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Paulette am Strand

Roman zur Einführung in die Soziologie

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Paulette am Strand folgt der Devise Schillers: Nur durch das Morgentor des Schönen dringst du in der Erkenntnis Land … Dieser Roman ist die erste Einführung in die Soziologie, die sich narrativer Mittel bedient, um dem Leser ebenso anschaulich wie systematisch die Anfangsgründe dieser faszinierenden Wissenschaft zu vermitteln und ihm dadurch zugleich ein besseres Verständnis der Gesellschaft, in der er lebt, zu ermöglichen.
Paulette ist eine neunzehn Jahre junge Französin, die sich in Paris mit Jobs durchbringt, aber lieber Soziologie studieren möchte. Im Urlaub in der Bretagne trifft sie Agnès, eine ehemalige Soziologin, die nun einen Bootsverleih betreibt und Surfunterricht erteilt. Agnès führt Paulette anhand konkreter Beispiele wie dem Flirt, dem »Oben-ohne«, der Mode, dem Besuch eines Strandtheaters etc. in das soziologische Denken ein und erzählt ihr nebenbei die Geschichte der Gesellschaft von ihren Anfängen als Geheimgesellschaft im absolutistischen Staat bis hin zum absolutistischen global village, in dem, wie die naseweise Paulette herausfinden wird, neue Geheimnisse gehütet werden, nicht zuletzt von Agnès …
Gerhard Wagner geht, davon aus, dass die Werke der Klassiker Georg Simmel und Max Weber den besten Einstieg in die Soziologie bieten, wenn man sie inhaltlich zusammenführt und ihre gegensätzlichen Stile aufhebt. Tatsächlich haben diese Werke nichts an Gehalt verloren. Noch weitgehend frei von Jargon, lässt sich der essayistisch-assoziierende Stil des einen mit dem definitorisch-abstrahierenden Stil des anderen in einer literarischen Form vermitteln, die dem Leser das soziologische Denken ebenso anschaulich wie systematisch erschließt und ihm gleichzeitig einen Einblick in die Gesellschaft in ihrem So-und-nicht-anders-Gewordensein gibt.
Zu diesem Zweck wird in einem Roman die Geschichte von Paulette am Strand erzählt, die sich dem Spielfilm »Pauline am Strand« von Eric Rohmer verpflichtet weiß, auch wenn sie eigene Wege geht, denen es an Spannung nicht fehlt. Verpflichtet weiß sie sich nicht nur hinsichtlich des Plaudertons, in den die an antike Autoren erinnernde dialogische Struktur zwischen Lehrendem und Lernendem eingezeichnet wurde. Verpflichtet weiß sie sich auch hinsichtlich der Flüssigkeit ihres maritimen Ambientes, hat doch mit dem Wandel der bürgerlichen Gesellschaft der Moderne zur massendemokratischen Weltgesellschaft der Postmoderne der Strand die Großstadt als Symbol der Gesellschaft abgelöst.
Dieser Roman zur Einführung in die Soziologie folgt dem Ablauf einer Urlaubswoche. Jeder Wochentag ist der Explikation zentraler soziologischer Grundgedanken und Grundbegriffe gewidmet. Der Text orientiert sich an dem in Paragraphen gegliederten Aufbau der »Soziologischen Grundbegriffe« Max Webers. In einem Anhang werden die entsprechenden Bezugsstellen sowie die anderen verwendeten Grundlagentexte genannt, so dass der Leser diese soziologische Fachliteratur begleitend und vertiefend nachlesen kann.
LESEPROBE:
Ebenso ermattet wie das gleißende Gold des Mittags erscheint Agnès mit zwei Getränkedosen in der Tür des Wohnwagens: »Du hast Deinen Nachmittag geopfert, um mir zu helfen. Das war sehr lieb. Danke!«
»Gern geschehen!«
»Was möchtest Du als Erfrischung: Eistee mit Pfirsichgeschmack oder Cola light?«
»Cola wäre mir lieber«, antwortet Paulette.
Agnès blickt zum Himmel, an dem ein Paragleiter im Tiefflug vorbeischwebt, und ist auch schon über die Türschwelle gestolpert: »Hoppla! Nichts passiert … Bleib’ sitzen!« Lächelnd gibt sie Paulette eine Dose und lässt sich ihr gegenüber in den anderen Campingstuhl sinken.
