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Schmale Pfade

Roman

(6)
Der alte Jim Kennoway hat seine Frau verloren und mit ihr den Willen zu leben, nun wohnt er zurückgezogen auf einer Insel vor der Küste Maines. Der einst anerkannte Ornithologe hat inzwischen nur noch drei Dinge im Sinn: trinken, rauchen und vergessen. Doch mitten im Sommer taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Cadillac Baketi, eine junge Salomonerin, hoch aufgeschossen, schlau und erfrischend unverblümt, ist die Tochter von Tosca gemeinsam
mit ihm als Inselscout hatte Jim 1943 während des Pazifikkriegs japanische Schiffe ausgespäht. Jetzt, dreißig Jahre später, schickt ihm Tosca seine Tochter, denn sie soll sich an das Leben in Amerika gewöhnen, bevor sie im Herbst ihr Medizinstudium in Yale beginnt.
Jim ist bedient, er kann keinen Besuch gebrauchen
und schon gar keinen, der Erinnerungen an den Krieg, seine Jugend und seine große Liebe heraufbeschwört. Möglicherweise aber ist Cadillac genau die Richtige, um ihm dabei zu helfen, seinen Frieden mit einem düsteren Kapitel seiner Vergangenheit zu machen.
In einer an Bildern reichen, intensiven Sprache erzählt Alice Greenway die Geschichte eines Mannes, den das Schicksal im Lauf seines Lebens immer aufs Neue herausgefordert hat. Die sommerliche Küstenlandschaft Maines und die Wildheit des Südpazifiks bilden die Kulisse für diesen bewegenden Roman, in dem Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit auf irritierend schöne Weise eingebettet sind in Beschreibungen einer Natur, die ein Versprechen von Glück und Verheißung in sich trägt und weder Gewalt noch Krieg duldet.
Portrait
Alice Greenway, 1964 in Washington, D. C. geboren, wuchs
als Tochter eines Auslandskorrespondenten in Hongkong,
Bangkok, Washington, Jerusalem und Massachusetts auf;
später studierte sie an der Yale University. Ihr erster Roman,
Weiße Geister (mare 2008), war ein großer Erfolg bei Publikum
und Presse. Alice Greenway lebt in Edinburgh, Schottland.

Klaus Modick, geboren 1951, studierte Germanistik, Kunstgeschichte,
Philosophie und Geschichte, promovierte über
Lion Feuchtwanger und lebt heute als freier Schriftsteller
und Übersetzer in Oldenburg. Sein zuletzt erschienener
Roman Konzert ohne Dichter (2015) hielt sich monatelang
auf der Spiegel-Bestsellerliste. Für sein umfangreiches Werk
wurde Klaus Modick mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 09.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86648-232-6
Verlag Mareverlag
Maße (L/B/H) 208/130/38 mm
Gewicht 527
Auflage 1. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00
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Ein sehr bewegender Roman mit langem Nachhall, großartig erzählt.
von Liane Marth / LimaKatze am 21.02.2016

