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Sylvia Mangl aus Wien

Gesamte Bewertungen 109 (ansehen)


Meine Bewertungen

Der amerikanische Traum

Sylvia Mangl aus Wien , am 22.02.2017

Jende Jonga ist am Ziel seiner Träume als er bei Clark Edwards vorstellig wird um bei ihm als Chauffeur anzuheuern. Er ist in Amerika, genauer gesagt in New York. Er hat seine Frau und seinen Sohn zu sich geholt, und er träumt davon ein amerikanischer Staatsbürger zu werden. Zunächst läuft es gut. Jende verdient mehr als er sich jemals erträumt hätte, Neni studiert und hat gute Noten. Doch dann beginnt ihr Plan schiefzulaufen. Clark Edwards ist Manager bei den Leman Brothers. Leman geht pleite, die große Finanzkrise beginnt und mit ihr stürzen etliche Menschen ins Unglück. Nicht unbedingt diejenigen, die dafür verantwortlich sind. Auch Jende verliert seinen lukrativen Job und plötzlich ist das wunderbare Amerika gar nicht mehr so strahlend. Denn der nächste Job wartet nicht bereits auf ihn und er muss niedere Aushilfsarbeiten machen um über die Runden zu kommen und über all dem hängt das Damoklesschwert der Ausweisung. Dass Neni mit ihrem Studentenvisum davon nicht betroffen ist, macht die Sache für ihn nicht besser und so trifft er die einzige für ihn mögliche Entscheidung, ohne Rücksicht auf seine Frau, die sich mit aller Kraft wehrt, sich schlussendlich aber unterordnet.
Imbolo Mbue hat in einem leichten Plauderton eine wundervolle intensive Milieustudie geschrieben, die Einblick gibt in all die Hoffnungen und Erwartungen und Nöte mit denen Menschen in ein fremdes Land gehen. Erfolg und Scheitern liegen dicht beeinander und oft können wir es nicht selbst beeinflussen, wohin der Weg geht, sehr wohl aber, wie wir ihn gehen. Die Geschichte von Jende Jonga zeigt, dass Traum und Wirklichkeit manchmal doch nicht so leicht zu vereinbaren sind. In jedem Fall ist dieses Buch absolut lesenswert.

Das geträumte Land
von Imbolo Mbue
(49)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Tolles Debut

Sylvia Mangl aus Wien , am 22.02.2017

Als die achtjährige Lycke spurlos verschwindet, wird die Kriminalreporterin Ellen Tamm von ihrem Chef mit einer Reportage zu diesem Fall beauftragt. Einerseits Ellens Job, anderseits eine Aufgabe, an der sie zu zerbrechen droht, den Ellen hat als zwölfjährige ihre Zwillingsschwester verloren und gibt sich bis heute die Schuld daran. Und so macht sie es sich zur Aufgabe, nicht nur eine Reportage zu machen, sondern Lycke zu finden. Sie beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass das kleine Mädchen jedermann im Weg war, ausser seinem Kindermädchen, das dem Kind mit aufrichtiger Zuneigung zugetan ist. Die Eltern sind geschieden, der Vater wiederverheiratet und Lycke wird zwischen beiden hin- und hergeschoben. Die Mutter ist schwer gestresst und überfordert, die neue Frau des Vaters hat einen eigenen kleinen Sohn und Lycke ist ihr im Weg. Der Vater leitet ein Hotel und verlässt sich darauf, dass die beiden Frauen das Kind versorgen. Als schließlich Lyckes Leiche gefunden wird, gibt es somit jede Menge Verdächtiger, zumal auch noch der Tennislehrer, dessen abgesagte Tennisstunde die Ursache allen Übels war, sich höchst verdächtig benimmt.
Ein durch und durch spannendes und von Anfang bis zum Ende gut aufgebautes Buch. Eines der wenigen, die ich in ganz kurzer Zeit gelesen habe. Ein starkes Debut.

