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Sparifankerl

Oberbayern Krimi

(5)
Eine mysteriöse Mordserie ohne Leichen stellt das beschauliche Leben in Rosenheim auf den Kopf. Die Ermittlungen gegen Täter ohne Motiv und andere mit wasserdichtem
Alibi bringen Hauptkommissar Sauerwein und sein Team an eine Grenze, an der sie nicht mehr wissen, wem ihre Sympathien gelten sollen: den Opfern oder den Tätern ...
Portrait
Susanne Rößner lebt nach einigen Jahren in den USA und in Italien wieder in ihrer Heimatstadt München. Als berufliches Multitalent hat sie sich unter anderem als Werbekauffrau, Assistentin eines Magiers und Tauchlehrerin engagiert. Ihre bayerische Heimat empfindet sie seit jeher als ganz besonderes Fleckerl; insbesondere
die Münchner Hausberge sind ihre bevorzugten Reviere zum Wandern, Biken und Skifahren.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 18.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95451-964-4
Reihe Hauptkommissar Sauerwein
Verlag Emons Verlag
Maße (L/B/H) 203/136/30 mm
Gewicht 430
Verkaufsrang 74.010
Buch (Taschenbuch)
12,90
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Sparifankerl
von dorli am 03.01.2017

Rosenheim. Dr. Amadeus Dyrkhoff, selbsternanntes Genie der Rechtsmedizin, kommt nicht darum herum, Hauptkommissar Sauerwein und sein Team um Hilfe zu bitten. Obwohl es keine signifikanten Hinweise auf eine unnatürliche Todesursache gibt, macht die auffällig hohe Zahl junger Männer, die unlängst an einen Herzanfall gestorben sind, Dyrkhoff stutzig. Auch ohne... Rosenheim. Dr. Amadeus Dyrkhoff, selbsternanntes Genie der Rechtsmedizin, kommt nicht darum herum, Hauptkommissar Sauerwein und sein Team um Hilfe zu bitten. Obwohl es keine signifikanten Hinweise auf eine unnatürliche Todesursache gibt, macht die auffällig hohe Zahl junger Männer, die unlängst an einen Herzanfall gestorben sind, Dyrkhoff stutzig. Auch ohne einen hinreichend begründeten Verdacht, dass es sich hier um Mord handeln könnte, beschließen die Kommissare, der Sache nachzugehen… Susanne Rößner wartet in diesem Krimi mit einem sehr aufwühlenden Thema auf. Es geht um häusliche Gewalt – eine Form der Menschenrechtsverletzung, die in unserer Gesellschaft eine weit größere Rolle spielt, als viele vermuten. Betroffene sind dem Martyrium meist viele Jahre ausgesetzt, weil sie es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht schaffen, den gewalttätigen Partner zu verlassen. In „Sparifankerl“ wird ein Racheengel ins Rennen geschickt, der diesen Opfern die Möglichkeit zu einem Befreiungsschlag bietet. Mit einem ausgeklügelten Plan und einer nicht nachweisbaren Mordmethode geht es den brutalen Tätern an den Kragen. Die Ermittlungsarbeit wird von Susanne Rößner wie gewohnt sehr ausführlich geschildert. Sauerwein und sein Team durchdenken und hinterfragen jede Aktion. Jegliches Vorgehen wird haargenau geplant. Alle Ideen, Überlegungen und Bedenken werden ausdiskutiert, alle Eventualitäten berücksichtigt. Man ist als Leser bei jedem einzelnen Ermittlungsschritt dabei und erlebt sowohl die Erfolge wie auch die Fehlschläge mit. In einem zweiten Handlungsstrang erzählt Susanne Rößner die Geschichte von Grit und Christian. Christian ist ein verabscheuungswürdiger Kerl, der seine Frau auf Schlimmste drangsaliert und quält. Die Autorin schildert die grausamen Abscheulichkeiten, die Grit erdulden muss, recht deutlich. Es gibt einige Szenen, die nichts für schwache Nerven sind. Ich stelle es mir unheimlich schwer vor, in so einem Fall als Ermittler tätig zu sein. Wenn man genau weiß, dass der Täter das eigentliche Opfer ist. Nicht nur einmal habe ich gedacht, dass Mistkerle wie dieser Christian so ein Schicksal, wie es der mörderische Rächer geplant hat, verdient haben. Doch Selbstjustiz ist nun einmal nicht der richtige Weg und muss geahndet werden. Psychische Schwerstarbeit für die Kommissare. Aufgelockert wird das Krimigeschehen immer wieder durch amüsante Zwischensequenzen und die herrlichen Eigenarten der Ermittler – besonders der sich stets selbst beweihräuchernde Rechtsmediziner Dyrkhoff und die Dialekt sprechende Sekretärin Nora Wallner sorgen für gute Unterhaltung. „Sparifankerl“ hat mir sehr gut gefallen. Ein fesselnder Krimi, der den Leser nicht nur sehr intensiv an den Höhen und Tiefen des Ermittleralltags teilhaben lässt , sondern durch das betroffen machende Thema besonders mitreißt.