KLAPPENTEXT: Der Besuch ist alles andere als eine willkommene Überraschung: Endlich war es Jim Kennoway gelungen, sich nach einer Reihe von Schicksalsschlägen in die Einsamkeit einer Insel vor Maine zurückzuziehen, da taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Der einst angesehene Ornithologe ahnt, woher sie kommt und welche Fragen sie... KLAPPENTEXT: Der Besuch ist alles andere als eine willkommene Überraschung: Endlich war es Jim Kennoway gelungen, sich nach einer Reihe von Schicksalsschlägen in die Einsamkeit einer Insel vor Maine zurückzuziehen, da taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Der einst angesehene Ornithologe ahnt, woher sie kommt und welche Fragen sie ihm stellen könnte – doch wünscht er sich um keinen Preis, an den Krieg, seine Jugend oder gar seine große Liebe erinnert zu werden … ZUM INHALT: Jim Kennoway, 1903 geboren, ist ein gebrochener und verbitterter Mann, als er sich im Jahr 1973 in das Sommerhaus seiner Kindheit zurückzieht. Er will allein sein, und von nichts und niemandem gestört werden. Doch dann erhält er ungewollt überraschenden Besuch: Die junge Salomonerin Cadillac Baketi. Sie soll den Sommer bei Jim verbringen, um sich in den USA einzuleben, bevor sie ihr Medizinstudium in der Yale University antritt. Durch ihre Herkunft werden bei Jim jahrzehntelang verdrängte Erinnerungen geweckt. Erst recht, als die ungezwungene Cadillac Fragen stellt, zu denen sich bisher niemand getraut hätte. Durch ihre ehrliche und behutsame Art findet sie nach und nach Zugang zu Jim, und bei dem ehemaligen Ornithologen öffnet sich ein Ventil. Die Erinnerungen überfluten ihn förmlich, während er Rückschau auf sein bisheriges Leben hält und vieles bereut. Reue über Fehler, die von ihm gemacht wurden, und vor allem Reue darüber, dass er einst die Vogelkunde über die Liebe stellte. Bereits in Kindertagen fühlte sich der schon immer introvertierte Jim am wohlsten, wenn er sich in die Natur zurückziehen konnte. Einschneidende Erlebnisse in seiner Jugend sollten ihn allerdings für immer prägen. Der Junge liebte die Natur und vor allem die Welt der Vögel, und wurde somit zu einem leidenschaftlichen Vogelkundler und zu einem anerkannten Ornithologen. Die traumatisierenden Erfahrungen während der Dienstzeit im zweiten Weltkrieg, sowie einige falsch getroffene Entscheidungen, trieben Jim dann später in die Alkoholabhängigkeit und zur Nikotinsucht. Als im Jahr vor seinem Rückzug in das Sommerhaus eine Beinamputation erforderlich wurde, brach für Jim endgültig alles zusammen. Er fühlte sich abgeschnitten von der Welt und seinen bisherigen Möglichkeiten. Eine Katastrophe für einen Mann, der bisher ein derart selbstbestimmtes Leben führte. MEIN FAZIT: Mit „Schmale Pfade“ ist der Autorin Alice Greenway ein äußerst beeindruckendes und sehr bewegendes Werk gelungen. Das Leichtigkeit vermittelnde Cover lässt allerdings nicht die inhaltliche und emotionale Wucht vermuten, die in dieser Lektüre steckt. Durch gekonnt eingesetzte Sprache werden für den Leser die Gefühle der Protagonisten spürbar gemacht und Handlungsorte vor dem inneren Auge lebendig. Die zeitlichen Rückblenden, die Sprünge zu den unterschiedlichen Schauplätzen, sowie die wechselnd eingenommen Blickwinkel erfordern Aufmerksamkeit, können durchaus anstrengend sein und brauchen eventuell eine Eingewöhnungsphase. Auf der anderen Seite ergibt sich dabei ein immer klareres Bild von der Hauptfigur Jim Kennoway. Überhaupt wurden sämtliche Charaktere sehr fein und glaubwürdig herausgearbeitet, wobei mir Cadillac Baketi ganz besonders gefallen hat. Bildhafte Naturbeschreibungen lockern den oftmals recht bedrückenden Lesestoff auf und sorgen für Entspannung, und ganz nebenbei wird der Leser in die Welt der Ornithologie eingeführt. Hier und da wurden mir die naturkundlichen Ausführungen allerdings etwas zuviel. An dieser Stelle hätte ich mir mehr über die Personen gewünscht, die im Buch nach meiner Ansicht etwas zu kurz kamen, obwohl sie eine wichtige Rolle in Jims Leben spielten. Doch insgesamt gesehen ist dieser Roman unbedingt empfehlenswert und dürfte auch der anspruchsvollen Leserschaft zusagen. Eine eindringliche und aufwühlende Lektüre mit starken Charakteren, einer mitreißenden Lebensgeschichte und einem Hauptprotagonisten, der polarisiert. Die Autorin wahrt eine gewisse Distanz zu den Handlungsgeschehnissen und ihren Romanfiguren, bewertet nichts, und lässt dem Leser damit freien Raum für eigene Gedanken und Auslegungen. Nach einem berührenden und versöhnlichen Ende des Buches bleibt viel Stoff zum Nachdenken, und ich empfand tiefes Mitgefühl für den vom Leben gezeichneten Jim Kennoway. Zunächst tendierte ich aufgrund meines oben genannten Kritikpunktes, der allerdings Ansichtssache ist, zu vier Sternen. Die großartige Erzählkunst und das hervorragende Einfühlungsvermögen der Autorin verdienen in meinen Augen dann aber einen Extrapunkt. Deshalb vergebe ich für diese herausragende Leseerfahrung sehr gerne fünf Sterne.