Wieder entspannt, öffnet Paulette das Cola mit einem lauten Zisch und trinkt einen Schluck: »Was Du gestern über das Sehen gesagt hast, ist faszinierend. Hätte nie gedacht, dass es eine soziologische Bedeutung hat.«
»Die Sinne sind die Brücke, über die man zu den Menschen gelangt, um sie wahrnehmen und erkennen zu können. Andererseits hinterlässt jeder Sinneseindruck immer auch eine Wirkung in einem selbst: Sympathie, Antipathie, Heiterkeit, Traurigkeit, Lust, Unlust, Interesse, Desinteresse, was auch immer … Ein entstelltes Gesicht wirkt abstoßend, eine sanfte Stimme anziehend.«
»Wenn ich Dich gestern richtig verstanden habe, ist das Auge wichtiger für die Soziologie als das Ohr, oder?«
»So pauschal lässt sich das nicht sagen. Aber Deine Frage ist nicht abwegig, schon allein weil das Auge selbst ein soziales Organ ist. Das Ohr ist egoistisch.«
»Wieso?«
»Es nimmt nur und gibt nichts. Erst zusammen mit dem Mund, der Laute von sich gibt, entsteht ein Geben und Nehmen, und das auch nur im Nacheinander, denn man kann nicht richtig sprechen, wenn man hört, und nicht richtig hören, wenn man spricht. Das Auge verschmilzt das Geben und Nehmen in einem einzigen Blick. Es kann nicht wahrnehmen, ohne wahrzugeben, denn jeder Blick ist ausdrucksvoll. Jemand hat einmal gesagt: Das Auge entschleiert dem Anderen die Seele, die ihn zu entschleiern sucht.«
»Dann ist das Auge das Fenster der Seele, durch das man hinaus- und hineinsehen kann.«
»Du hast also doch Sinn für Poesie!« Lächelnd öffnet Agnès ihren Eistee und nippt daran: »Mit dem Auge erkennen wir den Anderen und geben uns ihm zu erkennen.«
»Deshalb vermeidet man den Blickkontakt, wenn man etwas ausgefressen hat. Stimmt’s?«
»Im Blick von Auge zu Auge kommt es auf beiden Seiten zu einem gleichzeitigen Erkennen und Erkanntwerden, was natürlich auch Wirkungen auf beiden Seiten hinterlässt, sodass man von einer Wechselwirkung sprechen kann. In diesem Blick entsteht die unmittelbarste und vollkommste Gegenseitigkeit, die es zwischen Menschen gibt …
»… also auch zwischen uns beiden im Moment … vis-à-vis …
»Ich sehe Dich und sehe, dass Du mich siehst. Du siehst mich und siehst, dass ich Dich sehe. Wir sind uns unmittelbar gegenwärtig, und schon beginnt das Nehmen und Geben. Ich erkenne etwas in Deinen Augen, das eine Wirkung in mir hinterlässt …
»Was … was erkennst Du?«
»Neugier.«
»Im Ernst!«
»Eine unbändige Lebenslust …
»Und was bewirkt das in Dir? Sympathie?«
»Unbedingt!«
Paulette lächelt.
»Indem ich Dich erkenne, gebe ich mich zu erkennen. Du erkennst etwas in meinen Augen, das eine Wirkung in Dir hinterlässt, und gibst Dich wiederum zu erkennen. Nun können wir Blicke tauschen. Ich werfe Dir einen fragenden Blick zu …
»… weil Du wissen willst, was ich erkannt habe und was das in mir bewirkt hat, nicht wahr?«
»Stimmt …
»Das verrate ich nicht, aber weil mir gefällt, was ich gesehen habe, antworte ich mit einem strahlenden Blick«, den Paulette mit einem Augenaufschlag prompt in ihr Gesicht zaubert.