Glücksmädchen
von Mikaela Bley
(86)
Buch (Paperback)
12,99

Blum, die Dritte

Sylvia Mangl aus Wien , am 08.02.2017

Nachdem sich Brünhilde Blum auch durch den zweiten Teil gemorden hat, ist sie nun wieder auf der Flucht und nun in Hamburg und hier ausgerechnet beim Zuhälterkönig Egon Schiele gelandet, den sie um Hilfe für sich und ihre innigstgeliebten Kinder anfleht, auf dass sie in Zukunft ein friedliches und unbehelligtes Leben führen können. "Wenn du mir hilfst, bring ich jemanden für dich um", ist ihr Angebot und Schiele steigt darauf ein. Blum erhält neue Identitäten für sich und die Kinder, darf in einem neuen Haus wohnen und wird mit ausreichend Geld ausgestattet. Und sie fällt aus allen Wolken, als Schiele ihren Teil der Vereinbarung einfordert. Die Schwierigkeiten beginnen, als sie meint, ihn übertölpeln zu können und so führt eins zu anderen und Blum die Mörderin kann sich schon wieder nicht zur Ruhe setzen.
Ich habe nicht nur "Totenrausch", sondern auch die Vorgängerbände gelesen und alle drei haben mit nicht gefallen, wobei es noch angegangen wäre, wenn man es bei dem ersten belassen hätte, der schräg, aber gerade noch tragbar war. Der zweite Teil ist an Absurdität kaum zu überbieten und das als furios angekündigte Finale ist unfassbar unglaubwürdig. Hier drückt schon der dritte Polizist - nach Blums ermordetem Ehemann und ihrem Schwiegervater - ein Auge zu und sieht über ihre gefühlten siebzehn Morde großmütig hinweg. Jeder Mann - außer Schiele - erliegt ihrem Liebreiz, egal wie zerschunden oder verlottert sie gerade ist. Und jeder ist bereit - außer natürlich Schieles Mitarbeiter - ihr zu helfen, egal, was sie auf dem Kerbholz hat - Schwachsinn pur.

Ich weiß nicht so recht, was sich der Autor hier gedacht hat - will er vermitteln, dass mit einem Vorwand, wie "ich mach das alles aus Liebe zu meinen Kindern" Serienmord gerechtfertigt ist? Will er vermitteln, die Entschuldigung "ich wollte das nicht, das ist mir einfach so passiert" ist eine, die Gültigkeit hat im wirklichen Leben? Vielleicht hat er sich gar nichts gedacht und wollte bloß Geld machen - das ist ihm gelungen

Totenrausch / Totenfrau-Trilogie Bd.3
von Bernhard Aichner
(66)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Passt perfekt

Sylvia Mangl aus Wien , am 20.01.2017

Der Titel passt perfekt. Denn überraschend einfach und überraschend vielseitig und wohlschmeckend, und so gar nicht nach Diät oder Spezialkost aussehend, sind die Rezepte in diesem Buch. Das ist für mich sehr wichtig - das sie alltagstauglich sind, das ich nicht den Eindruck einer Diät habe, weil mich das unter Druck setzt und ich dann bald die Lust verliere.
Hier gibt es sensationellerweise jede Menge Brot - ganz wichtig. Nockerl oder Klöße sind gut, aber nicht so wichtig wie Brot. Also ein dickes Plus. Weiters gibt es auch einige Rezepte, die man sehr gut ins Büro mitnehmen kann, was auch ein wichtiger Faktor ist und was mir bei den diversen Rezeptesammlungen manchmal vernachlässigt wird.
Zu guter Letzt muss man sagen, dass dieses Buch natürlich sagenhaft schön aufgemacht ist, wundervoll zusammengestellt und sehr appetitlich fotografiert. Absolut gut gelungen!

