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Name und Notwendigkeit

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Kripkes bahnbrechende Untersuchung Name und Notwendigkeit markiert einen Wendepunkt in der philosophischen Theorie der Eigennamen. In kritischer Auseinandersetzung mit der klassischen Theorie der Eigennamen entwickelt Kripke seine berühmte Alternative: die kausale Namentheorie. Sie besagt, daß der Bezug (die Referenz) eines Namens zunächst in einer Art Taufe festgelegt wird und dann in der Kommunikationsgemeinschaft tradiert wird. Dabei wird die Beschreibung, die bei der Festlegung der Referenz noch eine Rolle gespielt hat, irrelevant, so daß der Name selbst keinen semantischen Sinn hat. Namen sind, im Gegensatz zu Beschreibungen, sogenannte starre Bezeichnungsausdrücke (Designatoren), die, wenn einmal festgelegt, denselben Gegenstand in allen möglichen Welten bezeichnen. Daraus ergibt sich die Verbindung zum zweiten Thema der Untersuchung, der Notwendigkeit.

Portrait
Saul A. Kripke, Professor für Philosophie an der Princeton University, gilt spätestens seit seiner epochemachenden Vorlesungsreihe "Naming and Necessity" von 1972, die deutsch 1981 als "Name und Notwendigkeit" erschien, als einer der wichtigsten analytischen Philosophen der Gegenwart.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 191
Erscheinungsdatum 23.02.1993
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-28656-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 177/109/12 mm
Gewicht 115
Originaltitel Naming and Necessity
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
14,00
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Über Namen, modale Logik und andere Dinge
von Zitronenblau am 28.08.2011

Ich möchte mich auf die rein sprachphilosophischen Aspekte konzentrieren und daher nicht auf solche der Identitätstheorie eingehen. Das eine sind Kripkes modallogischen Überlegungen, wobei er danach strebt, die Begriffe Apriorität, Aposteriorität, Notwendigkeit und Kontingenz zu klären. Gerade in der Frage, ob in einer möglichen Welt etwas so-und-so hätte sein... Ich möchte mich auf die rein sprachphilosophischen Aspekte konzentrieren und daher nicht auf solche der Identitätstheorie eingehen. Das eine sind Kripkes modallogischen Überlegungen, wobei er danach strebt, die Begriffe Apriorität, Aposteriorität, Notwendigkeit und Kontingenz zu klären. Gerade in der Frage, ob in einer möglichen Welt etwas so-und-so hätte sein können, ist stark abhängig von unserem Begriffsarsenal dieser Welt. "Eine mögliche Welt ist gegeben durch die deskriptiven Bedingungen, die wir mit ihr verbinden." Möglichkeiten aber sind immer nur in unserem Sprachsystem denkbar, sodass sich der logische Raum freilich über gewisse (angeblich) notwendige oder auch epistemische Entitäten hinwegsetzen kann, damit wir in UNSERER Sprache überhaupt begreifen, dass gewisse Wahrheiten und Kontingenzen vielleicht gar nicht a priori sondern epistemisch und schon gar nicht notwendig sind, und die möglichen Welten eben nicht dazu dienen können/sollten, Räume zu durchleuchten, die unserer Sprache bzw. dem Sprachsystem nicht mehr inhärent sind, weil damit weder Erkenntnis noch Sinn produziert wird. Mögliche Welten schaffen also gedankliche Situationen (so g. kontrafaktische Situationen), um innerhalb eines Rahmens der Möglichkeit gewisse Wahrheits- oder Modalwerte auszuformulieren bzw. sich klar zu machen, ob wir nur von Wahrheiten sprechen, oder überprüfen, ob etwas notwendig oder kontingent (nicht notwendig) ist. Sehr eng verwoben mit diesen Überlegungen sind Kripkes Gedanken zu Namen. Fakt ist, dass, wenn wir modallogische Operationen durchführen, wir innerhalb unseres Sprachsystems verfahren, sodass gewisse Fragen gar nicht erst gestellt werden können, d.h. wenn ich von einer möglichen Welt ausgehe, in der Aristoteles kein antiker Philosoph, sondern ein römischer Kaiser war, dann haben wir ein semantisches Problem (speziell ein referenzielles), weil wir mit diesem Namen Aristoteles ja in dieser Welt etwas meinen, dass sich weithin als "starr" erweist. Dies gilt insbes. für Eigennamen (starre Designatoren), die in möglichen Welt ihre Bedeutung nicht verlieren. Das Problem ist nur eben die Bedeutung der Namen/Eigennamen in dieser Welt. Wenn Dinge bezeichnet (gekennzeichnet) werden, dann sind diese Kennzeichnungen die Merkmale, die dieses Ding beschreiben (bündeln sich solche Kennzeichnungen, spricht man von Bündeltheorie). Natürlich kann die nicht hinreichen: Wie oft kommt es in den einfachsten Fällen zu semantischen Verschiebungen? Was soll denn das "wesen-tliche" sein? "Wichtige Eigenschaften eines Gegenstandes brauchen keine wesentlichen zu sein..." Kripke "kontert" mit seiner kausalen Theorie der Eigennamen. Alles beginnt mit einer "Taufe" und dann wird "der Name von Glied zu Glied weitergegeben" (kausale Kette). Zwar vermag sich die Kausal- von der Bündeltheorie zu befreien, jedoch hat sie zu viele Probleme (Aussagen über nicht-existierende Individuen, Gegenstände). Außerdem, was soll das bedeuten? Angenommen ist zeige dem Kind, das Sprechen lernt, das ist ein Tisch (ganz "kausal"), woher weiß es denn dann, was in Zukunft ein Tisch ist, wenn man es ihm nicht irgendwie erklärt bzw. das "Wesen des Tisches" beschreibt? Die Kausaltheorie legt zwar die Referenz von Name auf Gegenstand fest (Taufe), aber der Name selbst ist niemals bedeutungskonstitutiv, es braucht m.E. notwendig eine "Befüllung des Wortes" (Intensionen), um es zu verstehen bzw. begrifflich zu erfassen. Wir schaffen uns Probleme in möglichen Welten und können teilweise noch nicht einmal in dieser Welt mit Problemen umgehen...

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