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Sei mir ein Vater

Roman

(8)
Pariser Avantgarde trifft Niederrhein
In ihrem neuen Roman verwebt Anne Gesthuysen eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem spektakulären Leben einer französischen Malerin. Eine Expedition auf den Spuren eines geheimnisvollen Gemäldes wird zur letzten Reise eines ungewöhnlichen Trios. Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten. Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus,
die Lilies Ururgroßtante war. Über ihre ungewöhnliche Kunstkarriere, ihre bedingungslose Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat, über ihre innige Freundschaft zu Matisse, den sie schon förderte, noch bevor er in der Kunstwelt anerkannt wurde, über ihre Abenteuer unter den Künstlern und Politikern im Paris der Belle Époque. Die Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Malerin verbindet sich mit einer so anrührenden wie tröstlichen Reise des Abschieds. So witzig, traurig und verrückt wie das Leben selbst.
Rezension
"Berührend. Und sehr lesenswert." Brigitte 20151222
Portrait

Anne Gesthuysen, ist 1969 am unteren Niederrhein in dem kleinen Dorf Veen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur ging sie in die Großstadt. Doch vieles ist dem Landei bis heute fremd geblieben. Sie kann Ochse und Stier selbstverständlich unterscheiden, aber der Unterschied zwischen S-Bahn und Straßenbahn ist ihr nach wie vor ein Rätsel. Anne Gesthuysen hat Journalistik und Romanistik studiert. Seit 1987 arbeitet sie als Reporterin und Autorin von Dokumentationen für diverse Fernsehsender. Zwischendurch machte sie einen Abstecher zum französischen Radio. Seit 15 Jahren steht sie auch vor der Kamera, die bisher längste Zeit für das ARD-Morgenmagazin, das sie seit 2004 moderiert. Sie lebt mit Mann und Kind in Köln.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 12.11.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-04832-2
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 208/135/38 mm
Gewicht 518
Verkaufsrang 39.646
Buch (gebundene Ausgabe)
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„Eine Geschichte, die berührt und bewegt“

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

"Sei mir ein Vater" ist eine Roman, der von der ersten Seite berührt und bewegt. Da ist zum Einen die Geschichte von Lilli, Hanna und deren schwerkrankem Vater und gleichzeitig geht es um die spannende Lebensgeschichte der Malerin Georgette Agutte. Beide Geschichten sind mit einander verwoben und Anne Gesthuysen gelingt es die Geschichte "Sei mir ein Vater" ist eine Roman, der von der ersten Seite berührt und bewegt. Da ist zum Einen die Geschichte von Lilli, Hanna und deren schwerkrankem Vater und gleichzeitig geht es um die spannende Lebensgeschichte der Malerin Georgette Agutte. Beide Geschichten sind mit einander verwoben und Anne Gesthuysen gelingt es die Geschichte einem Film gleich zu erzählen. Ein mysteriöser Raubversuch führt die drei im tragischen Moment des bevorstehenden Todes des leiblichen und des "Wahl"-Vaters zusammen. Die Freundschaft der beiden Frauen wird noch tiefer und beide Handlungen laden ein dran zu bleiben und in die Geschichte einzutauchen. Nebenbei erfährt man auch einiges über die Malerei und die Künstler rund um Matisse und Pissarro. Es gibt wenig Autoren, die es schaffen Geschichten so spannend zu verweben und gleichzeitig unterschiedliche Empfindungen auszulösen. Ich wünsche diesem Buch viele Leserinnen.

„Wunderschön“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Eine wunderschön erzählte wahre Geschichte über die Freundschaft zweier Mädchen, entstanden durch einen Schüleraustausch mit Frankreich. Im Mittelpunkt steht ein geheimnisvolles Gemälde der Belle-Époque. Eine wunderschön erzählte wahre Geschichte über die Freundschaft zweier Mädchen, entstanden durch einen Schüleraustausch mit Frankreich. Im Mittelpunkt steht ein geheimnisvolles Gemälde der Belle-Époque.

