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Still. Chronik eines Mörders

(50)

Dies ist die faszinierende Lebensgeschichte eines unheimlichen Geschöpfes aus der Feder des österreichischen Bestsellerautors Thomas Raab.
Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des allgegenwärtigen Lärms: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Halbwüchsig zieht er hinaus in die Welt, jenseits der Gesellschaft, schläft in verlassenen Ställen, bleibt im Verborgenen, lauschend, und ist doch mitten unter den Menschen. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zubringen, und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Verzweifelt ist seine Suche - bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Lebendig. Ein Schatz, der alles ändert. Ein berauschendes Leseerlebnis, aufwühlend, soghaft, eine virtuose literarische Komposition, die sich konsequent in den Dienst des Erzählten stellt.

Rezension
"Ein raffiniertes Gespinst. Raab erweist sich als Wortakrobat höchster Güte. Das Buch verblüfft, es berührt, stößt ab und reißt mit. Es ist wie ein Naturereignis mit lang anhaltender Wirkung!" Generalanzeiger Magdeburg, 18.06.2016
Portrait
Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, zuletzt "Buchliebling" 2011 und Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich. Zwei davon wurden im Sommer 2014 für die ARD-Degeto mit Robert Palfrader in der Hauptrolle verfilmt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 14.01.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-19956-5
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 220/135/31 mm
Gewicht 540
Verkaufsrang 60.040
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Es geht auch anders...“

Axel Korinth, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Man hätte diese Geschichte über einen Jungen mit einem äußerst ausgeprägtem Gehör auf vielerlei Weisen erzählen können. Man hätte zum Beispiel einen albernen Regionalkrimi schreiben können, denn in der Provinz spielt dieser Roman. Man hätte aber auch einen bluttriefenden Thriller über dieses soziopathische Kind schreiben können, denn Man hätte diese Geschichte über einen Jungen mit einem äußerst ausgeprägtem Gehör auf vielerlei Weisen erzählen können. Man hätte zum Beispiel einen albernen Regionalkrimi schreiben können, denn in der Provinz spielt dieser Roman. Man hätte aber auch einen bluttriefenden Thriller über dieses soziopathische Kind schreiben können, denn ein solches ist Karl Heidemann ohne Frage.

Nichts dergleichen tat Thomas Raab. Stattdessen ist "Still" ein literarisches Kunstwerk, das das Leben eines Jungen schildert, der ob seines quälenden Talents zum Mörder wird. Kein 08/15-Krimi, sondern ein Fest der Sprache, das den Leser bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht.

Es geht auch anders...

„Sehr gelungen!“

Jacqueline Ganser, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Die Empfehlungen meiner Kollegen haben mich auf dieses Buch gebracht, und sie haben mir nicht zu viel versprochen!
Die Lebens- und Leidensgeschichte des Karl Heidemann, der durch sein Umfeld ein ums andere Mal verwirrt wird, geht einem sehr nahe. Jede Verwunderung und die daraus resultierenden Entscheidungen kann man, so kurios und
Die Empfehlungen meiner Kollegen haben mich auf dieses Buch gebracht, und sie haben mir nicht zu viel versprochen!
Die Lebens- und Leidensgeschichte des Karl Heidemann, der durch sein Umfeld ein ums andere Mal verwirrt wird, geht einem sehr nahe. Jede Verwunderung und die daraus resultierenden Entscheidungen kann man, so kurios und makaber sie auch sein mögen, immer nachvollziehen.
Diese außergewöhnliche Geschichte wird von Thomas Raab mit sehr viel Feingefühl erzählt. Seine Sprache vermittelt die Ruhe, die sich Karl so sehr wünscht.
Ein beeindruckendes Buch, das sich vor dem thematisch ähnlichen "Parfüm" wirklich nicht verstecken muss.

„Der Tod als Geschenk der absoluten Ruhe“

Astrid Puthen, Thalia-Buchhandlung Coesfeld

Diese Geschichte von Karl Heidemann, der Hauptfigur dieses Buches, zieht den Leser in seinen Bann. In Erwartung eines Krimis wurde ich überrascht von der biographischen Darstellung eines Mörders. Nichts verschafft Karl soviel Genugtuung wie die Ruhe, die Stille, die absolute Lautlosigkeit. Als Schreikind geboren wissen sich seine Eltern Diese Geschichte von Karl Heidemann, der Hauptfigur dieses Buches, zieht den Leser in seinen Bann. In Erwartung eines Krimis wurde ich überrascht von der biographischen Darstellung eines Mörders. Nichts verschafft Karl soviel Genugtuung wie die Ruhe, die Stille, die absolute Lautlosigkeit. Als Schreikind geboren wissen sich seine Eltern nicht zu helfen. Ihr Kind schreit unentwegt. So sieht Karl, wie seine Mutter ins Wasser geht, weil ihre Liebe zu ihm nicht erwidert wird. Von nun an sieht Karl es als ein Geschenk an, das er den Menschen macht, wenn er ihnen den doch so erlösenden Tod bringt. Nur die Liebe zu einem Mädchen macht es ihm möglich, den Wunsch nach Leben zu entdecken. So ganz anders ist die Sprache dieses Buches. Sie nimmt den Leser mit in die Welt von Karl und man ist gefangen in der Lektüre dieses Psychogramms.

„Unvorstellbar!!!“

Rafael Ulbrich, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Es gibt viele großartige Bücher, aber wenige die es vermögen, einen wirklich zu überraschen. 'Still' von Thomas Raab ist so ein Buch. Hut ab vor dieser Leistung. Die Geschichte ist von derartiger Abartigkeit und Unvorstellbarkeit, dass man ungläubig von Seite zu Seite blättert. Die Sprachgewalt, die Thomas Raab hierfür benutzt, ist Es gibt viele großartige Bücher, aber wenige die es vermögen, einen wirklich zu überraschen. 'Still' von Thomas Raab ist so ein Buch. Hut ab vor dieser Leistung. Die Geschichte ist von derartiger Abartigkeit und Unvorstellbarkeit, dass man ungläubig von Seite zu Seite blättert. Die Sprachgewalt, die Thomas Raab hierfür benutzt, ist atemberaubend. Ich wünsche mir, dass 'Still' irgendwann im gleichen Atemzug mit 'Schlafes Bruder' oder 'Das Parfum' genannt wird. Also Pflichtlektüre!

„Er weilt unter uns“

Christina Dumke, Thalia-Buchhandlung Brühl

Lernen Sie einen außergewöhnlichen Jungen kennen der zu einem außergewöhnlichen Mörder heranwächst. Sind alle seine Opfer wirklich Opfer oder hat mancher es einfach nicht anders verdient. Raab hat ein geniales Erzähltalent dem ich völlig verfallen bin. Das Grauen schleicht sich hier ganz leise aus den Seiten in das Gehirn des Lesenden. Lernen Sie einen außergewöhnlichen Jungen kennen der zu einem außergewöhnlichen Mörder heranwächst. Sind alle seine Opfer wirklich Opfer oder hat mancher es einfach nicht anders verdient. Raab hat ein geniales Erzähltalent dem ich völlig verfallen bin. Das Grauen schleicht sich hier ganz leise aus den Seiten in das Gehirn des Lesenden. Sehr elegant, sehr schockierend und mit Sicherheit sprachlich einer der besten Krimis die ich je gelesen habe.

Heike Heinlein, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Ein Buch, das fasziniert und ein Moerder, der dem Leser noch lange im Kopf herumspukt. Ein Buch aber auch, das man sich sprachlich auf der Zunge hergeben lassen kann!
Ein Buch, das fasziniert und ein Moerder, der dem Leser noch lange im Kopf herumspukt. Ein Buch aber auch, das man sich sprachlich auf der Zunge hergeben lassen kann!

G. D., Thalia-Buchhandlung Hagen

Einen derart außergewöhnlichen Krimi/Roman habe ich lange nicht mehr gelesen!
Erinnert stark an das Parfüm von Süßkind und ist für jeden eine Empfehlung der Überraschungen liebt.
Einen derart außergewöhnlichen Krimi/Roman habe ich lange nicht mehr gelesen!
Erinnert stark an das Parfüm von Süßkind und ist für jeden eine Empfehlung der Überraschungen liebt.

Thomas Neumann, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Überragendes Portrait eines außergewöhnlichen Lebens. Die Lebendigkeit der Sprache steht im krassen Gegensatz zum Leitmotiv des Romans: dem Tod. Überragendes Portrait eines außergewöhnlichen Lebens. Die Lebendigkeit der Sprache steht im krassen Gegensatz zum Leitmotiv des Romans: dem Tod.

Karl Heidemanns außergewöhnliche Lebens- und Leidensgeschicht ist kurios, bewegend und makaber zugleich. Raab schafft es, dass man konstant zwischen Abscheu und Mitleid schwankt. Karl Heidemanns außergewöhnliche Lebens- und Leidensgeschicht ist kurios, bewegend und makaber zugleich. Raab schafft es, dass man konstant zwischen Abscheu und Mitleid schwankt.