Agnès nimmt einen Schluck Eistee: »Dieses Fragen und Antworten macht noch deutlicher, dass zwischen uns eine Wechselwirkung stattfindet: dass wir Wirkungen aufeinander ausüben und Wirkungen voneinander empfangen.«
»Wechselwirkung, das klingt eher nach Physik …
»Kein Wunder, die physikalischen Grundkräfte sind Wechselwirkungen. Wenn ein Körper auf einen anderen eine Kraft ausübt, übt dieser auch auf ihn eine Kraft aus. Die Kräfte können die Körper verformen und ihren Bewegungszustand verändern.«
»Aber was hat das mit Soziologie zu tun? Unsere Körper haben sich doch nicht verformt!«
»Das haben sie wohl! Meine Sympathie für Dich, was ist sie anderes als eine kleine Delle in meiner Seele?«
»Das ist doch nur eine Metapher, auch wenn sie wunderschön klingt.«
»Das wäre tatsächlich nur eine Metapher, wenn sich nicht gezeigt hätte, dass die Psyche auf eine physikalische Grundlage reduziert werden kann. Jeder psychische Zustand ist letztlich mit einer Konfiguration von Elementarteilchen identisch. Das bedeutet einerseits, dass eine auf sie wirkende Kraft die Psyche mehr als nur metaphorisch verformt. Und es bedeutet andererseits, dass sie selbst als Kraft auf andere Psychen wirken kann. Dadurch entstehen auch auf dieser hinzukommenden psychischen Ebene Wechselwirkungen.«
»Aber wohl kaum durch Gedankenübertragung …
»Wechselwirkungen werden durch Austauschteilchen vermittelt. Was auf der physikalischen Ebene Photonen, Gluonen, Bosonen und andere Vermittler leisten, leistet auf der psychischen Ebene das Verhalten und Handeln, das die Psychen verursachen. Schon mit unseren Blicken, die mit jedem Wimpernzucken unsere Bewegungszustände sichtlich verändern, wirken wir aufeinander. Erst recht mit unseren Fragen und Antworten. Das alles ist soziales Handeln und das wiederum ist der soziologische Grundbegriff schlechthin.«
»Handeln?«
»Soziales Handeln! Man handelt, wenn man mit dem, was man tut, einen Sinn verbindet. Sonst verhält man sich nur, etwa so ungeschickt wie ich vorhin, als ich für einen Moment abgelenkt war und prompt stolperte. Mein Blick zum Himmel war eine bloße Reaktion auf eine unerwartete Reizwirkung und auch mein Stolpern war kein Handeln, sondern Verhalten, denn ich habe keinerlei Sinn damit verbunden …
»… wie es die Clowns im Zirkus tun, die absichtlich stolpern, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen.«
»Das ist dann schon soziales Handeln. Man handelt sozial, wenn man mit dem, was man tut, einen Sinn verbindet, der sich am Verhalten oder Handeln anderer Menschen orientiert. Als ich stolperte, bist Du aufgesprungen, um mir zu helfen. Du hast Dich also an meinem Verhalten orientiert, so wie sich die Zuschauer im Zirkus am Handeln der Clowns orientieren, wenn sie über deren Stolpern lachen und applaudieren, um ihre Anerkennung auszudrücken. Die Szene zwischen uns war einseitiges soziales Handeln, die im Zirkus ist zweiseitig, weil beide Seiten mit dem, was sie tun, einen Sinn verbinden, der freilich keineswegs derselbe sein muss …
»…aber sein kann, wie bei uns, als wir uns in die Augen blickten, um einander zu erkennen und voneinander erkannt zu werden.«
»Nun ist es die Aufgabe der Soziologie, soziales Handeln zu verstehen, indem sie die Motive in Erfahrung bringt. Der Sinn des Handelns ist nämlich in Sinnzusammenhänge eingebettet, die den Handelnden mehr oder weniger bewusst als die Motive, das heißt als die psychischen Triebkräfte erscheinen, die ihr Handeln verursachen. Auch wenn der Sinn derselbe ist, können die Sinnzusammenhänge verschieden sein.« Agnès senkt die Stimme: »Dabei macht sich die Soziologie seherische Kräfte zu Nutze …
»Wohl noch mit Glaskugel und so! Das meinst Du doch nicht ernst!«
Agnès zwinkert Paulette zu: »Insoweit schon, als sie dem Augensinn folgt, der, wie Du seit gestern weißt, verallgemeinert. Wenn man einen Menschen sieht, assoziiert man ihn in seiner Vorstellung automatisch mit anderen Menschen, die ihm gleichen: manchmal mit einem Einzelnen, meistens mit einem bestimmten Typ.«
»Zum Beispiel?«
»Du hast mich an die kleine Pauline aus Rohmers Spielfilm erinnert, weil Du ihr ähnelst. Ich habe Dir aber auch den kessen Teenie angesehen …
»Einspruch!«, empört sich Paulette.
