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Völkermorde im 20. Jahrhundert

Mit e. Vorw. v. Hubert Chr. Ehalt

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Mit seiner Untersuchung der Geschichte der Völkermorde im 20. Jahrhundert widmet sich der Historiker Wolfgang Benz einer jungen Disziplin der Wissenschaft. Die Genozidforschung, in der Völkermorde wissenschaftlich analysiert und beschrieben werden, hat eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten bei diesem internationalen Phänomen herausgearbeitet: Am Anfang stehen stets durch Propaganda erzeugte und verbreitete Vorurteile, die eine Gruppe aus religiösen, kulturellen, ethnischen, ökonomischen, moralischen oder beliebigen anderen Gründen als fremd und feindlich definieren, worauf deren Ausgrenzung, Vertreibung, Verfolgung und schließlich die gewollte und durch bürokratische und militärische Organisation instrumentierte Vernichtung der Gruppe folgt.
Die existenzielle Katastrophe aber, die Genozide für die Opfer darstellen, bleibt der wissenschaftlichen Betrachtung weitgehend entzogen. Das Verständnis der Psyche der Täter und der Traumata der Opfer sind für Benz daher zentrale Kategorien beim Versuch, Genozide zu erklären und zu verstehen.
Portrait
Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und dort seit 1990 Professor. Mitbegründer und Herausgeber der Dachauer Hefte. 1992 Geschwister-Scholl-Preis. Autor zahlreicher Bücher zur Zeitgeschichte, vor allem zu Rechtsextremismus und Nationalsozialismus, u.a. »Geschichte des Dritten Reiches«; »Was ist Antisemitismus?«; »Herrschaft und Gesellschaft im nationalsozia- listischen Staat. Studien zur Struktur- und Mentalitätsgeschichte«; »Gewalt und Ideologie«, Band 38 der Wiener Vorlesungen; »Der Holocaust«; »Potsdam 1945. Besatzungsherrschaft und Neuaufbau im Vier-Zonen-Deutschland«; »Die 101 wichtigsten Fragen. Das Dritte Reich«.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 60
Erscheinungsdatum Januar 2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-85452-537-0
Reihe Wiener Vorlesungen 137
Verlag Picus
Maße (L/B/H) 190/116/12 mm
Gewicht 142
Auflage 1. Auflage
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Kurz und prägnant
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 07.06.2008

Im Rahmen der Wiener Vorlesungen werden prominente Intellektuelle, Wissenschaftler und Experten eingeladen im Wiener Rathaus ihre Analysen und Einschätzungen zur Entstehung und Bewältigung brisanter Probleme der Gegenwart vorzutragen und zur Diskussion zu stellen. Die diskutierten Vorträge werden dabei in einer eigenen Reihe des Picus Verlages für interessierte Leser adaptiert.... Im Rahmen der Wiener Vorlesungen werden prominente Intellektuelle, Wissenschaftler und Experten eingeladen im Wiener Rathaus ihre Analysen und Einschätzungen zur Entstehung und Bewältigung brisanter Probleme der Gegenwart vorzutragen und zur Diskussion zu stellen. Die diskutierten Vorträge werden dabei in einer eigenen Reihe des Picus Verlages für interessierte Leser adaptiert. Wolfgang Benz ist Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und ausgewiesener Experte für den Holocaust, sowie Völkermorde in der europäischen Geschichte. Völkermorde entstehen aus Vorurteilen und Klischees, die um Hass zu erzeugen in Feindbilder ausgebaut werden, welche sich schlussendlich für sehr unterschiedliche Ideologien instrumentalisieren lassen. Von kriminellen Ausländern, ignoranten Wohlstandskindern und dummen Provinzlern hört man immer wieder, sie bezeugen wie einfach es ist aus Schubladendenken effektive Feindbilder zu schaffen, die auch entsprechend mancher Managementlehren (Führen mit Feindbildern) zur Motivation eines Teams, einer Gruppe, genutzt werden können, um diese für Ziele zu begeistern, denen sie sonst gleichgültig gegenüberstehen würden. Wolfgang Benz hat für seinen Vortrag allerdings nur eine handvoll der prominentesten Beispiele ausgewählt und erklärt anhand der Völkermorde von Armenien bis Darfur sieben Aspekte: - Intention, - Wahrnehmung und Erinnerung, - Ideologie, - Tradition der Diskriminierung durch Feindbilder und Vorurteile, - Distanz, - Definition der "Feinde" und der Anspruch auf Deutungshoheit über Geschehen, - Regelhaftigkeit Völkermord war keine Erfindung der Nationalsozialisten, noch ist er uns Europäern gänzlich unbekannt, was wir vielleicht gerne vergessen würden. Wolfgang Benz Vortrag "Völkermorde im 20. Jahrhundert" belegt sehr eindrucksvoll, was dieses grauenvolle Phänomen eigentlich ist und resümiert auf Seite 51 "Eine Gruppe wird aus religiösen, kulturellen, ethnische, ökonomischen, moralischen oder beliebigen anderen Gründen als fremd, als feindlich definiert, dann ausgegrenzt, vertrieben, verfolgt. Schließlich ist die Vernichtung der Gruppe gewollt und wird in Szene gesetzt." Um dem die Grundlage zu entziehen empfiehlt Huber Christian Ehalt bereits im Vorwort eine Verankerung von Kritik in der Gesellschaft. Nur dadurch könnte eine ideologische Verblendung durch Feindbilder vermieden werden. Benz eigentlicher Vortrag beschränkt sich zwar nur auf die Seiten 19-52, doch genau dieser Minimalismus ist von unglaublichem Vorteil, denn er erzwingt klare Aussagen. Fazit: Essenziell genau das woraus man eigentlich ein ganzes Buch hätte machen können.

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