Adrijana Tesch, Thalia-Buchhandlung Berlin

Dies ist die Biografie eines Mörders. Sehr faszinierend geschrieben und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ein Thriller für sie und ihn!
Dies ist die Biografie eines Mörders. Sehr faszinierend geschrieben und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ein Thriller für sie und ihn!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Mein absoluter Geheimtipp für dieses Frühjahr-sprachlich ganz großes Kino und die Geschichte haut einen um! Mein absoluter Geheimtipp für dieses Frühjahr-sprachlich ganz großes Kino und die Geschichte haut einen um!

Yentl Heinrich, Thalia-Buchhandlung Ulm

Eine atemberaubende Wortgewandheit und ein Mörder wie es ihn noch nie gab! Spannend, fesselnd und nicht mehr wegzulegen!! Eine atemberaubende Wortgewandheit und ein Mörder wie es ihn noch nie gab! Spannend, fesselnd und nicht mehr wegzulegen!!

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Ungewöhnlich, grausam, fesselnd...ich habe es verschlungen! Der Vergleich zu Süskinds Parfum liegt nah, literarisch kann sich "Stille" auf jeden Fall daran messen lassen! Ungewöhnlich, grausam, fesselnd...ich habe es verschlungen! Der Vergleich zu Süskinds Parfum liegt nah, literarisch kann sich "Stille" auf jeden Fall daran messen lassen!

Kai Reinhard, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Fans von dem Buch "Das Parfüm" werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Fans von dem Buch "Das Parfüm" werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Katrin Grünwald, Thalia-Buchhandlung Neunkirchen

Ich habe schon lange kein so gutes Buch mehr gelesen! Einfach genial! Ich habe schon lange kein so gutes Buch mehr gelesen! Einfach genial!

V. Huttner, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Ein absolut geniales literarisches Meisterwerk. Die Seele eines Mörders verstehen und dann auch noch tiefes Mitgefühl mit diesem haben? Alles ist möglich.... Ein absolut geniales literarisches Meisterwerk. Die Seele eines Mörders verstehen und dann auch noch tiefes Mitgefühl mit diesem haben? Alles ist möglich....

Florian Rudewig, Thalia-Buchhandlung Kassel

Eine wundersame Mördeballade mit blendendem Einstieg und konsequnentem Ende. Leider kleine Längen im Mittelteil. Eine wundersame Mördeballade mit blendendem Einstieg und konsequnentem Ende. Leider kleine Längen im Mittelteil.

Verena Zimmermann, Thalia-Buchhandlung Nuernberg

Die Figur des Protagonisten ist so lebhaft beschrieben, dass man unweigerlich in seinen Bann gezogen wird. Eine Mischung aus Abstößigkeit und Faszination erwartet den Leser. Die Figur des Protagonisten ist so lebhaft beschrieben, dass man unweigerlich in seinen Bann gezogen wird. Eine Mischung aus Abstößigkeit und Faszination erwartet den Leser.

Sonja Hertkens, Thalia-Buchhandlung Freiburg

Mit toller Sprache werden wirin die Psyche eines Menschen geführt, der eigentlich nichts böses will... Mit toller Sprache werden wirin die Psyche eines Menschen geführt, der eigentlich nichts böses will...

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Beklemmend, düster und doch fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Selten kommt fiktionale Literatur der Psyche eines Mörders so nahe wie in diesem Buch. Beklemmend, düster und doch fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Selten kommt fiktionale Literatur der Psyche eines Mörders so nahe wie in diesem Buch.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
50 Bewertungen
Übersicht
37
9
3
1
0

bestes Buch der Leipziger Buchmesse
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Dürrenberg am 29.03.2015

Einfach nur absolut brilliant . Endlich mal ein Buch das den Namen Literatur verdient. Sehr zu empfehlen. Hoffentlich erscheinen bald ein neues Buch des Schriftstellers

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
1 0
Das Leben eines Mörders
von simi159 am 12.02.2015

Still ist eine emotionale, super spannende und auch aufwühlende Biographie eines Mörders…. Karl Heidemann ist ein besonderes Baby, von seinen Eltern geliebt und heiß ersehnt und doch auch abstoßend, denn er schreit seit seiner Geburt ununterbrochen und lässt sich durch so gut wie nichts beruhigen…Essen, schlafen, singen, herumtragen…alles hilft... Still ist eine emotionale, super spannende und auch aufwühlende Biographie eines Mörders…. Karl Heidemann ist ein besonderes Baby, von seinen Eltern geliebt und heiß ersehnt und doch auch abstoßend, denn er schreit seit seiner Geburt ununterbrochen und lässt sich durch so gut wie nichts beruhigen…Essen, schlafen, singen, herumtragen…alles hilft nur sehr kurz. Mit seinem Schreien treibt er nicht nur seine Eltern, sondern auch das ganze Dorf, in dem sie leben, in den Wahnsinn. Durch Zufall stellen seine Eltern fest, dass Karl ein besonders empfindliches Gehör hat und ihn jedes normale Geräusch quält. Sein Vater richtet ihm eine isolierten Raum im Keller ein…und ab dann ist Ruhe…Karl wächst isoliert im Keller auf, hat kaum Kontakt zu anderen Menschen…Er wird von einem Nachbarn unterrichtet und genießt seine Ruhe/Stille. Seine Mutter zerbricht an dieser Isolation und nimmt sich im Beisein von Karl ihr Leben… Karl erfährt dort zum ersten Mal die befreiende Stille des Todes…Fortan, will er das immer wieder erleben, sein Heimatort wird ihm bald zu klein…Er ist ein Erlöser…Friedensbringer und hinterlässt eine blutige Spur des Todes. Fazit: Still ist nicht wirklich blutig und die die Spannung entsteht auch mehr im Kopf, da man sich beim Lesen die ganze Zeit fragt, wie es weiter geht, bzw. wann es aufhört. Karl Heidemann um den sich die ganze Geschichte dreht, ist unsympathisch, fett, hässlich und seltsam. Ein richtiger Antiheld. Der Autor, Thomas Raab, verpackt diese Geschichte in so einfühlsame Worte und in eine sehr bildhafte Sprache. Diese lässt beim Lesen nicht nur Karls Welt im Kopfkino entstehen, sondern auch seine Gefühlswelt ist greifbar und damit sein Verhalten teilweise nachvollziehbar. Die Geschichte scheint zeitlos, irgendwie in der weiten Vergangenheit spielend, doch eigentlich ist sie in den 80er Jahren angesiedelt…auch wenn man das Gefühl hat, dass in Karls Heimatdorf die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Mit hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es anders ist und einen so schnell nicht mehr los lässt, wenn man mal angefangen hat es zu lesen. Von mir gibt es dafür 5 STERNE.

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1 0
Still - was für ein unglaublich stilles Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden am 09.02.2015

Still - ein Roman welcher mich mit einer Wucht berührte, wie schon lange kein Buch mehr. Still - einzigartig in der Sprache Still - aufwühlend und emotional Still - bewegend und faszinierend Still - berührende Spannung mit Tiefgang Still - Lesegenuss auf höchstem Niveau Still - unbeschreiblich Still - meine absolute Leseempfehlung!

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1 0
Still
von buecherfreund am 31.01.2015

Still - Chronik eines Mörders. Ich hatte etwas ganz anderes von diesem Buch erwartet, doch das hat es nicht weniger gut gemacht. Ich war begeistert. Ein unheimlich berührendes Buch. Schon alleine das Cover strahlt etwas Schönes und Friedliches aus und gibt perfekt die Stimmung des Buches wider. Karl wird am Nikolaustag... Still - Chronik eines Mörders. Ich hatte etwas ganz anderes von diesem Buch erwartet, doch das hat es nicht weniger gut gemacht. Ich war begeistert. Ein unheimlich berührendes Buch. Schon alleine das Cover strahlt etwas Schönes und Friedliches aus und gibt perfekt die Stimmung des Buches wider. Karl wird am Nikolaustag 1982 als Schreikind geboren Die Ursache wird von seinem Vater eher zufällig entdeckt: Karl erträgt den Lärm nicht. Er hat ein unglaublich empflindliches Gehör und alles um ihn herum erscheint ihm unerträglich laut. So wächst Karl isoliert in den Kellerräumen des Hauses auf, weil er die normale Welt um sich herum nicht erträgt. Die anderen Dorfbewohner nehmen ihn nur als unheimlichen Jungen wahr, der nicht spricht und nie das Haus verlässt. Das wohl einschneidenste Erlebnis in seiner Kindheit war der Tod seiner Mutter. Weil sie Karls Ablehnung ihr gegenüber nicht mehr ertragen konnte, ist sie vor seinen Augen ins Wasser gegangen. Doch anstatt Schuldgefühle hat dieses Erlebnis nur Faszination auf Karl ausgeübt. Er kann nicht verstehen, warum die Menschen die Toten betrauern. Für ihn stellt der Tod eine Erlösung dar, endlich Friede, Schönheit, und endlich Stille. Immer wieder sieht er die Schönheit des Todes in dem Gesicht seiner Mutter vor sich. So zieht er schließlich durch die Wälder, um dieses Geschenk der Erlösung anderen geben zu können. Doch auch wenn das Buch "Chronk eines Mörders" heißt, so hat man nie das Gefühl über einen Mörder zu lesen. Man taucht ganz ein in Karls Welt und Gedanken, der eine ganz andere Sicht auf die Welt hat. Das Buch besteht aus drei Teilen und jeder der Teile ist völlig anders, beschreibt eine ganz bestimmte Stimmung, in der sich Karl gerade befindet. Besonders der letzte Teil hat es mir angetan, so emotional und so tiefgehend. Auch das Ende hat mich sehr überrascht. Thomas Raab hat eine unheimliche Gabe mit den Worten zu spielen und einen Sinn dafür, alleine durch die Wahl der richtigen Wörter eine Atmosphäre aufzubauen. Ich habe selten ein Buch mit so einem schönen Schreibstil gelesen.

