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Weiße Nächte

Eine Liebesgeschichte

(4)
Es war eine wundervolle Nacht, eine solche Nacht, wie sie vielleicht nur vorkommen kann, wenn wir jung sind, lieber Leser.« – In dieser Nacht treffen in Petersburg zwei einsame Gestalten aufeinander: der Erzähler, ein »halbkranker Städter« und zugleich lebensfremder Träumer, und die junge, naive Nastenka, die verzweifelt die Rückkehr ihres Geliebten erwartet. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine freundschaftlich-liebevolle Zuneigung. In vier Nächten nehmen sie Zuflucht zu intensiven Dialogen und spenden sich gegenseitig Trost. Doch ihr Traum kann der Realität nicht standhalten …
Dostojewskis Novelle erschien erstmals 1848 und gehört zu den schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur.
Rezension
"... eine der schönsten Liebesgeschichten meiner bisherigen Literaturerfahrungen."
Hannes Hilbrecht, Ostsee-Zeitung 04.06.2015
Portrait

Fjodor Michailowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. Er entstammte einer verarmten Adelsfamilie, sein Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter 1837 ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärakademie Bauingenieurwesen studierte. 1844 begann er mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute. Dieser Roman machte ihn zusammen mit Der Doppelgänger, der ebenfalls 1846 erschien, schlagartig berühmt. Zu seinem Hauptwerk zählen unter anderem die Romane Schuld und Sühne aus dem Jahr 1866, Der Idiot (1868) und Die Brüder Karamasow (1880). Dostojewski ist ein zentraler Vertreter des Realismus innerhalb der russischen Literatur und gilt neben Lew Nikolajewitsch Tolstoj als bedeutendster russischer Schriftsteller.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 109
Erscheinungsdatum 24.10.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-36205-0
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 189/118/20 mm
Gewicht 115
Originaltitel Belye noci
Auflage 5. Auflage
Buch (Taschenbuch)
6,00
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Eine träumende Fliege im Spinnennetz der Göttin Phantasie
von Jérôme aus Bad Eilsen am 14.05.2014

Das wahre Leben, als träge, schlaff und langsam erachtend, füllt ein unbekannter, sich als Träumer bezeichnender Erzähler, seine innere Leere und Einsamkeit lieber mit imaginären Phantasiewelten auf, um besondere, exstatische Genüsse zu erleben, die es vermögen, seine schwermütige Existenz, vergessen zu lassen und ihm stattdessen ermöglichen, sich in Imaginationen... Das wahre Leben, als träge, schlaff und langsam erachtend, füllt ein unbekannter, sich als Träumer bezeichnender Erzähler, seine innere Leere und Einsamkeit lieber mit imaginären Phantasiewelten auf, um besondere, exstatische Genüsse zu erleben, die es vermögen, seine schwermütige Existenz, vergessen zu lassen und ihm stattdessen ermöglichen, sich in Imaginationen zu transzendieren. Als Autor und Held, der sich seine eigene Traumwelt zusammenbastelt, fühlt er sich " wie eine Fliege im Spinnennetz, der Göttin Phantasie " , der von seinen Idealvorstellungen beflügelt wird und diese als Ersatz über die Realität legt. Doch seine träumerischen Luftschlösser, lösen sich gelegentlich auf und offenbaren ihm dann eine klare Sicht auf sein ungelebtes und melancholisch dahinfließendes Leben. Das sehnliche Verlangen, in seinen eigenen Einbildungen und Gefühlen etwas " wirklich Seiendes, ein greifbares Vorhandenes " anzutreffen, stellt für ihn leider ebenfalls nur eine romantische, träumerische Vorstellung dar. So wandelt, dieser einsame Spaziergänger schließlich selbstvergessen durch die Straßen von Sankt Petersburg und sinnt über den Frühling und die Menschen nach. In diesen Momenten, besonders wenn sich der Tag dem Ende neigt, erfüllt ihn ein glückliches Wonnegefühl, welches seine Stimmung aufzuheitern und verzaubern zu vermag. Während eines solchen euphorischen Momentes, lässt Dostojewski unseren Erzähler nun eines Abends mit der Realität zusammentreffen, die ihn von seiner schwärmerischen Lethargie schlagartig befreit und ihn anschließend in einer für ihn, vollkommen surrealen Situation wiederfinden lässt. Mit einem Mal scheint sich seine projizierte in eine reale Vorstellung umgewandelt zu haben, so dass er sich in seiner neuen Position nicht richtig zu verhalten versteht. Es ist die Liebe, die sein Leben aus einem langen Winterschlaf erwachen lässt, um sich in den Augen einer anderen Person zum ersten Mal objektiv betrachten zu können. Ein junges, schönes Mädchen, dass sich an jenem Abend, durch ein trauriges Verhalten, auf sich aufmerksam machte, entfachte die nötige Neugier, um unseren Träumer dazu zu bewegen, sich ihr zu nähern und sie anzusprechen. Seine einfache Authentizität und Ehrlichkeit sofort erkennend, entsteht ein einfaches Gespräch, dass aufzeigt wie einfach doch der Umgang mit anderen Menschen sein kann. Seine Befangenheit und Hilflosigkeit im Umgang mit Frauen bekundend, findet er durch Nasstenkas vertrauenserweckende Art, schnell den richtigen Ton und beginnt ihr sein Herz auszuschütten. " Ich versteh nicht zu schweigen, wenn das Herz in mir spricht ", ertönt es aus unserem Erzähler, der sich durch diese glückliche Fügung in einen dionysischen Rauschzustand begeben hat und seine imaginäre Höhle vollständig verlassen zu haben scheint. Nachdem es zu weiteren Treffen kommt, in denen sich beide ihre Lebensgeschichten erzählen, zeichnet sich unser Erzähler fortwährend durch seine literarische Selbstbetrachtung aus, in der er sich als eine Art Romanfigur ansieht und in der dritten Person von sich zu sprechen pflegt. Ihre vermeintliche Beziehung, bringt nach und nach die eigentlichen Motive ans Licht, die Nasstenka veranlassten, die Beziehung zu ihm zu intensivieren. Es bahnt sich ein sehr gefühlvolles und tränenreiches Ende an, welches für den weiteren Schaffensprozess, des damals noch sehr jungen Dostojewski charakterisierend bleiben sollte. Seine Novelle gehört zu den Spätwerken der russischen Romantik und stellt den Übergang zur Literatur des Realismus dar, der sich durch Alltäglichkeit und Objektivität auszeichnete und dafür einstige träumerische Phantasiewelten immer mehr verdrängte. Doch bei Dostojewski bleibt der Träumer ein immer wiederkehrendes Motiv. Eine wunderschöne Erzählung.

