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Marionetten

Roman

(3)
Ein junger Tschetschene reist illegal nach Deutschland ein. Dort gerät er sofort in das Fadenkreuz verschiedener Geheimdienste, die ihn verbissen jagen. Sein Schicksal scheint besiegelt, früher oder später wird man ihn verhaften und nach Russland abschieben. Doch dann bekommt er unerwartete Hilfe von einer jungen Anwältin und Bürgerrechtlerin. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf und ein Kampf zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Entdecken Sie auch das Hörbuch zu diesem Titel!
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de: Der Altmeister des Spionagethrillers John le Carré hat einen modernen, zeitkritischen und fesselnden Roman geschrieben. Langsam und intensiv führt er den Leser durch diese sehr verflochtene politische Geschichte über den islamistischen Terror in unserer Zeit. Le Carré setzt dabei nicht auf Effekthascherei und explodierende Bomben, sondern erzählt nüchtern, was hinter verschlossenen Türen geschieht, wie die Geheimdienste operieren. Alles ruhig und sachlich im Ton. Die gut gezeichneten Figuren agieren wie Marionetten in einem bösen Spiel.
Portrait
John le Carré, 1931 geboren, studierte in Bern und Oxford. Er war Lehrer in Eton und arbeitete während des Kalten Kriegs kurze Zeit für den britischen Geheimdienst. Seit nunmehr fünfzig Jahren ist das Schreiben sein Beruf. Er lebt in London und Cornwall.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 14.10.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-548-28128-5
Verlag Ullstein Verlag
Maße (L/B/H) 190/121/29 mm
Gewicht 300
Originaltitel A Most Wanted Man
Verkaufsrang 100.228
Buch (Taschenbuch)
9,95
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Buchhändler-Empfehlungen

„Marionetten“

Frauke Jäger, Thalia-Buchhandlung Hamburg, Spitaler Straße

John Le Carré lässt seinen neuen Roman in derWelt der Geheimdienste nach dem 11. September spielen.
In Hamburg taucht ein junger Tschetschene auf, der eine Odyssee durch russische und türkische Gefängnisse hinter sich hat. Er will das Erbe seines russischen Vaters antreten, Medizin studieren, leben.
Hierbei erhält er Unterstützung
John Le Carré lässt seinen neuen Roman in derWelt der Geheimdienste nach dem 11. September spielen.
In Hamburg taucht ein junger Tschetschene auf, der eine Odyssee durch russische und türkische Gefängnisse hinter sich hat. Er will das Erbe seines russischen Vaters antreten, Medizin studieren, leben.
Hierbei erhält er Unterstützung von einer sozial engagierten Anwältin, einem etwas zwielichtigen Bankier und einer türkischen Familie.
Da er aber verdächtigt wird ein muslimischer Extremist zu sein, geraten alle Beteiligten ins Fadenkreuz verschiedener Geheimdienste, die nach ihrer eigenen Logik ein Netz vermeintlicher, extrem gefährlicher Extremisten ausheben wollen.
Die Geschichte des Jungen scheint eine Verkettung von Ereignissen zu sein, die wie eine Lawine, wenn sie einmal losgetreten wurde, nicht mehr zu stoppen ist. Deswegen geraten der junge Tschetschene und alle, die mit ihm zu tun haben in einen Strudel geheimdienstlicher Aktivitäten, Verdächtigungen und Verstrickungen. Um diese Logik, die zuweilen Züge von Hysterie und Paranoia annimmt, geht es John LeCarré, nicht um die Frage nach Schuld oder Unschuld.
Die Lesung von Herbert Knaup ist extrem lakonisch und zurückhaltend, entwickelt dabei aber eine ruhige Intensität, die dem Hörer die Geschichte und die Verstrickung der Akteure sehr eindringlich näher bringt.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Spannend und realistisch
von einer Kundin/einem Kunden aus Osterwald am 28.02.2016