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2 1
Fesselndes Leben des Karl Heidemann
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankenberg am 12.01.2015

Wunderschönes Buchcover, welches durch seine Schlichtheit eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Ruhe und Stille die Karl sich wünscht, die ihm aber selten so gewährt wird. Karl ist ein Schreikind. Ohne ersichtlichen Grund raubt er seiner Mutter und den Jettenbrunnern den Verstand. Als sein Vater endlich, eher zufällig, den Grund dafür... Wunderschönes Buchcover, welches durch seine Schlichtheit eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Ruhe und Stille die Karl sich wünscht, die ihm aber selten so gewährt wird. Karl ist ein Schreikind. Ohne ersichtlichen Grund raubt er seiner Mutter und den Jettenbrunnern den Verstand. Als sein Vater endlich, eher zufällig, den Grund dafür entdeckt, ändert sich alles. Ruhe zieht in Jettenbrunn und das Haus der Heidemanns ein, eine beängstigende Ruhe. Abgeschottet, fern des Lärm von außen, wenn auch nicht völlig still, findet Karl seine Ruhe. Doch er ist so abgeschottet wie alle meinen, er bekommt alles mit. Hört die Schritte und Gespräche auf der Straße im Ort. Kann bald den Gangarten Namen zuordnen, erahnen, welche Stoffe sie am Leibe tragen und wie ihre Gesichter aussehen, ohne sie je gesehen zu haben. Wie genau seine Vermutungen sind, erfährt er als er später wieder an die Oberfläche tritt. Der tragische Tod seiner Mutter, für alle tragisch nur nicht für Karl, ändert für ihn alles. Nie hat er sie so entspannt und friedlich gesehen, wie im Moment des Todes. Ab da ist für ihn klar, der Tod ist ein großes erlösendes Geschenk. Und warum dieses nicht auch anderen gewähren? Der besten Freundin seiner Mutter, die ihr noch gern soviel zu erzählen hatte oder ihrem späteren Liebhaber, dem das Dorf ohnehin all die Schuld auflud. Warum nicht ihn von all seinen Lasten befreien? Karl ist schlau, er lernt sehr schnell, er will Erlösung bringen, keine unnötigen Schmerzen, keine Qualen. Er ist im festen Glauben etwas Gutes zu vollbringen und ist sich nicht bewusst, wie unrecht oder falsch es in den Augen der Welt ist. In den Augen seines Vaters, den ihn zufällig beim morden erkannte. Es bricht Karl das Herz, wie sehr ihn alle missverstehen. Es beginnt ein Leben auf der Flucht, ganz auf sich allein gestellt, sein empfindliches Gehör warnt ihn vor Gefahren. Alles ändert sich schlagartig, als ihn Marie förmlich überrennt. Sofort besteht eine Verbindung zwischen ihnen, sie ist ihm so vertraut, so still. Sie ist stumm und weckt in ihm Gefühle, die er vorher nie spürte. Ihrem trinkenden Vater ausgeliefert, denn sie kann schlicht nicht um Hilfe schreien, versucht er sie von ihrem Quäler zu befreien. Die Sache geht schief und es beginnt eine grausame Hetzjagd und endlose Tage der Folter für Karl, die in ihm alles ändern. Nicht mehr länger will er die Erlösung bringen, sondern die Welt vom Abschaum befreien. So beginnt seine grausame Blutspur durchs Land, bis er sich selbst nicht mehr erkennt und glaubt er wäre einer von ihnen. Völlig ermattet wird er von einem Mönch gefunden und man glaubt und wünscht ihm Ruhe und Frieden im Kloster. Doch nicht so Karl, er geht seinen Weg um das einzig Wichtige in seinem Leben wieder zu finden - Marie. Ihm immer auf den Fersen Horst Schubert, doch findet der Ermittler ihn nie wo er sucht. Eine faszinierende Chronik, man fühlt mit Karl und kann diesem Kind die Taten nicht so übel nehmen, ihn nicht so verurteilen, wie man möchte. Er hat es nicht anders gelernt und ist doch so rein von seinen Absichten Gutes zu tun. Er ist trotz der Menschen um sich herum, immer allein, niemand versteht ihn oder will ich verstehen. Man leidet mit ihm, freut sich mit ihm. Wünscht ihm einen guten Ausgang - auf seine eigene Weise. Seine Chronik hat mich gespannt an den Seiten kleben lassen und tief berührt! Sehr schöner Schreibstil, und all die Zitate von Fontane usw. fand ich sehr passend. Wunderschön! Jetzt muss ich gleich mal schauen, was Thomas Raab so alles schon veröffentlicht hat, damit ich es schier in mich aufsaugen kann.

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1 0
Beeindruckend und kaum zu toppen!
von Kasin am 20.02.2016

"Still - Chronik eines Mörders" ist der Titel des Buches von Autor Thomas Raab, erschienen im Droemer Knaur Verlag. Dieses Buch ist wie der Titel, leise, zart und bedächtig. Doch gleichermaßen hat es mich von den ersten Zeilen an angeschrien - lesen, lesen, lesen und ich konnte nicht mehr aufhören... "Still - Chronik eines Mörders" ist der Titel des Buches von Autor Thomas Raab, erschienen im Droemer Knaur Verlag. Dieses Buch ist wie der Titel, leise, zart und bedächtig. Doch gleichermaßen hat es mich von den ersten Zeilen an angeschrien - lesen, lesen, lesen und ich konnte nicht mehr aufhören ihr zu lauschen, dieser mich so beeindruckenden Geschichte. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Zur Story: 1982, der kleine Ort Jettenbrunn ist ein friedlicher Ort, es wird gelebt. Bis Nikolaustag, der Tag an dem Karl das Licht der Welt erblickte und schrie und schrie und schrie. Die anfänglich stolzen Eltern Charlotte und Johann Heidemann, erfahren Ratschläge und irgendwann Abneigung aus dem Dorf. Bis ein Zufall Vater Johann erkennen läßt was seinem Sohn fehlt, oder besser gesagt was er zuviel hat. Nämlich ein Gehör, so ausgeprägt, dass selbst der Herzschlag der Mutter ihm schier unglaubliche Schmerzen bereitet. Um Karl das Leben lebenswerter zu gestalten, bekommt er im Keller eine Zuflucht, ruhig und still. Von da an schreit Karl nicht mehr. Diese Abgeschiedenheit führt dazu das er lernt alleine für sich zurecht zukommen. Er lernt, er lernt enorm, doch weiß er nichts von der Welt oben. Gefühle, Empfindungen sind ihm fremd. Bis zu dem Tag als er seine Mutter zum Weiher begleiten muss, eine Wende in seinem Leben, eine Wendung in dem was er lernt und ganz bestimmt eine Katastrophe für den Ort. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Hin und hergerissen waren meine Gefühle für Karl, den armen kleinen Buben. Überfüttert und bemitleidet, ausgegrenzt und in den Köpfen der Menschen ausgelöscht. Seine Entwicklung, fantastisch erzählt, mitreißend und erschreckend gleichermaßen. Immer auf der Suche nach Antworten, was ist Liebe, was ist der Tod, wo kommt er her, wo geht er hin, wer schenkt ihn? Und Karl findet sie, die Antworten, auf seine Weise - über das Hören. Es wird so wunderbar leicht erzählt, obwohl es schon eine furchtbare Geschichte ist. Stimmungen und Gedanken fließen durch die Seiten, es bedarf keinen Lärm dazu. Man liest die Zeilen und was dazwischen steht und so folgt man Karl und dem gesamten Dorf, es lohnt sich -absolut! Ein Buch für das 5 Sterne bei weitem nicht ausreichen.

