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Totenvogel / Radek Kubica Bd. 2

Kriminalroman

(6)
Der Mord am ebenso charismatischen wie skrupellosen Innenminister schockt ganz Österreich. War es seine Gier nach Sex, Geld und Macht, die ihm zum Verhängnis wurde? Als Oberst Radek Kubica den Dingen auf den Grund gehen will, riskiert er alles - denn er lüftet ein Geheimnis, auf das er besser nie gestoßen wäre. Ein Innenminister und seine schmutzigen Machenschaften, ein Chefermittler, der zu tief gräbt - ein komplexer Kriminalroman mit Tiefgang..
Portrait
Hans-Peter Vertacnik lebt als Schriftsteller und Kommunikations- und Medientrainer in Oberösterreich. Der Leitende Polizeibeamte, der wegen eines Dienstunfalls seine Laufbahn beenden musste, absolvierte eine Ausbildung an der Master School Drehbuch Berlin, veröffentlichte Lyrikbände, Kriminalromane und wurde mit dem Luitpold-Stern-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 23.06.2016
Serie Radek Kubica 2
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95451-943-9
Verlag Emons Verlag
Maße (L/B/H) 203/136/25 mm
Gewicht 344
Verkaufsrang 93.259
Buch (Taschenbuch)
11,90
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Spannender, tiefgründiger, politischer Krimi aus Wien
von Leserin71 am 21.07.2016

"Donauwölfe" war Hans-Peter Vertacniks erster Krimi um Oberst Radek Kubica. Mit "Totenvogel" liegt nun der zweite Band vor, der aber gut ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten zu lesen ist. Und darum geht es: Radek Kubica sollte nach seinen Verletzungen eigentlich nur noch Innendienst bei der Wiener Polizei machen, manche... "Donauwölfe" war Hans-Peter Vertacniks erster Krimi um Oberst Radek Kubica. Mit "Totenvogel" liegt nun der zweite Band vor, der aber gut ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten zu lesen ist. Und darum geht es: Radek Kubica sollte nach seinen Verletzungen eigentlich nur noch Innendienst bei der Wiener Polizei machen, manche meinen sogar, der Unbequeme sollte sich ganz aus dem Polizeidienst verabschieden. Als der Innenminister Österreichs ermordet wird, soll Kubica doch wieder ermitteln, aber nur so, wie es sich gewisse Kreise der Politik vorstellen. Aber Kubica wäre nicht Kubica, wenn er sich diesen Anweisungen beugen würde und ermittelt auf eigene Faust weiter, bis er auf ein Geheimnis stößt... Meine Meinung: Radek Kubica ist kein einfacher Charakter, er folgt aber stets seinem Sinn für Gerechtigkeit. Dass manch andere diesen Begriff von Gerechtigkeit weiter auslegen, interessiert ihn nicht. Sein Privatleben leidet unter dem Berufsleben, ich fühle mit seiner Freundin, möchte aber auch nicht, dass ein Mörder frei herumläuft. In drei Kapiteln mit insgesamt 134 Szenen erzählt Hans-Peter Vertacnik eine mitreißende, bedrückende Geschichte, die mich an der Integrität von Politikern zweifeln lässt. Durch die kurzen Szenen ergibt sich ein schneller Wechsel von Perspektiven und Schauplätzen, was dem ganzen zusätzlich Tempo verleiht. Gekonnt spielt der Autor mit einer Vielzahl von Personen, so dass volle Aufmerksamkeit beim Lesen gefragt ist und auch belohnt wird. Hatte ich mir doch manches schon zusammengereimt, war ich am Ende doch sehr überrascht! Danke dafür! Wien ist wieder einmal ein hervorragender Schauplatz! Sehr gerne gebe ich wieder 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für alle Krimifans!