Die drei Hauptfiguren dieses Buches werden unschuldig in einen Strudel geheimdienstlicher Tätigkeiten hineingezogen, die nach den Ereignissen des 11. September sehr hart und übereifrig ablaufen. Da zählt das Leben des Issa, eines tschetschenischen Flüchtlings, gar nichts, schließlich hat es AMERIKANISCHE Tote gegeben. Er wird als Lockvogel für einen zwielichtigen... Die drei Hauptfiguren dieses Buches werden unschuldig in einen Strudel geheimdienstlicher Tätigkeiten hineingezogen, die nach den Ereignissen des 11. September sehr hart und übereifrig ablaufen. Da zählt das Leben des Issa, eines tschetschenischen Flüchtlings, gar nichts, schließlich hat es AMERIKANISCHE Tote gegeben. Er wird als Lockvogel für einen zwielichtigen Mann missbraucht, und letztendlich für die Zwecke der Geheimdienstler geopfert. Da haben dann auch die Deutschen, obwohl sich dieses Drama in Deutschland abspielt, nicht viel zu melden. Sehr ergreifend und nachdenklich stimmend fand ich das Ende des Romans. Es gibt leider kein Happy End, was aber der Glaubwürdigkeit der Geschichte nur zugute kommt. Das Buch selber war für mich stellenweise ein wenig verwirrend, da gab es einige konkurrierende Geheimdienste, so dass ich schon mal den Überblick verloren hatte und eine Seite ein zweites Mal lesen musste, um zu verstehen, wer zu wem gehört. Nebenbei war interessant zu lesen, dass Geheimdienstler auch mal einen alten Pferdestall als Arbeitsplatz akzeptieren müssen. Die Geschicht wirkt sehr realistisch nach allem, was wir nach dem 11. September in den Medien erfahren mussten (Murat Kurnaz usw.), und gerade deshalb auch so erschreckend!

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Hat mich nicht enttäuscht
von Janine2610 am 10.11.2011

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zum einen, weil die Erzähl- und Schreibweise des Autors auf einem etwas höheren Niveau angesiedelt ist, und zum anderen, weil ich die Geschichte ganz einfach nur spannend und interessant fand. Mir ist jedoch bewusst, dass der Schreibstil des Autors nicht jedermanns Sache ist, somit... Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zum einen, weil die Erzähl- und Schreibweise des Autors auf einem etwas höheren Niveau angesiedelt ist, und zum anderen, weil ich die Geschichte ganz einfach nur spannend und interessant fand. Mir ist jedoch bewusst, dass der Schreibstil des Autors nicht jedermanns Sache ist, somit denke ich, dass das Buch nur dem zu empfehlen ist, der gerne auch konzentriert und aufmerksam lesen und sich nicht nur berieseln lassen möchte. Derjenige, der sich doch daran macht, das Buch zu lesen, wird aber auf keinen Fall enttäuscht werden, obwohl ich zugeben muss, dass der Schluss doch einige Fragen offen lässt. - Deshalb auch "nur" 4 Sterne.

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Hohe Aussagekraft
von DarkAngel1985 aus Spr am 14.02.2010

Ein starkes Buch mit hoher Aussagekraft. Bei diesem Buch bleibt erst lange Zeit unklar, was der Autor wirklich sagen möchte. Die Charaktere sind schon gut gewählt, jedoch vermisse ich Zeitweise die Transparenz bei dem Buch. Und ich finde es wirklich schade, dass erst zum Schluss klar wird, um was... Ein starkes Buch mit hoher Aussagekraft. Bei diesem Buch bleibt erst lange Zeit unklar, was der Autor wirklich sagen möchte. Die Charaktere sind schon gut gewählt, jedoch vermisse ich Zeitweise die Transparenz bei dem Buch. Und ich finde es wirklich schade, dass erst zum Schluss klar wird, um was es eigentlich geht. Doch als dann klar ist, um was es wirklich geht, finde ich auch dass darin eine hohe Aussagekraft steckt und man doch auch mal über sich und sein Umfeld nachdenken sollte...geht es da vielleicht manchmal in gewisser Weise ähnlich vor?! Ich denke der Buchtitel erklärt das Buch auch schon ganz gut. Sind wir nicht in gewisser Weise alle Marionetten? Von wem auch immer...