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Ein heikles Thema brilliant aufgearbeitet
von gaby2707 am 18.12.2016

Da ich Regionalkrimis mag und immer gerne neue Autorinnen mit ihren Kommissaren und Kommissarinnen kennenlerne, habe ich mich auf "Sparifankerl" von Susanne Rößner gestürtzt und war gespannt, wie Kommissar Sauerwein und sein Team ermitteln. In diesem neuen Fall geht es um häusliche Gewalt, von der auch immer mehr in den... Da ich Regionalkrimis mag und immer gerne neue Autorinnen mit ihren Kommissaren und Kommissarinnen kennenlerne, habe ich mich auf "Sparifankerl" von Susanne Rößner gestürtzt und war gespannt, wie Kommissar Sauerwein und sein Team ermitteln. In diesem neuen Fall geht es um häusliche Gewalt, von der auch immer mehr in den Medien berichtet wird. Im Raum Rosenheim sterben auffällig viele Männer in den besten Jahren an Herzversagen. Auch eine zweite Leichenschau vor der Kremierung bringt keine weiteren Erkenntnisse. Aber Rechtsmediziner Dr. Amadeus Dyrkhoff, immens von sich eingenommen, aber mit großen Respekt vor den Toten, hat ein ungutes Bauchgefühl. Zusammen mit seinem Team nimmt Hauptkommissar Martin Sauerwein schließlich die Ermittlungen, die sich als sehr schwierig herausstellen, auf. Bald stoßen sie auf Ungereimtheiten und auf Zusammenhänge zwischen den einzelnen Todesfällen. Doch wie ermittelt man aufgrund einer Vermutung? Obwohl ich die ersten beiden Fälle des Kommissariats Rosenheim nicht kenne, haben sich mir nur für diesen Fall unwichtige Fragen aufgetan. Sie stacheln nur an, die ersten beiden Bücher auch noch zu lesen, was ich auch bald tun werde. Der flotte, leichte Schreibstil hat es mir fast unmöglich gemacht, das Buch aus der Hand zu legen. Dazu eine Spannung, die sich bereits am Anfang breit macht, zwischendrin etwas an Fahrt verliert und zum Schluss zur Höchstform aufläuft. Aber auch die unspektakulären Seiten des Falles sind gefüllt mit Informationen über den nicht immer leichten Ermittlungsalltag, über Diskussionen der Ermittler über den Fortgang der Ermittlungen, so dass es auch hier für mich spannend war, lauschen zu können. Wären die Ermittlungen drastischer verlaufen, wäre vielleicht vieles unlogisch und unrealistisch geworden. So hat die Autorin hier genau den richtigen Zeitplan entwickelt. Sehr schnell bin ich mit den Teammitgliedern Eva Neuenhoeffer, Nora Wallner, Max Hansen, der wegen des Ausfalls von Karl Holtau, der in Elternzeit ist, wieder aus der Registratur nach "oben" geholt wurde, dem Leiter Martin Sauerwein und Evas Hackerfreundin Kristina Winter warm geworden. Auch der kurzzeitig Neue im Team Mike Rettberg gefällt mir als Typ (und auch als Mann für Eva) sehr gut und passt, wie ich finde optimal ins Team. Beim Lesen der Einblicke in die Psyche der misshandelten Frauen habe ich manchmal mein Kopfkino ausgeschaltet, weil es mir einfach etwas zu brutal war. Für zartbesaitete Nerven ist dieser Fall nichts. Ich finde aber, man kann, nachdem man den Ausgang kennt, sehr gut über diesen Fall diskutieren. Darf es Selbstjustiz geben? Wie kann man den betroffenen Frauen besser helfen? Mitleid mit den Opfern oder den Tätern? Aber auch der Lokalkolorit kommt wieder richtig gut raus. Zum einen durch Bilder der wunderschönen bayerischen Landschaft, die ich durch Evas und Noras Augen sehen darf und auch durch das bayerisches Genuschel von Nora, das sie wegen der Verdrahtung ihres Kiefers durch einen Bruch von sich gibt. Schee is fei scho do herunten in Bayern. Durch das sympathische Ermittlerteam, einen Fall, der leider viel zu häufig vorkommt und in diesem Fall klasse gelöst wurde, Informationen aus dem Polizeialltag und emotionale Höhen und Tiefen, die ich hier durchlebt habe, wurde ich bestens unterhalten. Nun freue ich mich erst mal auf die ersten beiden Fälle und dann hoffe ich auf ein baldiges Wiederlesen.