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düsterer, komplexer Regionalkrimi
von JDaizy aus Berlin am 18.07.2016

"Unschlüssig verharrte der verwirrte Mann vor dem Waschbecken und blickte in den Spiegel. Traurige Augen unter dichten buschigen Brauen stierten ihn an. Voller Selbsthass. Im Grunde hatte er sein Gesicht ja nie gemocht. Diese große Nase, die viel zu dicken Lippen, seine schlappe, grobporige Haut und diesen unmöglichen Bart.... "Unschlüssig verharrte der verwirrte Mann vor dem Waschbecken und blickte in den Spiegel. Traurige Augen unter dichten buschigen Brauen stierten ihn an. Voller Selbsthass. Im Grunde hatte er sein Gesicht ja nie gemocht. Diese große Nase, die viel zu dicken Lippen, seine schlappe, grobporige Haut und diesen unmöglichen Bart. Hoffentlich sah er im nächsten Leben besser aus. /.../ Mit einem Ruck zog er das dickwandige Wasserglas aus der Halterung neben dem Spiegel, füllte es, nahm einen ordentlichen Schluck und behielt das Wasser im Mund. Gleichzeitig riss er seine russische Kanone aus dem Hosenbund und schob sich den Lauf zwischen die Zähne. Die hübsche, immer freundliche indische Putzfrau kam ihm in den Sinn. Was er der jetzt antat, war auch nicht ohne." Ein Mord erschüttert das beschauliche Wien. Innenminister Liebermann wurde ermordet und nicht nur die Polizei stellt sich die Frage: Warum? War er ein Zufallsopfer? War er in skrupellose Machenschaften verstrickt? Oder wurde ihm seine Vorliebe für verheiratete Frauen zum Verhängnis? Oberst Kubica beginnt zu ermitteln und stößt dabei schnell auf zahlreiche Ungereimtheiten und gut gehütete Geheimnisse. Doch warum soll er trotz klarer Indizien plötzlich vom Fall abgezogen werden? Ist Kubica nach seinem "Unfall" tatsächlich noch nicht wieder fit genug für den Polizeidienst oder hat er einfach an den falschen Stellen, zu tief gegraben? Mit "Totenvogel" setzt der Autor Hans-Peter Vertacnik die Geschichte um den sympathischen, urigen Kriminalkommisar Kubica fort. Man kann das Buch aber auch sehr gut eigenständig lesen, ohne den Vorgänger "Donauwölfe" zu kennen, da es in sich abgeschlossen ist. Auch für mich war es der erste Kriminalroman des Autors. Am Anfang musste ich mich erst in die vielen Charaktere einlesen und musste durch die, für mich, ungewöhnlichen Berufsbezeichnungen (das Buch spielt in Österreich) etwas "sortieren". Das die Personen einmal mit dem Vornamen, dann wieder mit dem Nachnamen und dann wieder nur mit der Berufsbezeichnung angesprochen werden, macht es nicht einfacher. Wenn das "im Kopf Sortieren" aber einmal gelungen ist, findet man sich gut in der Geschichte zurecht. Schnell war ich gefangen in dem Netz aus mysteriösen Geldgeschäften, politischer Korruption, Erpressung, Eifersucht und persönlichen Intrigen. Hans-Peter Vertacnik war selbst ehemaliger leitender Polizeibeamter und wenn man aufmerksam liest, findet man interessante Details und Einblicke in die kriminalistische Arbeit. Er zeichnet Figuren mit hohem Wiedererkennungswert. Ich habe besonders Kubica in mein Herz geschlossen - auch wenn er mich mit seinen Ecken, Kanten und seinen Macken, vor allem mit seinem Trennungsschmerz um seine Ex-Frau manchmal etwas "genervt" hat. Aber sind es nicht gerade die kleinen Macken, die uns unverkennbar und liebenswert machen?! Sehr berührt hat mich auch die Geschichte um seinen Sohn Oscar und seine Freundschaft zu Wozzek. Ich hoffe wirklich, dass die Geschichte weitergeht und Kubica nicht in Pension geschickt wird. Denn dann würden mir "nur" noch die "Donauwölfe" bleiben - denn dieses Buch werde ich mir defintiv kaufen. Auch wenn ich damit die Geschichte wohl von hinten aufrolle. "Totenvogel" ist 2016 als Taschenbuch im emons-Verlag erschienen. Das Cover und auch der Titel sind für mich leider nicht sehr aussagekräftig. Vielleicht, weil ich die örtlichen Gegebenheiten in Wien nicht kenne. Ich vermute, dass es sich bei der Abbildung um das Dach einer bekannten Sehenswürdigkeit handelt, denn der Autor beschreibt im Buch immer wieder anschaulich die Plätze, in denen die Geschichte spielt. Das macht defintiv Lust auf Wien und vielleicht begebe ich mich irgendwann einmal auf Kubicas Spurensuche. Der Kriminalroman selbst ist in drei Abschnitte mit hundertvierunddreißig Kapiteln (auf zeihundertsechsundachtzig Seiten) eingeteilt. Er hat eine angenehme Schriftgröße, kurze Kapitel und ist hochwertig verarbeitet. So wie man es vom emons-Verlag gewohnt ist. Der Schreibstil des Autors lässt sich am besten mit den Worten: "flüssig, düster, direkt und männlich" beschreiben. Man findet sich schnell in die Geschichte und sie lässt einen nur schwer los, weil man auf die Auflösung hinfiebert. Meine Lieblingsstelle, die mir wohl immer im Gedächtnis bleiben wird, ist die, mit dem Lindenblütentee im Urinbecher im Krankenhaus. Darüber muss ich jetzt noch schmunzeln und deshalb darf sie nicht unerwähnt bleiben. Fazit: Ein kurzweiliger, aber anspruchsvoller, spannungsgeladener Regionalkrimi, der eindrucksvoll mit den dunklen menschlichen Seiten, um Macht, Kontrolle und Gier spielt. Mit komplexen Handlungssträngen, die erst am Ende zusammenlaufen und auf deren Auflösung ich wirklich hingefiebert habe.