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Wer zieht an den Fäden?
von einer Kundin/einem Kunden am 04.09.2011
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Wer zieht an den Fäden? ist der nicht nur sprichwortliche rote Faden, der sich durch das ganze Buch von John LeCarré hindurchzieht. Ob das Buch nun historisch, realistisch und möglichst wirklichkeitsnah ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich habe mich fantastisch unterhalten gefühlt und eine Geschichte gelesen, die... Wer zieht an den Fäden? ist der nicht nur sprichwortliche rote Faden, der sich durch das ganze Buch von John LeCarré hindurchzieht. Ob das Buch nun historisch, realistisch und möglichst wirklichkeitsnah ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich habe mich fantastisch unterhalten gefühlt und eine Geschichte gelesen, die spannend war, die unterhaltsam war, und die zusätzlich auch noch (sofern es sich da um realitätsnahe Beschreibungen gehandelt hat) einen Einblick in eine Welt gibt, die mir sonst eher verschlossen war, in die der Geheimdienste. Zu keiner Zeit fand ich das Buch langweilig, es sind zwar manchmal ein paar Stellen, die sich etwas ziehen, oder deren Zusammenhang nun nicht ganz klar wird - wenn zum Beispiel seitenlang über die Verhöre der Anwältin Annabel durch Bachmann und Erna Frey vom Geheimdienst schwadroniert wird... Aber die Irrungen und Wirrungen, die das Buch nimmt, lassen einen immer gespannter werden auf das Finale und die Antwort auf ein paar Fragen: Wer oder was ist Issa, der muslimische Tschetschene wirklich? Welche Konstrukte stecken hinter Dr. Abdullahs Machenschaften? Wer hat wirklich das Sagen über die geheimnisvollen Projekte, Operationen und Geheimdienstmissionen? Das Ende fand ich - auch genau aus dem Grund, weil ich doch so gern die Fragen ausführlich beantwortet haben hätte - eher knapp und nicht mehr so erläuternd, wie viele Teile des Buches vorher waren. Man muss zudem auch höllisch aufpassen, wer denn nun genau wer ist, Ian, Newton, Martha.... wer gehört zu wem, wer verfolgt welche Interessen, wer hat nochmal welchen Befehl gegeben? Aber genau das fand ich interessant, spannend und hat wirklich wie die Faust aufs Auge zum Titel gepasst: Schlussendlich zieht eben einer an den Strippen, die anderen sind - auch wenn sie das vielleicht wirklich erst im buchstäblich letzten Moment merken - die Marionetten im Spiel der Strippenzieher und werden für deren Zielerreichung manipuliert. Ein unterhaltsamer Krimi/Thriller, ohne viel tatsächlich beschriebene Gewalt, aber mit viel subtilem "Was wäre wenn" und für mich realistisch klingenden Berichten aus der "Parallelwelt" der Geheimdienste.

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Die Marionetten sind wir alle
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 22.09.2009
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

"Marionetten" von John Le Carrè hat mir sehr gut gefallen. Schauplatz ist die Stadt Hamburg im Jahr 2008. Zu Anfang dachte ich, dass es sich um den üblichen Thriller rund um 9/11 handelt und hier mal wieder die Gefahr geschürt werden soll, die von islamischen Attentätern ausgeht. Dem ist... "Marionetten" von John Le Carrè hat mir sehr gut gefallen. Schauplatz ist die Stadt Hamburg im Jahr 2008. Zu Anfang dachte ich, dass es sich um den üblichen Thriller rund um 9/11 handelt und hier mal wieder die Gefahr geschürt werden soll, die von islamischen Attentätern ausgeht. Dem ist jedoch absolut nicht so! Ganz im Gegenteil zeigt uns John Le Carrè hier, welche Gefahr die Rechtfertigung von Aktionen mit dem Argument des "Heimatschutzes" oder der "Terrorverhinderung" birgt. Sollte die Vorgehensweise der deutschen Behörden wie dem Verfassungsschutz auch nur zum Teil der Wahrheit entsprechen, so finde ich das sehr bedenklich. Bisher war ich noch von der wagen Hoffnung ausgegangen, dass eine aggressive Vorgehensweise, wie sie hier beschrieben ist und wie sie eher der Manier amerikanischer Geheimdienste entspricht, in unserem Land noch keinen Einzug gefunden hat. "Marionetten" ist erschreckend realistisch und spannend bis zur letzten Minute. John Le Carrè zieht an den richtigen Fäden und auch seine Figuren sind eigentlich nur Puppen im großen Spiel. Auch wenn es sich hier um eine Übersetzung aus dem englischen handelt, merkt man, dass der Autor sehr vertraut mit Deutschland, der deutschen Kultur und Mentalität ist. Alles wirkt sehr stimmig und von den Figuren bis zu den Schauplätzen gut recherchiert und ausgearbeitet. Die beiden so gegensätzlichen Figuren des Privatbankiers und der Sozialanwältin sind mir sehr sympathisch und ich hätte auch nichts dagegen, wenn sie einmal in einem weiteren Buch von John Le Carrè erneut auftauchen.

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Überall Vorurteile
von axwa aus Dresden am 07.12.2008
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

