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Mrs Dalloway

Roman

(6)
Clarissa Dalloway führt ein großes Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Eine ihrer glänzenden Soireen soll an einem Junitag des Jahres 1923 stattfinden. Der Ablauf dieses einen Tages bildet die Gegenwart des Romans, in die Clarissa durch die Stundenschläge des Big Ben immer wieder zurückgeholt wird. Denn die Ereignisse - Besorgungen, Vorbereitungen, Besuche und schließlich die Abendgesellschaft, die allen konventionellen Erwartungen entspricht - lösen Assoziationen aus, die sie zugleich in die Vergangenheit und in die Wirklichkeit ihres inneren Bewußtseins führen, die eigentliche Welt dieses Romans. In langen Erinnerungs- und Gedankenketten wird sie sich nach und nach der Brüche zwischen ihrer äußeren und ihrer inneren Existenz gewahr.
Portrait

Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 als Tochter des Biographen und Literaten Sir Leslie Stephen in London geboren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Leonard Woolf, gründete sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Ihre Romane stellen sie als Schriftstellerin neben James Joyce und Marcel Proust.
Zugleich war sie eine der lebendigsten Essayistinnen ihrer Zeit und hinterließ ein umfangreiches Tagebuch- und Briefwerk. Virginia Woolf nahm sich am 28. März 1941 in dem Fluß Ouse bei Lewes (Sussex) das Leben.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Klaus Reichert
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 01.09.1997
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-14002-2
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 189/152/15 mm
Gewicht 153
Abbildungen mit Farbfotos a. Taf.
Auflage 16
Verkaufsrang 73.987
Buch (Taschenbuch)
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Das Gefühl, etwas Gewaltiges werde sich gleich ereignen
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 25.05.2016

Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus... Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Gleichzeitig verbringt der von Halluzinationen geplagte Kriegsveteran Septimus Warren Smith den Tag mit seiner Frau im Park, bevor er am Nachmittag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Später am Abend findet die geplante Party statt. Meine Meinung: Für den modernen Leser liest sich das Buch ungewohnt, denn es hat keinen wirklichen Handlungsbogen. Was tatsächlich passiert, ist zweitrangig - wichtig ist, was in den Köpfen der Charaktere vor sich geht, die über die verschiedensten Themen nachdenken: Vergänglichkeit und das unaufhaltsame Verstreichen der Zeit, die Auswirkungen des Krieges auf die Psyche eines Menschen (und da finden sich Parallelen zur psychischen Erkrankung der Autorin), Liebe und Sexualität, gescheiterte Hoffnungen... Fast alle denken darüber nach, was hätte sein können, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten und ihr Leben dadurch nur ein klein wenig anders gelaufen wäre. Tatsächlich scheinen die meisten das Gefühl zu haben, dass sie etwas verpasst haben und etwas Wichtiges in ihrem Leben vermissen, und die Vergangenheit nimmt in ihren Gedanken mehr Raum ein als die Gegenwart. Was dieses Buch so originell macht, ist daher auch nicht die Handlung, sondern die Erzählweise: "Stream of Consciousness", Strom des Bewusstseins - eine Technik, die zum Beispiel auch James Joyce in seinem epischen Werk "Ulysses" einsetzte. Die Prosa bleibt immer ganz nahe dran an den Gedanken des Charakters, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse gerade sehen, so gut wie ungefiltert. Das ist nicht immer einfach zu lesen, denn da springen die Gedanken schon mal unvermittelt von einem Thema zum nächsten, Worte und Satzfetzen wiederholen sich... Aber für mich hatte das etwas unwiderstehlich Hypnotisches, eine echte Sogwirkung. Ich hatte manchmal wirklich das Gefühl, für einen Moment durch fremde Augen zu sehen. Ich fand den Schreibstil großartig und einzigartig - er spricht oft über Banalitäten, aber darin verbirgt sich so viel. Deswegen war das Buch für mich auch nicht spannend, wie ein Krimi spannend ist, aber ich konnte es dennoch kaum weglegen, weil ich wissen wollte, ob die Charaktere im Laufe des Tages zu Schlüssen über sich selbst und ihr Leben kommen und vielleicht sogar etwas ändern würden. Tatsächlich hat der innere Tumult, der sich in den Köpfen abspielt, dann erstaunlich wenig greifbare Auswirkungen - wobei einer der Charaktere letztendlich doch eine drastische und tragische Entscheidung trifft. Die Charaktere kamen mir alle sehr echt und glaubhaft vor. Virginia Woolf lässt den Strom ihrer Gedanken, die sich im immer gleichen Kreise um Liebe und Verlust, Wünsche und Bedauern, Wahrheit und Wahnsinn drehen, ganz natürlich fließen. Besonders Septimus hat mich sehr berührt, denn aus seinen Gedanken spricht unendlicher Schmerz, was aber niemand zu verstehen scheint. Tragischerweise kam er mir vor wie derjenige, der von allen Charakteren noch am nächsten daran herankam, sein Leben in die Hand zu nehmen und es zu verändern. Interessant fand ich, dass die Autorin auch das Thema Homosexualität ganz nebenher anschneidet: Clarissa Dalloway fühlte sich in ihrer Jugend zu einer anderen Frau hingezogen, und ihre Tochter ist mit einer Frau befreundet, die ebenfalls in sie verliebt zu sein scheint. Auch der Krieg ist unterschwellig allgegenwärtig in diesem Buch - er ist zwar vorbei, aber die Menschen haben sich noch lange nicht davon erholt. Ich fand sehr bestürzend, wie wenig Verständnis man zu der Zeit anscheinend noch den Veteranen entgegen brachte, die von ihren Erlebnissen völlig traumatisiert waren. Die Autorin zeigt das sehr eindringlich am Beispiel von Septimus, von dem scheinbar erwartet wird, dass er sich einfach zusammenreißt und wieder zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wird, obwohl er kurz vor dem Zusammenbruch steht. Fazit: "Mrs Dalloway" ist ein Buch, in dem oberflächlich gesehen wenig passiert - eine Frau plant eine Party und trifft einen alten Verehrer, ein Kriegsveteran wird in eine Klinik eingewiesen. Aber in den Gedanken der Charaktere spielt sich ganz viel ab, und die Autorin lässt den Leser unmittelbar an dieser reichen inneren Welt teilhaben, indem sie ihn einfach mitten hinein wirft, ungefiltert. Da werden existentielle Themen angesprochen, und wenn man sich darauf einlässt, ist es meiner Meinung nach ein sehr lohnendes Buch, auch wenn man sich ein bisschen anstrengen und mitdenken muss.

