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Shangri-La

Das Museum hinter der Brücke / Museo dopo il Ponte. Ein Bildessay

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Besucher waren vorgewarnt. Ein handschriftlicher Hinweis verkündete: „Das Museum Shangri-La als Zeuge der über tausendjährigen Geschichte unserer Vorfahren in ihrer Arbeit, Mühe und Hingabe, erstreckt sich über 5.000 Quadratmeter“. Von Beginn an war es ein utopisches Unterfangen. Nicht grundlos stand das fiktive Lama-Kloster Shangri-La aus James Hiltons Roman „Der verlorene Horizont“ für dieses Museum Pate. Ein normales Museum war Shangri-La nie. Seit 1965 verfolgte Pietro Benzi (1931–2014) das Projekt, während der Umweltaktivist bei den Bauern des Piemonts dafür warb, keine Pestizide zu verwenden, sammelte er ein, was diese nicht mehr wollten, weil es zu alt oder aus der Mode gekommen waren: 2,7 Millionen Objekte der Alltagskultur, darunter viel Hausrat, religiöser Kitsch, Nippes, Schuhe und Plastikspielzeug. Pietro Benzi, der als Glockenmechaniker gearbeitet hat, sammelte gegen das Vergessen an, gegen die Vergänglichkeit kam auch er nicht an. Der Bildessay von Cosima und Klaus Schneider nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in das Innere dieser unsystematischen Sammlung. Viel Staub und Spinnfäden haben sich über diese „Stillleben aus verborgenem Tiefsinn“ gelegt, wie der Literaturwissenschaftler Heiner Boehncke diese Ruine eines Museums nennt. Die sechs Texte dieses Buches kreisen um den Sinn des Sammelns und der Institution des Museums, folgen aber auch poetischen Arrangements und dadaistischen Collagen. Hier ist ein Originalkunstwerk zu entdecken.
Portrait
Heiner Boehncke, geboren 1944, ist Professor für Vergleichende und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Frankfurter Goethe-Universität. Er war zehn Jahre lang Vorsitzender der Lesegesellschaft der ANDEREN BIBLIOTHEK und ist durch seine Studien dem Werk von Grimmelshausen verbunden. Außerdem ist er Mitautor einer vielbeachteten Geschichte der Familie von Georg Büchner.
Sandra Danicke, promovierte Kunsthistorikerin, arbeitet als freie Redakteurin u. a. für das Kunstmagazin art, die ZEIT und die Frankfurter Rundschau.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Klaus Schneider, Cosima Schneider
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 14.10.2015
Sprache Deutsch, Englisch, Italienisch
ISBN 978-3-86833-166-0
Verlag Modo Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 277/225/40 mm
Gewicht 1757
Abbildungen 260 Farbabbildungen
Auflage 1
Fotografen Cosima Schneider, Klaus Schneider
Buch (gebundene Ausgabe)
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Shangri-La
von einer Kundin/einem Kunden aus Bornheim am 06.11.2015

Rezension: Cosima und Klaus Schneider - Shangri-La Mit ihrem brillanten Bildessay ist den Herausgebern Cosima und Klaus Schneider ein großer Wurf gelungen. Hinter dem Namen Shangri-La verbirgt sich das fiktive Lama Kloster aus James Hiltons Roman „Der verlorene Horizont“. Für den italienischen Umweltaktivisten Pietro Benzi (1931-2014), der schon sehr früh... Rezension: Cosima und Klaus Schneider - Shangri-La Mit ihrem brillanten Bildessay ist den Herausgebern Cosima und Klaus Schneider ein großer Wurf gelungen. Hinter dem Namen Shangri-La verbirgt sich das fiktive Lama Kloster aus James Hiltons Roman „Der verlorene Horizont“. Für den italienischen Umweltaktivisten Pietro Benzi (1931-2014), der schon sehr früh - lange bevor Umweltschutz auf der politischen Agenda stand - u.a. bei den Bauern Norditaliens für den Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden warb, stand die Namensgebung Shangri-La bewusst Pate für sein ungewöhnliches Museum. Wer in dieses Museum eintritt, verlässt den Alltag und begibt sich geradezu in eine andere Dimension. Pietro Benzi hat seit 1965 rund 2,7 Millionen Objekte unserer Alltagskultur für sein Museum zusammengetragen. Es handelt sich um Objekte, die ansonsten der Vergänglichkeit und dem Vergessen anheimgefallen wären. So tummeln sich auf rund 5000 Quadratmetern Unmengen von Hausrat, Nippes und Kitsch, der in seiner Gesamtschau und unermesslichen Fülle als gigantisches Stillleben anzusehen ist. Eine gelungene Zeitreise in die Vergangenheit stellt diese bizarre aber anmutende Sammlung dar, die in großartigen Bildern festgehalten und einfühlsamen Texten verschiedener Autoren dem Leser in diesem erstklassigen Bildband unter dem Titel „Shangri-La. Das Museum hinter der Brücke“ näher gebracht wird. Cosima und Klaus Schneider (Hrsg.): Shangri-La. Modo Verlag, Freiburg i. Br., 2015, 400 Seiten, 260 Farbabbildungen, gebundene Ausgabe mit Fadenheftung, Format 22 x 27 cm, Text in deutscher, englischer und italienischer Sprache. Willi Wilhelm, Bornheim, November 2015.

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