John le Carré zeigt auch in seinem neuen Roman „Marionetten“, dass er der unumstrittene Meister des Spionageromans ist. Im Mittelpunkt steht Issa, ein junger Mann mit russisch-tschetschenischer Abstammung, der als Flüchtling in Deutschland landet und hofft hier die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen und auch Medizin studieren zu können. Seine Hoffnungen... John le Carré zeigt auch in seinem neuen Roman „Marionetten“, dass er der unumstrittene Meister des Spionageromans ist. Im Mittelpunkt steht Issa, ein junger Mann mit russisch-tschetschenischer Abstammung, der als Flüchtling in Deutschland landet und hofft hier die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen und auch Medizin studieren zu können. Seine Hoffnungen scheinen nicht unbegründet, da er Anspruch auf eine größere Summe Geld hat, welches bei einer englischen Bank hinterlegt ist. Der erste Reflex macht Issa zu einem verdächtigen Islamisten, aber bald wird dem Leser klar: bei Issa handelt sich es um einen herzensguten Jungen, der schon früher Opfer von ethnischen Vorurteilen, Polizeiverfolgung und auch Folter war. Und auch in Deutschland wird er zum Spielball der Geheimdienste. Le Carré baut eine atmosphärisch dichte und bis zum Schluß spannende Geschichte, in der fast Niemand Herr seines Handelns bleibt. Die sprachlichen Mittel des Autors sind gewaltig und die psychologische Entwicklung der wichtigsten Protagonisten wird eindringlich und plausibel gezeichnet. Die Handlungsverläufe scheinen zwingend und unabwendbar. Während die verschiedenen Sparten der Spionage-und Nachrichtendienste Europas sich gegenseitig austricksen, behindern und sich dabei auf die Schulter klopfen, läßt der amerikanische Geheimdienst den Rechtsstaat beiseite und setzt sich zur Wahrung amerikanischer Interessen über alle Vereinbarungen hinweg. „Amerikanische Gerechtigkeit,...Gerechtigkeit, die nicht lange fackelt.“ Ob dies nun wieder nur die Bedienung eines Klischees ist, kann ich nicht sagen, aber ich empfehle dieses Buch jedem, der Lust hat über seine eigenen Vorurteile nachzudenken.

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Marionetten
von robberta am 05.12.2008
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Marionetten,Täter ,Opfer wer ist wer ? Während der ersten Seiten scheinen sich die Rollen zu vertauschen. Mistrauen verwandelt sich in Mitleid, Meliks Unglaube verwandelt sich in Glaube. Ist Issa Opfer oder soll Täter werden? Wird Issa Melik auch zu Täter machen? Der Autor beschreibt das Mistrauen Meliks und... Marionetten,Täter ,Opfer wer ist wer ? Während der ersten Seiten scheinen sich die Rollen zu vertauschen. Mistrauen verwandelt sich in Mitleid, Meliks Unglaube verwandelt sich in Glaube. Ist Issa Opfer oder soll Täter werden? Wird Issa Melik auch zu Täter machen? Der Autor beschreibt das Mistrauen Meliks und die Leichtgläubuigkeit Leylas sehr anschaulich. Aber es geht in einer ganz andere Richtung weiter, denn Leyla und Melik werden zu Randfiguren, selbst Issa der alles ins rollen bringt wird zur Randfigur. Brue der Banker, Annabell Richter die Anwältin und Bachmann vom Verfassungsschutz werden nun mehr zu Hauptfiguren ...viele Nebenfiguren, die überall Terrorverdächtige sehen. Das Marionettenspiel wird eher zum Karussell, bei dem am Schluss keiner mehr genau weiß was los ist. In den Raum gestellte Fragen werden nicht alle vollständig beantwortet.

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Ein gutes Buch :)
von Herzallerliebst :) am 03.12.2008
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Marionetten war mein erstes Buch von John Le Carré, was ich gelesen habe. Ein Leseeindruck hat mir auch schon gut gefallen und hat mich auf das Buch wirklich neugierig gemacht :) Und die Leseprobe hat auch ihre Versprechen gehalten. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Man steigt ja... Marionetten war mein erstes Buch von John Le Carré, was ich gelesen habe. Ein Leseeindruck hat mir auch schon gut gefallen und hat mich auf das Buch wirklich neugierig gemacht :) Und die Leseprobe hat auch ihre Versprechen gehalten. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Man steigt ja am Anfang direkt in die Geschichte ein, das finde ich gut. Man befindet sich direkt drin. Der Schreibstil von Le Carré gefällt mir. Es liest sich flüssig. Als ich merkte, dass das zweite Kapitel nicht an dem ersten anschließt, habe ich erstmal ein wenig gestutzt ;) Aber dann habe ich gemerkt, dass es aus einer anderen Sichtweise geschrieben ist. Und so setzt sich das auch mit jedem weiteren Kapitel fort, bis sie am Ende zusammen laufen. Man muss dann immer ein kleines Bisschen umdenken, aber man kommt gut hinter her. Mit jedem Kapitel mehr bekommt man, durch das Denken der Protagonisten über Issa, immmer wieder einen anderen Eindruck von Issa. Man wird mit den Gefühlen richtig mitgerissen. Das Buch ist spannend geschrieben und ich konnte es gar nicht aus der Hand legen :) Ein aktuelles Thema wirklich gut umgesetzt.

