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Zurück in Berlin

Roman

(4)

»Zurück in Berlin« Ein großer verschollener Nachkriegsroman
Zwischen Stunde null und Wirtschaftswunder: Ein jüdischer Exilant kehrt nach Berlin zurück, um sich seiner Vergangenheit zu stellen. In der zerstörten, doch lebendigen Stadt erwartet ihn eine Aufgabe, mit der er nicht im Geringsten gerechnet hat.
Der Londoner Eric Devon heißt eigentlich Erich Dalburg und wuchs in Berlin-Grunewald auf. Während des Zweiten Weltkriegs musste der junge jüdische Widerständler alles zurücklassen. Nur seine Frau Nora, eine Britin, und eine befreundete amerikanische Journalistin wissen von seinen deutschen Wurzeln. Sie überzeugen ihn, gemeinsam nach Berlin zu fahren. Zögerlich lässt sich Eric auf die Reise ein, und schon bald stehen die drei vor seinem Elternhaus. Bewohnt wird es von einer Tante, die Eric für mitschuldig am Tod seines Vaters hält. Doch er muss sein Bild von der Vergangenheit revidieren und sich eigene Fehler eingestehen. Geschenkt wird ihm ein neuer Anfang dort, wo er ihn am wenigsten erwartet hätte: in seiner Familie, in Berlin.
»Welch eine Reise in die Zeit: dieser amerikanische Blick auf das westliche wie östliche Berlin der späten 50er Jahre. So aufmerksam und klug, dass uns unsere eigene Geschichte zwischen Trümmer- und Wirtschaftswunderzeit mit ihren Nöten, Freuden und Möglichkeiten neu entgegenkommt. Frisch. Jenseits der deutschen Klischees. Bereichernd. Ein Gewinn.« Ulrike Draesner

Rezension
" Heimkehrer-Roman mit wohlwollend nüchternem Ton. " Julia Schröder, Deutschlandfunk, Oktober 2016 " Ein hochpolitisches Buch. " Monika Melchert, Neues Deutschland, 26.10.16 " [...] ein faszinierendes Fundstück [...] ein Plädoyer für Heimkehr und Versöhnung. " Tanya Lieske, WDR, 17.11.2016 " Ein stilles, genau beobachtendes Buch voller Mitgefühl. Eine tolle Entdeckung des Aufbau-Verlages. " Stefan Keim, WDR4, 03.01.2016
Portrait
Ulrike Draesner, geboren 1962 in München, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in München und Oxford, Promotion 1992 mit einer Arbeit über Wolframs Parzival. 1993 stieg sie aus der Wissenschaft aus, um schreiben zu können. Neben ihren wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte sie Gedichte, Erzählungen, Hörspiele sowie einen ersten Roman. Sie lebt als freie Schriftstellerin, Übersetzerin und Literaturkritikerin in Berlin. 1997 erhielt sie den "foglio-Preis für junge Literatur" sowie den "Bayrischen Staatsförderpreis" für Literatur, 2010 den hochdotierter "Solothurner Literaturpreis". 2013 wurde sie mit dem "Roswitha-Preis" ausgezeichnet und 2014 mit dem "Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik".
Verena von Koskull, geb. 1970, hat Italienisch und Englisch in Berlin und Bologna studiert. Sie übertrug u.a. Matthew Sharpe, Curtis Sittenfeld, Tom McNab, Carlo Levi, Simona Vinci und Claudio Paglieri ins Deutsche.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Ulrike Draesner
Seitenzahl 391
Erscheinungsdatum 19.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03642-3
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 223/139/37 mm
Gewicht 560
Originaltitel Back to Berlin
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 105.391
Buch (gebundene Ausgabe)
22,95
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ein ausgesprochen interessanter Blick einer Amerikanerin auf das Deutschland der Fünfziger Jahre“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Es ist schon sehr erstaunlich, wie sich manchmal alles zusammenfügt. Erst vor Kurzem habe ich Ihnen den Roman von Carmen Korn „Töchter einer neuen Zeit“ vorgestellt, der von 1919 bis 1948 in Hamburg spielte. Und danach war ich etwas unsicher, was ich als nächstes lesen sollte. Eigentlich hätte ich ja gerne gleich mit dem 2. Band weitergemacht. Es ist schon sehr erstaunlich, wie sich manchmal alles zusammenfügt. Erst vor Kurzem habe ich Ihnen den Roman von Carmen Korn „Töchter einer neuen Zeit“ vorgestellt, der von 1919 bis 1948 in Hamburg spielte. Und danach war ich etwas unsicher, was ich als nächstes lesen sollte. Eigentlich hätte ich ja gerne gleich mit dem 2. Band weitergemacht. Aber der erscheint ja erst im Mai 2017. Ich guckte also mal, was ich so alles hatte und blieb bei Verna B. Carleton „Zurück in Berlin“ hängen, da mich der Klappentext angesprochen hat. Aber da war mir noch nicht klar, wie gut dieser Roman zu dem vorherigen passt. Und auch das Buch, welches ich Ihnen wahrscheinlich als nächstes vorstellen werde, passt wunderbar in diesen Kontext – André Postert „ Hitlerjunge Schall – Die Tagebücher eines jungen Nationalsozialisten“.

