich, die dem Ganzen noch mehr Authentizität geben. Das Buch ist unglaublich spannend und auch wenn die Stimmung eine bedrückende ist, so macht es doch Spaß „Lunapark“ zu lesen. Bei zwei, drei Stellen hat der Zufall die Hand im Spiel aber ich kann das dem Autor nachsehen, denn ansonsten ist es ein kluger historischer Krimi und eine hervorragende Fortsetzung dieser Reihe. Ich freue mich schon auf das nächste Buch - und auf die Verfilmung, die bereits im nächsten Jahr zu sehen sein wird.

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Lunapark
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 10.02.2017
Bewertetes Format: eBook (ePUB)

Wieder ein sehr spannender Kriminalfall von Geron Rath. Sehr gut ist die Besonderheit der politischen Verhältnisse in der NS-Zeit und das Stadtkolorit eingefangen.

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Lunapark
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 21.02.2017
Bewertetes Format: eBook (ePUB)

Spannend von der ersten Seite bis zur letzten Seite - toller Krimi. Jedes Buch von Volker Kutscher spielt in einem anderen Umfeld - seine Krimis machen süchtig - im positiven Sinne !!!

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