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Macht und Gier
von leseratte1310 am 16.07.2016

Innenminister Liebermann wurde ermordet. Potentielle Täter gibt es genug, denn Liebermann missbrauchte seine Stellung und seine Gier nach Geld und Macht war riesengroß. Auch Affären hat er jede Menge. Radek Kubica wurde lange durch eine Schussverletzung außer Gefecht gesetzt und macht ihm immer noch zu schaffen. Auch sein Privatleben... Innenminister Liebermann wurde ermordet. Potentielle Täter gibt es genug, denn Liebermann missbrauchte seine Stellung und seine Gier nach Geld und Macht war riesengroß. Auch Affären hat er jede Menge. Radek Kubica wurde lange durch eine Schussverletzung außer Gefecht gesetzt und macht ihm immer noch zu schaffen. Auch sein Privatleben läuft nicht rund. Nun aber wird er überraschend befördert und ist gleich für den Fall Liebemann verantwortlich. Bei den Kollegen macht er sich dadurch keine Freunde. Aber er will den Fall lösen, egal wie viele Widerstände es gibt. Es ist eine sehr komplexe Geschichte mit recht düsterer Atmosphäre, die uns der Autor hier auftischt. Aber es gibt auch Dialoge, die humorvoll sind und das Ganze auflockern. Kurze Kapitel und verschiedene Handlungsstränge sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Die Geschichte um Intrigen und schmutzige Machenschaften ist von Anfang an spannend. Dabei blieb ich bis zum Schluss darüber im Unklaren, welcher der vielen möglichen Täter mit welchem Motiv denn nun wirklich der Mörder ist. Die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet. Ich konnte mir also gut ein Bild von ihnen machen, aber sympathisch war mir keiner. Auch mit Radek Kubica hatte ich einige Probleme, denn im privaten Bereich lässt er es doch an Einfühlungsvermögen mangeln. Aber bei den Ermittlungen ist er beharrlich und zielorientiert. Ein komplexer und spannender Krimi mit Lokalkollorit.

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Wer hat den längeren Atem?
von einer Kundin/einem Kunden aus Gundelfingen am 15.07.2016

