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'Mit den Autos kommt die Ideologie'

Der Grenzübergang Helmstedt-Marienborn im Kontext der Teilung Deutschlands und Europas

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Marienborn war der größte DDR-Grenzübergang für den Transit nach und von West-Berlin in der Zeit der deutschen Teilung. Der Sammelband fasst die Ergebnisse jahrelanger Forschungen zur Grenzübergangsstelle (GÜSt) Marienborn, der Grenzkontrollstelle Helmstedt und dem innerdeutschen Grenzgebiet zusammen.
Themen sind u.a. die Baugeschichte der Anlage, die Bedeutung Marienborns im Ost-West-Konflikt, der Alltag der Angehörigen der Passkontrolleinheiten, des Zolls und der Grenztruppen, die wirtschaftliche Bedeutung der GÜSt, das Sperrgebiet um Hötensleben, Fluchtbewegungen im Bezirk Magdeburg sowie das Zonenrandgebiet im Raum Helmstedt.
Portrait

Dr. Sascha Möbius, geb. 1968, 1994-2001 Studium der Geschichte und Anglistik in Hannover, Magdeburg und Göttingen. 1997-1999 Forschungsauftrag des Landes Sachsen-Anhalt zum ehemaligen MfS-Gefängnis in Magdeburg, 2001 Magister an der Universität Göttingen, 2001-2003 wiss. Mitarbeiter an der Universität Potsdam, seit 2004 Lehrbeauftragter des Instituts für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität, 2006-2011 Leiter der Gedenkstätte am Moritzplatz Magdeburg (ehemalige Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit); 2006 Promotion in Göttingen, 2011-2015 Leiter der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn (ehemalige Grenzübergangsstelle/Checkpoint Alpha).
Matthias Ohms M.A., geb. 1984, Studium Geschichte und Politikwissenschaft 2003-2010 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 2010/11 Mitarbeit beim Bürgerkomitee Magdeburg und der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zur Erstellung von pädagogischen Angeboten sowie Mitwirkung an der Erstellung der Dauerausstellung der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zum Thema Magdeburg im Jahr 1989. Seit 2011 pädagogischer Mitarbeiter in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, seit 2014 stellv. Leiter der Gedenkstätte.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Herausgeber Sascha Möbius, Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum Februar 2016
Serie Wissenschaftliche Reihe der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt 3
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95462-548-2
Verlag Mitteldeutscher Verlag
Maße (L/B/H) 211/146/15 mm
Gewicht 330
Abbildungen mit teilw. farbigen Fotos
Auflage 1
Verkaufsrang 66.857
Buch (Kunststoff-Einband)
14,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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gelungene Dokumentation
von einer Kundin/einem Kunden aus Harbke am 29.03.2016

