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Sibirische Erziehung

(5)
Anschaulich und direkt, stolz und nicht ohne Selbstironie erzählt Nicolai Lilin, Abkömmling der sibirischen Urki, eines Kriminellenclans, in seinem ersten Roman, einer Abfolge verblüffender, teils atemberaubender Geschichten, vom Aufwachsen in Transnistrien, wohin die Urki 1938 auf Stalins Befehl umgesiedelt wurden, und von der Urki-Erziehung, die aus ihm den lebenden Widerspruch eines »ehrbaren Kriminellen« machen sollte.
Die Kinder sammeln ihre Erfahrungen in Kämpfen mit Jugendbanden und mit der Polizei. Dolche und Molotowcocktails, bald auch Pistolen kommen zum Einsatz. Vom Straflager sprechen sie wie andere vom Militärdienst oder den sonstigen Aussichten eines Erwachsenenlebens.
Die Alten dagegen, die »Großväter«, bringen ihnen durch selbst erlebte und beglaubigte Exempel Freundschaft, Loyalität, Freigebigkeit und die Pflicht, Kinder, Alte und Behinderte zu schützen, bei – sowie die strengen Urki-Regeln erlaubter Gewaltanwendung.
Infolge einer Festnahme wird Nicolai rekrutiert und muß auf russischer Seite an den Kämpfen in Tschetschenien teilnehmen – bis ihm der Absprung gelingt, nach Italien.
Sibirische Erziehung ist Nicolai Lilins erstes Buch, erschienen 2009. Nicht zuletzt durch die enthusiastische Besprechung Roberto Savianos, Autor des Mafia-Bestsellers Gomorrha, wurde dieser Bericht von einer faszinierend unwahrscheinlichen Welt des »ehrbaren Verbrechens« zu einem sensationellen Erfolg.
Portrait

Nicolai Lilin, geboren 1980 in der Stadt Bender in Transnistrien, kam 2003 nach Italien, ins piemontesische Cuneo, wo er als Tattoo-Künstler lebt.


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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 464
Erscheinungsdatum 19.04.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46162-4
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 211/130/34 mm
Gewicht 485
Originaltitel Educazione siberiana
Auflage 2. Deutsche Erstausgabe
Buch (Paperback)
14,90
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ich weiss nicht, was ich sagen soll. ..“

S. Schmidt, Thalia-Buchhandlung Weiterstadt

Ich weiss nicht, was ich sagen soll... denn dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. Die Lebensgeschichte des Nicolai Lilin fordert dem Leser wirklich echte Objektivität ab, denn sie bewegt sich völlig jenseits der Normen von Gut und Böse, die wir in unserer Gesellschaft kennen. Unterhaltungsliteratur ist DAS hier sicherlich nicht. Aber Ich weiss nicht, was ich sagen soll... denn dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. Die Lebensgeschichte des Nicolai Lilin fordert dem Leser wirklich echte Objektivität ab, denn sie bewegt sich völlig jenseits der Normen von Gut und Böse, die wir in unserer Gesellschaft kennen. Unterhaltungsliteratur ist DAS hier sicherlich nicht. Aber "Sibirische Erziehung" ist ein Buch, dass seinem Leser eine komplett andere Perspektive deutlich macht. Ein wirklich unwahrscheinlich intensiver Einblick in eine Seele, die soviel Schmerz und Leid gesehen hat, und dabei so drastisch an einer Weltanschauung festhält, die mir unvorstellbar erscheint... Ich war verblüfft, verstört und habe so viel durch die Augen eines anderen gesehen, wie ich mir nicht zu träumen gewagt hätte. Geträumt habe ich übrigens auch von dem Buch - ungefähr nach Seite 30... Und ich kann mit Fug und Recht behaupten: Es hat mein Leben, und wie ich die Dinge beurteile, ein Stück weit verändert. Lilin lässt einen das eigene Leben anders wahrnehmen. Dieses Buch ist sehr drastisch, sehr krass, sehr traurig. Trotzdem - oder vor allem deswegen - lesenlesenlesen!!!

„Sibirische Erziehung“

Rogondis Klar, Thalia-Buchhandlung Chemnitz

Dass Sibirien ein Land ist, was sich von unserer europäischen Kultur unterscheidet, was wohl jedem bekannt ist. Das Wort des Familienoberhauptes ist dort Gesetz und wenn dieses Oberhaupt zu kriminellen Taten neigt, werden auch seine Untergebenen dazu genötigt. Erziehung hat in Sibirien ganz andere Maßstäbe als wir sie kennen – ob das Dass Sibirien ein Land ist, was sich von unserer europäischen Kultur unterscheidet, was wohl jedem bekannt ist. Das Wort des Familienoberhauptes ist dort Gesetz und wenn dieses Oberhaupt zu kriminellen Taten neigt, werden auch seine Untergebenen dazu genötigt. Erziehung hat in Sibirien ganz andere Maßstäbe als wir sie kennen – ob das gut oder schlecht ist, sollte jeder selbst beurteilen.

Florian Rudewig, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ein Leben in bewusst krimineller Kultur. Faszinierend, verstörend und wahr. Zum Staunen! Ein Leben in bewusst krimineller Kultur. Faszinierend, verstörend und wahr. Zum Staunen!

