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Macht und Widerstand

Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2015

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Ilija Trojanow hat sein Lebensbuch geschrieben: Ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand.

Konstantin ist Widerstandskämpfer, einer, der schon in der Schulzeit der bulgarischen Staatssicherheit auffällt und ihrem Griff nicht mehr entkommt. Metodi ist Offizier, Opportunist und Karrierist, ein Repräsentant des Apparats. Sie sind in einen Kampf um Leben und Gedächtnis verstrickt, der über ein halbes Jahrhundert andauert.
Ilija Trojanow entfaltet ein breites zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit. Eine Fülle einzelner Momente aus wahren Geschichten, die Trojanow seit den Neunzigerjahren in Gesprächen mit Zeitzeugen gesammelt hat, verdichtet er zu einer spannenden Schicksalserzählung von menschlicher Würde und Niedertracht. ›Macht und Widerstand‹ ist bewegende Erinnerungsarbeit, ein Roman, wie man ihn in seiner Entschiedenheit und poetischen Kraft lange nicht gelesen hat.

Rezension
hat der 50-Jährige für seinen Roman eine komplexe, sehr anspruchsvolle literarische Form gefunden.[...] ein vielstimmiger, intelligent strukturierter, passagenweise brillant geschriebener Roman. Christoph Vormweg Deutschlandfunk 20150927
Portrait
Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Unterbrochen von einem vierjährigen Deutschlandaufenthalt lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris. Von 1984 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie in München. Dort gründete er den Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Mumbai, 2003 nach Kapstadt, heute lebt er, wenn er nicht reist, in Wien. Seine bekannten Romane wie z.B. ›Die Welt ist groß und Rettung lauert überall‹, ›Der Weltensammler‹ und ›Eistau‹ sowie seine Reisereportagen wie ›An den inneren Ufern Indiens‹ sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei S. Fischer sein großer Roman ›Macht und Widerstand‹ und sein Sachbuch-Bestseller ›Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen‹
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 20.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-002463-3
Verlag S. Fischer
Maße (L/B/H) 223/154/38 mm
Gewicht 699
Auflage 2
Buch (gebundene Ausgabe)
24,99
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Kundenbewertungen


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Es lohnt sich immer Trojanow zu lesen!
von einer Kundin/einem Kunden am 23.10.2015

Das Duell zweier Männer im kommunistischen Bulgarien. Die Geschichte eines Widerstandskämpfers und eines Offiziers des Geheimdienstes rückwärts erzählt und mit vielen Originaldokumenten angereichert. Trojanow gibt beiden eine eigene Sprache und Denkweise und damit eine nachvollziehbare Persönlichkeit. Trotz Demokratisierung hat es Bulgarien nicht geschafft seine Vergangenheit aufzuarbeiten und schonungslos offen zu... Das Duell zweier Männer im kommunistischen Bulgarien. Die Geschichte eines Widerstandskämpfers und eines Offiziers des Geheimdienstes rückwärts erzählt und mit vielen Originaldokumenten angereichert. Trojanow gibt beiden eine eigene Sprache und Denkweise und damit eine nachvollziehbare Persönlichkeit. Trotz Demokratisierung hat es Bulgarien nicht geschafft seine Vergangenheit aufzuarbeiten und schonungslos offen zu legen . Aufklärung bedeutet Anerkennung und Chance auf Neuanfang. Dies ist laut Trojanow in Bulgarien bis heute nicht gelungen, das macht ihn wütend, das spürt man und das macht das Buch zusätzlich lesenswert. Ein Autor mit eindeutiger Botschaft - warum nicht!!! Muss manchmal sein!

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… zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit ...
von kvel am 07.11.2015

„Ilija Trojanow entfaltet in seinem gewaltigen Roman ein breites zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit.“ (Zitat vom Buchrücken) Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite): Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen und unter Verwendung originaler Dokumente der bulgarischen Staatssicherheit hat Ilija Trojanow einen politischen Roman geschrieben, in dem die Suche nach Wahrheit, der Anspruch auf die... „Ilija Trojanow entfaltet in seinem gewaltigen Roman ein breites zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit.“ (Zitat vom Buchrücken) Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite): Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen und unter Verwendung originaler Dokumente der bulgarischen Staatssicherheit hat Ilija Trojanow einen politischen Roman geschrieben, in dem die Suche nach Wahrheit, der Anspruch auf die eigene Lebensgeschichte und die Kontinuität von alten Seilschaften und Bündnissen im Mittelpunkt stehen. Konstantin und Metodi sind zwei Kontrahenten, deren Wege sich seit ihrer Kindheit immer wieder kreuzen. Konstantin ist Widerstandskämpfer, einer, der schon in der Schulzeit der Staatssicherheit auffällt und ihrem Griff nicht mehr entkommt. Metodi ist Offizier, Opportunist und Karrierist, ein Repräsentant des Apparats – bis in die Gegenwart. Sie sind aber keineswegs bloß Stellvertreter von „Macht“ und „Widerstand“, vielmehr spiegeln sich in ihrer unterschiedlichen Sprache und Erzählweise höchst eigenwillige und unverwechselbare Persönlichkeiten. Mit poetischer Kraft und Entschiedenheit, manchmal aber auch mit satirischem Humor und Sarkasmus schildert Trojanow diese Schicksale in einem repressiven Regime, wie wir es in der jüngeren Vergangenheit überall auf der Welt antreffen konnten. Textbeispiel: „Ging früher einer fremd, galt er als sittlich verkommen. Böser Mann, böser kleiner Mann. War's einer aus der Partei, so hieß es, er habe einen Fehler begangen. Unbedacht, kann ja mal passieren. Verführte ein Bonze die Tochter eines Arbeiters, klopften ihm die Genossen auf die Schulter. Du Schlingel du. Und sammelte einer der Oberen Liebschaften wie Orden, wurden seine Verführungskünste bewundert. Das war früher. Heute ist die Moral an den Dollar gekoppelt.“ (S. 9) Meine Meinung: Den Roman fand ich sehr schwierig zu lesen; dafür gibt es vielerlei Gründe. Es sind viele bulgarische geschichtliche Themen, Namen und Begriffe in dem Text eingeflossen. Und die Gedankengänge des Autors nachzuvollziehen und der sehr anspruchsvolle Sprachstil (z.B. Mammutsätze) bedurften beim Lesen meine permanente Aufmerksamkeit auf das Geschriebene. Während dagegen die philosophischen Andeutungen und ebenso die Herstellung von unerwarteten, gedanklichen Zusammenhängen ich allerdings sehr erhellend fand. Somit könnte ich mir schon vorstellen, dass dieser Roman in der Kategorie der wichtigen Romane seinen Platz finden könnte.

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