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Mutter (Jewel Case)

(3)
Rezension
Heldenposen mit deftigem Humor "Alle warten auf das Licht. Fürchtet Euch, fürchtet Euch nicht." Mit diesen Zeilen beginnt "Sonne", die erste Single aus dem dritten Studioalbum von Rammstein. Und die Aussage lässt sich auf die ganze Platte übertragen. Denn der Erfolg von Rammstein gründet sich unter anderem darauf, dass das Bedrohliche und unterschwellig Gewalttätige letztlich recht verspielt daherkommt. So konnte das erste Album, "Herzeleid", 1995 zwar noch hitzige Diskussionen über seine zumindest teilweise fragwürdigen Textaussagen provozieren. Doch 2001 klingen die brachialen Hardrock-Töne und markigen Worte der Berliner schon fast anheimelnd vertraut und liebenswürdig Till Lindemanns knarziger Sprechgesang bildet zusammen mit messerscharfen Gitarrenriffs und dezenten Elektroniktupfern eine stabile und stets verlässliche Achse im musikalischen Koordinatensystem von Rammstein. So erhalten Stücke wie "Mutter" oder "Spieluhr" ihren unverkennbaren, eindringlichen - und hitverdächtigen - Charakter. Dass die Rammsteine gar nicht mehr so sehr wie böse Onkels wirken, mag auch damit zu tun haben, dass die Gewalt in Medien und Realität seit 1995 eskaliert ist - neben der aktuellen Verfilmung von Hannibal Lecters "kulinarischen" Eskapaden wirken die Rammstein-Fantasien eher wie in kräftigen Farben getuschte Panels aus einem japanischen Manga-Comic. Jedenfalls üben sich die sechs Musiker überzeugender denn je in der Kunst der Ambivalenz auf "Mutter" sind sie hart und weich zugleich, das ist Hardcore mit Softie-Tendenz, teutonische Heldenposen mit deftigem Humor. Und wer will, der kann in Texten wie dem von "Sonne" auch tiefgründiger assoziieren wie auch bei "Links 234" das Herz, das links schlägt, mit dem im Gleichschritt marschierenden Stiefel. (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 02.04.2001
EAN 0731454963923
Genre Deutschrock/Progressiv
Hersteller Universal Music Vertrieb - A Division of Universal Music GmbH
Komponist Rammstein
Musik (CD)
17,99
inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten
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Kundenbewertungen


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Hör mal wer da Hämmert!
von einer Kundin/einem Kunden am 27.08.2012

Also, auf dein Trommelfell einhämmert. Rammstein sinds und sie sind nicht leise. Persönliche Highlights: - Mein Herz brennt - Sonne - Spieluhr Ein paar Worte zu Rammstein selbst: Ich finde es schade, dass eine lyrisch so starke Band oftmals dem Rechtsrock (ich bin mal so frei und behaupte einfach, dass die Texte dort ziemlich...... Also, auf dein Trommelfell einhämmert. Rammstein sinds und sie sind nicht leise. Persönliche Highlights: - Mein Herz brennt - Sonne - Spieluhr Ein paar Worte zu Rammstein selbst: Ich finde es schade, dass eine lyrisch so starke Band oftmals dem Rechtsrock (ich bin mal so frei und behaupte einfach, dass die Texte dort ziemlich... seicht sind) zugeordnet wird. Mit "Links 2, 3, 4" distanzieren sich die Metaller von dieser Szene und ich hoffe stark, dass sich der Ruf dieser Band nicht weiter verschlechtert.

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Klasse Album
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 24.12.2011

Top-CD. Einmal Rammstein, immer Rammstein. Ist mit das beste Album was ich kenne. Das Album Völkerball und Liebe ist für alle da, kann ich auch sehr empfehlen.

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Rammstein at their Best
von Thomas Zörner aus Lentia am 30.05.2008

Jedes Rammstein Album erregt Aufsehen. Doch bei "Mutter" gab es im Vorfeld wohl das meiste Empören. Es wäre abstoßend und ethisch nicht tragbar einen toten Embryo auf dem Cover zu zeigen. Jedoch ist das Artwork weder anstößig noch eklig geworden, sondern ästhetisch, regelrecht friedlich. Das kann man von den... Jedes Rammstein Album erregt Aufsehen. Doch bei "Mutter" gab es im Vorfeld wohl das meiste Empören. Es wäre abstoßend und ethisch nicht tragbar einen toten Embryo auf dem Cover zu zeigen. Jedoch ist das Artwork weder anstößig noch eklig geworden, sondern ästhetisch, regelrecht friedlich. Das kann man von den Songs natürlich nicht behaupten, die sind alles andere als friedlich. Auch wenn der Opener "Mein Herz brennt" ruhig beginnt, so steigert sich der Song doch innerhalb einiger Sekunden zu einem von Geigen und brachialen Gitarren getragenen Meisterwerk, dass wohl den sogenannten "schwarzen Mann", vor dem sich manches Kind beim Schlafen gehen fürchtet, zum Thema hat ("Ich bin die Stimme, aus dem Kissen"). Track 2 räumt nun mit den Menschen auf, die Rammstein mit der rechten Szene in Verbindung bringen. Bei "Links 2,3,4" distanzieren sie sich klar von dieser, jedoch nicht ohne noch gehörig Spitzen zu verteilen, wenn Lindemann meint "Sie wollen mein Herz am rechten Fleck/doch seh ich dann nach unten weg, dann schlägt es links". "Sonne" ist die erste Single des Albums, samt typisch genialen Video. Leider neigt der Song dazu sich zu überhören, was man von "Ich will" nicht behaupten kann. Das Lied ist so zugeschnitten, dass die Band wenigstens einmal bei Konzerten, so eine Art Publikumskontakt hat. Ansagen oder dergleichen gibt es bei Rammstein nicht. Der nächste Song, "Feuer frei", dürfte vielen wohl aus der ersten Szene von "XXX" mit Vin Diesel bekannt sein. Das man dann auch diese als Video wählte, samt viel Pyrogeknalle und ölverschmierten Rammsteinen wundert nicht. Geile Nummer danke. Auch der Titeltrack wurde als Single ausgekoppelt und schlägt zum ersten und einzigen Mal wirklich ruhige Töne an. Könnte glatt als Halbballade durchgehen. Auch "Spieluhr" beginnt gemäßigt, steigert sich dann aber ordentlich und ist lyrisch ganz großes Kino, was "Zwitter" vielleicht nicht ist, macht dafür aber Spaß und lädt zum Rübekreisen ein. Weniger Spaß macht "Rein Raus". Rammstein nehmen sich wieder einem sehr ernsten Thema an, hier Vergewaltigung, und drücken dem ganzen ihren eigenen Stempel auf. Dass das natürlich von vielen wieder misinterpretiert wird ist vorporgrammiert. Die Platte klingt mit "Adios" und "Nebel" dann für Rammsteinverhältnisse recht ruhig aus und hinterlässt ein gutes, wenn auch leicht beklemmtes Gefühl. Aber letzteres kennt man ja von allen Platten der Deutschen.

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