Kundenbewertungen


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Übersicht
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Ehrbare Kriminelle
von Mag. Miriam Mairgünther aus Salzburg am 17.09.2010

Die "sibirische Erziehung" ist bis zum jugendlichen Alter die einzige, die Nicolai Lilin kennt. Er wächst in Transnistrien auf, innerhalb einer Enklave von Sibirern, deren Vorfahren vor einigen Jahrzehnten von den Sowjets hierher deportiert wurden. Sie bilden eine mafiaähnliche Gemeinschaft von Verbrechern, die sich zuerst von der Sowjetunion, später... Die "sibirische Erziehung" ist bis zum jugendlichen Alter die einzige, die Nicolai Lilin kennt. Er wächst in Transnistrien auf, innerhalb einer Enklave von Sibirern, deren Vorfahren vor einigen Jahrzehnten von den Sowjets hierher deportiert wurden. Sie bilden eine mafiaähnliche Gemeinschaft von Verbrechern, die sich zuerst von der Sowjetunion, später vom Westen distanzieren und ihre eigenen Ideale hochhalten, die auf den ersten Blick recht menschlich erscheinen: Respekt gegenüber Alten und Kindern, die Freiheit des Einzelnen, Hilfe und Zusammenhalt gegenüber den anderen Mitgliedern der Gemeinschaft. Wer zur "Familie" gehört, kann sich glücklich schätzen; wer aussortiert wird - zum Beispiel Homosexuelle - oder gar als Feind gilt, auf den muss man keine Rücksicht nehmen. Auch die Kriege mit anderen Banden bilden einen wesentlichen Teil von Lilins Kindheit und Jugend; manchmal können Konflikte beigelegt werden, dann wieder verfolgt und bekämpft man sich bis zum Tod. Lange Zeit hinterfragt der Erzähler dies nicht, in seiner späten Jugend beginnt er aber dann doch, nach anderen Lebensentwürfen zu suchen. Der Autor versteht es meisterhaft, das Leben in dieser eigentümlichen Gemeinschaft zu schildern, die gerade für ein Kind in vieler Hinsicht paradiesisch wirkt. Als erwachsener Leser mit europäischem Hintergrund beurteilt man das natürlich oftmals ganz anders, aber es ist schwer, unsere Kategorien von Gut und Böse auf diese Welt zu übertragen. Gerade deshalb wird das Buch aber besonders interessant, da es Einblicke bietet, die einem sonst verborgen bleiben. Daher finde ich den Ratschlag, den Roberto Saviano im Rückseitentext gibt, durchaus angemessen: Erst einmal das Urteilen außer Acht lesen und einfach lesen.

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Normale Gewalt
von Sylvie Müller aus Nagold am 19.05.2010

So wie Nicolai Lilin alias Kolja seine Jugend in diesem Buch beschreibt, erscheint einem die sibirische Verbrechergemeinschaft sehr ehrbar. Wer diese Gemeinschaft stört bzw abwertet oder gegen die ungeschriebenen kriminellen Gesetze verstösst wird mit Gewalt dafür bestraft! Auch das erscheint einem durchaus richtig und logisch. Warum soll auch in einer Gesellschaft,... So wie Nicolai Lilin alias Kolja seine Jugend in diesem Buch beschreibt, erscheint einem die sibirische Verbrechergemeinschaft sehr ehrbar. Wer diese Gemeinschaft stört bzw abwertet oder gegen die ungeschriebenen kriminellen Gesetze verstösst wird mit Gewalt dafür bestraft! Auch das erscheint einem durchaus richtig und logisch. Warum soll auch in einer Gesellschaft, die ihre Alten ehrt und Behinderte als Gottgewollte bezeichnet, die Höflichkeit gegenüber anderen in den Vordergrund stellt, jemand falsch liegen? Dieses Buch hat mich fasziniert und von manchen Regeln könnten wir uns eine Scheibe abschneiden. Am schönsten fand ich, wie Lilin die Symbolkraft der Bilder hervorhebt, die sich die Sibirer im Laufe ihres Lebens auf den Körper tätowieren lassen.

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Ein Nachfahre der sibirischen Urki erzählt...
von Christin Dittert aus Wuppertal am 27.04.2010

Diese Biografie von Nicolai Lilin ist nichts für den zart besaiteten Leser. Er erzählt vom Leben in einem mafiaähnlichen Clan, in dem allein die Gewalt und das „ehrbare“ Verbrechen regieren. Vertrieben aus Sibirien ist Nicolai in Transnistrien aufgewachsen, wo das Wort des Familienoberhauptes Gesetz ist und nach den Regeln der Vorfahren... Diese Biografie von Nicolai Lilin ist nichts für den zart besaiteten Leser. Er erzählt vom Leben in einem mafiaähnlichen Clan, in dem allein die Gewalt und das „ehrbare“ Verbrechen regieren. Vertrieben aus Sibirien ist Nicolai in Transnistrien aufgewachsen, wo das Wort des Familienoberhauptes Gesetz ist und nach den Regeln der Vorfahren gelebt wird. Die Alten nehmen sich die Jungen zur Brust, lehren mit ihren Erfahrungen und geben die Traditionen der Urki weiter. Traditionen und Rituale, die in keine heutige schnelllebige Gesellschaft mehr zu passen scheinen. Dieser Zusammenhalt und die Tatsache, dass die Starken den Schwachen helfen, hat mich sehr gerührt. Ungeachtet dieser Rührung, der Autor beschreibt hier Gewalttaten, die mir des öfteren den Atem stocken ließen und ich das Buch für einen Moment fassungslos sinken ließ. Vor allem seine Zeit im Jugendknast, die geprägt ist voller Barbareien und Demütigungen, die unter den Jungenbanden vorherrschen, wird von ihm ungeschönt dargestellt. Durch seine sehr nüchterne Erzählweise mit der er diese Rohheiten schildert, bekommt diese wahre Geschichte eine ungeheure Wucht. Es hat mich buchstäblich umgehauen. Der Autor gewährt Einblicke in eine fremde Kultur, deren Definition von Gut und Böse eine ganz andere ist. Ein wahrlich wuchtiges Debüt!

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