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Ein melancholischer Roman über das Vergessen und das Erinnern
von louella2209 am 10.02.2016

Inhalt: Jim Kennoway lebt sehr zurückgezogen auf einer kleinen Insel vor Maine. Verbittert über das Leid, das er in seinem Leben ertragen musste, verzichtet er weitestgehend auf menschliche Gesellschaft. Selbst seinem Sohn verweigert er den Zugriff zu seiner Seele. Der Besuch einer lebensfrohen jungen Frau, Tochter seines einstigen Freundes und Kriegskamerad... Inhalt: Jim Kennoway lebt sehr zurückgezogen auf einer kleinen Insel vor Maine. Verbittert über das Leid, das er in seinem Leben ertragen musste, verzichtet er weitestgehend auf menschliche Gesellschaft. Selbst seinem Sohn verweigert er den Zugriff zu seiner Seele. Der Besuch einer lebensfrohen jungen Frau, Tochter seines einstigen Freundes und Kriegskamerad lassen ungewollt, längst vergessene Erinnerungen hochkommen. Jim muss sich nun unfreiwillig der Tragweite seiner Entscheidungen stellen, den Verlust seiner großen Liebe, die Erkenntnis seiner Leidenschaft, dem Erforschen der Vögel nicht mehr nachgehen zu können und schmerzhafte Kriegserlebnisse lassen ihn in ein tiefes Loch fallen. Meine Meinung: Ein Buch der leisen Töne, das dennoch intensive Momente und präzise gezeichnete Charaktere zu bieten hat. Die Autorin hat schon mit ihrem Roman "Weiße Geister" bewiesen, das sie die Kunst des Erzählens beherrscht und dem Leser selbst schwierige Persönlichkeiten näher bringen kann. Jim Kennoway ist so einer. Er steht sich sein ganzes Leben selbst im Weg. Die Sturheit und die Eigenheiten lassen den Leser verzweifeln. Man wünscht sich insgeheim, das Jim seinem Leben mit dem Besuch der jungen Cadillac, einen neuen Sinn geben könnte. Stattdessen wird man Zeuge traumatischer Kriegserlebnisse, die die Autorin unbeschönigt und mit voller Wucht darstellt. Dann entführt sie einen wieder mit einer poetischen Leichtigkeit in die Schönheiten der Natur, in Zeiten, in denen Jim glücklich war und bricht damit die Melancholie wieder auf. Ein formvollendetes Stück anspruchsvoller Literatur, das sich nicht in einem Rutsch weglesen lässt. Wer sich Zeit nimmt um in die sprachliche Virtuosität einzutauchen wird mit ergreifenden Lesemomenten belohnt. 5 Sterne von mir, allein schon um dem Schreibstil von Alice Greenway Tribut zu zollen.

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poetisch, ruhig und grausam
von Andrea Karminrot aus Berlin am 24.01.2016

Alice Greenway zeigt uns in ihrem Roman einen Mann der griesgrämiger nicht sein könnte. Jeder der Jim zu Nahe kommt, wird von ihm “verbissen” und angeknurrt. Nur wenige Menschen haben etwas Zugang zu dem ehemaligen Ornithologen und Soldaten. Er hat sich in Maine, in seinem alten Sommerhaus aus Kindertagen,... Alice Greenway zeigt uns in ihrem Roman einen Mann der griesgrämiger nicht sein könnte. Jeder der Jim zu Nahe kommt, wird von ihm “verbissen” und angeknurrt. Nur wenige Menschen haben etwas Zugang zu dem ehemaligen Ornithologen und Soldaten. Er hat sich in Maine, in seinem alten Sommerhaus aus Kindertagen, einen Rückzugsort geschaffen. Abgeschnitten von allem, versorgt durch einen alten Freund und dessen Tochter. Jim macht seinen Sohn Fergus dafür verantwortlich, dass ihm das halbe Bein abgenommen wurde und ertränkt seine Gedanken und Erinnerungen mit Gin und Whisky. Aber es ist nicht nur der Ärger über das Bein, das den belesenen Mann so wütend macht. Die Erinnerungen aus Kindertagen (1917) und dem Pazifik Krieg 1943 machen dem Alten zu schaffen, als eine junge Frau 1973 bei ihm einzieht. Cadillac ist die Tochter eines hawaiianischen Freundes aus Kriegstagen, hat ein Stipendium für die Yale University erhalten, möchte Ärztin werden und soll sich bei Jim an Amerika gewöhnen. Sie wirkt auf Jim, mit ihrer natürlichen und leichten Art, wie ein Schlüssel zu seinen verschlossenen Erinnerungen und beginnt den alten Knurrhahn auf zu weichen… Die einzelnen Charaktere in diesem Buch lassen uns an ihren Gedanken teilhaben und zeigen damit die verschiedenen Ansichten des Geschehenen. Alice Greenway hat einen ruhigen, fließenden Roman über grausige Zeiten geschrieben. Sie springt leicht und überschaubar zwischen den Jahren und den Erinnerungen der Figuren hin und her. Beleuchtet die Situationen, in denen Jim sich befand (und befindet) aus vielen Blickwinkeln, so dass man Verständnis für den knurrigen Alten bekommt. Cadillac ist dabei eine ganz wichtige und wunderbare Figur, die immer wieder dafür sorgt, dass Jim sich immer weiter öffnet und die Geschichte klarer wird. Jim war Ornithologe und hat sich sein Leben lang mit den gefiederten Gesellen beschäftigt. Alice Greenway beschreibt die verschiedenen Vogelarten und wie sie gefangen und ausgestopft werden, damit lockert sie die schwere Kost des Krieges auf, lenkt den Blick auf eine friedliche, farbenfrohe und bizarre Welt.