Der Autor hat mir mit „Donauwölfe“ bereits grandiose Krimiunterhaltung geboten. Ich war deshalb sehr gespannt auf den zweiten Fall für seinen Ermittler Radek Kubicas und ich wurde nicht enttäuscht. Es geht mit einem spannenden Prolog los, der davon berichtet, wie ein hoher Beamter aus dem Wirtschaftsministerium einen Toten findet. Dann... Der Autor hat mir mit „Donauwölfe“ bereits grandiose Krimiunterhaltung geboten. Ich war deshalb sehr gespannt auf den zweiten Fall für seinen Ermittler Radek Kubicas und ich wurde nicht enttäuscht. Es geht mit einem spannenden Prolog los, der davon berichtet, wie ein hoher Beamter aus dem Wirtschaftsministerium einen Toten findet. Dann springt der Krimi ein halbes Jahr in die Vergangenheit und erzählt die Vorgeschichte. Wie war der ermordete Innenminister Liebermann wirklich, welche krummen Geschäfte hatte er am Laufen und welche Feinde hat er sich gemacht? Auch auf welche Unterstützung er hoffen konnte, fehlt nicht. Klar, dass den offiziellen Stellen nicht daran gelegen ist, dass etwas Negatives über den Innenminister öffentlich wird und Kubica bekommt mehr als nur einen Stein in den Weg gelegt. Wird es ihm gelingen, diesen Mord und auch diejenigen, die in Verbindung dazu stehen, aufzuklären und die Wahrheit trotz aller Vertuschungsversuche ans Tageslicht zu zerren? Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig und wirklich gut. Aber es handelt sich nicht um einen Krimi, den mal eben nebenbei liest. Besonders anfangs musste ich wirklich konzentriert lesen um die Zusammenhänge zu erfassen und später dann um diese im Überblick zu behalten. Richtig gut gefällt mir, dass es auch immer wieder etwas zu schmunzeln gibt und beim Lesen Emotionen wie Wut oder Entsetzen entstehen. Begeistert bin ich von den zahlreichen treffenden und ausgefallenen Wortbildern. So sitzt der Innenminister schon mal da, „als hätte man Buddha in einen Anzug gesteckt und ihm das Lachen verboten“ oder etwas ist so „sinnvoll wie eine Duschkabine am Großglockner“. Der Autor schafft mehr als gekonnt Spannung. Bewegt man sich auf den ersten Seiten noch in einer Art Nebel bis man das komplexe Netz an Korruption, Bestechung, Betrügereien und Affären durchschaut, liefert dies dann nach und nach immer mehr Verdächtige und mögliche Motive. Ich war unheimlich viel am Grübeln und Kombinieren und extrem lange ahnungslos, welchen der möglichen Täter ich favorisieren soll. Eine Gewissheit brachte schließlich erst das Finale. Mehr als gelungen ist der Sumpf an Korruption, Bestechung, Erpressung und Vetternwirtschaft dargestellt. Ich war stellenweise richtig geschockt. Umso wichtiger ist es natürlich, dass es Ermittler gibt, die sich dem Druck nicht beugen, sei dieser auch noch so groß. Hier ist Kubica ein richtiges Paradebeispiel, denn die Gegenseite zieht alle Register. Das Private kommt nicht ganz zu kurz, wird jedoch so knapp gehalten, dass es keinerlei Spannung raubt, eher im Gegenteil noch für zusätzliche Spannung sorgt. Die Charaktere sind sehr authentisch dargestellt. Major Radek Kubica, der polnische Ermittler, der überraschenderweise eine Beförderung zum Oberst erhält, war mir ja schon im ersten Fall trotz aller seiner Ecken und Kanten, sehr sympathisch. Er ist ein ehrgeiziger, findiger und vor allem unbestechlicher Ermittler, der mit aufrechtem Rücken durch die Welt gehen kann. An seiner Frau Anne hängt er nach wie vor und auch sein Sohn Oskar ist ihm äußerst wichtig. Klar, dass das sein Verhältnis zu Lebensgefährtin Margot belastet. Sie tut mir leid, aber Kubica kann wohl einfach nicht aus seiner Haut. Er ist ein liebevoller Familienvater aber eben auch Ermittler durch und durch. Seinen Kollegen Dubica, der da Kubica nach einer Schussverletzung noch immer nicht ganz auf dem Damm ist, bereits auf seinen Posten gespechtet hat, mag ich eigentlich auch. Er verhält sich hier zwar nicht ganz korrekt, aber ohne den Fastfood Gourmet, dem selbst eine Obduktion nicht den Appetit verderben kann, würde wirklich etwas fehlen. Auch die Nebendarsteller sind überzeugend gezeichnet, beim selbstgefälligen Innenminister Liebermann angefangen, über den ehemaligen Religionslehrer Prahl, der den Politkern im Allgemeinen an den Karren fahren will, bis hin zu Pater Pawel Wozzek, der Kubica nicht nur wertvolle Informationen liefert, sondern ihn auch außergewöhnlich geschickt dabei unterstützt seine Alkoholsucht im Griff zu behalten. Dass dieser Krimi in Wien spielt, ist nicht zu verkennen. Hier wird nicht nur über den Kohlmarkt geschlendert, an Freuds Wohnhaus vorbei gegangen oder im Zentralfriedhof recherchiert, sondern man erfährt auch über Geschichte und Bedeutung dieser und zahlreicher weiterer Sehenswürdigkeiten. Die ganz besondere Schokolade aus der Manufactur Zotter, sowie weitere regionale Köstlichkeiten, hätte ich auch nur zu gerne probiert. Alles in allem ein komplexer, hoch spannender Krimi, der bestens unterhält und seine 5 Sterne mehr als verdient