„Wunderbarer Vater - wunderbare Töchter“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Die in Paris lebende Lilie erfährt, dass ihr "Wahlvater vom Niederrhein" unheilbar erkrankt ist, macht sie sich sofort auf den Weg dorthin. Am Tag vor ihrer Abreise wird sie in ihrer Wohnung überfallen, der Einbrecher hat es auf altes Bild abgesehen. Kurzerhand rollt Lilie dies zusammen und nimmt es mit an den Niederrhein. Als dort Die in Paris lebende Lilie erfährt, dass ihr "Wahlvater vom Niederrhein" unheilbar erkrankt ist, macht sie sich sofort auf den Weg dorthin. Am Tag vor ihrer Abreise wird sie in ihrer Wohnung überfallen, der Einbrecher hat es auf altes Bild abgesehen. Kurzerhand rollt Lilie dies zusammen und nimmt es mit an den Niederrhein. Als dort ein Restaurator weitere Entdeckungen macht, drängt der kranke Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Gemeinsam mit seiner leiblichen Tochter Hanna begeben sich die drei auf Spurensuche. Hierbei recherchieren sie in Frankreich und der Karibik und erfahren viel über das glamouröse und faszinierende Leben der Malerin Georgette Agutte, einer in Vergessenheit geratenen Malerin aus der Zeit der Kunstszene des beginnenden 20. Jahrhunderts. Diese auf zwei Zeitebenen geschriebene ungewöhnliche Familiengeschichte basiert auf autobiographischem Hintergrund. Genau das macht ihn so lesenswert und lebhaft. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Lachen und Weinen liegen nah beieinander. Einfach wunderbar.

„Eine spannende Suche!“

Saidjah Hauck, Thalia-Buchhandlung Köln, Rhein-Center

Lilie wird überfallen. Allem Anschein nach war der Dieb auf der Suche nach einem Bild, das vor langer Zeit im Besitz Ihrer Vorfahrin Georgette Agutte war. Kurz darauf erfährt sie, dass ihr Wahlvater todkrank ist. Sofort macht sie sich auf dem Weg an den Niederrhein. Hannah, Herrmann und Lilie versuchen dem Rätsel um das Bild näher zu Lilie wird überfallen. Allem Anschein nach war der Dieb auf der Suche nach einem Bild, das vor langer Zeit im Besitz Ihrer Vorfahrin Georgette Agutte war. Kurz darauf erfährt sie, dass ihr Wahlvater todkrank ist. Sofort macht sie sich auf dem Weg an den Niederrhein. Hannah, Herrmann und Lilie versuchen dem Rätsel um das Bild näher zu kommen, was Herrmann neuen Lebenswillen gibt.

Anne Gesthuysen schafft es spielend den Leser im Banne der Geschichte zu ziehen. Mann will gar nicht mehr aufhören. Zum einen wird die Geschichte von Lilie und ihre Verbindung nach Deutschland erzählt und zum anderen die Geschichte von Georgette Agutte und Marcel Sembat, ein schillerndes Paar der Belle Epoque mit Verbindungen zur Politik und zur Kunstszene.

Sehr spannend erzählt, interessant und Lehrreich dazu. Wunderbar zu lesen!

„Berührend und lesenswert“

Heidrun Kruschel, Thalia-Buchhandlung Cuxhaven

In ihrem neuen Roman verwebt Anne Gesthuysen eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem spektakulären Leben der französischen Malerin Georgette Agutte. - Berührend und sehr lesenswert!

In ihrem neuen Roman verwebt Anne Gesthuysen eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem spektakulären Leben der französischen Malerin Georgette Agutte. - Berührend und sehr lesenswert!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Leuna

Ein Gemälde offenbart die bisher unbekannte Familiengeschichte. Spannend, bewegend und rührend. Ein Gemälde offenbart die bisher unbekannte Familiengeschichte. Spannend, bewegend und rührend.