Easy. Überraschend. Low Carb.
von Bettina Matthaei
(72)
Buch (gebundene Ausgabe)
29,95

Anschauliches Zeitbild

Sylvia Mangl aus Wien , am 02.01.2017

Winter 1920 werden kurz hintereinander zwei junge Frauen ermordet, die sich in zwielichtigen Lokalen bewegt haben. Beide Todesfälle sehen zuerst wie Unglücksfälle aus, erst bei genauerem Hinsehen wird klar, dass beide Frauen getötet wurden und zwar mittels Heroinspritzen. Kommissär Reitmeyer beginnt zu ermitteln, doch es werden ihm von höchster Stelle alle erdenklichen Hindernisse in den Weg gelegt. Im Zuge seiner Ermittlungen kreuzt die junge Gerti Blumfeld seinen Weg, die auf der Suche nach ihrer Schwester durch zwielichtige Lokale zieht und angibt, Eindrücke für ihr Sozioligiestudium zu sammeln. Gerti bringt Reitmeyer einigermassen aus dem Konzept – erst hält er sie für eine Geheimprostituierte, später erkennt er seinen Irrtum und muss sogar erkennen, dass sie eventuell das nächste Opfer sein könnte.
Der Roman ist als Krimi unspektakulär, als Milieustudie ganz nett. Ob seinerzeit tatsächlich auf diese Art und Weise ermittelt wurde, kann man bestenfalls vermuten. Offensichtlich beschäftigen sich in letzter Zeit mehrere Autoren mit diesem Thema und mit dieser Zeit. Es ist in jedem Fall eine nicht unangenehme Abwechslung sich darauf zu besinnen, dass es mal Zeiten ohne Computer, schnelle Autos und Handy gab, und dass man sich auf Dinge wie Menschenkenntnis und Gespür verlassen musste und auch konnte. So gesehen hat mir dieses Buch sehr gut gefallen.

Wintergewitter
von Angelika Felenda
(44)
Buch (Paperback)
14,95

Enttäuschend

Sylvia Mangl aus Wien , am 02.01.2017

Paolo Coelho lässt in seinem Roman Mata Hari selbst zu Wort kommen, indem er sie in der Todeszelle einen Brief an ihren Anwalt schreiben lässt. Bis zum Schluss glaubt sie nicht daran, tatsächlich sterben zu müssen, doch die Hinrichtung bleibt ihr schlussendlich nicht erspart.
»Mein einziges Verbrechen war, eine unabhängige Frau zu sein.« schreibt sie darin. Aber genau das war sie nicht. Nachdem sie aus einer unglücklichen Ehe geflüchtet ist, ging sie nach Paris um dort als Tänzerin zu arbeiten. Allerdings reichte das nicht aus, um ihren aufwendigen Lebensstil zu finanzieren. Sie hält sich mehrere betuchte Liebhaber, mitunter auch gleichzeitig, die sie finanziell großzügig unterstützen. Aufgrund ihrer vielfältigen Kontakte wird sie für Informationen bezahlt, die sie laut eigenen Aussagen niemals geliefert hat…
Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, ist Mata Hari doch bis heute von einer sehr geheimnisvollen Aura umgeben. Umso enttäuschter war ich, dass Coelho das Bild einer Frau zeichnet, die sich einerseits als Edelprostituierte präsentiert, die hemmungslos und kalt kalkulierend einen Mann nach dem anderen benutzt und sich am Ende als keines hilfloses Opfer darstellt, das sich in der Welt nicht zurechtfindet. Das passt nicht zusammen und wird auch nicht so gewesen sein. Das Buch entzaubert jedenfalls den Mythos und wirkt auch sprachlich unglaubwürdig. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Frau Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Brief an einen Mann – egal wie aufgeschlossen sie gewesen sein mag – derart offen über ihr Liebesleben, über Sex und dergleichen geschrieben haben mag. Insgesamt blieb die Geschichte ziemlich an der Oberfläche und unspannend.

