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Momo

Die kleine Momo (Radost Bokel) lebt außerhalb eines Städtchens in einem Amphitheater. Sie ist bei all ihren Freunden sehr beliebt. Sie besitzt nämlich die Gabe, den Menschen zuzuhören und sie ihre Sorgen vergessen zu lassen. Eines Tages wird diese Idylle jedoch durch das Auftauchen von grau gekleideten Herren zerstört, die die Menschen zum Zeitsparen überreden wollen. Bald sind auch Momos Freunde von dieser Idee begeistert und haben keine Zeit mehr für Muße und Freizeit, weil sie nun wie besessen arbeiten. Nur Momo durchschaut das falsche Spiel der grauen Herren und wird dadurch zu einer großen Gefahr für deren Plan, den Menschen alle Zeit zu stehlen. Da ihre Freunde ihr nicht mehr zuhören, macht sich Momo auf den Weg zu Meister Hora, dem Wächter der Zeit. Dort hofft sie Hilfe zu finden. Doch die Zeitdiebe folgen Momo heimlich...
RezensionBild
Technische Daten:
Codec: MPEG-4 AVC Video (High Profile 4.1)
Bitrate: 20975 kbps
Auflösung: 1080p / 24 fps / 16:9
Die Blu-ray Disc von MOMO aus dem Hause Studio Canal kommt im Bildseitenformat 1,66:1 daher. Der Film wurde angeblich neu restauriert, was man im Ansatz auch sieht. Leider hat die Bearbeitung ein Problem mit übertriebenem Rauschfiltereinsatz. So wirkt das Bild durchweg zu glatt und Reste des Filmkorns verteilen sich als bröseliges Rauschen vor allem auf einfarbigen Flächen. Das Rauschen wirkt dabei hässlich und bildet bei Kameraschwenks Bewegungsartefakte. Die Feinzeichnung erweist sich weiterhin auf Grund von zu vielen ausradierten Details als durchschnittlich, Konturen werden noch klar gezeichnet. Zudem wurde nur leicht elektronisch nachgeschärft. Die Kompression zeigt keine Auffälligkeiten, was Blockbildung angeht. Die Farben wirken sehr satt und strahlend, hier wurde bei der Restauration gute Arbeit geleistet. Manchmal etwas überzogen wirkt dagegen der Kontrast, welcher bei sehr hellen Flächen zum Überstrahlen neigt. Das Schwarz präsentiert sich dagegen satt. Die Kontrastmanipulation erweckt trotz der nicht besonders guten Schärfe ein hohes suggeriertes Gefühl der Plastizität. Dadurch sowie durch den Rauschfiltereinsatz wirkt das Bild aber auch ein wenig künstlich und plastikhaft. Schmutz sowie analoge Defekte wurden vom Ausgangsmaterial beseitigt.
RezensionTon
Verfügbare Tonspuren:
Deutsch: DTS-HD Master Audio 2.0 / 48 kHz / 1649 kbps / 24-bit (DTS Core: 2.0 / 48 kHz / 768 kbps / 24-bit)
Der Sound von MOMO wurde erfreulicherweise für diese Blu-ray nicht hochgemischt, sondern im originalen, deutschen 2.0 (Stereo)-Mix als DTS-HD Master Audio abgelegt. Die Kanaltrennung auf der Front ist sicherlich nicht weltbewegend, aber hörbar. Tiefbass sowie Surround gibt es auf Grund der Stereo-Abstammung nicht. Der Klang erscheint warm, aber leicht mittenbetont. Alterserscheinungen sind bis auf ein sehr dezentes Hintergrundrauschen nicht zu hören. Die Dialogwiedergabe ist einwandfrei, dominiert aber zu oft die etwas zurückhaltend abgemischte Filmmusik. Die allgemeine Klangqualität bietet satte, breite Mitten, etwas zurückgenommene Höhen sowie ein gutes Bassfundament.