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Mrs Dalloway
von J.G. aus Berlin am 21.04.2013

„Mrs Dalloway“ ist das bedeutendstes Werk von Virginia Woolf und einer sehr wichtiger Roman seiner Zeit. Äußerst gelungen beschreibt Virginia Woolf einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, einer 52-jährigen Frau der Upper-Class in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen in London, die eine Abendgesellschaft vorbereitet. Und während dieser... „Mrs Dalloway“ ist das bedeutendstes Werk von Virginia Woolf und einer sehr wichtiger Roman seiner Zeit. Äußerst gelungen beschreibt Virginia Woolf einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, einer 52-jährigen Frau der Upper-Class in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen in London, die eine Abendgesellschaft vorbereitet. Und während dieser Vorbereitungen denkt sie über ihr Leben und die Liebe, sowie verpasste Chancen und Gelegenheiten nach. „Mrs Dalloway“ ist ein Buch, was sich in keiner Weise einfach liest und ist sehr mühsam zu durchschauen. Dennoch sind die tiefgründigen Einblicke der einzelnen Protagonisten sehr lohnenswert. Geduld wird belohnt…

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Vom Aufstehen wie Zubettgehen
von Polar aus Aachen am 07.09.2007

Ein streng komponierter Roman, der Virginia Woolf ermöglichte, den Alltag wie die Erinnerung als Strom von Gedanken und Eindrücken zu beschreiben. Sie verknüpfen sich miteinander, fallen übereinander her, wie wir es von uns selber kennen, wenn uns etwas bedrückt und wir nicht ganz bei der Sache sind. Virginia Woolf... Ein streng komponierter Roman, der Virginia Woolf ermöglichte, den Alltag wie die Erinnerung als Strom von Gedanken und Eindrücken zu beschreiben. Sie verknüpfen sich miteinander, fallen übereinander her, wie wir es von uns selber kennen, wenn uns etwas bedrückt und wir nicht ganz bei der Sache sind. Virginia Woolf spiegelt ein perfektes Leben, in dem jede Stunde ausgefüllt ist, an der Harmonie, die das reibunsglose Funktionieren voraussetzt, und an der Unterdrückung geheimer Wünsche wie Gedanken. Es handelt sich um feingesponenne Literatur, die einem das Leben nicht als Unterhaltung für den Nachttisch serviert. Man muß schon genau hinhören, um die Nuancen aufzuspüren, damit sich der Bruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit auftut. Kein Buch, um es schnell zu lesen. Eher eins, daß wie ein guter Wein reifen darf. In ihm läßt man sein Inneres los und läßt es mitschwingen durch Mrs. Dalloways Tag. Könnte ja sein, daß das eine oder andere im eigenen Leben auch einer näheren Betrachtung lohnt.

