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Weltretten für Anfänger

Roman

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Alles muss man selber machen! Die Welt retten und für das Gute kämpfen beispielsweise. Der Finne Surunen bricht daher auf, um in Mittelamerika den politischen Gefangenen Lopez zu befreien. Sonst macht es ja keiner. Die erste Etappe führt ihn jedoch nach Moskau, wo er die wodkareiche Gastfreundschaft des Pinguinforschers Lebkov genießt. Als er dann im zentralamerikanischen Diktaturstaat ankommt, hält man ihn für einen kommunistischen Terroristen. Ein Land namens Finnland existiere doch gar nicht. Surunen lässt sich nicht beirren und befreit Lopez schließlich aus der Haft ...

Portrait

Arto Paasilinna wurde 1942 im lappländischen Kittilä/Nordfinnland geboren. Er ist Journalist und einer der populärsten Schriftsteller Finnlands. Er wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Inzwischen hat er rund 40 Romane mit großem Erfolg veröffentlicht, von denen einige verfilmt und in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Auch bei uns erwarten die Fans jedes Jahr ungeduldig eine neue skurrile Geschichte vom finnischen Kultautor.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 09.12.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-431-03974-0
Verlag Ehrenwirth
Maße (L/B/H) 206/132/32 mm
Gewicht 441
Originaltitel Vapahtaja Surunen
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 58.572
Buch (gebundene Ausgabe)
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Schwarz, sarkastisch, böse und skurril
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 14.01.2017

»Ich versuche, beim Präsidenten vorzusprechen. Oder ich besuche das Gefängnis, demoliere sämtliche Schlösser und lasse alle Insassen frei.« »Aber wenn die Bestien dort dich töten?«, stöhnte Anneli Immonen. Surunen musste zugeben, dass auch diese Möglichkeit bestand. Die Reise in eine Diktatur war bisweilen lebensgefährlich. Nur ungern lässt Musiklehrerin Anneli Immonen... »Ich versuche, beim Präsidenten vorzusprechen. Oder ich besuche das Gefängnis, demoliere sämtliche Schlösser und lasse alle Insassen frei.« »Aber wenn die Bestien dort dich töten?«, stöhnte Anneli Immonen. Surunen musste zugeben, dass auch diese Möglichkeit bestand. Die Reise in eine Diktatur war bisweilen lebensgefährlich. Nur ungern lässt Musiklehrerin Anneli Immonen ihren Liebsten, den Magister der Fremdsprachen Viljo Surunen, in den Sommerferien gen Mittelamerika reisen. Doch die beiden überzeugten Mitglieder von Amnesty International sind sich einig, dass etwas getan werden muss, um den politischen Gefangenen in der Diktatur Kalmatien zu helfen. An Ort und Stelle muss Surunen bald und schmerzhaft erfahren, dass mit normalen Methoden das Ziel nicht erreicht werden kann… Mal wieder lässt der finnische Kultautor einen seiner Landsmänner auf die Welt los, wobei das Buch in Finnland bereits 1986 erschien. Ich frage mich, weshalb wir so lange auf die deutsche Übersetzung warten mussten. Vielleicht, weil das Buch reichlich ernste Themen aufgreift? Und weil einem manchmal das Lachen im Hals steckenbleibt? Der imaginäre Staat Kalmatien und das im späteren Verlauf als weiterer Schauplatz hinzukommende osteuropäische Kytislawonien stehen unzweifelhaft für diverse reale Länder, in denen es um Werte wie Meinungsfreiheit und Menschenwürde schlecht bestellt ist, in denen einige skrupellos ihre Machtposition ausüben und die breite Masse nur noch mit dem Versuch zu überleben beschäftigt ist. Länder, in denen Korruption und Bestechung zum normalen Alltag gehören und in denen jeder weiß, dass er länger lebt, wenn er einfach schweigt, gehorcht und wegsieht. Genau diese Dinge hat Surunen nicht vor, weshalb er – obwohl er sich eigentlich vorsehen wollte – schon nach kurzer Zeit verhaftet wird. Diese Erfahrung legt in seinem friedliebenden Wesen den berühmten Schalter um und er beschließt, die geltenden Spielregeln für seine Zwecke auszunutzen. Wie er das dann tut, ist wieder ein großer Spaß und mein Gerechtigkeitsempfinden freute sich. Natürlich glaube ich nicht, dass Taten wie diese – selbst für einen Finnen – möglich wären. Obwohl es schön wäre ;-) Man fragt sich wirklich, wie eine Lösung mit nicht-finnischen Methoden überhaupt aussehen könnte. Wer jetzt an die Großmächte denkt, auch die tauchen hier auf. Und tragen ihren Teil zum Szenario bei. Auch dies ein Punkt, der leider sehr realistisch erscheint. Paasilinna schreibt gewohnt bissig, spart nicht mit Sarkasmus und kreiert so manche skurrile Situation. So wurde das Ganze, trotz ernstem Grundthema, für mich zum Lesevergnügen. Fazit: Schwarz, sarkastisch, böse und skurril. Gefiel mir sehr! »So war das Leben in der Welt der Beziehungen. Ein ziemlich infames System, das niemand gutheißen konnte, auf das sich aber die Welt stützte.«

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