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Superheldinnen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis Alpha 2016

(1)
Jeden Samstag treffen sich drei Superheldinnen im heruntergekommenen Café Sette Fontane zu einer Arbeitssitzung: Mascha, die mutige Stütze der Gruppe, Direktorka,
unerfahren, aber experimentierfreudig, und Marijas Enkelin mit dem dehnbaren Gewissen und der Rache im Blut. Sie verfügen über dunkle, chaotische Kräfte,
bringen Gerechtigkeit in die Vorstädte und planen vergeblich ihren Aufstieg in den Mittelstand. „Blitz des Schicksals“ und „Auslöschung“ sind ihre Waffen, mit denen bereits
Großmutter Marija ein ganzes Land destabilisierte. Nach gescheiterten Auftritten und schmerzhaften Lehrzeiten in Berlin, Belgrad, Sarajevo und andern Städten
triumphieren die „Superheldinnen“ im bösesten aller Happy Ends.
Mit Übersetzungen von Mascha Dabić
Portrait
Barbi Markovic geboren 1980 in Belgrad, studierte Germanistik in Belgrad und Wien. In
Belgrad arbeitete sie als Lektorin im Rende-Verlag. Sie lebt seit 2009 in Wien, 2011/2012 war sie Stadtschreiberin in Graz, die Ergebnisse ihres Stadtschriftprojekts erschienen 2012 als „Graz Alexanderplatz“. 2009 machte sie mit dem Thomas Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“ (Islanzenje, 2006) als Popliteratin einer neuen Generation Furore. Es folgen Kurzgeschichten, Theaterstücke, Hörspiele sowie zahlreiche Preise
und Stipendien. „Superheldinnen“ ist der erste Roman, den Barbi Markovic teilweise auf deutsch und teilweise auf serbisch geschrieben hat.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Klappenbroschur
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 16.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7017-1662-3
Verlag Residenz Verlag
Maße (L/B/H) 221/1250/17 mm
Gewicht 382
Auflage 1
Buch (Klappenbroschur)
18,90
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Prekariat mit Happy End?
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 14.10.2016

Die Handlung des Romans von Barbi Markovic ist überschaubar. Es geht in dem Buch auch nicht um eine Handlung, um den Plot, es geht um die Schilderung einer Atmosphäre, eines Lebensgefühls, angesiedelt am unteren Ende der Gesellschaft, aber Urban Lifestyle, künstlerisch, intellektuell angehaucht, Prekariat mit migrantischem Hintergrund. Die drei... Die Handlung des Romans von Barbi Markovic ist überschaubar. Es geht in dem Buch auch nicht um eine Handlung, um den Plot, es geht um die Schilderung einer Atmosphäre, eines Lebensgefühls, angesiedelt am unteren Ende der Gesellschaft, aber Urban Lifestyle, künstlerisch, intellektuell angehaucht, Prekariat mit migrantischem Hintergrund. Die drei Protagonistinnen des Buches, mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet, die sie dazu nutzen, um mit Unterstützung der LeserInnen der Zeitschrift „Astroblick“ schlechte Menschen auszulöschen, aus einer Existenz in eine andere zu boxen, sind beim geschilderten Treffen in einem abgefuckten Café in Margareten am Ende angelangt. Depressiv, traurig, am Ziel gescheitert, in die Mittelschicht aufzusteigen und ein behagliches Leben zu führen, shoppen ohne viel nachdenken zu müssen. Mascha hat da aber eine Idee, die relativ trivial die Superfähigkeiten missbrauchen soll, um im Casino genug Geld für den Aufstieg abzusahnen. Als man dann tatsächlich den Aufstieg schafft, fallen die Lasten aus der früheren Existenz im ehemaligen Jugoslawien von allen dreien ab. Integration setzt also ein Mindestmaß an finanzieller Absicherung voraus, könnte man interpretieren. „Es war klar, dass diejenigen, die wenig hatten, Angst vor jenen hatten, die wenig zu verlieren hatten“ (35) schildert die Ich-Erzählerin das Verhältnis der drei Frauen zum heimischen Proletariat. Markovic schaut dorthin, wo es richtig weh tut, auf die Armen am Rande der Städte Wien und speziell in Berlin – den Teil, der in Berlin spielt, finde ich schlicht großartig, Elend, das an „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“ erinnert, es sind aber nicht die Tänzer, die in einem (scheinbaren) Wettbewerb um den großen Preis rittern, es sind die mobilen Hot-Dog-Griller. Ein feiner Kunstgriff auch die Auflistung von Preislisten, Speisekarten, gerade dann, wenn es den geschilderten Personen am dreckigsten geht und die verlockenden Werbebotschaften das eigene Leben konterkarieren – leider könnte das manche der Firmen als willkommenes product placement auffassen. Ein ausgezeichnetes Buch mit guten Einfällen und passenden Stilmittel.

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