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Tauben im Gras

Roman

(3)

»Koeppens Werk besteht, wie das von allen Schriftstellern, aus Büchern von sehr unterschiedlicher Bedeutung. Ich schätze besonders den frühen Roman Eine unglückliche Liebe, den Roman Der Tod in Rom und das Fragment Jugend. Für das allerwichtigste Buch von Koeppen halte ich den herrlichen Roman Tauben im Gras, veröffentlicht 1951 und nach wie vor viel zu wenig bekannt. Wer diesen Roman nicht gelesen hat, der solle nicht glauben, er kenne die deutsche Literatur nach 1945.« Marcel Reich-Ranicki

Portrait

Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren und starb am 15. März 1996 in München. Nach einem elfjährigen Aufenthalt in Ortelsburg (Ostpreußen) kehrte er 1919 nach Greifswald zurück. Aus finanziellen Gründen musste er vom Gymnasium auf die Mittelschule wechseln, von der er ohne Abschluss abging. Danach versuchte er sich in ganz unterschiedlichen Berufen: in einer Buchhandlung, im Stadttheater in Greifswald. Als Hilfskoch kam er nach Schweden und Finnland, in Würzburg arbeitete er als Dramaturg. 1927 ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1931 zwei Jahre als fest angestellter Redakteur beim Berliner Börsen-Courier arbeitete. Er schrieb Reportagen, Feuilletons, auch erste literarische Arbeiten entstanden. 1934 erschien sein erster Roman, Eine unglückliche Liebe. Im selben Jahr siedelte er in die Niederlande über. Hier begann er mit der Niederschrift des nicht vollendeten Romans Die Jawang-Gesellschaft. 1935 erschien der Roman Die Mauer schwankt, der jedoch kaum beachtet wurde. Er kehrte 1938 nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1941 für die Bavaria-Filmgesellschaft in Feldafing am Starnberger See, 1945 siedelte er nach München über. 1948 erschien anonym das Buch Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch, zu dessen Neupublikation unter seinem Namen er erst 1992 zustimmte. 1951, 1953 und 1954 erschienen die drei Romane, die als die atmosphärisch genaueste Vergegenwärtigung des Klimas der Adenauer-Republik gelten: Tauben im Gras, Das Treibhaus und Der Tod in Rom. Koeppen verschaffte mit Nach Rußland und anderswohin, Amerikafahrt und Reisen nach Frankreich der Reiseliteratur in Deutschland hohes Ansehen.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 227
Erscheinungsdatum 06.01.1974
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-37101-5
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 177/108/17 mm
Gewicht 148
Auflage 44. Auflage
Verkaufsrang 2.688
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Sehr tiefgründig!
von einer Kundin/einem Kunden am 04.09.2011

Meiner Meinung nach ist der Einstieg in das Buch ziemlich mühselig, nach einiger Zeit jedoch findet man seinen eigenen Blickpunkt auf das Geschehen und ist in der Lage den tiefgründigen Sinn hinter dem Titel zu entschlüsseln.

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Wie Trauben im Gras...
von Zitronenblau am 20.01.2012