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Perfekter Mord?
von mabuerele am 15.12.2016

Der Prolog hinterlässt Gänsehautgefühl. Es geht um eine heiße und schmutzige Nacht. Bei der Kripo Rosenheim erscheint der Rechtsmediziner Dr. Amadeus Dyrkhoff. Er hat eine Torte mitgebracht, weil er ein ungewöhnliches Anliegen hat. Er hatte einen Toten auf dem Tisch, bei dem nichts gegen einen natürlichen Herztod sprach. Nur etwas... Der Prolog hinterlässt Gänsehautgefühl. Es geht um eine heiße und schmutzige Nacht. Bei der Kripo Rosenheim erscheint der Rechtsmediziner Dr. Amadeus Dyrkhoff. Er hat eine Torte mitgebracht, weil er ein ungewöhnliches Anliegen hat. Er hatte einen Toten auf dem Tisch, bei dem nichts gegen einen natürlichen Herztod sprach. Nur etwas ungewöhnliche Blutwerte fielen ihm auf. Als ihn sein Kollege Kugler mit einem ähnlichen Befund anrief, wurde Dyrkhoff hellhörig. Nun hofft er, dass ihn die Kollegen eine Exhumierung ermöglichen. Das aber erübrigt sich. Erstaunlicherweise wurden alle infrage kommenden Leichen verbrannt. Bei einer Recherche stößt das Team um Sauerwein und Eva auf weitere Fälle. Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Die Spannung ergibt sich dieses Mal nicht aus dem äußeren Geschehen, sondern aus der dahintersteckenden Geschichte. Das Team um Sauerwein ermittelt in Fällen, von denen sie nicht genau wissen, ob es überhaupt welche sind. Auffallend ist, dass bei den Männern, die an plötzlichen Herztod sterben und im mittleren Alter sind, Gewalt in der Ehe vermutet wird. Der Schriftstil ist dem Genre angemessen. Besondere Höhepunkte in der sprachlichen Gestaltung sind Evas manchmal trockener Humor und Noras lokaler Dialekt. Die Autorin hat sich einen besonderen Kunstgriff einfallen lassen. Während die Kriminalisten in akribischer Kleinarbeit eine Falle vorbereiten, darf ich als Leser das mögliche nächste Opfer begleiten, wobei man über den Begriff Opfer in dem Fall geteilter Meinung sein kann. Christian verschwindet mit zwei Frauen in einem Hotelzimmer. Statt dem erträumten flotten Dreier aber erwartet ihn eine tiefe Ohnmacht. In den nächsten Tagen geht es ihm schlecht. Seine Gewaltphantasien gegenüber seiner Frau lassen mich als Leser nur den Kopf schütteln. Er geht ungewohnt raffiniert vor und kennt nur ein Ziel, seine Frau erneut zu erniedrigen, sobald es ihm gesundheitlich wieder besser geht. Die Ermittlungsarbeit wird sachlich beschrieben. Schritt für Schritt darf ich das Vorgehen der Kriminalisten verfolgen. Nicht nur Eva, auch Oma Rosie zeigen ihre schauspielerischen Leistungen. Mike, ein Kollege aus München, ist eine Bereicherung für das Team. Eingebunden in den Roman sind Zahlen und Fakten über Gewalt in der Ehe. Eine Psychologin erklärt Nora, warum diese Frauen häufig ihren Mann nicht verlassen und wie sich die Spirale immer weiter dreht. Gekonnt werden zwei bis drei heftige Fälle erläutert. Das Cover mit dem Wald im Morgenrot wirkt geheimnisvoll. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist eher ein leiser Kriminalroman, der den Finger in die Wunden legt, die hinter den hellen Fassaden der Häuser verborgen sind.