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Orlando - Magischer Realismus meets Feminismus und Homosexualität
von einer Kundin/einem Kunden am 01.07.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er... Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er jemand anderen versprochen ist, beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit ihr. Wenn großartige Schriftsteller wie H. G. Wells und Jules Verne als Väter der modernen Sciencefiction Romane gelten und auch noch in der Gegenwart ihren Reiz ausüben, man bedenke die deren zahlreichen Verfilmungen, dann wage ich zu behaupten, dass Virginia Woolf, im speziellen ihr Roman Orlando, so etwas wie die Mutter des magischen Realismus ist, und auch heute noch viele Schriftsteller bewusst oder unbewusst beeinflusst. Orlando gehört zu Virginia Woolfs erfolgreichsten Romanen, zumindest während ihrer Lebzeit, ihr bekanntestes Buch ist wohl Mrs. Dalloway. Letzterer war mein erster Roman, den ich von der meisterlichen Schriftstellerin gelesen habe. Nachdem ich einen lieben Kollegen davon erzählt habe, hat er mich gedrängt, auch Orlando zu lesen. Die verschiedenen Interpretationen zur Erzählung und zum Text, und vor allem seine Sicht auf den Roman haben mich eben dann dazu verleitet Orlando zu lesen. Wer sich mit den Werken von Virginia Woolf auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich mit Orlando zu beginnen. Es ist weitgehend kürzer als Mrs. Dalloway, wenngleich die knapp 240 Seiten sich zwar nicht lang anhören, aber man den Text mit einem respektablen Maß an Konzentration lesen sollte. Ich bin wohl mehr Leser als Schauer, deswegen geht so manche literarische Verfilmung an mir vorüber. Es gibt allerdings, was ich erst vor kurzem entdeckt habe, eine wunderbaren Film mit Tilda Swinton als Orlando. Sie ist eine meiner liebsten Actris, und hat, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, mit ihrer androgynen Figur einen wunderbaren Orlando abgegeben. "Diesen Roman zu schreiben, war wie auf Urlaub zu sein." hat Woolf über das Schreiben an Orlando anscheinend gesagt. Und zeitgleich gilt er als ein feministischer Roman, mit Bezügen zu ihrer eigenen homosexuellen Beziehung mit Vita Sackville-West. Wie stark, nun diese Beziehung zu ihrer Freundin tatsächlich ausgeprägt war, darüber lässt sich viel spekulieren. Mir hat dieses literarische Kleinod sehr gut gefallen und ihr literarisches Können ist unbestreitbar. Deshalb gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung!

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Ein Meisterwerk!
von GinaLeseratte aus Kornwestheim am 16.10.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mrs Dalloway beschreibt einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway. Sie bereitet eine große Gesellschaft vor, die am Abend stattfinden wird. An diesem Tag kehrt auch ihr früherer Verehrer Peter Walsh nach Jahren aus Indien zurück. Gleichzeitig wird der Tag von Septimus Warren Smith und seiner Frau Lucrezia erzählt.... Mrs Dalloway beschreibt einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway. Sie bereitet eine große Gesellschaft vor, die am Abend stattfinden wird. An diesem Tag kehrt auch ihr früherer Verehrer Peter Walsh nach Jahren aus Indien zurück. Gleichzeitig wird der Tag von Septimus Warren Smith und seiner Frau Lucrezia erzählt. Septimus ist vom 1. Weltkrieg traumatisiert und findet nur einen Ausweg ... Nicht viel "äußere Handlung" für einen 200-Seiten-Roman? Richtig. Das Wichtige und Spannende ist, was in den Personen vorgeht - sie erinnern sich, denken wie Clarissa und Peter an die gemeinsame Vergangenheit und die getrennten Lebenswege (Clarissa hat Peter seinerzeit abgewiesen und einen anderen geheiratet), sie lassen ihre Gedanken scheinbar ziellos von diesem zu jenem schweifen ... und wir als Leser folgen diesem Umherschweifen und erfahren auf diese Weise viel über die Lebensgeschichten der einzelnen Personen und ihr Befinden. "Mrs Dalloway" erfordert langsames, konzentriertes Lesen, was einem vor allem auf den ersten Seiten einiges abverlangt. Doch wenn man sich darauf einlässt und sich eingelesen hat, kann man sich dem Text nicht mehr entziehen. Ein Leseerlebnis!

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