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Werte

Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt

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Werte sind selbstverständlich. Über sie redet jeder. Und jeder nimmt sie für sich in Anspruch. Häufig für Widersprüchliches: beispielsweise ebenso dafür, sich für Flüchtlinge einzusetzen, wie dafür, sie abzuweisen. Werte scheinen allgegenwärtig und alternativlos. Und doch sind Werte eine moderne Erfindung und näher besehen gar nicht selbstverständlich. Dieses Buch fragt, worüber wir reden, wenn wir über Werte reden und sie in Anspruch nehmen. Vielleicht gibt es keine Werte. Vielleicht sind Werte Fiktionen. Vielleicht aber nützliche Fiktionen.

Portrait

Andreas Urs Sommer (*1972) lehrt Philosophie an der Universität Freiburg i.B. und leitet die Forschungsstelle Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Einem breiteren Publikum ist er mit Zeitungs-­ und Zeitschriftenartikeln sowie insbesondere mit seinen Büchern "Die Kunst, selber zu denken", "Lohnt es sich, ein guter Mensch zu sein?" sowie "Die Kunst des Zweifelns" bekannt geworden.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 188
Erscheinungsdatum 10.06.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-476-02649-1
Verlag Metzler Verlag, J.B.
Maße (L/B/H) 195/155/17 mm
Gewicht 286
Auflage 1. Auflage 2016
Verkaufsrang 62.191
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt
von Sandra Matteotti aus Zürich am 05.09.2016

Werte scheinen in aller Munde. Hört man heutigen Politikern zu, nehmen Werte einen wichtigen Platz in ihren Reden ein. Egal, ob es um die Flüchtlingsproblematik, das Bildungswesen oder Gesundheitssysteme geht – mit Werten wird die eigene Haltung gerechtfertigt und dem Volk schmackhaft gemacht, da es schliesslich die Werte des... Werte scheinen in aller Munde. Hört man heutigen Politikern zu, nehmen Werte einen wichtigen Platz in ihren Reden ein. Egal, ob es um die Flüchtlingsproblematik, das Bildungswesen oder Gesundheitssysteme geht – mit Werten wird die eigene Haltung gerechtfertigt und dem Volk schmackhaft gemacht, da es schliesslich die Werte des Volkes seien und man diesen verpflichtet wäre. Während wir im Alltag also ständig mit Werten konfrontiert sind und auch selber drauf bauen, erfahren sie in der Wissenschaft eine eher stiefmütterliche Behandlung. Andreas Urs Sommer stellt im vorliegenden Buch die Frage, wovon wir eigentlich sprechen, wenn wir von Werten reden. Wer bestimmt sie, was beinhalten sie, was bedeuten sie für eine Gesellschaft und für das Individuum? Er geht dabei strukturiert vor, hält sich an Aristoteles’ Kategorienlehre und stellt entsprechend Fragen: Was ist ein Wert? Wie ist ein Wert? Worauf bezieht sich ein Wert? Wo braucht man ihn? Was haben und tun Werte? etc. Das Buch handelt nicht davon, welche konkreten Werte wir haben oder haben sollen, sondern versucht sich in einer systematischen Begriffsanalyse dahingehend, herauszufinden, wozu Werte gut und wichtig sind, wie sie beschaffen sind und sein müssen, um in der heutigen Gesellschaft von Nutzen zu sein. Ein Exkurs des Buches setzt sich mit der Beziehung von Werten und Menschenrechten auseinander, ein weiterer nimmt die Tagespolitik rund um das aktuelle Flüchtlingsthema unter die Lupe. So schlägt Urs Andreas Sommer den Bogen von der theoretischen Analyse hin zur aktuellen Weltlage, wobei er das auch innerhalb der einzelnen Kapitel immer wieder anschaulich und fundiert tut. Der Titel des Buches mag etwas sperrig klingen und Widerspruch herausfordern, beruft sich aber einfach auf die zugrundeliegende These. Die Wendung, dass es Werte nicht gäbe, besagt schlussendlich nur, dass sie nicht aus sich heraus existieren, sondern vom Menschen gemacht sind. Werte. Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt ist ein fundiertes, analytisch tiefgehendes Buch, das den Begriff des Wertes von allen Seiten betrachtet und versucht, den Sinn und den Nutzen von Werten für den modernen Menschen in seiner Welt herauszuarbeiten. Müsste man etwas negativ anmerken, so wäre dies der oft sehr metaphorische, blumige, in Bilder abdriftende Schreibstil des Autors, der teilweise den Inhalt zu sehr überlagert und in dem Umfang den eher sachlich veranlagten Leser etwas irritieren kann. Fazit Ein sehr tiefgehendes, breit abgestütztes und scharfsichtiges Buch über ein Thema, das in aller Munde und trotzdem (oder deswegen?) oft vernachlässigt wird. Sehr empfehlenswert!