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4,5 Sterne für den perfekten Mord und den richtigen „Kackfall“
von einer Kundin/einem Kunden aus Gundelfingen am 13.12.2016

Nachdem in „Fangermandl“ ein Serienmörder mit der Kripo Katz und Maus gespielt hat und es in „Diridari“ ums liebe Geld ging, war ich sehr gespannt, was sich Susanne Rößler, die mich bisher wirklich sehr gut unterhalten hat, in ihrem dritten Fall für Hauptkommissar Martin Sauerwein und sein Team ausgedacht... Nachdem in „Fangermandl“ ein Serienmörder mit der Kripo Katz und Maus gespielt hat und es in „Diridari“ ums liebe Geld ging, war ich sehr gespannt, was sich Susanne Rößler, die mich bisher wirklich sehr gut unterhalten hat, in ihrem dritten Fall für Hauptkommissar Martin Sauerwein und sein Team ausgedacht hat. Der exaltierte und mehr als narzisstisch veranlagte Dr. Dyrkhoff kriecht mit einer Schwarzwälder Kirsch zu Kreuze. Wahnvorstellung, Fiebertraum, oder was läuft da verkehrt? Nein, natürlich nicht, sondern er will, dass Ermittlungen nur aufgrund seines Bauchgefühls aufgenommen werden. Ihm und auch seinem Kollegen sind gehäuft Herzinfarkte bei jungen Männern aufgefallen, die zudem seltsame Petechien, sonst aber keinen weiteren Indizien für einen Mord aufwiesen. Nicht genügend um gegen den Willen der Witwen eine Leichenschau zu veranlassen, aber mehr als genug für den Verdacht, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Da könnte doch das Rosenheimer Kripoteam einmal ermitteln. Klar er weiß, dass Martin Sauerwein viel auf das Bauchgefühl gibt. Je tiefer die Truppe die Nase in den Fall steckt, desto mehr Gemeinsamkeiten gibt es, die nicht länger nur Zufälle sein können. Langwierige, schwierige Ermittlungen und ein Undercovereinsatz stehen an. Und das alles nur damit am Ende jeder sagen muss, welch ein „Kackfall“, weil der „Mensch“ in den Beamten nicht mehr weiß, wem die Sympathien gelten sollen, den Opfern oder den Tätern? Der Sprachstil der Autorin liest sich locker, leicht und ich bin fast durch die Seiten geflogen. Wie immer ist für Einiges zum Schmunzeln gesorgt, sei es wenn Nora danach giert, dass ihr das Sahneschnittchen Dr. Stein, die Füße massiert oder Dr. Dyrkhof, der beste Gerichtsmediziner aller Zeiten, plötzlich gar nicht mehr ganz so selbstbewusst und selbstverliebt daherkommt wie gewohnt. Richtig gut gefallen mir auch ihre treffenden Vergleiche. So ist ein neuer unliebsamer Kollege schnell mal mit einem blassen Albinolurch verglichen, wenn er mit fettigem Haar und feuchtem Händedruck daherkommt. Richtig unter die Haut ging mir auch die Schilderungen von Todesszenen aus Sicht einer Katze oder eines Weberknechts. Die Autorin nimmt einen auf eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich habe beim Lesen sowohl Abscheu und Ekel, als auch enorme Wut und tiefes Mitleid empfunden. Die Ermittlungen gehen schleppend voran und die Vorbereitungen für den Undercovereinsatz z.B. werden sehr