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Eine Reise in die Vergangenheit
von leseratte1310 am 20.12.2015

Lilie überrascht in Paris einen Einbrecher in Ihrer Wohnung, der ein altes Bild stehlen will, das sie von ihrem Vater bekam. Dabei entdeckt sie einen Brief im Bilderrahmen, Es ist der Brief einer Georgette Agutte an ihren Vater. Lilie wollte gerade zu ihrem Gastvater Hermann an den Niederrhein reisen,... Lilie überrascht in Paris einen Einbrecher in Ihrer Wohnung, der ein altes Bild stehlen will, das sie von ihrem Vater bekam. Dabei entdeckt sie einen Brief im Bilderrahmen, Es ist der Brief einer Georgette Agutte an ihren Vater. Lilie wollte gerade zu ihrem Gastvater Hermann an den Niederrhein reisen, da er an Krebs erkrankt ist. Sie will ihrer Freundin Hanna und ihrem Vater beistehen. Da Hermann Geheimnisse mag, nimmt sie kurzerhand das Bild und den Brief mit. Lilie hat eine ganz besondere Beziehung zu Hanna und ihrem Vater. Als sie seinerzeit dort zu Gast war, hat sie erstmals erlebt, was Familie bedeutet. Sie bat Hermann: "Sei mir ein Vater". Ihr eigener Vater war ein Lebenskünstler, den es in die weite Welt trieb. Auch ihre Mutter konnte ihr keinen Halt geben. Durch einen Restaurator erfährt Lilie mehr. Die Gegenstände bergen ein Geheimnis. Ihre Vorfahrin Georgette Aquette war eine bekannte Malerin, die mit dem Marcel Sambet Politiker verheiratet war. Das inspiriert Hermann dazu, sich mit Lilie und Hanna auf die Suche zu machen, um das Geheimnis aufzuklären. So lernen wir in einem weiteren Strang, der in der Vergangenheit spielt, das Leben der Malerin kennen. Sie war bekannt mit Renoir, Pissaro und vielen anderen berühmten Persönlichkeiten, mit Matisse war sie eng befreundet. Mit ihrem Mann verbindet sie eine große Liebe, die aber auch eine gewisse Tragik hat. Die Zeit des Belle-Èpoque in Paris ist interessant und aufregend. Ihr Brief, der Lilie so unverhofft in die Finger viel, ging an einen Vater, den sie nie kennenlernte. Die Spurensuche führt unsere Geheimnisaufklärer quer durch Europa auf die Antillen. Es ist ein wundervoller Roman, in dem die Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden wird. Ich hatte noch nie von der Malerin Georgette Aquette gehört, aber viele der anderen Persönlichkeiten sind mir natürlich ein Begriff. Die Charaktere sind sehr lebensnah geschildert. Georgette war mir sehr sympathisch, aber Lilie kam mir nicht nah. Der Schreibstil ist gewohnt klar und flüssig. Es ist eine Geschichte, die einen wirklich gefangen nimmt. Dennoch hat mich der historische Teil etwas mehr angesprochen. Eine interessante Geschichte über eine Künstlerin.

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Tochter meines Herzens
von hasirasi2 aus Dresden am 29.11.2015