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Ruhig und bewegend
von Everett am 31.01.2016

Anfang der siebziger Jahre in einem Sommerhaus auf einer Insel der Penobscot Bay. Bereits zum Winterende zieht Jim in das Haus ein. Ihm wurde ein Bein abgenommen, er trinkt und raucht zu viel, er ist eher zynisch und grantelig. Jim war/ist Ornithologe und vieles erfährt man im Buch auch... Anfang der siebziger Jahre in einem Sommerhaus auf einer Insel der Penobscot Bay. Bereits zum Winterende zieht Jim in das Haus ein. Ihm wurde ein Bein abgenommen, er trinkt und raucht zu viel, er ist eher zynisch und grantelig. Jim war/ist Ornithologe und vieles erfährt man im Buch auch über Vögel, seine Forschungen und Präparieren. Er will für sich alleine sein, trinken und an die Vergangenheit denken. Doch im Sommer kommt Cadillac, die Toch-ter seine Freundes aus der Südsee, wo er während des Krieges war. Durch ihre Anwesenheit kommen seine Erinnerungen verstärkt hoch. Durch Rückblicke in seine Kindheit und die Zeit während des Krieges lernt der Leser Jim näher kennen, vielleicht auch verstehen. Dieser Roman ist ruhig, mit einem angenehmen Stil geschrieben, der gut zu lesen ist. Manchmal sind die Zeitsprünge etwas anstrengend, aber dadurch erfährt man mehr über Jim, und das ist gut eingesetzt. Durch die ruhige Art fesselt das Buch auf seine spezielle Wei-se. Neben Jims Leben erfährt man einiges über diesen unsäglichen Krieg, seine große Liebe, der Freundschaft und der Ornithologie. Das Ende ist traurig und auch sehr stimmig. Es ist erstaunlich, wie viel auch ein ruhiger Roman, ohne wahnsinnigen Spannungsbogen, bewirken können. Toller Stil.