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Thomas Raab: Still - Chronik eines Mörders
von Hotel aus Ostfriesland am 02.11.2015

Detailliert aber immer grausig fesselnd und diabolisch packend. Von der ersten bis zur letzten Seite bleibt es unheimlich, sich vorzustellen, dass solche Menschen tatsächlich existieren. Eine "Chronik des Grauens", die ihres gleichen sucht. Es gibt ja nun eine Unmenge an Büchern über Serienmörder, seien diese nun psychopathisch veranlagt oder... Detailliert aber immer grausig fesselnd und diabolisch packend. Von der ersten bis zur letzten Seite bleibt es unheimlich, sich vorzustellen, dass solche Menschen tatsächlich existieren. Eine "Chronik des Grauens", die ihres gleichen sucht. Es gibt ja nun eine Unmenge an Büchern über Serienmörder, seien diese nun psychopathisch veranlagt oder nicht. Der Fan ist gesättigt und dadurch auch kaum noch zu beeindrucken. Soll heißen: Wirklich gute Krimis gibt es immer seltener. Was Raab aber aus diesen durchaus bekannten Zutaten macht, hebt sich beeindruckend deutlich aus der Masse der Killer-Thriller ab. Man glaubt es zunächst kaum, die Figuren sind wunderbar ausgearbeitet, obwohl die Protagonisten dann doch ein oder zwei Klischees zu viel in einer Person vereinigen. Der ganz große Pluspunkt dieses Buches liegt aber in der Konstruktion der Geschichte. Viele Krimis und Thriller kranken ja daran, dass sie interessante Rätsel konstruieren, diese dann aber so komplex werden, dass der Autor sie zum Schluss selbst nicht mehr lösen kann und der Schluss des Buches dann enttäuschend ausfällt. Raab macht dagegen alles richtig. Von der Suche nach Hinweisen auf das nächste Opfer über die Aufdeckung der Identität des Mörders bis hin zum Finale des Buches. Raab schafft mit geringen Mitteln eine gute Atmosphäre, ohne dabei zu schwafeln, das Buch ist fantastisch schön geschrieben in einem Stil der packt und überzeugt. Sein Schreibstil lässt sich also leicht lesen und fesselt den Leser dennoch. Der Aufbau des Romans, die Eindringlichkeit der Erzählung und die Mitnahme des Lesers auf jeder Seite, das geht unter die Haut. Dieses Buch ist nicht nur ein Thriller, den man mal eben liest und dann nach einiger Zeit wieder vergisst. Das Beste ist ein einfaches Ende ohne großen Wirbel und Übertreibung. Sicherlich gibt es hier und da Leser/innen, die das Thema des Buches zu abscheulich oder zu lang gezogen finden, aber es sei gesagt, dass ein gutes Buch auch mal "Verschnaufpausen" braucht. Diese sind auch in diesem Buch vorhanden, aber nicht so, dass es langweilig wird. Die Charakterdarstellung ist dem Autor sehr gut gelungen und auch die Geschichte ist nicht übertrieben. Man findet zahlreiche Momente, in denen man das Buch um keinen Preis aus der Hand legen möchte, so sehr ist man darauf aus, die weitere Entwicklung zu erfahren. Dass der geschilderte mörderische Wahnsinn in der Logik des Täters einen - wenn auch moralisch fragwürdigen - Sinn ergibt, so aber entstehen die Taten folgerichtig aus den Tiefen der kranken Täterseele. Man kann in gewissen Bereichen alles "miterleben" . Der Autor hat in großen Zügen Fingerspitzengefühl bewiesen und führt den Leser in eine unbekannte und atemraubende Spannung. Es ist hier und da ein wenig Brutal, aber jedem der Thriller und Krimis mag sollte das Buch gegönnt sein. Fazit: Nicht perfekt, nicht neu, aber doch erfrischend anders

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Sprachgewalt
von einer Kundin/einem Kunden am 26.07.2015

Karl Heidemann kommt mit einem höchst sensiblen Gehör zur Welt. Seine Schreie gellen durch den ganzen Ort und die Bewohner ziehen sich von der Familie zurück. Da seine Mutter davon ausgeht, dass er Hunger hat, wird er regelrecht gemästet. Die Ärzte können keinen Grund für sein Schreien finden, bis... Karl Heidemann kommt mit einem höchst sensiblen Gehör zur Welt. Seine Schreie gellen durch den ganzen Ort und die Bewohner ziehen sich von der Familie zurück. Da seine Mutter davon ausgeht, dass er Hunger hat, wird er regelrecht gemästet. Die Ärzte können keinen Grund für sein Schreien finden, bis der Vater feststellt, dass er ruhig wird im Wald oder in einem Aufzug, der stecken bleibt. Daraufhin richten seine Eltern ihrem Sohn im Keller sein Reich ein und beobachten ihn durch eine Kamera. So verbringt Karl seine Kindheit unterirdisch, weit ab von allen Geräuschen der Außenwelt. Einzig ein Nachbar hat noch Kontakt zu ihm und lehrt ihn. Hochintelligent hat er sich bereits selbst durch Bücher das Lesen beigebracht. Nach dem Tod seiner Mutter tritt er erstmals wieder im Dorf in Erscheinung. Ein Kind, das überfettet ist und mit seiner Umgebung und den Menschen nichts anzufangen weiß. Was bei ihm hängen bleibt ist das friedliche Antlitz seiner Mutter, als sie tot aus dem Weiher gezogen wird. Karl beginnt seine eigenen Wege zu gehen. Nachts, wenn es niemand bemerkt. Der Weiher zieht ihn an. Langsam, aber sicher beginnt er sein Leben zu verändern und zieht aus seinem Keller nach oben zum Vater. Er verbringt mehr Zeit in der wirklichen Welt. Und trotzdem bleibt er seiner Welt verhaftet, denn die Außenwelt bereitet ihm unendliche Schmerzen. Die Geräusche, die Getriebenheit der Menschen, seine Umwelt sind für ihn unerträglich. Eines Tages muss er aus dem Dorf fliehen, weil es mehr Tote gibt, als es geben sollte. Er begibt sich auf eine Flucht durch die Wälder und hinterlässt eine blutige Spur. Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Sie stürmt mit einer Eindringlichkeit und Gewalt auf den Leser ein, dass ihm der Atem stockt. Und doch wird er immer mehr in den Bann gezogen und es ist fast unmöglich das Buch zur Seite zu legen. Der Protagonist, der so viel Unglück über die Menschen bringt, wird einem sympathisch. Mit jeder Seite mehr, weil man spürt, wie sehr er leidet, aber auch, dass er eigentlich nur Gutes dem Menschen schenken möchte. Frieden! Bis er verspürt, was Liebe bedeutet, vergehen Jahre, in denen er Menschen umbringt. Kaum hat er seine Liebe gefunden, muss er wieder fliehen und alles hinter sich lassen. Viele Jahre später beginnt er die Suche nach seiner großen Liebe und muss feststellen, dass sie bereits vergeben ist. Mit viel Geduld zeigt er sich ihr und hofft, dass sie ihn wiedererkennt … Schon das Cover hat mich sehr angesprochen. Die Sprache fand ich umwerfend, vereinnahmend und absolut fesselnd. Wer einen herkömmlichen Krimi oder Thriller erwartet, wird enttäuscht werden. Dieses Buch lebt von der Sprache, der Eindringlichkeit der Worte und lässt den Leser nicht mehr los. Für Menschen, die die Sprache lieben und sich in diese dichte Sprachgewalt einfühlen können, eine klare Empfehlung.

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Ein Meilenstein in der österreichischen Literatur...
von einer Kundin/einem Kunden am 04.07.2015

STILL ist es nach diesem gelungenen literarischen neuen Wurf nicht mehr um Thomas Raab geworden... Mit diesem in jeder Zeile intensiven Entwicklungsroman hat Thomas Raab einen neuen Weg nach seiner bereits erfolgreichen MetzgerReihe eingeschlagen...einen Weg, der in die angesehene Gasse eines Patrick Süskind ("Das Parfum") oder Robert Schneider ("Schlafes Bruder")... STILL ist es nach diesem gelungenen literarischen neuen Wurf nicht mehr um Thomas Raab geworden... Mit diesem in jeder Zeile intensiven Entwicklungsroman hat Thomas Raab einen neuen Weg nach seiner bereits erfolgreichen MetzgerReihe eingeschlagen...einen Weg, der in die angesehene Gasse eines Patrick Süskind ("Das Parfum") oder Robert Schneider ("Schlafes Bruder") führt, ohne diese nachzuahmen...aber gleich brilliant vollzieht sich die Handlung rund um Karl Heidemann, dessen übersensibles Gehör die Geißel seines Alltags ist... Thomas Raab hinterlässt Bilder in der Leserseele, deren Intensität sich regelrecht cinematographisch einbrennt...gleichsam fasziniert wie abstößt. Die abnorme Entwicklung seines Protagonisten ist jederzeit nachvollziehbar, der Keim zum Verständnis für Denken und Streben Karls von der ersten Seite an gelegt. STILL ist ein Meilenstein der österreichischen Literatur, der zu Recht bereits viel positive Beachtung und hoffentlich eine würdige Nachfolge nach sich ziehen wird...Chapeau Thomas...der Erfolg sei Dir mehr als vergönnt!