Die Sieger schreiben immer die Geschichte nach ihrer Sichtweise. Der Sozialismus hat den Kalten Krieg verloren, daraus erklären sich auch bestimmte Formulierungen in der Ausstellung der ehem. GÜST und den Flyern. Mit freundlichem Erstaunen musste ich feststellen, dass die Dokumentation „Mit den Autos kommt die Ideologie“ davon abweicht und eine... Die Sieger schreiben immer die Geschichte nach ihrer Sichtweise. Der Sozialismus hat den Kalten Krieg verloren, daraus erklären sich auch bestimmte Formulierungen in der Ausstellung der ehem. GÜST und den Flyern. Mit freundlichem Erstaunen musste ich feststellen, dass die Dokumentation „Mit den Autos kommt die Ideologie“ davon abweicht und eine sachliche, wissenschaftliche Arbeit ist. Bei dem überwiegend positiven Eindruck muss ich einige ergänzende Anmerkungen machen. Es wird oft von der innerdeutschen Grenze gesprochen. Das ist aus geografischer Sicht richtig. Die Politik und das Grenzregime werden aber nicht von der Geografie bestimmt, sondern von den Machthabern der Systeme. In Marienborn prallten zwei unterschiedliche Systeme aufeinander, die durch den Ost-West-Konflikt bestimmt waren, wie es in der Dokumentation auch hin und wieder erwähnt wird. In der DDR hatte Moskau das letzte Wort und in der BRD konnte auch nicht gegen die von den USA geführte NATO entschieden werden. Zu den ständigen Baumaßnahmen auf der alten Güst möchte ich den Bau der Kontrollrampe für den Ausreisegüterverkehr im Jahr 1966 erwähnen, gegenüber den Wohnblöcken. Sie ersetzte die Rampe direkt an der Grenze, Waldrampe genannt. Die neue Rampe hatte wegen ihrer Größe, es konnten 8 LKW-Züge auf einmal abgefertigt werden, den Spitznahmen Europarampe. Mit der Einführung des Transitabkommens 1972 wurde eine provisorische Abfertigung der Ausreise ungefähr gegenüber der späteren Einreisevorkontrolle errichtet. Immer wieder werden Privilegien der DDR-Zöllner erwähnt. Wenn es Privilegien in der Versorgung mit Wohnraum und beim Gehalt gab, dann höchstens Anfang/Mitte der 70-er Jahre. Laut Statistischem Jahrbuch der DDR 1980 verdiente ein Industriearbeiter das gleiche wie ein Zöllner, im Gegenteil, der Zöllner leistete unentgeltliche Überstunden und der Industriearbeiter bekam sie bezahlt, falls er welche leisten musste. Die Versorgung mit Wohnraum war Anfang der 80-er Jahre für die Großbetriebe kein Problem mehr, auf Industriewaren und Autos warteten die Zöllner genauso lange wie der Rest der Bevölkerung. Dr. Goll bewertet die hohe Überstundenbelastung richtig, die gesundheitliche Belastung wird aber nicht erwähnt. Die meisten Zöllner arbeiteten im Freien, nicht alle im überdachten Bereich. Im Sommer heizte sich der Beton auf, so dass die Füße in den schwarzen Halbschuhen „kochten“ und im Winter pfiff einem eisiger Wind um die Ohren, der Krankenstand war entsprechend. Die Abgas- und Feinstaubbelastung war ähnlich wie heute z. Bsp. in Stuttgart. In den 70-er Jahren wurden dem Benzin noch krebserregende Zusatzstoffe beigemengt, um eine höhere Verdichtung der PKW-Motoren zu erreichen. Die Abfertigungsobjekte im Güterverkehr wurden vierteljährlich professionell gereinigt, da sie schwarz von den Dieselabgaben waren. Wen wunderst, dass die Zöllner heute noch das „Privileg“ haben, vorzeitig an Krebs zu sterben. Hauptaufgabe der Zöllner war nicht fiskalischer Art wie heute, sondern der Schutz des Außenhandelsmonopols. Dazu arbeiteten sie mit der Deutrans, dem Pflanzenschutz und dem Veterinärdienst zusammen. In diesem Zusammenhang wurde auch Schmuggel und Spekulation bekämpft. Hinweise auf feindliche Handlungen kamen in der Aufgabenstellung erst danach. Die Erwirtschaftung von Devisen war kein genereller Schwerpunkt, wobei es auf einzelnen Arbeitsbereichen eine unterschiedliche Rangfolge gab, z. Bsp. bei der Registrierung der LKW im Transit nach Westberlin. Immer wieder werden Schikanen bei der Grenzkontrolle bei Berichterstattungen in den Mittelpunkt gestellt und auch in der Dokumentation am Rande erwähnt. Menschliches Fehlverhalten kam und kommt in allen Bereichen vor, da sind Zöllner nicht ausgenommen. Das war aber für die Zollabfertigung nicht typisch und wenn es bemerkt wurde, wurde es geahndet. Objektiv konnte nicht jeder Reisende schikaniert werden, dazu einige Zahlen, im Osterreiseverkehr wurden stündlich bis zu 700 PKW in der Einreise in die DDR und bis zu 2200 PKW nach Westberlin abgefertigt. Zur Richtigstellung, am Grenzzollamt wurden keine Strafverfahren durchgeführt, das oblag der Zollfahndung, sondern nur Ordnungswidrigkeiten verfolgt und neben der Einziehung der Gegenstände wurden Bußgelder ausgesprochen. Ein- und Ausfuhrgebühren waren keine Bußgelder, sondern ein anderes Wort für eine Art Zollgebühren. Als Schikane der Zöllner wird auch die Mindestkontrolle in der Ausreise aus der DDR, in der Einreise gab es sie nicht, angesehen. Sie beinhaltete die Inaugenscheinnahme des Kofferraumes, das Anheben der Sitzbank und das Abdrücken der Rückenlehne und diente der Verhinderung des ungenehmigten Grenzübertritts von Personen. Wie ich nach Eröffnung der Gedenkstätte Marienborn erst erfuhr, war diese Kontrollhandlung eine Anweisung der Staatssicherheit. Am 11.11.1989, zwei Tage nach Grenzöffnung, beantragte der Leiter der Zollverwaltung, OiB Stauch beim Leiter der HA 6 des MfS, Generalleutnant Fiedler, die Aufhebung der Mindestkontrollhandlungen in der Ausreise! Die Einhaltung der Mindestkontrolle wurde ständig durch die PKE und IMs überwacht und lag nicht im Ermessen des Zöllners. Eine letzte Bemerkung zu den Schichtzeiten vom Zoll und PKE: Frühschicht 07:00 – 14:00 Uhr. Spätschicht 14:00 – 22:00 Uhr, Nachtschicht 22:00 – 07:00 Uhr. 12-Stundenschicht begann 07:00 oder 19:00 Uhr. Die Frauenschicht der PKE und die Frauen des Zolls mit kleinen Kindern arbeiteten von 07:00 – 16:00 Uhr. Eine halbe Stunde vor Dienstbeginn war für den Zoll Waffenempfang und Einweisung in den Dienst. Meine Aussagen beziehen sich auf die Zeit von 1972 bis 1984, in der ich leitend beim Grenzzollamt Marienborn/Autobahn tätig war. Meine Ausführungen bitte ich als Ergänzung der guten Dokumentation zu verstehen.

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