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Im Alleingang durch ein schweres Leben
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Jim Kennoway, einst Ornithologe und begeisterter Naturkundler sitzt mittlerweile an den Rollstuhl gefesselt in der Einöde seines Sommerhauses in Maine. Schon vor langer Zeit hat er sich aus dem gesellschaftlichen Leben verabschiedet, um in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Natur seinen Frieden zu finden. Doch die Geister seiner Vergangenheit... Jim Kennoway, einst Ornithologe und begeisterter Naturkundler sitzt mittlerweile an den Rollstuhl gefesselt in der Einöde seines Sommerhauses in Maine. Schon vor langer Zeit hat er sich aus dem gesellschaftlichen Leben verabschiedet, um in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Natur seinen Frieden zu finden. Doch die Geister seiner Vergangenheit lassen sich nur schwer vertreiben – zu lebensverändernd und elementar waren ihre Auswirkungen. Seine Kriegserlebnisse von 1943, als er im Einsatz gegen die Japaner auf den Salomonen stationiert war aber auch den Verlust seiner Frau, die gespaltene Beziehung zu seinem Sohn und nicht zuletzt das Hadern mit seinem Gesundheitszustand machen ihn zu einem alten Mann, der verbittert und grüblerisch den Lebensabend verbringt. Als die junge Tochter seines ehemaligen Freundes ihn besuchen kommt, fühlt er sich einerseits gestört, beginnt aber andererseits über die vergangenen Jahrzehnte nachzudenken und seine Lehren daraus zu ziehen … Der Aufbau des Romans ist sehr vielschichtig, intensiv und umfassend gestaltet. Eine poetische, melancholische Grundstimmung gepaart mit detailgetreuen Naturbeschreibungen sorgt dafür, dass man die Sprache und den Schreibstil einfach mögen muss und sich trotz einiger Längen im Mittelteil bestens unterhalten fühlt. Auch die wechselnden Erzählebenen zwischen Vergangenheit und Gegenwart reflektieren den Inhalt ausgesprochen treffend und konstruieren ganz hervorragend die Charakterstudie eines Menschen, seine Stärken und Schwächen, seine Hoffnungen und Träume ebenso wie seine Errungenschaften und Verluste. Das Besondere an diesem Buch ist die Ambivalenz, die der Leser zum Hauptprotagonisten des Buches entwickelt. Denn Jim ist jemand, den man weder mögen noch hassen kann, der immer zweierlei Gefühle anspricht und doch ein absolut geradliniger, in sich geschlossener Charakter ist. Dieses Phänomen schreibe ich der Erzählkunst der Autorin zu Gute und es gibt für mich auch den Ausschlag für meine positive Bewertung. Fazit: Diesen Roman prägt ein ganz eigener Erzählstil, der eine tragische Lebensgeschichte und die Berufung zum Ornithologen verbindet, so dass ein umfassendes Gesamtbild entsteht, welches für die Einzigartigkeit eines Menschen plädiert, für ein Leben im Einklang mit persönlichen Wünschen und Befindlichkeiten und der überzeugend vermittelt, warum die Kraft zwischenmenschlicher Beziehungen auf lange Sicht nicht zu unterschätzen ist. Ich vergebe 4 Sterne für richtig gute, zeitgenössische Belletristik.

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Jim und sein schmerzvolles Leben
von einer Kundin/einem Kunden aus wien am 03.02.2016

Jim Kennoway, einst ein angesehener Ornithologe, der einsam und verbittert zurückgezogen auf einer Insel vor Main lebt, erhält überraschend Besuch von einem ungewöhnlichen Mädchen. Cadillac Baketi, ist die Tochter von Tosca, der mit ihm 1943 während des Pazifikkrieges japanische Schiffe ausgespäht hat. Cadillac möchte im Herbst ihr... Jim Kennoway, einst ein angesehener Ornithologe, der einsam und verbittert zurückgezogen auf einer Insel vor Main lebt, erhält überraschend Besuch von einem ungewöhnlichen Mädchen. Cadillac Baketi, ist die Tochter von Tosca, der mit ihm 1943 während des Pazifikkrieges japanische Schiffe ausgespäht hat. Cadillac möchte im Herbst ihr Medizinstudium beginnen und die Sommermonate bei ihm in seinem Sommerhaus verbringen. So beginnt die Geschichte eines Mannes, dessen Leidenschaft, die Vogelkunde, sein ganzes Leben begleitet hat. Über diese hat er auch eine tiefe Beziehung zu Tosca aufgebaut, vor allem, als er diesem als Junge ein Präparationsbesteck schenkt. In ihm hat Jim einen treuen Freund gefunden. Als Insulaner der Salomonen war Tosca als Führer und Kundschafter tätig und hat Jim oft überrascht mit welchen einfachen Mitteln er ihm immer wieder verschiedenste Vögel zum präparieren gebracht hat. In immer wiederkehrenden Rückblenden erfährt man auch von Jims Jugend, die geprägt war von der Lieblosigkeit seines Großvaters und eines tragischen Bootsunfalls des Bootsführers Pieter, zu dem er eine tiefe Beziehung hatte. Jim leidet sehr unter dem Tod seiner Frau Helen und unter seiner Bein Amputation. Er macht jeden für seine Trauer und seinen Schmerz verantwortlich. Die schlimmen Kriegserlebnisse möchte er hinter sich lassen, aber durch den Besuch Cadillacs kommen Erinnerungen hoch, die er schon vergessen glaubte. Die Geister der Vergangenheit holen ihn immer wieder ein, bis es zum bitteren Ende kommt. Der Roman ist geprägt durch die leisen Töne und die Einfachheit der Sprache. Es gibt viele Naturbeschreibungen und vor allem für Interessierte der Vogelkunde, sehr viele detaillierte Erklärungen über Aussehen, Eigenarten… der Tiere. Das und der Umstand, dass die Geschichte sich sehr langsam aufbaut, haben bei mir leider nicht wirklich den Funken überspringen lassen.

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