»Abgelehnt!«, erwidert Agnès schmunzelnd: »Wie alt bist Du?«
»Nächsten Monat werde ich 20!«
»Dann bist Du 19 und gehörst immer noch zu diesem Typ, den man Teenie nennt. Ein Typ ist ein gemeinsamer Nenner für Menschen, die sich in einer bestimmten Hinsicht gleichen: so wie sich die Dreizehn- bis Neunzehnjährigen hinsichtlich ihres jugendlichen Alters gleichen, das im Englischen auf teen endet …
»…von thirteen bis nineteen … stimmt!«
»Darum typisiert man sie als Teenie, wenn man sie sieht. Man typisiert ständig. Man sieht den Anderen nicht als das Individuum, das er ist, sondern verallgemeinert: als Exemplar des Typs, zu dem ihn seine Individualität gehören lässt: als Teenie, Tourist, Student oder als was auch immer.«
»Aber man bleibt doch das Individuum, das man ist …
»... dessen Individualität man aber eher mit dem Ohr erfasst: all die Gefühle, Gewohnheiten und Gedanken, die sich in der Psyche sammeln und die man einem nicht ansehen kann ...«
»... und manchmal sogar hinter vorgehaltener Hand zu hören bekommt ...«
»... eben weil sie persönlich sind. Diesen Unterschied zwischen dem Sehen und dem Hören darf man nicht überbewerten. Aber grundsätzlich lässt sich schon behaupten: Man sieht viel eher als dass man hört, worin ein Mensch anderen Menschen gleicht. Und man hört viel eher als dass man sieht, was ihn von den anderen unterscheidet. Das Auge vermittelt uns, dass wir Mitbewohner der sozialen Welt sind, das Ohr, dass wir außerdem noch etwas anderes sind: nämlich Individuen mit unseren besonderen Persönlichkeiten.«
»Was die Soziologie aber nicht interessiert, sagtest Du …
»Sie betrachtet die Handelnden nicht als Individuen mit ihren besonderen Persönlichkeiten, wie es die Psychoanalyse tut, sondern als Exemplare von Typen, die mit typischen Motiven in typischer Weise handeln.«
»Klingt kompliziert«, seufzt Paulette.
»Schau«, entgegnet Agnès aufmunternd, »die Zuschauer im Zirkus verbinden mit ihrem Applaus denselben Sinn, nämlich ihre Anerkennung auszudrücken, obwohl er in verschiedene Sinnzusammenhänge eingebettet ist. Da sind Familien, die sich einfach nur amüsieren wollen. Sie handeln emotional aus Gefühl. Da sind Journalisten, die routinemäßig über die Vorstellungen berichten. Sie handeln traditional aus Gewohnheit. Da sind Leute aus dem Showbizz wie diese Headhunter, die auf der Suche nach Talenten sind. Sie handeln rational aus Interesse. Das sind alles typische Zuschauer, die mit typischen Zuschauermotiven in einer für Zuschauer typischen Weise handeln, nämlich applaudieren. Ihnen gegenüber stolpert der Clown in der Manege herum, der ebenso emotional wie traditional und rational motiviert sein kann: Es macht ihm immer noch Spaß, Abend für Abend dieselben Gags vorzuführen, zumal wenn die Gage stimmt.«
»Kapiert …
»Die Soziologie sucht nach typenspezifischen Motiven sozialen Handelns, die die Menschen dazu bewegen, in typischer Weise zu handeln, das heißt: so zu handeln, wie es viele Andere in einem typisch gleich gemeinten Sinn tun.«
»Aber man kann doch auch untypisch handeln und etwas Orginelles tun!«, meutert Paulette.
»Selbstverständlich, schließlich haben die Menschen einen freien Willen. Allerdings haben Abweichungen meistens Konsequenzen und Originalität wird paradoxerweise erst dadurch möglich, dass ein Großteil unseres Handelns typischen Abläufen folgt.«
»Dann frage ich mich, wie die wohl entstanden sind«, setzt Paulette nach.