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Korruption vom Feinsten
von mabuerele am 08.07.2016

?...Der Wiener grantelt, der Wiener raunzt, aber dass er endlich einmal den Arsch hebt, auf den Tisch haut und etwas ändert, kommt ihm gar nicht in den Sinn...? In einer tropischen Nacht in Wien findet ein hoher Beamter aus dem Wirtschaftsministerium einen Toten. Sechs Monate zuvor fährt ein Kurier mit einem... ?...Der Wiener grantelt, der Wiener raunzt, aber dass er endlich einmal den Arsch hebt, auf den Tisch haut und etwas ändert, kommt ihm gar nicht in den Sinn...? In einer tropischen Nacht in Wien findet ein hoher Beamter aus dem Wirtschaftsministerium einen Toten. Sechs Monate zuvor fährt ein Kurier mit einem Koffer voll Geld nach Liechtenstein. Nach Einzahlung erfolgt eine Information an den österreichischen Innenminister Liebermann. Die Firma Vienna Intersoft hat den Innenminister geschmiert, um an einen Großauftrag zu kommen. Doch eine zweite Firma hat mehr gezahlt. Der verantwortliche Abteilungsleiter erschießt sich. Hofrat Werner Witoldski, Geheimdienstchef der Republik Österreich, trifft sich mit der Abgeordneten Frederike Jung. Sie will ihre Kontakte spielen lassen, damit er seinen Job behält, denn Liebermann hätte den gern einer jungen Juristin gegeben. Nachdem Major Kubica bei seinem letzten Fall schwer verletzt wurde, möchte ihn der Amtsarzt gern in den Ruhestand schicken. Doch es kommt anders. Er wird Leiter der Mordkommission Wien und erhält den Rang eines Oberst. Allerdings lässt sein Vorgesetzter ihn unauffällig überwachen. Das sind nur einige Fakten, mit denen der fesselnde Krimi beginnt. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Es ist der zweite Teil mit dem Ermittler Kubica. Die Geschichte hat viele Facetten. Es geht um Korruption und Erpressung, um Macht und Geldgier, verratene Freundschaft und heimliche Liebschaften. Jeder belauert jeden. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch im Polizeiapparat. Die komplexen und nur langsam durchschaubaren Beziehungen zwischen den Protagonisten sorgen für einen extrem hohen Spannungsbogen. Als Liebermanns Geldgeschäfte aufzufliegen drohen und er Erpresserbriefe mit den Worten ?...Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird...? erhält, werden selbst die Medien und Druck gesetzt und Dokumente gefälscht, weil nicht sind kann, was nicht sein darf. Den Erpresserbriefe sind Einzahlungsscheine beigelegt, ausgestellt auf humane und kirchliche Organisationen. Kubica allerdings lässt sich nicht beeinflussen. Der Oberst zieht im dienstlichen Bereich stur seine Linie durch. Ein Fall ist erst abgeschlossen, wenn alle Fakten glasklar auf den Tisch liegen, nicht wenn die neue Innenministerin ein Erfolgsmeldung braucht. Dabei hat Kubica auch noch Probleme in seinem Privatleben. Seine Dienstauffassung, die weder Freizeit noch Wochenende kennt, hat ihm schon die Ehe mit Anna gekostet. Wirklich abgeschlossen aber hat er mit ihr noch nicht. Hinzu kommt, dass Oscar, der gemeinsame Sohn, in England alles andere als glücklich ist. Margot, Kubicas jetzige Freundin, fühlt sich auch zu oft allein gelassen. Natürlich darf der polnische Pfarrer Wozzek nicht fehlen. Er bringt eine besondere Farbe ins Geschehen. Der Schriftstil ist dem Genre angemessen. Schnell wechselnde Orte und Personen beleben die Handlung. Die Örtlichkeiten in Wien werden ausführlich beschrieben. Ab und an gibt es fein dosierte sarkastische Bemerkungen zur österreichischen Mentalität, wie obiges Zitat zeigt. Die kriminologische Arbeit kann ich als Leser genau verfolgen, weil sie nicht nur detailliert beschreiben wird, sondern weil mich Kubica ebenfalls an seinen Gedanken teilhaben lässt. Das eher schlichte Cover passt zur Handlung. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Das komplexe Geschehen wurde logisch gekonnt aufgebaut und konsequent zu Ende geführt. Das Buch gab im Rahmen einer fesselnden Handlung einen interessanten Einblick in gut funktionierende Netzwerke von Politik und Wirtschaft.