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Terrorismus als Instrument der Geheimdienste
von Keksigirl82 aus Bad Aibling am 25.11.2008
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Inhalt: Issa, ein tschetschenischer Flüchtling und gesuchter Schwerverbrecher, bittet den türkischen Schwergewichtsboxer Melik und seine Mutter Leyla um Hilfe. Er möchte in Deutschland Medizin studieren, doch leider hält er sich seit seiner Flucht aus einem türkischen Gefängnis und seiner langen, durch Bestechungsgelder erkauften Reise über Schweden und Dänemark, illegal in... Inhalt: Issa, ein tschetschenischer Flüchtling und gesuchter Schwerverbrecher, bittet den türkischen Schwergewichtsboxer Melik und seine Mutter Leyla um Hilfe. Er möchte in Deutschland Medizin studieren, doch leider hält er sich seit seiner Flucht aus einem türkischen Gefängnis und seiner langen, durch Bestechungsgelder erkauften Reise über Schweden und Dänemark, illegal in Deutschland auf. Außerdem steht er auf der Fahnungdungsliste von Interpol. Hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Misstrauen beschließen die beiden ihm zu helfen. So geraten sie, eine Anwältin und ein Bankier bald ins Visier der Geheimdienste, die auch vor Lügen, Betrug und falschen Versprechungen nicht zurückschrecken, um ihre Ziele durchzusetzen... Meine Meinung: Wer einen Thriller um den 11.September erwartet hat wird wohl enttäuscht werden, denn ein direkter Bezug zum diesem Datum fehlt fast völlig. Es geht mehr um die Auswirkungen des Terrorismus, darum wie schlecht und misstrauisch mit Ausländern seit diesem Terrorakt umgegangen wird und wie gut es Geheimdienste verstehen, den Terrorismus für sich zu nutzen. Ein kleiner Bezug zu Amerika wird erst hergestellt, als der Leser schon nicht mehr damit rechnet. Das Buch gliedert sich in drei Handlungsstränge - nämlich Issa und seine Pläne, eine Bank mit Kontakten zu russischen Geldwäschern und die Ermittlungen uneiniger Geheimdienstmitarbeiter und Verfassungschützer. Schnell beginnen die einzelnen Bausteine miteinander zu verschmelzen, um dann am Ende ein überzeugendes Gesamtbauwerk zu erzeugen. Geschildert wird das komplette Buch in der 3. Person. Durch die von Beginn an lebendige Erzählweise fühlt man sich gleich mitten im Geschehen und die immer neu auftretenden Fragezeichen lassen einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Sprache ist ansprechend, aber auch dem ernsten Thema angepasst. Trotz eines etwas anspruchvolleren Tons ist das Thema verständlich und einfühlsam übertragen worden. John le Carrè gelingt es auch den Charakter der Protagonisten durch die Wahl von stimmigen Adjektiven zu übermitteln. Auffällig ist auch, dass der Autor teils sehr lange Sätze benützt und das Buch in der alten Rechtschreibung gedruckt wurde. Die Figuren sind abwechslungsreich, sowohl was das Erscheinungsbild, als auch die zu gehörigen Charaktere betrifft. Allein Melik und Issa sind schon grundverschieden, Melik ist stark und kräftig, hat einen gefestigten Charakter und weiß was er will, während sich Issas Naivität auch in seinem schwachen, ausgemergeltem Äußeren widerspiegelt. Schade ist nur, dass der Autor einige Protagonisten gleich nachdem sie nicht mehr gebraucht wurden, in den Hintergrund gedrängt hat. Fazit: Der Titel ist bestens gewählt, denn hier sind wirklich fast alle Protagonisten Marionetten und selbst diejenigen, die erst geglaubt haben die Fäden zu ziehen müssen am Ende erkennen, das sie selbst nur ein lebendiges Werkzeug der wahren Marionettenspieler waren. Dem Autor ist es überzeugend gelungen ein eigentlich abgedroschenes Thema, nämlich den Terrorismus und die Reaktionen der Geheimdienste darauf, spannend, fesselnd und erschreckend plausibel darzustellen. Die vielen politischen und religiösen Hintergrundinformationen verhelfen dem Roman zu einer großen Glaubwürdigkeit und lassen ein solches Szenario durchaus realistisch erscheinen.