ausführlich beschrieben, schließlich gilt es viel zu beachten. Von Hochspannung von Anfang bis Ende der Story kann nicht die Rede sein, gerade der Mittelteil zieht sich ermittlungstechnisch schon etwas. Wenn man aber auch an den Ermittlern an sich interessiert ist und mehr über Ehefrauen wissen will, denen, trotz unbeschreiblicher Grausamkeiten die Kraft fehlt sich von ihrem Partner zu trennen, dann wird man sich sicher nicht langweilen. Richtig informativ und interessant empfand ich den Einblick in die Psyche von misshandelten Frauen und auch derer gewalttätiger Männer. Allerdings darf man auch nicht zu zart besaitet sein. So manche Schilderung von Misshandlungen wollte ich mir gar nicht zu genau vorstellen. Für mich war es ja ein Wiedersehen mit alten, lieb gewonnenen Bekannten. Martin Sauerwein ist ein toller Chef, der seine Truppe kennt und besonders in Eva viel Vertrauen setzt, weil er weiß, dass was sie macht, einfach auch Hand und Fuß hat. Zur Truppe gehört noch Karl, der erst sehnsüchtig auf seinen Nachwuchs, auf den er auch mächtig stolz ist, aber dann auch auf kleine Babypausen im Präsidium wartet. Der in die Registratur strafversetze Max darf wieder Ermittlerluft schnuppern und Amtshilfe bekommt das Team durch den Münchner Kollegen Mike Rettenberg. Der witzige Kollege, der mit Sicherheit nicht nur gut ins Team, sondern vielleicht auch an Evas Seite passen würde, muss allerdings den brutalen Ehemann spielen, was er vorzüglich macht. Nicht fehlen darf natürlich Assistentin Nora, die mit ihrem Dialekt und ihren Auftritten schon immer für gute Laune im Team und beim Leser gesorgt hat. Sie hat nach einem Kieferbruch mit einem rechten „Drahtverhau“ im Mund zu kämpfen, was sicher für grausame Schmerzen, aber auch für ganz viel Spaß beim Leser sorgt. Außerdem hat Susanne Rößler Nora in diesem Fall eine gehörige Rolle zugewiesen, die sie regelrecht an die Grenzen bringt. Richtig gut gefällt mir das Regionalkolorit. Nicht nur einmal habe ich mir beim Lesen gedacht: mir ham fei scho scheene Fleckerl do in Bayern, wenn Eva z.B. in die Berge blickt oder bei der Einkehr im malerischen Kloster Rottburg eine kleine Pause einlegt. Die Autorin stellt jeden Leser mit ihrem Krimi vor die Frage, Gesetz oder eigenes Gerechtigkeitsempfinden, was wiegt schwerer? Ich denke sie hat auch ein gutes Ende gefunden, mit dem man als Leser unabhängig von der persönlichen Meinung leben kann. Alles in allem lässt einen der dritte Fall für das sympathische Team um Martin Sauerwein sicher nicht, bzw. wenn, dann erst gegen Ende hin, die Fingernägel vor Spannung abknabbern. Aber man bekommt einen tollen Einblick in die Psyche von misshandelten Frauen und auch derer gewalttätiger Männer und wird auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen. Da ich mich auch sehr über ein Wiedersehen mit allen gefreut habe und die neuen Entwicklungen ebenfalls mit großem Vergnügen gelesen habe, runde ich auf 5 Sterne auf.