Der Roman „Zurück in Berlin“ ist ein Roman einer Amerikanerin, die durch ihren Vater deutsche Wurzeln hat. Sie hat in Mexiko, wohin sie geheiratet hat, und in den USA sehr viel mit Exildeutschen verkehrt. So war sie u.a. mit Anna Seghers und Egon Erwin Kisch befreundet. 1957 hat mit ihrer Freundin Gisèle Freund, einer berühmten Fotografin und Fotohistorikerin, Deutschland besucht. Und aus dieser Reise ist ihr die Idee für diesen Roman gekommen, der 1959 erstmals veröffentlicht wurde. Herausgekommen ist ein sehr interessanter Einblick in das Deutschland der Nachkriegszeit. Abgerundet wird dieses Buch durch das Nachwort der Herausgeberin Ulrike Draesner.

Verna B. Carleton erzählt die Geschichte von Eric Devon, einem Engländer, der allerdings als Erich Dalburg in Berlin geboren wurde. Sie macht dies sehr geschickt, denn erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive einer namenlosen Person, die das Ehepaar Devon 1956 auf einer Überfahrt von Florida nach Europa kennenlernt. An Bord der Caribe bildet sich eine kleine Reisegruppe aus der Ich-Erzählerin, dem Ehepaar Devon, einem niederländischen Ehepaar und einem Franzosen, die sich eng zusammenfinden. Besonders die Ich-Erzählerin und die Devons freunden sich so richtig an, dass die Freundschaft auch nach der Schiffspassage weiterbesteht. Im 1. Teil des dreigeteilten Romans wird die Überfahrt erzählt. Hier lernt man peu á peu Eric Devon näher kennen. Denn was kaum einer in seinem Bekanntenkreis weiß, ist, dass er eigentlich ein Deutscher namens Erich Dalburg ist, der bereits 1936 nach England emigriert ist. Er hat alles versucht, um ein typischer Engländer zu werden. Nach Deutschland will er nie zurück. Aber ein Nervenleiden beginnt sein Leben zu zerstören. Die unbekannte Ich-Erzählerin, die nach Deutschland reisen will, schlägt nun im 2. Teil den Devons vor, sie nach Deutschland zu begleiten. Und diese Reise öffnet Eric die Augen. Er muss erkennen, dass nicht alles entweder schwarz oder weiß ist. Er muss sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen und einige für ihn schmerzhafte Erfahrungen machen. Erst im 3. Teil erkennt er, wer er wirklich ist und wohin er gehört.

Mich hat dieses Buch besonders deshalb fasziniert, weil es aus der Sicht einer Unbeteiligten geschrieben wurde. Genau wie die Ich-Erzählerin hat ja die Autorin selbst eine Exil-Deutsche auf ihrer Reise begleitet. Und das, was sie in Deutschland gesehen und gehört hat, hat sie sicherlich so in ihren Roman eingearbeitet. Es sind die 50er Jahre. Überall sind noch Ruinen zu sehen, aber das Wirtschaftswunder hat bereits begonnen. Überall sind neue Häuser entstanden, das Leben und die Geschäfte florieren wieder, und es gibt auch wieder eine Armee in Westdeutschland. Doch ist all das alte Gedankengut wirklich verschwunden? Wieso konnte Deutschland so schnell wieder wer in der Welt werden? Und wie gingen die Menschen mit ihrer Vergangenheit um? Sehr viel hiervon beantwortet die Autorin in ihrem Roman. Und sie zeigt auch auf, wie schwer sich die in Deutschland verbliebenen Deutschen mit den Exil-Deutschen tun und andersherum. Beide Seiten haben ihre Vorurteile und sind voller Vorwürfe.