Die Spionin
von Paulo Coelho
(92)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,90

Ganz nett

Sylvia Mangl aus Wien , am 02.01.2017

Rachel kommt aus kleinen Verhältnissen. Sie lernt den reichen Anwalt David Kerthen kennen und schon nach sehr kurzer Zeit heiraten die beiden. David lebt mit seinem kleinen Sohn Jamie und seiner Mutter auf einem altehrwürdigen Anwesen auf Cornwall. Doch ihr gemeinsames Leben wird überschattet von dem tragischen Tod von Davids erster Frau Nina, die bei einem tragischen Unfall in den Minen ums Leben gekommen ist. Besonders Jamie vermisst seine Mutter sehr und kommt über ihren Tod einfach nicht hinweg. Nachdem David sich David während der Woche in seiner Kanzlei in London aufhält, ist Rachel mit Jamie alleine in dem großen Haus und versucht das Werk ihrer Vorgängerin, die Restaurierung der alten Räumlichkeiten fortzuführen. Doch immer öfter meint sie, von Ninas Geist verfolgt zu werden und auch Jamie kommt von seiner Mutter nicht los, spricht mit ihr. Eines Tages verkündet er Rachel, dass seine Mutter zu Weihnachten wiederkommen wird und sie, Rachel sterben wird. Zunächst denkt Rachel an eine bösartige Kinderfantasie, doch dann überfährt sie ein Kaninchen – etwas was Jamie auch vorausgesagt hat….
Das Buch hat mir nur stellenweise gut gefallen. Beschrieben wird eine vom Leben bereits schwer traumatisierte junge Frau, die ihre Vergangenheit um jeden Preis verheimlichen will und ein erfolgreicher privilegierter, verwitweter Anwalt, der ebenfalls ein Kapitel seiner Vergangenheit um jeden Preis geschlossen halten möchte. Stellenweise war es zu langatmig, die Spannung zu sehr in die Länge gezogen, sodass sie schon wieder an Kraft verloren hat. Lange Zeit werden nur Andeutungen gemacht, was das Vorleben von Rachel und auch von David betrifft und zum Schluss löst sich alles in einem furiosen, aber unglaubwürdigen Finale auf. Mit ein bisschen weniger Mystik und ein wenig mehr Tempo hätte mir die Geschichte besser gefallen.

Stiefkind
von S. K. Tremayne
(125)
Buch (Paperback)
14,99

Zwei starke Frauen

Sylvia Mangl aus Wien , am 02.01.2017

Lea ist erst Anfang dreissig als ihr Leben in ihren Grundfesten erschüttert wird. Schon immer war sie zart und gesundheitlich ein wenig angeschlagen. Sie ist leicht gehbehindert, sodaß die optimale Fortbewegungsart für sie das Fahrradfahren ist. Auf diese Art und Weise hat sie das Gefühl ganz eins mit sich zu sein und frei von Schmerz. Eben erst hat sie Paul, ihre große Liebe, gefunden, und nun die Krebsdiagnose. Gleich der ganz große Hammer – Lymphosarkom. Die ganze Welt scheint einzustürzen. Um sich von der Krankheit, der Therapie, den klugen und gutgemeinten Ratschlägen abzulenken, beginnt sie, das Leben ihrer Großmutter aufzuschreiben. Mütterchen, wie sie von allen in der Familie liebevoll genannt wird, hat ein spektakuläres Leben gelebt – mutig und selbstbestimmt. Sie hat in jeder Situation ihres Lebens nach ihrem Herzen entschieden und niemals nach gängigen Konventionen. Sie war Schauspielerin und Regisseurin und vor allem eine große Menschenkennerin – und sie war ein Lieblingsmensch in Leas Leben. Lea schildert in ihrem Buch, wie die Auseinandersetzung mit Mütterchens Leben, das sie anhand eines Koffers voller Briefe und Bilder und eigener Erinnerungen rekonstruiert, ihr durch die schwere Zeit ihrer Krankheit hilft und ihr ganz nebenbei auch ganz neue Seiten ihrer Großmutter zeigt. Ein wunderschön, mit viel Herz und Humor geschriebenes Buch über zwei sehr unterschiedliche und starke Frauen.