Koeppens erster Roman zur Trilogie des Scheiterns "Tauben im Gras" ist 1951 erschienen und damit der Nachkriegsliteratur zuzuordnen. Der Roman arbeitet mit der Montagetechnik und verflechtet mit mehreren Erzählsträngen verschiedene personale Ereignisse parallel und miteinander, welche sich über einen Tag in einer Großstadt (vermutlich München) hinziehen, kulminierend darin, dass... Koeppens erster Roman zur Trilogie des Scheiterns "Tauben im Gras" ist 1951 erschienen und damit der Nachkriegsliteratur zuzuordnen. Der Roman arbeitet mit der Montagetechnik und verflechtet mit mehreren Erzählsträngen verschiedene personale Ereignisse parallel und miteinander, welche sich über einen Tag in einer Großstadt (vermutlich München) hinziehen, kulminierend darin, dass einige der Charaktere "gesteinigt" werden. An dieser Stelle ist nicht genügend Platz auf die einzelnen Geschehnisse oder Personen einzugehen. Da gibt es beispielsweise einen gescheiterten Schriftsteller Philipp, dessen Frau Emilia, die vom Erlös aus der substanziellen Bestand des Vorkriegsvermögens ihre Finanz- und damit Lebenslage versucht aufrecht zu erhalten, sich aber immer mehr dem Alkohol hingibt, ferner die vom Afroamerikaner Washington geschwängerte Carla, die das Kind abtreiben lassen will, der ziellose Soldat Odysseus, dem antiken widerhandelnd nachempfunden, oder Edwin, der Dichter, der Gertrude Stein zitiert und denkt: "[...] wie Tauben im Gras betrachteten gewisse Zivilisationsgeister die Menschen, indem sie sich bemühten, Sinnlose und scheinbar Zufällige der menschlichen Existenz bloßzustellen, den Menschen frei von Gott zu schildern, um ihn dann frei im Nichts flattern zu lassen, sinnlos, wertlos, frei und von Schlingen befroht, dem Metzger preisgegeben, aber stolz auf die eingebildete, zu nichts als Elend führende Freiheit von Gott und göttlicher Herkunft. Und dabei, sagte Edwin, kenne doch schon jede Taube ihren Schlag und sei jeder Vogel in Gottes Hand." Gerade dieser Auszug bedeutet den kaum zu übersehenden existenzialistischen Ansatz, die Philosophie des Romans ist Spiegel des zeitgenössischen Zufallsglaubens, der Glaube an der einzigen "Wahrheit" des Angesprungenwerdens vom Absurden hinter jeder Straßenecke, Spielball zu sein zwischen den Gewalten und politischen Gestirnen, deren Ansinnen Koeppen wohl nicht zufällig im zweiten Roman der Trilogie ("Das Treibhaus") analysiert. Ansonsten bilden die montierten Passi formale Trümmer. Bestandsaufnahme eines Nachkriegsdeutschland, in dem selbst der große Navigator Odysseus nur noch ein armer Herumirrender ist. Doch hätte ich mir noch mehr Erweiterung des "inventierten" Spektrums gewünscht. Rassismus wird angesprochen, Angst vor neuen Bedrohungen auf dem "Schlachtfeld", desolate Gespenster wie der schlafgestörte Schnakenbach, die Tauben-Metapher offenbart es: sie versuchen zu fressen und zu überleben, es sind geflügelte Ratten, schmutzig und sich der Freiheit des Fliegenkönnens nicht bewusst, vielleicht gemeint im Sinne eines kontingenten kontrollierten Abflugs aus der Lebenswelt zur Vogelperspektive, die zu anaylsieren der Einzelne nicht im Stande ist, geworfen ist, und nur der Erzähler von oben zu erkennen vermag. Der Auftakt des Scheiterns hat begonnen...

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Aller Anfang ist schwer..
von einer Kundin/einem Kunden aus Odenthal am 20.11.2011

Die Sätze, die eine ganze Seite in Anspruch nehmen, machen Koeppens Roman zunächst nicht zu einer angenehmen Leseerfahrung. Lässt man sich jedoch auf die Personen ein und versucht man sich in die damalige Lage nach dem Krieg hineinzuversetzen, kann es den Leser durchaus fesseln. Intertextualität (wollte Koeppen nur sein... Die Sätze, die eine ganze Seite in Anspruch nehmen, machen Koeppens Roman zunächst nicht zu einer angenehmen Leseerfahrung. Lässt man sich jedoch auf die Personen ein und versucht man sich in die damalige Lage nach dem Krieg hineinzuversetzen, kann es den Leser durchaus fesseln. Intertextualität (wollte Koeppen nur sein eigenes literarisches Kennen unter Beweis stellen?!) kann es mühselig erscheinen lassen, jedoch verschlechtert dies nicht meinen allgemein positiven Eindruck des Romans. Zusammenfassend ein wirklich interessantes Werk, welches einem Einblick in die Gedankenwelt der Nachkriegszeit bietet und jeden Leser zum Nachdenken anregt.

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