RezensionBonus
Untertitel sind für MOMO nicht vorhanden. Auch das Bonusmaterial gestaltet sich eher mager. Immerhin eine Dreiviertelstunde dauert die WDR-Dokumentation \"Ein Besuch bei Michael Ende\" von 1984, in der eine Reportin Ende in seinem Domizil bei Rom besucht und er ausführlich über seinen Werdegang und sein Leben erzählt. Ein tolles Feature, nicht nur für Fans des Autors.
Portrait
Armin Mueller-StahlArmin Mueller-Stahl, geboren 1930, ist nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler überhaupt, sondern auch ein begnadeter Geiger, Maler und Erzähler. Bevor er zum Schauspielberuf wechselte, absolvierte er ein Geigen- und Musikwissenschaftsstudium, das er 1949 mit dem Examen zum Musiklehrer abschloß. Seit 1952 avancierte er mit unzähligen Theater- und Filmrollen (u. a. in "Königskinder", "Nackt unter Wölfen" und "Jakob der Lügner") zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielern der DDR. Als Mitunterzeichner der Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns erhielt er ab 1976 keine Engagements mehr, verließ 1980 die DDR und setzte seine Karriere nicht nur in Westdeutschland, wo er u.a. mit Rainer Werner Faßbinder ("Lola", 1981) drehte, sondern auch international erfolgreich fort. Zu seinen bekanntesten Filmen zählt "Oberst Redl" (1985) von Istvan Szabo. 1989 gelang ihm mit "Music Box" unter der Regie von Constantin Costa-Gavras auch in Hollywood der Durchbruch. Es folgten Arbeiten mit Barry Levinson ("Avalon"), Jim Jarmusch ("Night on Earth"), Steven Soderbergh ("Kafka") und Volker Schlöndorff ("Der Unhold"). Für seine Nebenrolle des Vaters des australischen Pianisten David Helfgott in "Shine" wurde Mueller-Stahl 1997 für den Oscar nominiert. Im gleichen Jahr debütierte er mit seinem Film "Conversation with the Beast" als Regisseur. 2001 kehrte er in der Rolle Thomas Manns in Heinrich Breloers Familiensaga "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" auf deutsche Bildschirme zurück und erhielt für seine darstellerische Leistung den Grimme-Preis. Seit langem ist Armin Mueller-Stahl auch als Erzähler bekannt. 1981 erschien "Verordneter Sonntag", es folgten u. a. "Drehtage" (1991), Unterwegs nach Hause (Erinnerungen, 1997), "In Gedanken an Marie-Louise. Eine Liebesgeschichte", 1998 und "Rollenspiel. Ein Tagebuch während der Dreharbeiten für den Film "Die Manns" (2001). In der Aufbau Verlagsgruppe erschienen von ihm: "Hannah" (Erzählung, 2004), "Unterwegs nach Hause" (Erinnerungen, 2005), "Venice. Ein amerikanisches Tagebuch" (2005) und der zweisprachige Bildband "Portraits. Malerei und Zeichnung - Painting and Drawing" (2006).

Der Schauspieler und Schriftsteller Mario Adorf wurde 1930 in Zürich geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Mayen bei Koblenz und studierte später Philologie und Theaterwissenschaften. Von 1953 bis 1955 besuchte er die Otto-Falckenberg-Schule in München und war bis 1962 an den Münchener Kammerspielen beschäftigt. Inzwischen hat Mario Adorf über 100 Filme im In- und Ausland gedreht und Engagements an ungezählten Theaterbühnen gehabt. Zu seinen wichtigsten Filmen gehören "Nachts, wenn der Teufel kam", "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Volker Schlöndorff und "Lola" von Rainer Werner Fassbinder. Für herausragende Verdienste um den deutschen Film wurde Mario Adorf mit dem Deutschen Filmpreis 2004 ausgezeichnet.