»Durch Wiederholungen und Nachahmungen! Stell’ Dir vor, Du wärst in der Vorsaison die erste Touristin. Der Ferienbetrieb hat noch nicht begonnen, die Straßen sind menschenleer. Im Prinzip könntest Du jeden Tag einen anderen Weg zum Strand nehmen. Das wirst Du aber nicht tun, weil es Deine Aufmerksamkeit zu sehr binden würde. Du müsstest ständig prüfen, ob die Wege dahin führen, wohin Du willst. Also wirst Du Dich auf einen Weg beschränken, den Du Dir im Bewusstsein, richtig zu gehen, von Tag zu Tag richtiggehend angewöhnst …
»… weil er der kürzeste ist oder an einer Eisdiele vorbeiführt …
»… das auch, aber hauptsächlich deswegen, weil Dich das Abspulen von etwas Gewohntem entlastet.«
»Wieso?«
»Handlungen, die man öfters wiederholt, nehmen eine Form an, der man unter Einsparung von Energie genügen kann. Das Gewohnte spult man mehr oder weniger automatisch ab und so hat man den Kopf frei für andere Dinge …
»… für Träume …
»… oder originelle Einfälle. Denk’ Dir nur, Du wärst ständig mit Ungewohntem konfrontiert und gezwungen, Dich permanent neu orientieren zu müssen.«
»Das würde mich schnell überfordern …
»… uns alle … Darum wiederholen wir viele unserer eigenen Handlungen in einem gleich gemeinten Sinn. Und darum ahmen wir auch die Handlungen Anderer nach, wenn wir annehmen, dass der von ihnen gemeinte Sinn dem unseren gleicht. Man muss ja nicht jede Erfahrung selbst machen. Anstatt herumzusuchen, können Dir die Touristen, die nach Dir angereist sind, folgen, wenn sie den Weg nicht kennen. Auch das entlastet, so dass sie noch etwas anderes im Sinn haben können, als nur zum Strand zu kommen.«
»Ja, das leuchtet mir ein!«
»So wie Du werden sich diese Touristen den Weg angewöhnen. Andere werden ihnen folgen, so dass durch fortgesetzte Wiederholung und Nachahmung ihrer Handlungen in einem gleich gemeinten Sinn ein Ablauf sozialen Handelns entsteht, der für Touristen typisch ist. Dieser Ablauf, dem die Touristen gewohnheitsmäßig folgen, wird zu einem Ablauf, dem man als Tourist für gewöhnlich folgt, wobei natürlich auch Gefühle und Interessen hineinspielen und selbst zum Anlass typischer Abläufe werden können. Diese Abläufe sind tatsächlich wie feste Formen, denen viele Menschen genügen. Kannst Du Latein?«
Paulette zuckt mit den Schultern: »Nein, aber sol lucet omnibus heißt es in Asterix …
»Du bist so schlagfertig wie die Gallier«, Agnès lacht vor sich hin: »Na jedenfalls kommt das Wort Form von forma und bedeutet hohle Gussform …
»… in die viele Menschen den Sinn ihres Handelns wie einen Inhalt gießen. Richtig?«
»Nichts anderes ist gesagt, wenn es heißt, dass sie einem typischen Ablauf sozialen Handelns in einem gleich gemeinten Sinn folgen. Wenn sich Menschen aneinander orientieren, haben sie immer auch Vorstellungen davon, was man für gewöhnlich tut … diesen Weg zum Strand zu nehmen, im Zirkus zu applaudieren, Anderen zu helfen, wenn sie gestürzt sind. Neben ihren eigentlichen Motiven sind diese Vorstellungen Teil der Sinnzusammenhänge und motivieren die Handelnden mehr oder weniger nachdrücklich dazu, in typischer Weise zu handeln: weil man es eben für gewöhnlich so macht. Selbst wenn sie der Form nicht genügen, ist ihnen mehr oder weniger bewusst, dass sie vom typischen Ablauf abweichen …
»… was Konsequenzen für sie hat …
»… meistens jedenfalls, weil man von ihnen mehr oder weniger nachdrücklich erwartet, dass sie tun, was typisch ist. Es ist Dir unbenommen, einen anderen Weg zum Strand zu gehen. Aber wenn Du im Zirkus die Hände in den Hosentaschen behälst, während alle um Dich herum klatschen, wird man Dir mit Missfallen begegnen. Und wenn Du einem Verunglückten nicht beistehst, wird man Dich wegen unterlassener Hilfeleistung sogar belangen.«
»Was heißt: man?«
»Die soziale Welt, die Gesellschaft, die Gruppe, die Anderen im Sinne irgendeines Kollektivs, wie immer Du es nennst. Doch Vorsicht! Der Anschaulichkeit wegen verführt uns die Sprache dazu, dass wir es uns metaphorisch als personhaftes Ding vorstellen, das handeln und etwas erwarten kann. Aber damit projizieren wir nur unsere eigene Körperlichkeit auf ein Phantom. Tatsächlich ist die soziale Welt nur die Summe aller Exemplare von Typen, die mit typischen Motiven in typischer Weise sozial handeln – oder eben davon abweichen.«