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Marionetten-Theater - Tista
von einer Kundin/einem Kunden am 19.11.2008
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Dieses ganze Buch ist das reine Marionetten-Theater! Alle Personen in diesem Buch sind Marionetten und werden bespielt und geführt durch weitere Marionetten - denn niemand ist frei in seinen Entscheidungen. Issa - um den sich in diesem Roman alles rankt - der illegal nach Deutschland eingereist ist, gesegnet mit einem Reichtum... Dieses ganze Buch ist das reine Marionetten-Theater! Alle Personen in diesem Buch sind Marionetten und werden bespielt und geführt durch weitere Marionetten - denn niemand ist frei in seinen Entscheidungen. Issa - um den sich in diesem Roman alles rankt - der illegal nach Deutschland eingereist ist, gesegnet mit einem Reichtum versprechenden Erbe und dem Wunsch, Arzt zu werden - hat seinen großen und spektakulären Auftritt in den ersten Kapiteln - dann tritt seine Person etwas in den Hintergrund - Melik und seine Mutter Leyla, die sich auf den ersten Seiten um ihn kümmern, verschwinden ganz in der Versenkung und dafür übernehmen dann der Bankier Tommy Brue und die Rechtsanwältin Annabel Richter das Ruder - oder versuchen es zumindest - denn auch sie hängen an Fäden. Es ist spannend zu lesen, wie die verschiedenen Geheimdienste sich in das Leben der Bevölkerung einmischen und dieses manipulieren können. Die Geheimdienste, die - je nachdem wie es für den Fall gewinnbringend ist - miteinander oder gegeneinander oder überhaupt nicht zusammen arbeiten. Wie sie Menschen umdrehen können, so dass diese glauben, jetzt aber das Richtige zu tun und wie sie Fährten legen können, die doch alle nur verwirren sollen. Zwar ist der Autor an manchen Stellen etwas zu detailverliebt, aber natürlich lebt das Buch von den lebhaften Beschreibungen des Umfeldes, von den tiefen Gefühlen der Hauptpersonen zueinander und von den Sorgen, die alle schwer belasten. Annabel zeigt Gefühle für Issa und hat Angst um sein Leben, Brue zeigt Gefühle für Annabel und entdeckt seine Liebe für seine Tochter wieder. Das Buch hat nicht wirklich etwas mit dem 9.11. zu tun - zeigt aber, wie schwierig es ist, in Bezug auf Terrorismus die richtigen Entscheidungen zu treffen und den richtigen Riecher zu haben. Es ist flüssig geschrieben und das offene Ende lässt viel Raum für die eigene Phantasie...........

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John LeCarré-Marionetten
von hasewue am 07.11.2008
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Bisher habe ich weder ein Buch von diesem Autor gelesen noch jemals von ihm gehört.Das Buch wird in der dritten Person erzählt und man befindet sich dadurch auch sofort im Geschehen.Das Buch ist fließend und verständlich erzählt,obwohl es in drei Handlungsstränge unterteilt ist,die widerum später in einem zusammentreffen. Dadurch... Bisher habe ich weder ein Buch von diesem Autor gelesen noch jemals von ihm gehört.Das Buch wird in der dritten Person erzählt und man befindet sich dadurch auch sofort im Geschehen.Das Buch ist fließend und verständlich erzählt,obwohl es in drei Handlungsstränge unterteilt ist,die widerum später in einem zusammentreffen. Dadurch wird das Buch sehr spannend und lebendig. Der Leser wird oft mit Fragen zurückgelassen und man denkt sich dann Und jetzt? Wie geht es weiter?" .So bleibt das Interesse des Lesers bestehen und die Spannung steigt weiter. Der Leser wird an das Buch gefesselt",man merkt dadurch kaum wie die Zeit vergeht und schon hat man wieder 100 Seiten gelesen. Man ist richtig in der Geschichte und im Geschehen gefangen. Die Figuren sind auch gut und realistisch beschrieben. Sie wirken dadurch lebendig und glaubwürdig. Man kann sich dadurch gut mit den Charaktären identifizieren und sich in ihre Lage versetzten. Das Thema und der Titel sind ebenfalls gut gewählt und das Thema ist weiterhin natürlich aktuell. So ist es dem Leser möglich alles besser zu verstehen. Das Buch ist sehr spannend und richtig gut erzählt. Man bleibt immer im Geschehen und ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben. Ich kann Marionetten" von John LeCarré nur jedem sehr empfehlen.