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Sehr traurig!
von Pepa am 03.01.2012

Normalerweise halte ich nicht sehr viel von Liebesgeschichten, weil sie ja doch nur unrealistisch, überzeichnet und ins Gegenteil gekehrt sind. Dostojewski aber schafft es, sogar mich für diese Thematik zu begeistern. Diese Liebesgeschichte ist so bittersüß und zart, dass sie es sicherlich auch schafft, ein hartes, kaltes Herz zu... Normalerweise halte ich nicht sehr viel von Liebesgeschichten, weil sie ja doch nur unrealistisch, überzeichnet und ins Gegenteil gekehrt sind. Dostojewski aber schafft es, sogar mich für diese Thematik zu begeistern. Diese Liebesgeschichte ist so bittersüß und zart, dass sie es sicherlich auch schafft, ein hartes, kaltes Herz zu berühren.

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Typisch Dostojewski
von einer Kundin/einem Kunden aus Luzern am 05.09.2015

Eine Geschichte, mit welcher sich jeder "hoffnungslose Romantiker" und träumerischer Einzelgänger identifizieren kann. Typisch Dostojewski. Eine wunderschön anfangende Liebesgeschichte mit einer tragischen Wendung. Man nicht anders, als sich in die Geschichte einzuleben und zu verlieben.

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Tragisch, aber sehr schön...
von Zitronenblau am 28.02.2008
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

"Weiße Nächte" ist eine Liebesgeschichte. Man muss sich in ihr verlieren. Dostojewskij baut sie sehr schön auf und lässt es am Ende zu einer tragischen Wende kommen. Wehmütig, bezaubernd und fast etwas märchenhaft. Weil mir die Dialoge, besonders die sprachlichen Ausführungen des Ich-Erzählers, etwas zu eigensinnig gestaltet wurden: 3... "Weiße Nächte" ist eine Liebesgeschichte. Man muss sich in ihr verlieren. Dostojewskij baut sie sehr schön auf und lässt es am Ende zu einer tragischen Wende kommen. Wehmütig, bezaubernd und fast etwas märchenhaft. Weil mir die Dialoge, besonders die sprachlichen Ausführungen des Ich-Erzählers, etwas zu eigensinnig gestaltet wurden: 3 Sterne!

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