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Still
von einer Kundin/einem Kunden aus Bamberg am 24.06.2015

Jettenbrunn ist ein kleines Dorf. Hier kennt jeder jeden und jeder hat ein Auge auf jeden. Dort wird dem Ehepaar Heidemann endlich ein Kind geboren. Aber der kleine Karl ist vom ersten Tag an schwierig und überfordert vor allem die Mutter mit seinem ununterbrochenen Geschrei. Als das Gefühl von... Jettenbrunn ist ein kleines Dorf. Hier kennt jeder jeden und jeder hat ein Auge auf jeden. Dort wird dem Ehepaar Heidemann endlich ein Kind geboren. Aber der kleine Karl ist vom ersten Tag an schwierig und überfordert vor allem die Mutter mit seinem ununterbrochenen Geschrei. Als das Gefühl von Ohnmacht bei ihr Überhand nimmt und das Kind sich selbst die Ohren verletzt, sucht der Vater Rat im Krankenhaus. Durch Zufall findet er dort selbst heraus, was dem kleinen Baby fehlt. Es hat ein übermenschlich feines Gehör und die Menschen und ihre laute Welt fügen dem Kind körperliche Schmerzen zu. Deshalb lebt Karl von da an im Keller – in der Stille, die er selber sucht, die aber einhergeht mit Isolation und dem Unverständnis der Mitmenschen . Selbst seine Mutter kann sich mit seiner körperlichen Besonderheit, seiner Sprachlosigkeit und seiner Ablehnung, nicht abfinden, leidet seitdem an Depressionen und sucht alle Schuld bei sich. Der Tod der Mutter im Wasser wird zu einem einschneidenden Erlebnis für Karl und er erkennt für sich, dass die absolute Stille des Todes allen Menschen Erlösung bringen könnte. So beschließt er, den Menschen Gutes zu tun und im Dorf und andernorts sterben die Leut‘ mit seiner vermeindlichen Hilfe. Karl Heidemann ist ein Gequälter, ein Getriebener, ein Suchender. In der Abgeschiedenheit des Kellers, in der Stille, wächst er in seiner ganz eigenen Gedankenwelt auf und die erscheint dem Leser durchaus logisch und nachvollziehbar. Lange weiß er nicht, dass er sich nach Liebe sehnt, weil er nicht weiß, wie sich menschliche Nähe anfühlt. Sein Wunsch nach Stille wird nicht weniger aber er erkennt, dass er alleine ist in seinem tonlosen Leben. Man empfindet Mitleid mit ihm, wünscht ihm einen Helfer an die Seite, der ihn aus seiner verkehrten Welt herausholt. Einen der ihn versteht und der ihm zeigt, dass das Leben schöner ist als der Tod. Es war mein erstes Buch von Thomas Raab und es war definitiv kein Thriller, sondern ein anspruchsvoller Entwicklungsroman, den ich hier mit „Still“ lesen durfte. Mit einer unerwarteten Eindringlichkeit findet der Autor einen ruhigen und fast nüchternen Erzählton, der den Leser von der ersten Seite an in die sonderbare stille Welt des Karl Heidemann hineinzieht, ihn gefangen nimmt und erschüttert und wer sich auf das teilweise gemächliche aber stetige voranschreiten der Handlung einlässt, wird mit einem wirklich interessanten Roman belohnt.

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Still
von einer Kundin/einem Kunden am 24.05.2015

Still - Chronik eines Mörders. Ich hatte etwas ganz anderes von diesem Buch erwartet, doch das hat es nicht weniger gut gemacht. Ich war begeistert. Ein unheimlich berührendes Buch. Schon alleine das Cover strahlt etwas Schönes und Friedliches aus und gibt perfekt die Stimmung des Buches wider. Karl wird am Nikolaustag... Still - Chronik eines Mörders. Ich hatte etwas ganz anderes von diesem Buch erwartet, doch das hat es nicht weniger gut gemacht. Ich war begeistert. Ein unheimlich berührendes Buch. Schon alleine das Cover strahlt etwas Schönes und Friedliches aus und gibt perfekt die Stimmung des Buches wider. Karl wird am Nikolaustag 1982 als Schreikind geboren Die Ursache wird von seinem Vater eher zufällig entdeckt: Karl erträgt den Lärm nicht. Er hat ein unglaublich empflindliches Gehör und alles um ihn herum erscheint ihm unerträglich laut. So wächst Karl isoliert in den Kellerräumen des Hauses auf, weil er die normale Welt um sich herum nicht erträgt. Die anderen Dorfbewohner nehmen ihn nur als unheimlichen Jungen wahr, der nicht spricht und nie das Haus verlässt. Das wohl einschneidenste Erlebnis in seiner Kindheit war der Tod seiner Mutter. Weil sie Karls Ablehnung ihr gegenüber nicht mehr ertragen konnte, ist sie vor seinen Augen ins Wasser gegangen. Doch anstatt Schuldgefühle hat dieses Erlebnis nur Faszination auf Karl ausgeübt. Er kann nicht verstehen, warum die Menschen die Toten betrauern. Für ihn stellt der Tod eine Erlösung dar, endlich Friede, Schönheit, und endlich Stille. Immer wieder sieht er die Schönheit des Todes in dem Gesicht seiner Mutter vor sich. So zieht er schließlich durch die Wälder, um dieses Geschenk der Erlösung anderen geben zu können. Doch auch wenn das Buch "Chronk eines Mörders" heißt, so hat man nie das Gefühl über einen Mörder zu lesen. Man taucht ganz ein in Karls Welt und Gedanken, der eine ganz andere Sicht auf die Welt hat. Das Buch besteht aus drei Teilen und jeder der Teile ist völlig anders, beschreibt eine ganz bestimmte Stimmung, in der sich Karl gerade befindet. Besonders der letzte Teil hat es mir angetan, so emotional und so tiefgehend. Auch das Ende hat mich sehr überrascht. Thomas Raab hat eine unheimliche Gabe mit den Worten zu spielen und einen Sinn dafür, alleine durch die Wahl der richtigen Wörter eine Atmosphäre aufzubauen. Ich habe selten ein Buch mit so einem schönen Schreibstil gelesen.

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Still - Chronik eines Mörders
von Sylvia Mangl aus Wien am 13.04.2015

Groß ist die Freude für Charlotte und Johann Heidemann, als sie ein Kind erwarten. Groß ist der Schreck, als das Kind geboren wird. Denn sein erster Schrei hört nicht mehr auf. Karl Heidemann ist durch nichts und niemanden zu beruhigen. Erst allmählich entdeckt sein Vater, dass das Kind sich... Groß ist die Freude für Charlotte und Johann Heidemann, als sie ein Kind erwarten. Groß ist der Schreck, als das Kind geboren wird. Denn sein erster Schrei hört nicht mehr auf. Karl Heidemann ist durch nichts und niemanden zu beruhigen. Erst allmählich entdeckt sein Vater, dass das Kind sich beruhigt, wenn er mit ihm - an seine Brust geschnallt - lange Spaziergänge durch die Nacht unternimmt. Es scheint, dass nur dies und die Verabreichung von übermässigem Essen Karl kurzfristig ruhigstellen können. Ein Martyrium für die Eltern und auch für die Umgebung beginnt. Denn erst nach einer Weile entdeckt der Vater, dass Karl einfach nur ein übersensibles Gehör hat. Er baut ihm ein schalldichtes Zimmer und verschliesst seine Ohren mit Wachspfropfen und das Schreien hat ein Ende. Die Stille wird für ihn zur Erlösung. Kein Ende hat jedoch die Qual seiner Mutter, die mit der Ablehnung ihres Kindes nicht leben kann. Sie flüchtet in Alkohol und eine Affäre mit dem Dorfarzt. An ihrem Geburtstag fährt sie mit Karl betrunken zum Dorfweiher und fleht ihn an ihm ein Zeichen ihrer Zuneigung zu geben, weil sie ansonsten ins Wasser gehen muss. Er sagt sein erstes Wort: "Geh" - und Charlotte geht ins Wasser... Als sie aus dem Wasser gezogen wird und er sieht, wie friedlich und still sie ist, empfindet Karl den Tod als Geschenk, das Schicksal nimmt seinen Lauf. In den folgenden Jahren kommen immer wieder Menschen im Weiher ums Leben, später auch anderswo. Kriminalkommissar Horst Schubert jagd hinter Karl her, ohne seiner jemals habhaft zu werden. Er verlässt schließlich sein Heimatdorf und trifft auf Marie, seine einzige und große Liebe, für die er seinen den einzigen Mord aus Hass begeht. Ihren Vater, der sie schlägt. Der Mord misslingt und Maries Vater wird verstümmelt und Karl flieht in den Wald, wo er von einem Mönch am Ende seiner Kräfte aufgelesen wird. Er wird im Kloster gesund gepflegt und er verbringt dort etliche Jahre unter fremdem Namen und angeblich stumm. Viele Jahre später kehrt er zurück, findet Marie und ihre Liebe findet Erfüllung, wenn auch nur für sehr kurze Zeit.... Das ist eines der aussergewöhnlichsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Man hat Verständnis für den Mann, der so gepeinigt ist, fast Sympathie. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, aber das ist auch ganz passend, da der Stoff auch durchaus anspruchsvoll ist.