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Zahltag, meine Herren
von Gertie Gold aus Wien am 02.07.2016

Wie schon in seinem ersten Wien-Krimi „Donauwölfe“ entführt uns Hans-Peter Vertacnik in die Intrigen geschwängerte Luft der Österreichischen Innenpolitik. Mehrere Handlungsstränge werden zu einem dicken Zopf geflochten. Man muss schon genau lesen, wer gerade welcher Fraktion und/oder Connection angehört. Der allseits unbeliebte Innenminister Liebermann wird erschossen aufgefunden. Der Verdächtigen sind viele.... Wie schon in seinem ersten Wien-Krimi „Donauwölfe“ entführt uns Hans-Peter Vertacnik in die Intrigen geschwängerte Luft der Österreichischen Innenpolitik. Mehrere Handlungsstränge werden zu einem dicken Zopf geflochten. Man muss schon genau lesen, wer gerade welcher Fraktion und/oder Connection angehört. Der allseits unbeliebte Innenminister Liebermann wird erschossen aufgefunden. Der Verdächtigen sind viele. Zitat der Frau Gemahlin: „er hatte mehr Feinde als Haare auf dem Kopf“. Major Radek Kubica, noch nicht wirklich von seinem letzten Einsatz, bei dem er angeschossen wurde, genesen, muss wieder ermitteln. Man versucht mehrmals in kalt zu stellen, ist er doch einigen der Mächtigen schwer auf die Zehen getreten. Radek ist jedoch der beste Kriminalbeamte und darf vorerst ermitteln. Selbst Drohungen und verwanzte Büros halten ihn nicht wirklich auf. Dabei hat er eigentlich ganz andere Probleme: seine Ex-Frau Anne lebt mit dem gemeinsamen Sohn Oskar in London, hat aber für den pubertierenden Burschen wenig Zeit. Daher macht der sich, so mir nichts dir nichts, einfach auf den Weg nach Wien, um bei seinem Vater zu leben. Doch dessen derzeitige Freundin Margot ist wenig begeistert von diesem Familienzuwachs und stellt Radek vor ein Ultimatum. So kämpft Radek gleich an mehreren Fronten. Wird er das Geflecht der Korruption zerschlagen? Wie auch schon im letzten Krimi steht ihm Pawel Wozzek, ein polnischer Pfarrer mit Verbindungen zu Geheimdiensten und in die Unterwelt helfend zur Seite. Köstlich die Idee mit dem Medikament gegen Radeks häufigen Alkoholkonsum. Als Wienerin kenne ich natürlich die Schauplätze und schlendere mit den verschiedensten Figuren über den Kohlmarkt oder treffe Major Kubica auf dem Zentralfriedhof. Die Charaktere sind sehr gut gelungen und wirken authentisch. Ich kann den feisten Innenminister richtig gut vor meinen Augen erschienen lassen. Fett und schleimig, korrupt und sexbesessen – ein richtig liebenswürdiger Zeitgenosse. Nun, gut, sein Ende kennen wir. Niemand weint ihm eine Träne nach. Ich habe mich gut unterhalten und habe bei der einen oder anderen Szene lauthals lachen müssen. Als Beamtin sind mir die einen oder anderen Anzüglichkeiten auf die Politik und deren Vertreter nicht ganz unbekannt. Doch wollen wir hoffen, dass der Sumpf doch nicht ganz so schlimm ist, wie beschrieben.

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