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Wahrheit und Existenz

Hrsg. u. Vorw. v. Arlette Elkaim-Sartre

Dieser 1948 entstandene philosophische Text aus dem Nachlaß Sartres ist erstaunlich modern ­ am Ende eines Jahrhunderts, in dem die Unterscheidungen zwischen Wahrheit, Unkenntnis, Ignoranz und Lüge fast unmöglich scheinen. Sartre erkannte, daß die Geschichte den Anspruch auf eine Wahrheit endgültig verabschiedet hat, war jedoch nicht bereit, sich der bequemen Alternative der Flucht in die Beliebigkeit zu unterwerfen. Faszinierend ist Sartres Fähigkeit, von der abstraktesten philosophischen Spekulation zur konkreten Beschreibung überzugehen. Der philosophische Dialog mit Heideggers «Vom Wesen der Wahrheit» folgt dem Denker aus Todtnauberg in luftige Höhen, manchmal auch auf Holzwegen, und steigt dann fast unbemerkt in das pulsierende Leben der Pariser Cafés hinab. Sartre geht es nicht wie Heidegger um die Wahrheit des Seins, sondern um die Bedeutung der Idee der Wahrheit in den menschlichen Beziehungen. Wie soll man, wenn weder göttliche Offenbarung noch historische Mission die Garantie einer Wahrheit bieten, einen sicheren Boden finden? «Wahrheit und Existenz» wirft ein Licht darauf, warum die Absicht von «Das Sein und das Nichts» (1943), eine Moral zu begründen, auf die «Kritik der dialektischen Vernunft» (1960) hinauslaufen mußte, auf eine radikale Befragung des Sinns der Geschichte.

Portrait
Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte. Am 2.9.1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris. Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Arlette Elkaïm-Sartre, Arlette Elkaim-Sartre
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 30.03.1996
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-06252-1
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 197/136/20 mm
Gewicht 272
Originaltitel Verite et existence
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
17,00
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