Ein ausgesprochen interessantes Zeitdokument, was ich in dieser Form noch nie gelesen habe. Ausgesprochen informativ und auch sehr erschreckend. Liest sich aber wunderbar.

„Zurück zu den eigenen Wurzeln“

Marko Rose, Thalia-Buchhandlung Bremerhaven

Eric Devon, alias Erich Dalburg, besucht nach einigem Zögern die Stadt seiner Jugend. Denn nicht viele wissen von seiner deutschen Vergangenheit. In seiner neuen Heimat, England, nur eine Handvoll Personen. Er, der exil-jüdische Deutsche, muss sich nun in Berlin der erschütternden Wahrheit stellen. Erich hat in jahrelanger Abwesenheit Eric Devon, alias Erich Dalburg, besucht nach einigem Zögern die Stadt seiner Jugend. Denn nicht viele wissen von seiner deutschen Vergangenheit. In seiner neuen Heimat, England, nur eine Handvoll Personen. Er, der exil-jüdische Deutsche, muss sich nun in Berlin der erschütternden Wahrheit stellen. Erich hat in jahrelanger Abwesenheit angenommen, dass einige seiner Verwandten sich euphorisch den Nazis angeschlossen hatten. Auch der eigene Vater soll von einem Teil der Familie verraten worden sein. Aber vieles erscheint nur auf den ersten Blick eindeutig. Eine tragisch, faszinierende Familiengeschichte über Zeit der dreißiger Jahre bis hin zur Wirtschaftswunderzeit nach dem Krieg.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Eine Reise in die Vergangenheit
von einer Kundin/einem Kunden am 21.01.2017

VON ARIETTA Die Autorin Verena B. Carleton, hat mit ihrem Debüt Roman „ Zurück in Berlin“,1959 einen grandioses historisches Dokument geschaffen. Ich bin dem Aufbau-Verlag sehr Dankbar das man ihn wieder ausgegraben und zu neuem Leben erweckt hat. Es wäre eine Sünde und Schande wäre er verschollen geblieben. Sehr schön... VON ARIETTA Die Autorin Verena B. Carleton, hat mit ihrem Debüt Roman „ Zurück in Berlin“,1959 einen grandioses historisches Dokument geschaffen. Ich bin dem Aufbau-Verlag sehr Dankbar das man ihn wieder ausgegraben und zu neuem Leben erweckt hat. Es wäre eine Sünde und Schande wäre er verschollen geblieben. Sehr schön fand ich auch den Anhang von Ulrike Draesner, die noch einmal auf die Geschichte eingeht. Auch ihr meinen Dank. Ich fand den Roman sehr spannend, informativ, aufrüttelnd und mitreißend. Er trägt für mich teilweise sehr Autobiografische Züge, sie hat ihn ihrer Freundin Sophie und ihren Freunden gewidmet. Ihr Schreibstil und Sprache ist sehr flüssig, Bildhaft, kraftvoll und klar. Für mich ist das Buch ein Zeitzeuge der damaligen Zeit, die Zeiten vor , während und nach dem 2. Weltkrieg. Dem Naziregime, Terror der SS, die Konzentrationslager, die Verfolgung der Juden und dem Wirtschaftswunder nach dem Krieg. Sehr schön hat sie die einzelnen Protagonisten gezeichnet, ebenso deren Charaktere und Emotionen kommen gut rüber. Beim Lesen wurde man zum Teil der Geschichte und bekam Einblick in viele verletze und verwundete Seelen. Es geht um den deutschen Eric Dahlburg der sich seit seiner Flucht nach London Devon nennt. Seinen Alten Namen hat er abgelegt. Er möchte Brite sein, britischer geht es wirklich nicht mehr bei ihm. Seine Vergangenheit hat er verdrängt und vergraben. Ausgerechnet auf einer Seereise lernen Eric und seine Frau Nora sie die Amerikanische Journalistin kennen. Eine Enge Freundschaft entsteht zwischen den dreien. Seine Schuldgefühle und innere Zerrissenheit, weil er vor den Nazis mit seiner Mutter geflohen ist, belasten ihn schwer. Immer ist da das Gefühl seine Angehörigen im Stich gelassen zu haben, sein Vater starb im Gefängnis, was aus dem Rest der Familie geworden ist liegt im dunkeln. Haben sie den Terror und das Naziregime überlebt, das alles frisst an Eric Seele. Die beiden Frauen schaffen es endlich ihn zu überzeugen sich seiner Vergangenheit zustellen und mit ihnen nach Berlin zu reisen, um sich auf Spurensuche nach Familienmitgliedern zu begeben. Nora, ist es die im Telefonbuch seine Tante Rosie in Berlin findet.Eine Interessante Reise beginnt hier, wir begleiten sie durch das Berlin das zerbombt wurde und im Aufbau ist wieder eine blühende Metropole zu werden. Erleben das Wirtschaftswunder, lernen die bezaubernde Tante Rosie kennen, Die ganz anders ist als Eric sie in Erinnerung hatte, sein Groll gegen sie ist unbegründet gewesen, das entdeckt er erst jetzt. Da ist auch noch Käthe seine Cousine die auch einiges schreckliche erlebt hat. Alte Emotionen und Erinnerungen kochen hoch, besonders aufwühlend fand ich die Briefe von Eric Vater, der er im Gefängnis schrieb, und die Tante Rosie für ihn aufbewahrte. Auch begleiten wir sie zu traurige Stätten, wie Bergen-Belsen. Sehr schön kamen in der Geschichte die Seelen und Psychen der einzelnen zum tragen. Jeder von ihnen hat etwas verdrängt. Wird Eric sich mit seiner Vergangenheit versöhnen und noch mehr Menschen finden die ihm wichtig waren? War seine Reise nicht umsonst ? „ Ein grandioser Roman mit tiefem Einblicken in die Menschliche Seele „ Danke das man ihn wieder entdeckt hat, man sollte ihn unbedingt lesen, sonst hat man etwas versäumt „