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Der geschenkte Tod
von IL am 28.02.2015

Jettenbrunn, Geburtsort des STILLEN Karl Heidemann. Er kam auf die Welt und erlitt fortan immense Qualen. Nicht durch körperliche Fremdeinwirkung, nein. Er hat ein unglaublich sensibles Gehör. Jedes noch so kleine Geräusch dringt zu ihm. Und je mehr und lauter es wird, desto schmerzhafter und unerträglicher wird es für... Jettenbrunn, Geburtsort des STILLEN Karl Heidemann. Er kam auf die Welt und erlitt fortan immense Qualen. Nicht durch körperliche Fremdeinwirkung, nein. Er hat ein unglaublich sensibles Gehör. Jedes noch so kleine Geräusch dringt zu ihm. Und je mehr und lauter es wird, desto schmerzhafter und unerträglicher wird es für Karl. Abgeschieden von der Außenwelt und geborgen im ausgebauten Keller, findet er endlich seine Ruhe. Er bildet sich und schult seine Sinne. Eines Tages begegnet er am Weiher der STILLE des Todes. Wie und was...darauf möchte ich nicht näher eingehen. Karl erkennt, das der Tod Stille, Frieden und Schönheit bringt. Und nun.... Der Autor Thomas Raab hat ein Meisterwerk mit dieser Geschichte geschrieben. Ich hatte bei dem Titel und dem super gelungenem schlichten Cover einen ganz anderen Inhalt erwartet. Aber das tut der Story gar keinen Abbruch. Im Gegenteil. Das Buch ist spannend, emotional und mitreißend zu gleich. Der Autor erschuf einen Protagonisten, dem man trotz seiner Handlungen nicht böse sein kann. Eher Mitgefühl macht sich breit. Ein „Monster“, dass durch die Ignoranz der Menschheit erschaffen wurde. Von klein auf bis zum Tode. Und immer auf der Suche nach Liebe. Die Geschichte spielt in den 80-er Jahren. Ich hatte aber nicht das Gefühl. Eher lange vor den Achtzigern. Ich kann es nicht wirklich erklären, aber die Zeit scheint in Jettenbrunn nicht bei den 80-ern angekommen zu sein. Die Örtlichkeiten der Schauplätze sind sehr anschaulich dargestellt. Ich bin quasi im Rucksack bei Karl mitgereist. Die Gefühle von Karl sind so lebendig beschrieben, das ich sie als Leser immer nachvollziehen konnte. Er ist ein Mörder mit guten Absichten. In sich ist dieser Satz schon affektiv. Aber es ist so. Das Buch erschien im DROEMER Verlag. Die Geschichte erstreckt sich auf 368 Seiten. Die einzelnen Kapitel sind fortlaufend nummeriert und mit einer Überschrift versehen, die einen kurzen Einblick in das Kapitel geben soll. Volle Punktzahl. Ein Hammer-Buch, welches man gelesen haben muss. Allerhöchstes Niveau mit prickelnder Findigkeit. Weiterempfehlungsrate zu 100%!

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Still
von Tamaru am 22.02.2015

Karl kommt am 6. Dezember auf die Welt, beginnt zu schreien und hört nicht mehr auf. Er schreit Tag und Nacht bis er vor Erschöpfung einschläft und bringt seine hilflosen Eltern damit an den Rand des Wahnsinns. Kein Arzt und keine Medizin kann Ihnen helfen den kleinen Karl zu... Karl kommt am 6. Dezember auf die Welt, beginnt zu schreien und hört nicht mehr auf. Er schreit Tag und Nacht bis er vor Erschöpfung einschläft und bringt seine hilflosen Eltern damit an den Rand des Wahnsinns. Kein Arzt und keine Medizin kann Ihnen helfen den kleinen Karl zu beruhigen. Lediglich auf dem Arm seines Vaters, bei Spaziergängen im Wald findet das Kind Ruhe und schläft ein, denn Karl hat ein hochsensibles Gehör das jedes noch so kleine Geräusch für ihn zur Qual macht. Und so baut sein Vater für den kleinen Jungen den Keller zu einem schalldichten Raum um, in dem er fortan aufwächst. Alleine, ohne Kontakt zu anderen Kindern oder Menschen, unfähig Liebe zu empfinden. Seine Mutter zerbricht darüber dass sie keinen Zugang zu ihrem Kind findet und nimmt sich das Leben. Sie läßt Karl zusehen, als sie ins Wasser geht und ahnt nicht, was sie damit anrichtet. Er empfindet den Tod der Mutter als Erlösung, als Geschenk das ihr zuteil wurde die ewige Stille zu erlangen. Er ist fasziniert von diesem Ereignis das ihn nicht mehr loslässt und möchte diesen Augenblick immer wieder erleben. Und so wächst sein Wunsch, raus aus diesem Keller um einen Weg einzuschlagen, den viele Menschen nicht überleben werden. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt. Man spürt diese unglaubliche Stille die dieses Buch ausmacht. Man ist gefangen in einer Geschichte die einerseits grausam ist und andererseits unglaublich gefühlvoll die Leiden von Karl erzählt. Und genau deshalb empfindet man Karl nicht als Bestie obwohl er viele Menschen tötet. Man hat Mitgefühl mit diesem Jungen der durch den Fluch des empfindlichen Gehörs nie ein normales Leben führen konnte. Keine Freunde zum Spielen, kein Schulbesuch, kein Fußballspielen oder Raufereien mit anderen Jungs. Stattdessen immer nur die Einsamkeit im Keller, beobachtet von Videokameras wie ein Tier im Zoo. Da verwundert es nicht, dass Karl sich eine eigene Weltanschauung zurechtlegt, nach seinen eigenen Regeln lebt. Als er endlich das Wunder der Liebe erlebt ist es schon zu spät für ihn um neu anzufangen, aber man freut sich für ihn dass er endlich Gefühle für sich entdeckt hat, die er bisher nicht kannte. Das Buch ist so einfühlsam und bildhaft geschrieben, dass man mit Karl auf die Reise geht und alles hautnah miterlebt. Das Ende ist sehr berührend und nach Beenden des Buches bleibt bei mir nicht der Gedanke an eine Bestie sondern an einen einsamen Menschen, der verloren durch die Welt zieht. Ein beeindruckendes Buch mit einer Sprachgewalt die einen gefangen nimmt, aufwühlt und noch lange nachhält. Eines der besten Bücher die ich je gelesen habe.

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Von Menschenhand
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 21.02.2015