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Vorausschauen ist nicht gefragt
von Tukka am 05.05.2009
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Der Tschetschene Issa Karpow kommt illegal nach Deutschland und will sich in Hamburg eine Zukunft aufbauen. Dabei helfen könnte ihm eine Menge Geld aus dem Erbe seines Vaters, dass er aber nicht annehmen möchte. Dennoch baut er den Kontakt zu Tommy Brue, dem verwaltenden britischen Bankier auf; ihm zur... Der Tschetschene Issa Karpow kommt illegal nach Deutschland und will sich in Hamburg eine Zukunft aufbauen. Dabei helfen könnte ihm eine Menge Geld aus dem Erbe seines Vaters, dass er aber nicht annehmen möchte. Dennoch baut er den Kontakt zu Tommy Brue, dem verwaltenden britischen Bankier auf; ihm zur Seite steht die Juristin Annabel Richter, die sich bei einer Flüchtlingsorganisation engagiert und ihm einen legalen Aufenthaltsstatus ermöglichen will. Issa steht allerdings auf der Liste terrorverdächtiger Personen und so geraten sowohl Annabel als auch Tommy schnell ins Visier der Geheimdienste, die Issa mit allen Mitteln in die Finger bekommen wollen. Geschickt stellt LeCarré von Beginn an fast alle "Fakten" rund um Issa in Frage. Immer wieder werden Zweifel an der Version gestreut, die Issa über seine Vergangenheit zum Besten gibt. Ist Issa der potenzielle Terrorist, zu dem die Geheimdienste ihn machen? Ist er ein Flüchtling, der ein übles Schicksal erlitten hat? Oder ist er ein junger Mann, der mit der Vergangenheit seines Vaters nicht zurecht kommt? Oder ist Issa etwas ganz anderes? Sehr vielsagend lässt der britische Geheimdienst Tommy Brue wissen, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach mit unterschiedlichen Wahrheiten operiert worden ist und gerade so geht es weiter. Das Stichwort "Terrorismus" ist nach 9/11 ein probates Mittel, um harmlose Beteiligte gefügig in einen Tanz zu ziehen, bei dem es eigentlich schlicht um Geldwäsche und Korruption zu gehen scheint. Wer sich diesen LeCarré aussucht, weil er mit dem Namen Spannung und Action verbindet, sollte sich ein anderes Buch suchen. Spannung bietet das Buch nur, wenn man geduldig einer Art Schachspiel zuschauen kann, bei dem mehrere Parteien ihre Figuren strategisch zu setzen versuchen, bei dem man als Leser lange im Dunkeln tappt und die Beweggründe und Hintergründe innerhalb der Handlungsstränge lange weder als Wahrheit oder Lüge identifizierbar sind. Für mich war dieses Buch interessant, weil es Einblick in das Geschäft hinter den Kulissen gibt. Keine Frage, dass sich irgendwann auch Amerikaner an der Hatz beteiligen und keine Frage, dass LeCarré von ihnen genau das Bild zeichnet, das man in diesem Zusammenhang erwartet: Letzten Endes waren so ziemlich alle Beteiligten bloß Marionetten ...