Zitat
MOMO ist die deutsch-italienische Verfilmung von Michael Endes gleichnamigem Kinderbuch, welches im Jahr 1973 erschien. Der Film wurde von Fernseh-Regisseur Johannes Schaaf (u.a. Pilotfolge von DER ALTE) im Jahr 1986 gedreht und im Gegensatz zu DIE UNENDLICHE GESCHICHTE erhielt das vorliegende Werk auch den Segen des Autors. Die Handlung des Films hält sich dabei akribisch an die Buchvorlage. Der Straßenkehrer Beppo aus einem kleinen italienischen Dorf findet im lokalen Amphitheater ein kleines, verwahrlostes Mädchen namens Momo, welches auf Grund seiner Herzlichkeit schnell zum Liebling der Bevölkerung avanciert. Ihre Neugier und Nachfrage veranlasst die Menschen, über ihr Handeln nachzudenken und negative Entscheidungen so zu revidieren. Plötzlich tauchen in dem Dorf graue Herren auf, welche die Erwachsenen des Dorfes negativ beeinflussen, indem sie sie überzeugen, keine Zeit zu verschwenden und die nicht vertrödelte Zeit auf einem Konto bei der Zeitsparkasse einzuzahlen. Die grauen Herren brauchen nämlich die Zeit zum Leben. Von nun an wird alles hektisch und schnell, niemand hat mehr Zeit für den anderen und die Dorfgemeinschaft zerfällt immer mehr. Momo erkennt die Gefahr durch die grauen Herren und stellt ein Problem dar. Sie gerät dadurch in deren Fadenkreuz, doch der mysteriöse Meister Hora steht ihr auf ihrem Kampf gegen die grauen Herren zur Seite...
Michael Ende selbst hat verlautbaren lassen, dass er mit der Thematik der Zeitsparkasse das Geldsystem kritisieren wollte. Wer nur spart, der lebt nicht für sich selbst, sondern für andere! Der Film ist aus heutiger Sicht sicherlich noch unterhaltsam und gut gespielt, aber von der Charakterzeichnung doch sehr plakativ und auch naiv. Im Dorf wohnen durchweg selbstlose Gutmenschen, die grauen Herren sind natürlich das personifizierte Böse. Dadurch driftet MOMO immer scharf auf der Kante Richtung Kitsch, was nur durch die schon etwas gruseligen Auftritte der grauen Herren sowie die tollen Darstellerleistungen einigermaßen verhindert wird. Neben gestandenen Stars wie John Huston, Mario Adorf und Armin Müller-Stahl spielt die damals unbekannte Radost Bokel die kleine Momo durchaus überzeugend. Gedreht wurde der Film in den Cinecitta-Studios in Rom in englischer Sprache. Die Produktionsqualität ist durchaus gut, auch wenn auf Blu-ray einige Kulissen klar als Pappmaché zu erkennen sind. Aus heutiger Sicht ist MOMO vielleicht ein etwas naiver, teils kitschiger Film für Kinder und Jugendliche, hat aber nach wie vor eine nicht unerhebliche Faszination, die vor allem von der fantasievollen Geschichte sowie den skurrilen Figuren ausgeht.
Die Blu-ray Disc von Studio Canal bietet leider kein optimales Bild, hier wurde exzessiv gefiltert. Der Sound ist dagegen in Ordnung, als Extra gibt es eine nette Dokumentation.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium Blu-ray
FSK Freigegeben ab 6 Jahren
Erscheinungsdatum 05.12.2013
Regisseur Johannes Schaaf
Sprache Deutsch (Untertitel: Keine Untertitel)
EAN 4006680067872
Genre Familie/Fantasy/Komödie
Studio Studiocanal
Spieldauer 104 Minuten
Bildformat 16:9 Widescreen
Tonformat Deutsch: DTS-HD Master Audio 2.0
Verkaufsrang 1.009
Film (Blu-ray)
9,99
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