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Über Rechtfertigung, eine Versuchung

Zeugen und Zeugnisse

Gerechtfertigt zu sein, sagt Martin Walser, war einmal das Wichtigste. Staaten legitimieren sich durch Gesetze, Regierungen durch Wahlen. Aber der Einzelne?
Zum Beispiel Josef K. im Proceß von Franz Kafka. Für Martin Walser ist das Buch der «Roman einer Gewissenserforschung, einer Suche nach Rechtfertigung», so wie Josef K. für ihn der letzte Romanheld ist, der das Fehlen von Rechtfertigung als Drama erlebt und daran zugrunde geht.
Demgegenüber leben wir seit langem ohne das Bedürfnis nach Rechtfertigung, ja ohne auch nur die Frage danach. Rechtfertigung wird ersetzt durch Rechthaben. Dass uns recht zu haben genügt, nennt Martin Walser eine Verarmung. Um deutlich zu machen, was uns abhandengekommen ist, geht er zurück in die Vergangenheit: von Kafka zu Augustinus; zu Luther, Calvin und Max Weber; zu Nietzsche und Karl Barth, in deren Gegenüberstellung das Buch seinen Höhepunkt hat. «Einschlafen», sagt er, «könnte ich ohne sie. Aber um aufzuwachen aus dieser und jener Verschlafenheit, brauche ich beide.»
Über Rechtfertigung ist Gewissenserkundung und Suche, Annäherung an Vorbilder und Vordenker, um über «verführerische Sprachbewegungen» zu den entscheidenden Fragen des Lebens, Glaubens und Schreibens vorzudringen. Oder zumindest zu einer Ahnung von dem, was fehlt.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 23.07.12
Wieder mal ein Buch eines einst großen Schriftstellers, das nur da ist, um Geld in die Kasse zu spülen, aber nicht, um den Leser zu begeistern. In Martin Walsers neuem Buch geht es um die Rechtfertigung in unserer Welt und über den Glauben und Gott. Und um noch viele kleine Dinge am Rande, die Walser wichtig erscheinen, aber wohl nur für ihn wichtig sind. Walser spricht in diesem Buch von Weltliteratur, beschäftigt sich aber zu Anfang mit Kafka und dann fast nur noch mit Karl Barth und Friedrich Nietzsche. Bevor man sich traut, solch ein Buch zu schreiben, sollte man mal tatsächlich gelesen haben, was die Welt an Literatur zu bieten hat. Herr Walser zeigt sich hier vollkommen ahnungslos und blamiert sich damit bis auf die Knochen. In diesem konfus zusammen gewürfelten Buch hat er auf den wenigen Seiten auch selbst nicht viel geschrieben, denn das Buch besteht zu 80 % aus Zitaten, und Walser schafft es gar, sich in seinem eigenen Buch gleich mehrmals selbst zu zitieren. Martin Walser meint, jeden Gedanken, den er hat, zu Papier bringen zu müssen und das dann auch noch als Buch drucken zu lassen. Welch Egomane muss man sein, um solch ein Buch zu schreiben?
Portrait
Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg/Bodensee, lebt heute in Nußdorf/Bodensee. 1957 erhielt er den Hermann-Hesse-Preis, 1962 den Gerhart-Hauptmann-Preis und 1965 den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis. 1981 wurde Martin Walser mit dem Georg-Büchner-Preis, 1996 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und 1998, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dem Corine - Internationaler Buchpreis; Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2008 ausgezeichnet. 2015 wurde Martin Walser der Internationale Friedrich-Nietzsche-Preis für sein Lebenswerk verliehen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 106
Erscheinungsdatum 09.03.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-07381-7
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 211/140/17 mm
Gewicht 226
Auflage 5
Buch (gebundene Ausgabe)
16,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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