„Hanna wollte ein Rätsel lösen, am liebsten ein wertvolles Gemälde herbeizaubern und ihrem Vater eine gute Zeit bescheren, Hermann wollte sich vom Sterben ablenken, und sie, Lilie, wollte mittlerweile vor allem mehr über ihre Urahnen erfahren.“ (S. 221) „Sei mir ein Vater“ spielt auf 2 Zeitebenen. Da sind zum einen... „Hanna wollte ein Rätsel lösen, am liebsten ein wertvolles Gemälde herbeizaubern und ihrem Vater eine gute Zeit bescheren, Hermann wollte sich vom Sterben ablenken, und sie, Lilie, wollte mittlerweile vor allem mehr über ihre Urahnen erfahren.“ (S. 221) „Sei mir ein Vater“ spielt auf 2 Zeitebenen. Da sind zum einen Lilie aus Paris, ihre Freundin Hanna und deren Vater Hermann in Deutschland im Heute. Auf der anderen Seite ist Georgette Agutte, eine Ururahnin von Lilie, deren Vater schon vor ihrer Geburt verstarb und ihr ein Bild hinterlassen hat (er war Maler). Ausgerechnet dieses Bild, welches seit Jahren in Lilis Abstellkammer verstaubt, versuchen Einbrecher zu rauben und schlagen Lilie dabei nieder. Als Hanna Lilie anruft, weil Hermann Krebs im Endstadium hat, reist sie sofort nach Deutschland. Zu ihrem eigenen Vater hat Lilie kein richtiges Verhältnis, er war nie da, und Hermann ist seit einem Schüleraustausch der „Vater ihres Herzens“. Natürlich erzählt Lilie von dem Raubversuch. Sie hat das Bild sogar dabei und in der Hoffnung, es könnte etwas wert sein, bringen sie es zu einem Restaurator. Während dieser versucht, mit seinen Methoden mehr über das Bild und dessen Maler zu erfahren, schlägt Hermann vor, mehr über Lilies Vorfahrin Georgette und damit vielleicht auch das Bild herauszufinden. Hanna und Lilie sorgen sich zwar sehr um seine Gesundheit, aber er setzt sich durch: „Es ist mein letzter Krimi, und dabei führe ich Regie und spiele die Hauptrolle. Es ist mein Leben, und ich entscheide, wie es zu Ende geht.“ (S. 123) Es beginnt also eine spannende Schnitzeljagd quer durch Frankreich, immer auf Georgettes Spuren und denen ihres Lebens. Immer mit der Angst im Nacken, ob Hermann das Ende der Suche noch erlebt und ob sie wirklich etwas finden. Es kursiert nämlich das Gerücht, dass Georgette einen unbekannten Matisse besaß, der seit ihrem Tod verschwunden ist ... Denn die heute fast vergessene Malerin war zu ihrer Zeit gar nicht so unbekannt. Sie gehörte zur einflussreichen Oberschicht und war mit vielen bereits berühmten Malern befreundet und solchen, die es erst später werden sollten. Sie und ihr Mann waren passionierte Kunstsammler, da ist die Vermutung, sie könnten Raritäten besessen und versteckt haben, gar nicht so abwegig ... Ich fand den Einstig in das Buch sehr gut. In Paris war ich in dem Moment angekommen, als Lilie den Code für die Haustür eingegeben hat ?. Das kenne ich noch von meinen Paris-Besuchen. Auch Georgettes Leben wird sehr anschaulich beschrieben, die Stimmungen, Farben und Gerüche haben es sehr lebendig gemacht. Gewürzt wurde ihre Geschichte durch die Anekdoten und Begebenheiten mit Künstlern und Persönlichkeiten aus ihrem Umfeld. Hanna und Lilie sind wie Pech und Schwefel. Sie