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methodisch und mit praktischen Beispielen
von einer Kundin/einem Kunden aus Birmensdorf am 18.09.2016

Wer sich für Philosophie interessiert, wird dieses Buch gerne lesen. Der Autor beschreibt aus meiner Sicht methodisch und anhand nachvollziehbarer Beispiele, was um uns herum mit den Werten passiert und wie das alles auf uns wirkt.

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Werte sind Fiktion, die Diskussion darüber schwammig
von Herbert Huber aus Wasserburg am Inn am 04.12.2016

Andreas Urs Sommer, Professor für Philosophie mit Schwerpunkt Kulturphilosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, legt mit dem Essay „Werte. Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt” eine tiefgründige philosophische Betrachtung zu den Werten und der Wertediskussion vor. Wer eine Hilfe für die Lebensführung erwartet liegt allerdings falsch. Im Inhaltsverzeichnis... Andreas Urs Sommer, Professor für Philosophie mit Schwerpunkt Kulturphilosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, legt mit dem Essay „Werte. Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt” eine tiefgründige philosophische Betrachtung zu den Werten und der Wertediskussion vor. Wer eine Hilfe für die Lebensführung erwartet liegt allerdings falsch. Im Inhaltsverzeichnis fallen viele Fragen auf, die normalerweise niemand stellt, wie: „Was haben Werte?”, „Was tun sie?” Im Text folgen noch viele weitere solcher Fragen, beispielsweise gleich in der Vorrede: „Warum soll ich an Werte zu glauben genötigt sein”. Der Essay will diese Fragen, die u.a. der Begriffsklärung dienen, beantworten und bewusst machen, warum wir glauben uns über Werte definieren zu müssen. Durch alle Kapitel ziehen sich zwei Themen: 1) Werte gibt es nicht, sie sind Fiktion 2) Die Wertediskussion wird schlampig geführt. Wichtige Ergebnisse der folgenden Diskussionen: Werte sind Eigenschaften, die man allen Möglichen zuschreiben kann. Sie grenzen immer gegen anderes ab, da sie immer im Vergleich zu etwas Anderem zugeschrieben werden. Wertvoll ist etwas, wenn man es ungleich besser findet als etwas anderes. Einen absolut gültigen Wert gibt es nicht, stellt Sommer fest. Werte sind dynamisch, perspektivenabhängig, personengebunden und wandelbar. Das Reden über Werte bleibt häufig nebulös (nicht im besprochenen Werk). Werte mutierten von der Eigenschaft zu einer „Als-ob-Substanz”. Im letzten Kapitel dann gibt Sommer endlich die Antwort auf die Frage, die der Untertitel aufwirft: „Warum brauchen wir Werte, wenn es sie nicht gibt?” Seine Antwort enttäuschte mich (er hatte aber schon unterwegs im Text bessere anklingen lassen): „Weil wir Fiktionen brauchen. Fiktionen sind nicht starr, sondern wandelbar, anpassungsfähig an unsere Bedürfnisse”. Ein hohes Verdienst des Essay ist es, zu zeigen, dass das Wertegerede in der Politik meist Sonntagsreden sind. Denn jeder hat Werte: auch der Ehrenmörder. Allerdings muss man recht aufmerksam lesen um hinter der Demontage der Werte und der damit zusammenhängenden Begriffe und Diskussion die positiven Aussagen aufzunehmen. Die Lektüre ist besonders in den ersten Kapiteln, in denen der Autor das Terrain absteckt, schwierig. Das bezieht sich auf den Inhalt (Sommer versucht Fragen zu beantworten, die einem Laien nicht einfallen würden) als auch auf die Sprache. Wenn alle Warntafeln stehen und sich der Autor selbst auf die Wertediskussion begibt wird es flüssiger und die Leser können viel mitnehmen. Wie eingangs erwähnt: Wer eine Hilfe für die Lebensführung erwartet liegt falsch. Für die Wertediskusssion erhält man aber wertvolles Rüstzeug.

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