»Groß war die Glückseligkeit der werdenden Mutter, überbordend ihr Frohsinn. Voll des Beifalls sah sie das Treiben des Gemahls, die Instandsetzung des alten Bauernhofes zu einer Oase des Wohlfühlens…Dankbar ihr Erdulden des sich wochenlang Übergeben-Müssens. Selig war sie, wenn das in ihr heranwachsende Leben sich streckte, seine Fäustchen, Beinchen... »Groß war die Glückseligkeit der werdenden Mutter, überbordend ihr Frohsinn. Voll des Beifalls sah sie das Treiben des Gemahls, die Instandsetzung des alten Bauernhofes zu einer Oase des Wohlfühlens…Dankbar ihr Erdulden des sich wochenlang Übergeben-Müssens. Selig war sie, wenn das in ihr heranwachsende Leben sich streckte, seine Fäustchen, Beinchen gegen die mütterlichen Grenzen stemmte. Überbordend ihr Frohsinn, zum Ausdruck gebracht durch das unermüdliche Geträller ganzer Litaneien an Kinderliedern. Geträller mit gellendem Ton. Endlosschleifen oft derselben Zeilen… Und der noch ungeborene Karl tat es Charlotte mit seinen Möglichkeiten gleich: Tobte die Mutter, tobte auch das Kind, erhob die Mutter ihre Stimme, reagierte auch das Kind, boxte, trat, im Laufe der Schwangerschaft immer lebhafter, immer schmerzhafter. Erst wenn es Zeit war, zu Bett zu gehen, erst wenn Charlotte endlich schlief, wurde es endlich auch ruhig in ihr. Als wären Mutter und Kind eine Einheit, verbunden wie Herz und Seele, so erschien es ihr. Und sie lag falsch. Völlig falsch.« Karl Heidemann ist ein Kind mit einem übersensiblen Gehörsinn. Überdeutlich für ihn selbst das leiseste Geflüster, unerträglich und schmerzhaft für ihn alle normalen Alltagsgeräusche. Was tut nun ein Baby, wenn das „beruhigende“ Singen von Kinderliedern durch seine Mutter bei ihm starke Kopfschmerzen auslöst? Richtig – es schreit. Was tut eine Mutter, wenn ihr Baby unaufhörlich schreit und sich nicht beruhigen lässt? Richtig – sie verzweifelt. Keine glückliche Kombination. Lange Zeit gibt es nur eins, was Kind und Mutter vorübergehende Linderung verschaffen kann… »Das Glück der Mutter, für einen Moment. Ihr Kind in den Armen ging Charlotte ins Bad, verschloss ihm mit knetbarer Masse die Ohren, während plätschernd die Wanne einlief… Dort saß er ein Weilchen, aufrecht, stolz wie inmitten einer selbstgebauten Seifenkiste, seine kleine, aufgeblasen wirkende Hand an den Rand gelegt. Irgendwann ein langsames Zurücksinken, ein Betten des Kopfes auf die Oberfläche, als wäre sie ein Kissen. Das Wasser stieg ihm über die Ohren, bis hinauf an den Augenrand. Ein kurzes, gestrecktes Schweben, ein tiefes Luftholen, das Lösen der Hand, dann ein Abwärtsgleiten, die Lider offen. Karl Heidemann war glücklich. Lauter zwar, dröhnender, jedes in der Flüssigkeit erzeugte Lärmen, das Pulsieren seines eigenen Herzens, das Rauschen in seinen Ohren, das Pochen seiner Fersen an das Emaille. Von außen aber verlor alles, umgeben von einer dumpfen Hülle, an Intensität. Federleicht wurden seine Gliedmaßen, sein behäbiger Körper, schwer nur sein Kopf, sein Brustkorb, wenn er ihn heben und Luft holen musste, um erneut frei sein zu können. Frei für diesen einen, in seinem Körper festgehaltenen Atemzug.« Bald wird den Eltern klar, dass das Leben für ihr Kind nur in der Isolation möglich ist. Von nun an bleibt Karl im Keller des Hauses, lebt dort friedlich vor sich hin, jeden einzelnen Tag, Jahr für Jahr. Und kann nicht verstehen, wie er so eine Belastung für seine Mitmenschen sein kann. »Karl aber verstand jedes Wort, hörte seine Großeltern, die keinen Hehl daraus machten, dem so schwer geprüften eigenen Kind im Nachhinein eine Totgeburt gewünscht zu haben. Er … erfuhr von dem gewünschten Glück namens Karl Heidemann und dem wunschlosen Unglück, ebenfalls namens Karl Heidemann, erfuhr von dem Leid seiner Mutter und dem Verursacher dieses Leides, wieder er selbst. Er, in dessen Geistesgut es keine bösen Absichten gab. Weder dachte er schlecht von seinen Eltern, noch war es ihm ein Wunsch, anderen Schaden zuzufügen, sie zu verletzen. Allein davon zu hören, wo er doch ohnedies so zurückgezogen lebte, rief große Unsicherheit in ihm hervor. Was hatte ihn vom Gewollten zum Ungewollten werden lassen? Karl wusste es nicht. Und er würde diese Unwissenheit auch nie wieder vergessen können.« Der Leser ahnt, dass dies nicht auf Dauer gutgehen kann. Ich litt mit Karl mit und litt mit den Eltern. Absolut gefesselt war ich und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ständig war da dieses unterschwellige Gefühl, dass man sich auf etwas Schreckliches zubewegt, langsam aber unausweichlich. Hinzu kommt die Faszination seiner Gedankengänge, die doch alle so friedlich, liebevoll und mitfühlend sind! Kein gehetzter Wahnsinn, kein psychopathisches Gestammel, wie man es schon so oft an anderen Stellen gelesen hat. Nein, Karl ist ein so netter Mensch – und dadurch umso furchterregender. Wie kann ich das Gefühl beschreiben, dass das Buch bei mir auslöste? Ein beständiges Schauern vielleicht? Absolut großartig! Karl hinterlässt auf seinem Weg eine Spur des Schreckens und der Leser folgt ihm, insgesamt über gut drei Jahrzehnte lang. Ebenfalls auf Karls Spur: Ermittler Horst Schubert. Wie findet man einen Mörder, wenn keiner der üblichen Ermittlungsansätze hier weiterhilft? Wenn sich kein vorstellbares Motiv finden lässt? Denn Karl – er meint es doch nur gut! »Wissbegierig sein Suchen. Ein Suchen nach jenem Ort, jenem Geist, jenem wundersamen Kunstgriff, der seine Mutter verzaubert, mit Frieden und Schönheit beschenkt hatte: dem Tod.« Fazit: Ich möchte jeden einladen, sich auf die Lebensgeschichte von Karl Heidemann einzulassen. „Still“ verspricht Hochspannung, Faszination und ein einmaliges Leseerlebnis. »Ja, sie tat gut, die eingekehrte Ruhe. Ruhe, für die er selbst gesorgt, Frieden, den er selbst gebracht hatte. Der Tod also konnte geschenkt werden. Von Menschenhand.«

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empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 10.02.2015

sehr spannend, guter schreibstil, kann gar nicht aufhören zu lesen.

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Lebensweg und Weltsicht eines Massenmörders
von geheimerEichkater aus Essen am 05.02.2015

Still – Chronik eines Mörders von Thomas Raab beschreibt das Leben Karl Heidemanns, beginnend mit dem Leben seiner Eltern, seiner eigenen Schwangerschft und Geburt am 6.12.1982 bis hin zu seinem Tod. Karls Eltern leben in einem kleinen Ort namens Jettenbrunn, sind dort schon vor Karls Geburt eher Außenseiter. Sein Vater... Still – Chronik eines Mörders von Thomas Raab beschreibt das Leben Karl Heidemanns, beginnend mit dem Leben seiner Eltern, seiner eigenen Schwangerschft und Geburt am 6.12.1982 bis hin zu seinem Tod. Karls Eltern leben in einem kleinen Ort namens Jettenbrunn, sind dort schon vor Karls Geburt eher Außenseiter. Sein Vater Johann, einfach gestrickt und still ( Nutztier aller erster Güte für die Einwohner Jettenbrunns) und seine Mutter Charlotte ( lieb und freundlich, aber für das Dorf eine akustische Plage, die schmerzhaft mit Ausdauer redete, als liefen ihr Zeit und Zuhörer davon) freuen sich unendlich über die Schwangerschaft und auf ihr Kind. Nach der Geburt wird es noch einsamer um die Familie Heidemann, den Karl läßt sich troz aller verzweifelter Versuche Charlottes kaum beruhigen und wird als Schreikind abgestempelt. Ruhe und Frieden findet er bei den stillen Spaziergängen mit seinem Vater, beim Baden... und, nachdem sein Vater als Ursache des Ganzes Karls übersensibles Gehör ausmacht, baut er ihm in bester Gesinnung den Keller als Wohnraum um. Karl genießt die Stille, wächst heran, erhält im Keller Privatunterricht und gilt als sehr intelligent. Über Jahre hört er die Gespräche, Gedanken, und kleinsten Geräusche des Ortes und kennt die Sehnsüchte der einzelnen Einwohner. Nie ist er Bösem ausgesetzt und fremd sind ihm selber auch böse Absichten. Als Neunjähriger erlebt er, wie seine betrunkene und depressive Mutter sich im Dorfweiher ertränkt und ihr Gesicht nach ihrer Bergung so entspannt und glücklich aussieht, wie er sie noch nie erlebt hat. Für ihn steht fest: Etwas Großartiges, Befreiendes, Verzauberndes und Beglückendes muß im Augenblick des Todes stattfinden. Der Tod ist das größtmögliche Geschenk an das Leben. Mit dieser Erkenntnis setzt er sich zeitlebens auseinander, will als „Todesengel“ eigentlich nur Frieden und Glück verbreiten und „schenkt“ vielen diesen Frieden.... bis er einen Schatz findet, der alles verändert.... Das Buch ist in drei große Abschnitte unterteilt: Glaube, Liebe, Hoffnung undes gibt einige Gedichte, die passend eingefügt wurden. Unglaublich einfühlsam wird Karl beschrieben; man kann seine Lebensumstände und Entwicklung sehr gut nachvollziehen. Besonders interessant und beeindruckend fand ich, wie Karl Gesagtes, ganz anders als erwartet, versteht und verinnerlicht, mit einer kindlichen und reinen Treue glaubt und wortwörtlich nimmt, seine Logik und Weltsicht ganz schlüssig darauf basiert. Es fällt schwer, ihn als „Monster“ zu sehen, eher ist er Sympathieträger, dem man Mitgefühl entgegenbringt. Besonders nachdenklich stimmt es, als Karls Lebensumstände sich für eine Zeit derart verändert haben, dass sein Geschenk wohlwollend entgegengenommen und auch gewünscht wird.... Nicht nur inhaltlich fesselnd und zutiefst beeindruckend, sondern auch sprachlich bild- und wortgewaltig, manchmal poetisch, zieht das Buch den Leser in seinen Bann. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, so fesselnd war es, Karls Lebensgeschichte zu lesen, die doch an vielen Stellen Moral und Weltsicht auf den Kopf stellt und zum Nachdenken anregt. Ein einzigartiges Buch, dass auch noch nach dem Lesen weiterwirkt.... Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, vielleicht sogar das Beste.