Im Sommer wieder Fahrrad
von Lea Streisand
(42)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Schöner Schein

Sylvia Mangl aus Wien , am 07.11.2016

Master TV Österreich, eine große österreichische Produktionsfirma, hat eine neue Hauptabendshow konzipiert, bei der fünf erwachsene Kandidaten sich mit fünfzig Kindern unter fünf Jahren duellieren müssen. Dem Gewinner winkt eine Million Euro. Für eine Fotoshooting mit der Moderatorin wird eine Million ins Studio gebracht und der Koffer mit dieser Million wird in der folgenden Nacht aus dem Büro des Chefs gestohlen.
Unangenehmerweise war das Geld nicht versichert und somit hat das Produktinsbudget nunmehr ein größeres Loch. Um diesen Verlust wieder auszugleichen, werden statt wie der zuvor vorgesehenen prominenten Kandidaten nun Mitarbeiter der Produktionsfirma dazu verpflichtet, gegen die Kinder anzutreten. Obwohl einige zuerst widerwillig antreten, siegt am Ende doch die Aussicht auf das Geld, den jeder einzelne von ihnen kann es ganz gut gebrauchen. Und je mehr Chancen sich man einer ausrechnet, desto hinterhältiger werden die Kniffe, die er anwendet um auch ganz sicher ans Ziel zu kommen. Was dann manchmal in die Hose geht, wie bei Jonas, dem Cutter, der aus purer Verzweiflung zu einem unerlaubten Trick greift.
Jonas ist aber auch auf der Suche nach dem Dieb. Eine seiner Lieblingsbeschäftingungen ist das Hacken von Überwachungsvideos und es trifft ihn tief in seiner Hackerehre, dass ihm der Übeltäter durch die Lappen gegangen ist.
Dieser Roman von Vera Russwurm zeigt, was man eh schon wissen sollte – dass in der schönen glatten Fernsehwelt auch nur mit Wasser gekocht wird und dass dort auch nur Menschen wie du und ich ihr Unwesen treiben. Wir wollen es halt nur manchmal nicht glauben. Jedenfalls ist es immer ganz amüsant zu lesen, wie weit sich der Mensch gehen lässt, wenn die Gier zuschlägt. Hat mir gefallen. Vor allem das Ende, das ich hier nicht verraten werde, war extrem amüsant.

Der Ameisenhaufen
von Vera Russwurm
(27)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Gerangel ums Erbe

Sylvia Mangl aus Wien , am 07.11.2016

Leo Plumb baut einen Unfall. Blöd nur, dass seine Beifahrerin nicht seine Frau ist. Blöd, dass er betrunken ist. Blöd, dass er gekokst hat. Und ganz besonders blöd, dass seine Beifahrerin, Matilda, die er eigentlich gerade vernaschen wollte, dabei einen Fuß verliert. Infolge dessen geht seine Ehe in die Brüche, was Leo nicht weiter stört, doch der Unfall hat noch einige viel weitreichendere Folgen. Um Matilda zum Schweigen zu bringen, hat Leos Mutter ihr eine Millionenabfindung bezahlt. Dies jedoch nicht aus eigener Tasche, sondern aus einem Fonds, den ihr verstorbener Mann für Leo und seine drei Geschwister – Melody, Jack und Bea angelegt hat. Dieser Fonds sollte an Melodys vierzigstem Geburtstag an alle vier Kinder ausbezahlt werden – nicht lange nach Leos Unfall. Dieser Fonds wurde seit jeher „das Nest“ genannt. Und nun ist das Nest nahezu leer. Die Empörung ist groß, als Francie, die Mutter der Kinder ebendies eröffnet. Jeder von ihnen hat mit einer größeren Summe gerechnet und diese aus bitter nötig. Vor allem Jack und Melody sind verzweifelt. Gemeinsam stellen sie Leo zur Rede, der verspricht, den Schaden wieder gut zu machen.
Dieser Roman beschreibt so herrlich die manchmal so komplizierten Beziehungen und Machtkämpfe innerhalb von Familien und wie weitreichend die Handlungen einzelner sind. Es war ein echtes Vergnügen dieses Buch zu lesen, die einzelnen Charaktere sind so plastisch und genau beschrieben, dass man sie direkt vor Augen hatte und mitleben konnte. Sehr zu empfehlen.

Das Nest
von Cynthia D'Aprix Sweeney
(100)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

 
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