halten besser zusammen, als manches Schwesternpaar. Aber es gibt natürlich auch Eifersüchteleien, weil Lilie nach über 20 Jahren immer noch ein Teil von Hermanns Leben ist. "Aber nur weil dein Vater mich auch ein bisschen gern hat, heißt es nicht, dass er dich weniger liebt. Die Liebe ist ja nicht wie ein Kuchen, bei dem es nur eine bestimmte Anzahl von Stücken gibt. Ich nehme dir nichts weg. " (S. 80) Im Gegensatz zu Hermann kommt Lilies Vater nicht gut weg. Er war nie für die Familie da, hat ihre Mutter nicht geheiratet, taucht aber immer dann auf, wenn er wieder mal pleite ist. Ich würde ihn als „Lebemann“ bezeichnen. Und auch Lilies Mutter ist nicht gerade einem Bilderbuch entstiegen. Sie sorgt sich nach dem Überfall mehr um Lilies Hund als um ihre Tochter, aber um ihren Enkel kümmert sie sich rührend. Irgendwie verändert sich mein Verständnis von ihr im Laufe der Handlung ständig. Wahrscheinlich rührt aus diesem „Kudelmuddel“ mit ihren Eltern ihre tiefe Beziehung zu Hannas Familie, bei ihr hat sie sich das erste Mal aufgehoben und geborgen gefühlt, etwas, was ihr ihre eigenen Eltern nie bieten konnten. Georgette Agutte ging es ähnlich. Ihr Vater ist noch vor ihrer Geburt bei einem Unfall verstorben. Ihr ist nur ein von ihm gemaltes Bild geblieben. Er fehlt ihr so sehr, dass sie ihm ihr Leben lang immer wieder Briefe schreibt und diese im Bilderrahmen befestigt. Als Frau und Künstlerin war sie sehr umstrittenen. Entweder war sie ihrer Zeit weit voraus und selbstbewusster, als es ihr damals eigentlich zustand, oder aber wirklich „nur“ das Anhängsel ihres Mannes, wie Zeitgenossinnen hämisch geschrieben haben. Auch die Kritiken über ihre Werke gingen damals weit auseinander. Sie selber war wohl nie so richtig mit ihren Arbeiten zufrieden. Beide Frauen suchen ihren Platz im Leben. Georgettes Zerrissenheit als Frau und Künstlerin gegen Lilies Haltlosigkeit im Leben: sie hat ein Kind aber keinen Vater dazu, keinen Job, keine Perspektive, keine Visionen. Beide suchen Anerkennung und Bestätigung immer nur bei andern, weil die vom Vater fehlt. Besonders erschreckend fand ich die Parallelen, wie Georgette und ihr Mann im 1. WK quer durch Europa reisen, immer dahin, wo es gerade sicher ist. Ich möchte nicht in so einer Zeit leben, aber wenn ich mir die Situation jetzt gerade anschaue, ist es doch sehr aktuell. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist ein wunderbarer Roadtrip durch Frankreich und seine und Georgettes Geschichte. Außerdem konnte man wie in einem Krimi mit raten, was nun als nächstes passiert und ob der aktuelle Hinweis brauchbar ist. Es gibt nur ein kleines Manko: Lilies Sohn und ihr Hund gehen irgendwie unter. Sie werden zu Beginn und zwischendrin zwar ab- und an kurz erwähnt, verschwinden dann aber wieder – so, als wären sie in ihrem Leben gar nicht vorhanden. Und wenn sie dann wieder erwähnt werden, denkt man „Huch, stimmt ja, die gibt’s ja eigentlich auch noch.“ Deshalb vergebe ich hier sehr gern 4 Sterne und empfehle es allen Liebhabern von Frankreich, Kunst und spannenden Familiengeschichten.