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ein erstes Lesehighlight 2015
von einer Kundin/einem Kunden aus Göttingen am 26.01.2015

Karl Heidemann, mit einem überempfindlichen Gehör geboren, muss seine Kindertage in einem völlig stillen Keller verbringen, da alle Geräusche mit Schmerzen verbunden sind. Er spricht nicht und findet seine innere Ruhe in der Stille. Und Karl erfährt, dass Ruhe und Tod zusammengehören und nun macht er anderen das kostbare... Karl Heidemann, mit einem überempfindlichen Gehör geboren, muss seine Kindertage in einem völlig stillen Keller verbringen, da alle Geräusche mit Schmerzen verbunden sind. Er spricht nicht und findet seine innere Ruhe in der Stille. Und Karl erfährt, dass Ruhe und Tod zusammengehören und nun macht er anderen das kostbare Geschenk der Ruhe, sprich er tötet um zu erlösen. Die Geschichte des Autors Thomas Raab ist anders als alles was ich bei diesem Buch erwartete. Raab mischt sachliche Äußerungen mit bildhaften Schilderungen, wechselt dann zu einem bunten Blumenstrauß an Gedanken und kehrt dann zur nüchternen Sprache zurück. Das ist atemberaubend zu lesen und fesselt mehr als es so mancher Krimi schafft. Darüber hinaus passt der Autor seinen Erzählstil des Befinden seines Erzählers an und schafft eine einzigartige Atmosphäre. Die innere Gespaltenheit seines Protagonisten fasst Raab wunderbar ein, Karl Heidemann ist ein Außenseiter, der die Welt nicht versteht und die Welt versteht ihn nicht – nichtsdestotrotz ist Karl aber nicht unsympathisch dargestellt und es lebt auch nicht nur das „Böse“ in ihm.Karls brutales Verhalten wird schonungslos dargestellt, dann wiederum leidet der Leser mit ihm mit und genießt die Stille um einen herum. Dem Leser wird es ermöglicht, tief in Karls Welt abzutauchen und nur kurz werden Pausen zum Luftholen gestattet, immer wieder fesselt Raab mit Details und einer durchdachten Story. Ein erstes Lesehighlight des Jahres 2015!

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Still - Chronik eines Mörders
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 24.01.2015

Ein gelungenes Cover, das den Inhalt des Buches widerspiegelt. Die Stille, den Frieden und durch das Kreuz auch den Tod. Karl Heidemann ist fest überzeugt, daß nur der Tod einem Menschen den totalen Frieden bringen kann, und so wird er zum Mörder in dem festen Glauben, Gutes zu bewirken.... Ein gelungenes Cover, das den Inhalt des Buches widerspiegelt. Die Stille, den Frieden und durch das Kreuz auch den Tod. Karl Heidemann ist fest überzeugt, daß nur der Tod einem Menschen den totalen Frieden bringen kann, und so wird er zum Mörder in dem festen Glauben, Gutes zu bewirken. Karl Heidemann wird am 6. Dezember 1982 in dem kleinen Ort Jettenbrunn geboren. Seine Eltern sind überglücklich, und der ganze Ort feiert mit. Aber Karl beginnt zu schreien und hört nicht mehr auf. Die Nachbarn sind entsetzt und wenden sich ab, und auch die Eltern wissen lange nicht, was Karl fehlt. Bis man herausfindet, daß Karl ein übersensibles Gehör besitzt, daß ihm alle Umweltgeräusche zur Qual werden läßt. Die Eltern bringen ihn ihm Keller unter und bauen den Raum schalldicht aus. Doch auch hier bekommt Karl so allerhand mit, was für die Ohren eines Kindes nicht geeignet ist. Als seine Mutter dieses Leben und die Ausgrenzung aus der Dorfgemeinschaft nicht mehr erträgt, bringt sie sich um. Sie geht in den nahegelegenen See und Karl muß mit ansehen, wie der Tod der Mutter den vermeintlichen Frieden bringt. Diesen Frieden will er auch anderen Menschen zuteil werden lassen und so tötet er eine Nachbarin, den Hausarzt und letztendlich auch seine Großeltern. Dann flieht er aus Jettenbrunn, weil die Polizei dort ein- und ausgeht auf der Suche nach dem Mörder. Niemand hat Karl im Verdacht. Er ist ja fast noch ein Kind. Karl lebt fortan unter freiem Himmel, und eines Tages lernt er in einem Maisfeld Marie kennen, ein Mädchen, das die Tiere im Maisfeld retten will, bevor der Mähdrescher kommt. Das Mädchen ist taubstumm, so daß der Mähdrescher nicht fahren darf, weil Marie ihn nicht hören kann. Ihr Vater ist außer sich vor Wut, weil ihn der Mähdrescher viel Geld kostet, die Arbeit aber nicht vonstatten geht. Karl muß anschließend mit ansehen, wie Marie vom Vater brutal verprügelt wird und er schwört Rache. Zum ersten Mal will er Vergeltung. Der Versuch, Maries Vater umzubringen, mißlingt. Jetzt aber ist ihm Horst Schubert, der Ermittler in den Mordfällen auf der Spur, was das weitere Leben für Karl oft schier unerträglich macht. Dieses Buch ist ein besonderes Buch. Es ist mit einer ungeheuren Intensität geschrieben, und obwohl man weiß, daß Karl ein Mörder ist, ist man geneigt, ihn nicht zu verurteilen. Ihm ist die Schwere seiner Taten gar nicht bewußt. Dem Autor gelingt es, dem Leser das Leben des Protagonisten sehr eindringlich und mit großer Beklemmung nahe zu bringen. Dies ist ein Buch, das Emotionen wachruft und den Leser auffodert, sich mit dem Leben des Karl Heidemann auseinanderzusetzen. Dies ist kein Thriller im üblichen Sinne und auch kein Krimi. Es ist eher das Psychogramm eines gestörten Menschen. Die Erzählkraft des Autors macht das Buch lesens- und äußerst empfehlenswert.

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Verstörend, zerstörend
von Aennie am 19.01.2015

Still – Chronik eines Mörders von Thomas Raab ist ein wertvolles Buch. Für mich sprachlich auf einem ganz fantastischen Niveau, eine Komposition, in sich wunderschön, virtuos – und unendlich grausam. Handlung: Karl Heidemann wird geboren, mit einem ausgebildeten Bewusstsein, mit einem hypersensiblen Gehör, einer laut plappernden Mutter, einem schwachen Vater... Still – Chronik eines Mörders von Thomas Raab ist ein wertvolles Buch. Für mich sprachlich auf einem ganz fantastischen Niveau, eine Komposition, in sich wunderschön, virtuos – und unendlich grausam. Handlung: Karl Heidemann wird geboren, mit einem ausgebildeten Bewusstsein, mit einem hypersensiblen Gehör, einer laut plappernden Mutter, einem schwachen Vater und in eine unerbittlich kleine Dorfgemeinschaft hinein. Karl hört alles und viel zu viel, er schreit seinen Schmerz hinaus und strapaziert seine und die Ohren aller anderen. Es dauert ein wenig, bis festgestellt wird, dass er eine regelrechte Schallabschottung benötigt, um auch in sich Stille empfinden zu können. Er entwickelt in frühestem Kindesalter eine Art Eremitendasein im Keller seines Elternhauses. Er ist hochintelligent und doch fehlt ihm jegliche emotionale Bildung und Erziehung, er entwickelt sich zu einem Soziopathen, aber anders als diese normalerweise in Thrillern auftauchen. Karl stellt fest, dass die größtmögliche Stille für einen Menschen eintritt im Moment seines Todes. Und er beginnt zu forschen, er möchte über diesen Umstand mehr erfahren und beginnt im Kindesalter eine Spur an Leichen hinter sich herzuziehen. Er ist nie Teil des Alltagslebens, immer außen vor und doch durch sein Gehör immer dabei, er weiß alles, kennt die Schlechtigkeiten und Geheimnisse und beginnt schließlich zu richten. Er verlässt sein Elternhaus, seine Heimat, irrt und wandert umher, hinterlässt Spuren. Er lernt Marie kennen, sie ist taubstumm. Das Gegenstück des Kosmos zu Karl, er verliebt sich in das Mädchen und kann doch nicht bei ihr bleiben (das möchte ich nicht näher ausführen). Sie bleibt bei ihm, in seinen Gedanken, seinen Sehnsüchten. Er findet Frieden in einer neuen Gemeinschaft, einem abgeschiedenen Kloster in den Bergen und entschließt sich dazu, dort zu bleiben und täuscht nun seinerseits Taubheit vor. Die Mönche betreuen ein Altersheim und Karl wird zum Friedensbringer, der Tod als Erlösung und Karl als der Bote des Todes. Marie bleibt immer seine ewige Sehnsucht, sein Ziel. Eines Tages verlässt er das Kloster um Marie zu finden, was ihm auch gelingt. Diese Begegnung hat Folgen in mehrerer Hinsicht und führt zu einem großartigen Ende für dieses wirklich sehr sehr gute Buch, und es wird vermutlich lange dauern, bis man wieder etwas Vergleichbares zu lesen bekommt. Außergewöhnlich!

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