»Aber wie kommt es dann zu den Erwartungen?«
»Ganz einfach dadurch, dass sich bei manchen typischen Abläufen sozialen Handelns mit der Zeit ein Einverständnis der Handelnden einstellt, dass der Ablauf, so wie er ist, auch so sein sollte oder müsste. Dabei bringt besonders das Gewohnheitsmäßige, das sich in zeitgleichem Abstand wiederholt und deswegen als etwas Regelmäßiges erscheint, die Menschen auf den Gedanken, dass die Abläufe von Regeln bestimmt werden. Die Natur bietet dafür genügend Beispiele: Den regelmäßigen Ablauf der Sterne und Jahreszeiten bestimmen Regeln, die man Naturgesetze nennt, oder die Menstruation, die man umgangssprachlich sogar …
»… als Regel bezeichnet …
»Die Menschen passen sich solchen natürlichen Regelmäßigkeiten an. Sie säen und ernten den Mondphasen entsprechend, üben sich periodisch in sexueller Enthaltsamkeit und vieles mehr. Sie leben im Einklang mit der Natur und kommen darüber zu einem Einverständnis, dass so, wie sie faktisch handeln, auch zu handeln sei. Darum ziehen sie aus den Regelmäßigkeiten des Handelns Regeln für das Handeln, die zu befolgen sie gegenseitig von sich erwarten. Diese Regeln sind ein Sollen, das sie in ihren Vorstellungen davon, was man für gewöhnlich tut, als eine für ihr Handeln normativ verbindliche Maxime erfassen.«
»Ihr sollt nicht miteinander schlafen, wenn ihr eure Tage habt!«
»…medizinisch haltlos, aber aus hygienischen und religiösen Gründen seit Jahrtausenden eine Maxime. Solche Regeln motivieren die Menschen um so nachdrücklicher, in typischer Weise zu handeln, je stärker ihre normative Verbindlichkeit ist, während sie den Regelmäßigkeiten nach Belieben folgen können.«
»Den touristischen Trampelpfad zum Strand zu nehmen …
»… ist eine Regelmäßigkeit: ein saisonaler, auf bloßer Einübung beruhender Brauch ohne normative Verbindlichkeit. Der Applaus im Zirkus ist demgegenüber eine Konvention, die auf der Maxime beruht, dass Leistungen entsprechend zu würdigen sind.«
»Und Verunglückten zu helfen?«
»Ist normativ noch verbindlicher und Teil des Rechts. Das soll man nicht nur, man muss es. Basta! Sobald wir uns an Regeln orientieren, und sei es, um sie zu ignorieren, ist eine geltende Ordnung in Kraft. Wer sozial handelt, erwartet, dass die Anderen so handeln werden, als ob sie diese Ordnung zur Richtschnur ihres Handelns nähmen. Es ist kein Kollektivphantom, das Erwartungen hegt. Es sind Menschen, die davon ausgehen, dass sich ihre Mitmenschen an den einverständlich zustande gekommenen und weiterhin vereinbarten Regeln, die sie sich gegenseitig zumuten wollen, im Durchschnitt auch orientieren.«
»Diese Regeln sind aber keine Naturgesetze wie die, welche den Lauf der Sterne und Jahreszeiten bestimmen, oder?«
»Das nicht, sie gelten ja nicht ausnahmslos. Aber es sind statistische Gesetze, die bestimmen, dass auf gewisse Motive gewisse Handlungen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit folgen.«
»Versteh’ ich nicht …
»Wenn Regeln soziales Handeln motivieren, dann bestimmen sie es in dem Sinne als typisch, dass es wahrscheinlicher ist, dass die Handelnden typisch, nämlich regelgerecht handeln werden, als dass sie es nicht tun werden. Die Menschen haben die mehr oder weniger starken Erwartungen im Kopf, wenn sie sozial handeln und soziale Beziehungen eingehen. Größere und dauerhafte Beziehungen sind ohne das Befolgen bestehender Verbindlichkeiten gar nicht möglich.«
»Was ist denn eine soziale Beziehung?«
»Wenn Menschen ihr aneinander orientiertes Handeln wechselseitig aufeinander einstellen, entsteht eine soziale Beziehung.«
»Mehr braucht es nicht?«
»Nein, eine soziale Beziehung kann ganz vorübergehend sein oder viele Jahre dauern. Sie kann auf zwei Menschen beschränkt bleiben oder Millionen einbeziehen.«
»Haben wir beide schon eine soziale Beziehung?«
»Sicher, als wir uns gestern für heute zum Surfen und Soziologisieren verabredeten, haben wir unser Handeln aufeinander eingestellt. Dabei haben wir uns an der Maxime orientiert, dass Verabredungen einzuhalten sind.«
»Unsere Beziehung muss aber nicht automatisch abbrechen, wenn mein Urlaub nächsten Samstag zu Ende ist, oder?«
