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Was ist Homosexualität?

Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven

Die von Ärzten begründete Sexualwissenschaft war das Produkt einer intensivierten Betrachtung abweichenden menschlichen Verhaltens. Erst mit der Definition von "Homosexualität" als das Andere geriet auch die "Heterosexualität" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Fokus der Wissenschaften. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird das binäre Konstrukt von "Homosexualität/Heterosexualität" durch neue Begrifflichkeiten wie "Gender", "Queer" oder "LGBT" grundlegend in Frage gestellt und aufgebrochen. Diese Neubetrachtung menschlicher Sexualitäten erfolgt in der Phase der sich entfaltenden Globalisierung der Märkte, des Niedergangs medizinisch arbeitender sexualwissenschaftlicher Institute und der zunehmenden Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in der westlichen Welt. Parallel jedoch zeichnet sich die zunehmende Diskriminierung und Pathologisierung nicht-heterosexueller Sexualitäten jenseits der westlichen Welt ab, werden auch die historisch gewachsene "normale Heterosexualität" und ihre Lebensweisen einem Wandel unterzogen.
"Was ist Homosexualität?" - noch vor gut 20 Jahren hätte es auf die Frage zwar durchaus unterschiedliche, aber doch jeweils eindeutige Antworten gegeben. Im Kontext der rasanten Entwicklung der Sexualwissenschaften berührt sie heute die Frage nach Entstehung, Formierung und Veränderung sexueller Verhältnisse insgesamt.
In über 20 Beiträgen stellen gerade jene WissenschaftlerInnen die Entwicklung der Homosexualitäten in den letzten 100 Jahren dar, die eine Neuorientierung der Sexualwissenschaft repräsentieren. Sie behandeln grundlegende Fragen und Definitionsentwürfe, beleuchten Theoriebildungen und Vernetzungen hin zu Trans* oder Queer und schildern die Entwicklungsgänge in Naturwissenschaften oder Kunst. Jeder Beitrag (einige in englischer Sprache) gibt so einen allgemeinverständlichen Überblick über sein Themengebiet und schließt mit einer ausführlichen Literaturliste, die zu weitergehenden Studien einlädt.
Portrait
Die HerausbegerInnen


Florian G. Mildenberger (*1973) lehrt Geschichte der Medizin an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er studierte 1994-1998 Neuere Geschichte, Geschichte Osteuropas und Politikwissenschaft in München, London und Berlin. 1998 M.A., 2000 Promotion. 2002-2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Ludwig Maximilians Universität München. 2006 Habilitation. 2008-2009 Fachreferent für Geschichte der Medizin an der Staatsbibliothek zu Berlin. 2011 Ernennung zum außerplanmäßigen Professor in Frankfurt/Oder. Forschungsschwerpunkte: Geschichte heilkundlicher und sozialer Subkulturen, Biophilosophie.


Jennifer Evans (*1970) is Associate Professor of Modern European History at Carleton University in Ottawa Canada. She teaches a variety of courses in contemporary German history with interests in the history of sexuality and visual culture. Her book, "Life Among the Ruins: Cityscape and Sexuality in Cold War Berlin" (Palgrave Macmillan, 2011), explores the rebirth of the city's various subcultures in the aftermath of World War II. She has written numerous articles about same-sex sexuality in divided Germany, post 1945, and she is currently co-editing a book with Matt Cook (Birkbeck) entitled "Queer Cities, Queer Cultures: Europe Since 1945" due out with Bloomsbury UK in 2014. Her current research looks at erotic photography and the Sexual Revolution from a transnational perspective.


Prof. Dr. Rüdiger Lautmann (*1935) war Professor für Soziologie an der Universität Bremen mit den Schwerpunkten "Soziale Kontrolle und Recht" sowie "Geschlechterverhältnisse und Sexualität". Sein Band "Seminar: Gesellschaft und Homosexualität" (1977) gehört noch heute zu den Standardwerken der sozialwissenschaftlich orientierten Homosexualitätsforschung, genauso wie das von ihm herausgegebene "Homosexualität. Handbuch der Theorie- und Forschungsgeschichte" (1993). Bei Männerschwarm erschien der Sammelband "Der Homosexuelle und sein Publikum. Ein Spagat zwischen Wissenschaft und Subkultur" (1997).


Dr. Jakob Pastötter (*1965) ist seit 2006 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung. Von 1998 bis 2000 war er Visiting Scholar am Kinsey Institute for Research in Sex, Gender, and Reproduction an der Indiana University, Bloomington und am Institute for Advanced Study of Human Sexuality, San Francisco. Anschließend arbeitete er als stellvertretender Leiter des Archivs für Sexualwissenschaft und promovierte 2003 in Erziehungswissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Seitdem unterrichtet er als Clinical Professor an der American Academy of Clinical Sexologists in Orlando. 2008-2010 war er als Honorary Senior Visiting Research Fellow des Departments of Applied Psychosocial Sciences der City University London an der Durchführung eines Online-Surveys zum Sexualverhalten mit 55000 Befragten beteiligt. Er ist Mitherausgeber und Autor der "International Encyclopedia of Sexuality". Seine Forschungsschwerpunkte sind sexuelles Verhalten und sein Wandel im interkulturellen Vergleich und Sexualität und neue Medien.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Jakob Pastötter, Rüdiger Lautmann, Jennifer Evans, Florian Mildenberger
Seitenzahl 576
Altersempfehlung 20 - 90
Erscheinungsdatum März 2014
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-86300-163-6
Verlag Maennerschwarm
Maße (L/B/H) 236/164/51 mm
Gewicht 1066
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
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