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Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Wetter am 05.01.2017

1959 erschienen und trotzdem sehr aktuell! So lässt sich das Buch für mich am besten zusammenfassen. Denn während der gesamten Lektüre musste ich mir sehr oft klar machen, dass viele Aussagen tatsächlich schon fast 60 Jahre alt sind, so sehr passen sie in die heutige Zeit. Besonders die Sicht der... 1959 erschienen und trotzdem sehr aktuell! So lässt sich das Buch für mich am besten zusammenfassen. Denn während der gesamten Lektüre musste ich mir sehr oft klar machen, dass viele Aussagen tatsächlich schon fast 60 Jahre alt sind, so sehr passen sie in die heutige Zeit. Besonders die Sicht der Emigranten Eric und Käthe fand ich aktueller, wie nie! Denn Eric und Käthe, beide im 3.Reich aus Deutschland geflohen (er nach England, sie nach Frankreich) müssen sich doch immer wieder mit ihren deutschen Attribute auseinander setzten. Aber auch ihre Vergangenheit im In- und Ausland und vor allem Erics Sicht auf das Deutschland zum Ende der 1950er Jahre sind ein großer, wenn nicht sogar der beherrschende Aspekt des Buches. Die Autorin gibt dem Leser mit Erics deutscher Familie und anderen Wegbegleitern immer wieder verschiedene Einblicke auf die Deutschen, ihre Schuld, den Krieg und den Wiederaufbau. Die Blickwinkel sind dabei so vielseitig und verschieden, wie es verschiedene Menschen gibt. Und der Leser wird jedesmal angeregt, sich seine eigenen Gedanken dazu zumachen. Die Protagonisten sind gut und glaubhaft gezeichnet. Ich bin nicht mit jedem warm geworden, aber das ist im "echten" Leben ja auch nicht so. Einzig die Ich-Erzählerin bleibt ein "unsichtbares Wesen" im Hintergrund, obwohl sie an der Geschichte auch rege teilnimmt. Hilfreich war aber ihr neutraler, amerikanischer Blick (der der Autorin) auf die Deutschen und ein kleines bisschen auch auf die Briten. Sehr bewegend waren die Beschreibungen eines Besuches im KZ Bergen-Belsen und die Tagebuch-Aufzeichnungen von Erics Vater, während eines Gefängnisaufenthaltes zur NS-Zeit. Das Ende ist mir ein bsschen zu rund, gut, amerikanisch. Es schadet dem Buch aber nicht sonderlich.

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