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Auf den Spuren einer Malerin
von orfe1975 am 18.01.2016

Cover und Aufmachung: ---------------------------------------- Das Cover ist sehr altmodisch gehalten. Der Titel in Tönen von Alt-Rosa und Grau umrahmt eine Schwarz-Weiß-Fotografie von 2 Frauen im Paris zu Zeiten der Belle Époque. Es stimmt optimal auf die historische Geschichte ein. Das Buch selbst ist als Hardcover mit Lesebändchen gestaltet und wirkt sehr edel. Inhalt: ---------------------------------------- Lilie... Cover und Aufmachung: ---------------------------------------- Das Cover ist sehr altmodisch gehalten. Der Titel in Tönen von Alt-Rosa und Grau umrahmt eine Schwarz-Weiß-Fotografie von 2 Frauen im Paris zu Zeiten der Belle Époque. Es stimmt optimal auf die historische Geschichte ein. Das Buch selbst ist als Hardcover mit Lesebändchen gestaltet und wirkt sehr edel. Inhalt: ---------------------------------------- Lilie wohnt in Paris. Als sie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hannah am Niederrhein schwer krank ist, beschließt sie, ihn zu besuchen. Kurz zuvor wird sie in ihrer Wohnung von Einbrechern überrascht, die ein Bild stehlen wollten, dem sie zuvor keine Beachtung schenkte. Im Rahmen findet sie einen geheimnisvollen Brief einer Frau namens Georgette Agutte. Kurz entschlossen, nimmt sie Bild und Brief mit auf die Reise. Im weiteren Verlauf starten Lilie, Hannah und ihr Vater Hermann einen Roadtrip bis nach Frankreich und schließlich bis auf die Antillen, um dem Geheimnis des Bildes und der Frau, die sich als Urahnin Lilies herausstellt, auf die Spur zu kommen. Mein Eindruck: ---------------------------------------- Nachdem ich den Vorgängerroman der Autorin "Wir sind doch Schwestern" (die Covergestaltung ist in den gleichen Farben gehalten) mit Begeisterung verschlungen habe, konnte ich das Erscheinen dieses Buches kaum abwarten. Der Seitenumfang ist etwa der gleiche wie im ersten Buch, im Vergleich dazu bin ich jedoch diesmal kaum voran gekommen bzw. es gab lange Strecken, auf denen man das Gefühl hatte, dass Nichts bis kaum etwas passiert. Die Geschichte wird in 2 Handlungssträngen erzählt: Da ist einmal die Geschichte um Lilie, deren Vater schon früh die Familie verlassen und sich seitdem kaum gemeldet hat. Sie sehnt sich nach einem Vater und hat daher Hermann, den Vater von Hannah, den sie bei ihrem Austauschjahr in Deutschland ins Herz geschlossen hat, zu ihrem Wahlvater ernannt. Der Roadtrip der drei auf der Suche nach dem Geheimnis des Bildes auf den Spuren ihrer Urahnin wirkte auf mich sehr konstruiert, oberflächlich und wenig glaubwürdig. Ich hatte erwartet, dass mich das Buch/die Geschichte ergreift, aber da ich mich mit diesen Personen so gar nicht identifizieren konnte, hat mich die Geschichte nicht mitgerissen. Die Handlung ist einfach zu flach. Dafür hat mich der zweite Erzählstrang, in dem das Leben der Malerin Georgette Agutte und ihres späteren Ehemannes Marcel Sembat erzählt wird, sehr begeistert. Hier hat man viel über die Künstlerszene der damaligen Zeit erfahren, da Frau Agutte nicht nur selbst gemalt, sondern sie und ihr Mann auch gute Kontakte zu damals angehenden, heute großen Künstlern wie bspw. Henri Matisse hatten. Und nicht zuletzt wird die Liebe der beiden zueinander so eindringlich beschrieben, dass ich sie nachempfinden und mitfühlen konnte. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der geschichtliche Handlungsstrang für mich auch alleine funktioniert hätte, der konstruierte Rahmen in der Gegenwart hätte gerne weg gelassen werden können. Zudem fand ich den Titel nicht ganz passend, denn um die Vater-Tochter-Geschichte geht es hier nur sehr hintergründig. Ich halte es der Autorin zugute, dass sie hier wieder einen spannenden Teil ihrer eigenen Familiengeschichte aufgearbeitet hat wie bereits in ihrem ersten Roman. Leider diesmal nicht so gut gelungen, sehr schade. Fazit: ---------------------------------------- Das Leben der Malerin Georgette Agutte und ihres Zeitalters eingewoben in eine Familiengeschichte in zwei Handlungssträngen, von denen leider nur einer überzeugen konnte.

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