»Wer kann das wissen? … Das ewige Pulsieren des Lebens verbindet uns und trennt uns stets aufs Neue. Ständig bahnen sich soziale Beziehungen an, die wir wie Fischernetze knüpfen, zerreissen, flicken, durch andere ersetzen und mit wieder anderen verweben, indem wir typische Inhalte in typische Formen gießen. Wenn wir traditional oder emotional handeln, so dass Gewohnheiten und Gefühle unsere Einstellungen bestimmen, nehmen die Beziehungen gemeinschaftliche Formen an. Wir fühlen uns zusammengehörig, weil wir uns schon lange kennen oder mögen oder beides.«
»Wie Freundinnen und Liebespaare.«
»Das Spektrum reicht von solchen kleinen Formen über Familien, Nachbarschaften, Vereinen, ethnischen Gruppen, Religionsgemeinschaften bis zu Nationen, denen Millionen Menschen angehören und die Jahrhunderte überdauern können.«
»Und wenn wir rational handeln?«
»Du hast gut aufgepasst!«
»Danke …
»Wenn wir rational handeln, so dass Interessen unsere Einstellungen bestimmen, nehmen die Beziehungen gesellschaftliche Formen an. Wir fühlen uns zusammengehörig, weil wir unsere Interessen verbinden oder ausgleichen.«
»Wie Arbeiter, wenn sie in die Gewerkschaft gehen …
»Auch hier gibt es kleine und große Formen: Studenten, die in einer Arbeitsgruppe aufs Examen pauken, bis hin zu Universitäten, Konzernen, Parteien, Staaten und internationalen Organisationen.«
»Lässt sich das wirklich so sauber trennen? Studenten können doch auch befreundet sein und sich sogar verlieben.«
»Natürlich. Viele Beziehungen sind Mischungen.«
»Und was haben wir beide für eine Beziehung?«
»Uns verbindet unser gemeinsames Interesse an der Soziologie. Aber, wie gesagt, wer weiß, was daraus wird …
»Vielleicht sind wir schon bald die besten Freundinnen!«
»Die Chance dafür besteht durchaus.«
»Meinst Du?«
»Schau’ Dich um! Wie viele Menschen siehst Du?«
Paulette blickt über Agnès Schulter hinweg zum Ufer: »Jede Menge …
»Und wie viele davon dürften sich für Soziologie interessieren?«
»Die wenigsten, wahrscheinlich sind wir die Einzigen.«
»Das ist der Punkt! Wenn wir uns in Paris auf einem Kongress begegnet wären, auf dem es vor Soziologinnen und Soziologen wimmelt, dann hätte uns unser gemeinsames Interesse an der Soziologie zwar auch miteinander verbunden, aber es hätte uns ebenso mit allen anderen verbunden. Dann wäre die Chance, dass wir uns treffen und vielleicht anfreunden, wesentlich geringer gewesen. Jede von uns hätte sich ebensogut mit jemandem Anderen treffen können. Hier am Strand verbindet dieses Interesse nur uns beide. Dadurch entsteht ein Gefühl der Einzigkeit, das unser Fremdsein schnell vergessen sein lässt und eine unmittelbare Nähe und Wärme stiftet … wie bei frisch Verliebten, die meinen anfangs auch, dass ihre Beziehung einmalig sei, bis sie dann irgendwann merken, dass sie nur einem typischen Ablauf sozialen Handelns folgen und dass, wenn sie nicht zufällig dieser Person begegnet wären, irgendeine andere die gleiche Bedeutung für sie gewonnen hätte. Dann kommt es zur Entfremdung …
»Hast Du schlechte Erfahrungen mit der Liebe gemacht?«
Ein Krachen lässt die beiden hochfahren. Zwei Surfer sind kollidiert und ins Wasser gestürzt. Nachdem sie prustend wieder aufgetaucht sind, schnellen sie wie Kampffische aufeinander zu, um sich zu fetzen. Agnès zuckt gelassen mit den Schultern.
»Ist das asoziales Handeln!«, will Paulette wissen.
»Nein, auch das ist soziales Handeln. Moralisch gesehen mag ein Kampf asozial sein, soziologisch ist er soziales Handeln, weil sich die Kämpfenden aneinander orientieren. Sie können sogar eine soziale Beziehung eingehen, die sich eben dadurch auszeichnet, dass beide ihren Willen gegen den Widerstand des Anderen durchzusetzen versuchen. Dabei können alle typischen Motive im Spiel sein: traditionale, emotionale und rationale. Und es kann mehr oder weniger gewaltsam zugehen.«
Die Surfer lassen schnell wieder voneinander ab und kraulen zu ihren Brettern.
»Folgen die Kämpfenden auch typischen Abläufen?«
»Klar, selbst die Barbarei kennt Regelmäßigkeiten, nicht anders als die Konkurrenz, die sich nicht an Regeln halten will. Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt, heißt es zwar. Aber das bedeutet nicht, dass sich nicht immer wieder dieselben Dramen abspielen, wenn sie sich abschlachten oder um die Gunst einer bestimmten Person buhlen.«
»Wer buhlt hier um wen?« Vor ihnen strahlt ein braungebrannter Mann mittleren Alters. Er lächelt ein Siegerlächeln, als wolle er einen Preis entgegennehmen.