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Das Thema der häuslichen Gewalt und sexuellen Missbrauchs steht deutlich im Vordergrund.
von Wedma am 21.12.2016

Nach der Leseprobe neugierig geworden, wollte ich den Krimi zu Ende lesen. Im Nachhinein betrachtet hat mich die LP gründlich hinters Licht geführt. Das Thema der häuslichen Gewalt und sexuellen Missbrauchs steht deutlich im Vordergrund. Der Rest ist Beiwerk. Es gibt zwei Erzählstränge, die sich abwechseln. Hauptkommissar Sauerwein und sein... Nach der Leseprobe neugierig geworden, wollte ich den Krimi zu Ende lesen. Im Nachhinein betrachtet hat mich die LP gründlich hinters Licht geführt. Das Thema der häuslichen Gewalt und sexuellen Missbrauchs steht deutlich im Vordergrund. Der Rest ist Beiwerk. Es gibt zwei Erzählstränge, die sich abwechseln. Hauptkommissar Sauerwein und sein Team in Rosenheim stoßen auf mysteriöse Todesfälle, die natürliche Ursachen zu haben scheinen und kaum als Morde eingestuft werden können. Die Leichen der Männer werden zudem sehr schnell eingeäschert. Im parallel zu den Ermittlungen laufenden Erzählstrang wird ein Ehepaar gezeigt, 30-40 Jahre alt, kinderlos. Der Mann ist ein psychisch kranker Sadist, der seinen sexuellen Trieb nicht nur mit anderen Frauen zelebriert, sondern auch seine Frau mit immer brutaleren Foltermethoden „beglückt“. Auch seine Freunde sind bei den Missbrauchsorgien mal dabei. Die Frau wehrt sich nicht, schottet sich von der Welt ab und hofft auf bessere Zeiten. Zum Schluss kommen die zwei Erzählstränge zusammen, das Team kann ein weiteres Ermittlungserfolg verzeichnen, bei dem es klar wird, wer hinter den Todesfällen steckt und warum. Dieses Warum ist anhand von weiteren Missbrauchsfällen erläutert worden und erklärt u.a., weshalb sich die Opfer nicht wehren, worum es den Tätern dabei geht, etc. Insg. ist die Geschichte schon recht breit erzählt. Einige Wiederholungen, viele Dialoge sorgen dafür, dass man sich wie in einer Vorabendserie gefangen fühlt: Es wird viel geredet, passieren tut aber wenig. Erst langsam kommen die Ermittler zu den Motiven. Die Längen, da sich die Ermittlungen oft im Kreis drehen, und Erklärungen zu den einzelnen Ermittlungsschritten, sowie Schilderungen aus dem privaten Bereich des Teams, nehmen die Spannung. Erst im letzten Viertel kommt Bewegung in die Sache. Bei der „schrecklich netten“ Familie gibt es eine Fülle an detaillierten Folterbeschreibungen, Einblicke in die perversen Gedanken des Sadisten, genauso wie die Sicht der Dinge der missbrauchten Frau. Gezielt wurde im gesamten Verlauf die emotionale Ebene angepeilt. Zum Schluss wurde meine Leselust totogeschlagen mit all den grausigen Stories über andere Familien mit gleichem Problem. Begriff der Effekthascherei tauchte mehrmals bei mir gedanklich auf. Einiges am Plot kam mir konstruiert vor, hier und dort tauchten Glaubwürdigkeitsfragen auf. Zu allem Überfluss wurde oft genug vorgegeben, was man/frau bei den Schilderungen fühlen/denken soll. Sprachlich sah ich auch Luft nach oben. Sätze wie „Sein Herz hämmerte wie ein Presslufthammer in der Brust…“ S. 327, kommen hin und wieder vor. Mit den Figuren konnte ich nicht warm werden. Gut möglich, dass man die Reihe vom Anfang an kennen sollte. Eine Figur allerdings hat mich größtenteils überzeugt: Nora, die Dialekt spricht und später mit dem kaputten Kiefer immer noch deutlich und authentisch rüberkommt. Sehr gut gelungen. Fazit: Wer sich für häusliche Gewalt, Motive und Ursachen interessiert, wird hier fündig. Diesem Krimi liegt eine gründliche Recherche zu dem Thema zugrunde. Ich konnte mich aber weder für die Art der Stoffdarbietung noch für das Thema erwärmen. Ich mag keine ausführlichen Gewaltszenen lesen, so etwas wie Spannung oder Lesevergnügen konnte ich hier leider nicht entdecken.

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