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Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001
von stjerneskud aus Stuttgart am 03.05.2009
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein... Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise. Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen. Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen. Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt. Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001
von stjerneskud aus Stuttgart am 03.05.2009
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Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein... Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise. Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen. Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen. Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt. Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001
von stjerneskud am 03.05.2009
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Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein... Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise. Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen. Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen. Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt. Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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Gefangen im Spiel der Geheimdienste
von Krimine am 18.03.2009
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Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine... Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss. Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern. All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel. Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen. Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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Gefangen im Spiel der Geheimdienste
von villawiebke am 10.03.2009
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Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine... Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss. Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern. All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel. Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen. Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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Gefangen im Spiel der Geheimdienste
von villawiebke am 10.03.2009
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine... Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss. Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern. All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel. Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen. Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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Wenige Spione spionieren wenig Geheimes
von Al am 26.12.2008
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Nach einer Menge positiver Bewertungen zu Marionetten hatte ich mich wirklich auf die Lektüre des neuen Romans von John Le Carré gefreut. Grund zur Freude hatte ich auch als ich am Ende des Buches angekommen war. Anlass dafür war jedoch kein erschreckendes Ende, sondern ein Ende des seichten Schreckens.... Nach einer Menge positiver Bewertungen zu Marionetten hatte ich mich wirklich auf die Lektüre des neuen Romans von John Le Carré gefreut. Grund zur Freude hatte ich auch als ich am Ende des Buches angekommen war. Anlass dafür war jedoch kein erschreckendes Ende, sondern ein Ende des seichten Schreckens. Damit meine Gefühlsregungen nachvollziehbar bleiben, hier die Erläuterung: John Le Carré versteht es den Leser in ein Interessantes Setting hineinzuführen. Er bewerkstelligt dies mit interessanten Persönlichkeiten, die auf andere noch interessantere Persönlichkeiten treffen und - streiten. Vorgesetzte streiten hier mit Untergebenen, Frauen mit Männern, Kinder mit Eltern und jeweils in der Gegenrichtung, verschiedene Kulturen, Religionen und Nationen wiederum in Verkörperung einzelner Protagonisten untereinander, sowie Geheimdienste und von Geheimdiensten Verfolgte gegeneinander. Streiten ist hier durchaus im Sinne von Machtkampf zu verstehen, die Kämpfe werden allerdings auch allzu häufig in Form von schlichten Wortgefechten dargebracht. So viel zum Stil des Romans. Inhaltlich begegnen dem Leser potentielle Terroristen, Spione verschiedener Nationen, Menschenrechtler, ein Privatbankier und etliche andere Gestalten. Ein Tschetschene flieht nach diversen Gefängnisaufenthalten und Folterqualen aus seiner Heimat über Umwege nach Deutschland. Dies bleibt der einzige Schauplatz. Der Flüchtling will in Deutschland Medizin studieren und sucht als illegaler Einwanderer bei türkischen Verwandten Unterschlupf. Verschiedene Geheimdienste halten ihn für einen islamistischen Terroristen und leiten entsprechende Maßnahmen ein, in die im Laufe der Geschichte immer mehr Personen verstrickt werden. So interessant und tagesaktuell das Thema sein mag, so uninteressant ist es leider umgesetzt worden. Ich möchte nicht behaupten, dass der Roman schlecht ist, aber Herr Le Carré hätte einiges mehr daraus machen können. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass er tatsächlich einige Wendungen geplant hatte, die dann doch dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. So verwunderte mich der seitenlange Monolog des muslimischen Gelehrten Dr. Abdullah kurz vor Schluss, der nur einen Sinn haben kann, wenn das Ende des Buches ursprünglich anders aussehen sollte. Dieses ist im Übrigen keine wirklich große Überraschung und verpufft fast unbemerkt, so dass man das Buch leicht konsterniert zur Seite legt. Die großen Konflikte, die hier quasi nur als Kulisse dienen, werden leider nur gestreift. Sinnvolle Zusammenhänge (die von Bedeutung für unsere globalisierte Welt sein könnten) werden nicht geliefert. Ein Beispiel: Warum hier manche Geheimdienste überhaupt Hand in Hand zusammen arbeiten sollten, bzw. wie die deutschen Geheimdienste eine Legitimation für ihr Handeln erhalten sollten, wird elegant verschwiegen. Dass Terroristen, sonstige Schurken und auch einfache Verbrecher der erfolgreicheren Sorte ihr Geld international verschieben und auf diversen (Privat-) Banken parken, sollte nun wirklich keine Neuigkeit sein. John Le Carré mag gut recherchiert haben. Allerdings wäre der Roman keinen Deut schlechter ohne diese Recherche ausgefallen. Somit bleibt ein schönes, teils spannendes Bauernstück, das nicht unbedingt aus der Masse heraus sticht, aber auch nicht arg dahinter zurücksteht. Wer etwas Leichteres mit aktuellem Bezug sucht und nichts gegen notorische Streithähne hat, der kann dieses Buch ruhigen Gewissens erwerben.

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Gemischte Gefühle....
von vöglein am 12.12.2008
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Ausgerechnet das weltoffene Hamburg diente als Schauplatz der Attentäter des 11. September. Der Tschetschene Issa Kapow reist illegal über Schweden nach Hamburg. Er versteckt sich zunächst bei der türkischen Familie Melik und Leyla bis er in der Juristin Annabel eine Verbündete findet, die ihn erstmal versteckt. Aber....verdächtige Muslime wie z.Bsp. Issa... Ausgerechnet das weltoffene Hamburg diente als Schauplatz der Attentäter des 11. September. Der Tschetschene Issa Kapow reist illegal über Schweden nach Hamburg. Er versteckt sich zunächst bei der türkischen Familie Melik und Leyla bis er in der Juristin Annabel eine Verbündete findet, die ihn erstmal versteckt. Aber....verdächtige Muslime wie z.Bsp. Issa geraten ins Fadenkreuz der Behörden. Egal ob BKA, BND oder andere geheime Spezialeinheiten, jeder mißtraut jedem und das große Tauziehen geht los.... Schnell ist man mitten im Geschehen. Die Personen sind gut dargestellt und man hat das Gefühl man hätte sie schonmal irgendwo gesehen.... Bei Issa wußte ich nie so genau was ich von ihm halten sollte....ist er jetzt ein "Böser" oder eigentlich doch nur ein ganz harmloses "Kerlchen"? Die ersten 2/3 des Buches fand ich dann auch ganz spannend und interessant, leider bricht dann irgendwo der rote Faden und es wird undurchsichtig und es zieht sich dann m.E. auch ziemlich zäh dahin. Leider bleibt auch am Ende alles offen und es bleiben vielen offen Fragen ...... Insgesamt ein Buch, das ich mit gemischten Gefühlen zur Seite lege und erstmal nachwirken lasse.

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