Portrait
Prof. Dr. rer. soc. habil. Gerhard Wagner, geb. 1958; Studium der Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg, Magister Artium 1987; Promotion 1992 und Habilitation 1998 an der Universität Bielefeld; Lehr- und Forschungstätigkeiten an den Universitäten Heidelberg, Bielefeld, Leipzig, Würzburg und Zürich; seit 2004 Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftstheorie/Logik der Sozialwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 144
Erscheinungsdatum 31.10.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-938808-52-8
Verlag Velbrück
Maße (L/B/H) 211/126/12 mm
Gewicht 180
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 93.638
Buch (gebundene Ausgabe)
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Soziologie mal anders... oder: die vielleicht beste Einführung in die Soziologie
von DB aus MöWa am 24.09.2008

Soziologie mal anders... Paulette, eine junge Französin, die lieber Soziologie studieren möchte, als sich in Paris mit diversen Jobs über Wasser zu halten, lernt in ihrem Urlaub in der Bretagne Angès, ihre Surflehrerin kennen. Angès jedoch ist nicht nur Surflehrerin, sondern auch studierte Soziologin, und erklärt sich bereit, den schier... Soziologie mal anders... Paulette, eine junge Französin, die lieber Soziologie studieren möchte, als sich in Paris mit diversen Jobs über Wasser zu halten, lernt in ihrem Urlaub in der Bretagne Angès, ihre Surflehrerin kennen. Angès jedoch ist nicht nur Surflehrerin, sondern auch studierte Soziologin, und erklärt sich bereit, den schier unbegrenzten Wissensdurst Paulettes in Bezug auf die Soziologie zu stillen. Paulette und Agnès erleben eine ereignisreiche Woche, in der jeder Tag einem bestimmten soziologischen Thema gewidmet ist. So erfährt Paulette nicht nur, was hinter dem beliebten Reservieren von Liegestühlen am Strand steckt oder warum manche Menschen am Strand auf „oben ohne“ stehen, andere aber auch nicht. Fast nebenbei werden Themen wie soziales Handeln, Macht/Recht/Herrschaft, soziale Beziehungen u. v. m. behandelt, auch die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft wird ausführlich erzählt, und das alles, ohne dass man das Buch gelangweilt aus der Hand legen möchte. Gerhard Wagner versteht es, die zum Teil komplexen soziologischen Themen anschaulich in die Romanhandlung zu integrieren, ohne dabei den Bezug zur eigentlichen Handlung zu verlieren – denn diese ist mindestens genauso spannend wie die wissenschaftlichen Aspekte, die vermittelt werden sollen. Dabei erscheinen die Erlebnisse des Tages und die dazugehörigen Erläuterungen Angès’ bzw. die Dialoge zwischen Paulette und Agnès keineswegs konstruiert, die Figuren sind klar gezeichnet; vielmehr freut man sich während der Lektüre auf die (auf)klärenden Worte von Paulettes Lehrerin, da man selbst von Neugier gepackt wird. Der Handlungsort – Sommer, Sonne, Strand und Meer an der französischen Bretagne – schafft eine ideale Atmosphäre für die Handlung um Paulette. Dem Autor gelingt demnach das Kunststück, einen spannenden Roman verfasst zu haben, der – fachlich wie literarisch – restlos überzeugt und sich positiv von den vielen, zum Teil ‚trockenen’ Einführungen in die Soziologie abhebt.

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Für Einsteiger
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 05.10.2010

Dieser Roman streift die wichtigsten Themen und "Gründerväter" der Soziologie. Durch die Romanform wird einem dabei bewußt, wie stark das tägliche Leben soziologisch "durchdrungen" ist. Allerdings kommt das Buch über ein Anschneiden der Themen nicht hinaus, das ist aber wohl auch nicht Ziel. Mir hat es gut getan, das Buch zu... Dieser Roman streift die wichtigsten Themen und "Gründerväter" der Soziologie. Durch die Romanform wird einem dabei bewußt, wie stark das tägliche Leben soziologisch "durchdrungen" ist. Allerdings kommt das Buch über ein Anschneiden der Themen nicht hinaus, das ist aber wohl auch nicht Ziel. Mir hat es gut getan, das Buch zu lesen, bevor mein Soziologie-Studium begann, dadurch habe ich ein Gefühl für das Fach bekommen. Aber: es ist kein "Roman zum Schmöckern", der Leser merkt schon deutlich, dass hier Fachwissen (auf andere Art) vermittelt werden soll.

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