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Franzy aus Gießen

Gesamte Bewertungen 45 (ansehen)


Meine Bewertungen

Der Leser bleibt mit einem Kloß im Hals, Tränen in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen zurück

Franzy aus Gießen , am 19.03.2017

**MEINE MEINUNG**
Amyotrophe Lateralsklerose - oder kurz: ALS. Den bekanntesten Betroffenen kennen wir alle: Stephen Hawking. Spätestens seit dem Sommer 2014 dank der Ice-Bucket-Challenge in aller Munde und (mit Glück) noch in einigen Köpfen.

Und so lustig es der ein oder andere gefunden haben mag sich vor eine Kamera zu stellen, einen Eimer mit eiskaltem Wasser zur Hand zu nehmen, jemanden zu nominieren und dann mit Schnappatmung mädchenhaft zu kreischen...was wissen diese Menschen eigentlich wirklich über diese Krankheit? War es nur ein Hype und Gruppenzwang, oder haben sich alle Teilnehmer wirklich ernsthaft mit dem Sinn und Zweck dieser Übung und der dazugehörigen Krankheit auseinander gesetzt?

Sora weiß worum es geht. Doch Sora muss nicht von einem YouTube-Video darauf gebracht werden. Er erlebt es hautnah, denn er ist erkrankt. Doch wie kann das sein? Sora ist doch erst 17 Jahre alt und diese Krankheit befällt doch nur alte Männer. Oder? Aber man kann es nicht abstreiten. Jeden Tag aufs Neue hat Sora mehr Beschwerden und Ausfälle. Ihm wird bewusst, dass er sterben wird. Und das recht bald. Doch er will sich nicht hinsetzen und abwarten, sondern etwas tun. Sora möchte selbstbestimmt sterben.

Sarah Benwell hat eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Ihr Schreibstil ist lockerleicht, doch die Geschichte dahinter ist hart und traurig. Die Autorin erzählt von Träumen und Wünschen, die ganz sicher unerfüllt bleiben müssen. Von Angst und Frust, aber auch von Freundschaft und Mutterliebe. Von neu gewonnen Erkenntnissen, über Bord geworfenen Vorurteilen, Verständnislosigkeit, Vertrauen und Hilfe.

Außerdem wird deutlich, dass das Internet sowohl Fluch, als aus Segen sein kann. Denn auch wenn Mails von einem Selbstmord-Club die Runde machen und Sora Zeuge von einem fürchterlichen Live-Video wird, findet er im Chat die besten Freunde, die er je haben konnte. Und das nicht nur online, sondern auch im realen Leben.
Ich glaube dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und kann jung und alt gleichermaßen berühren. Auch wenn es als Jugendroman eingestuft ist und dies auch durch den Wechsel zwischen Roman und Chat deutlich wird, bleibt auch ein Erwachsener nachdenklich und mit einem Kloß im Hals zurück.

Was ich ganz zauberhaft finde ist, dass Sora sich vom Schicksal seine Träume nicht nehmen lässt. Natürlich trägt seine Freundin Mai auch einen erheblichen Beitrag daran, aber Sora träumt weiterhin was sein könnte, wenn sein Leben anders verlaufen wäre. Und so sollte es auch sein. Menschen brauchen Träume, egal wie wahrscheinlich oder eben unrealisierbar diese sind.

Ich habe gelesen, dass sich eine Leserin darüber "beschwert" hat, dass dieses Buch so traurig und hoffnungslos wäre (u.a. O-Ton: "Ich habe etwas Positives vermisst"). Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Es ist von Anfang an klar, dass jemand krank ist. Diese Krankheit ist unheilbar und endet früher oder später tödlich. Das ist einfach so - da beißt die Maus keinen Faden ab. Hätte die Autorin hier plötzlich die wundersame Heilung eintreten lassen sollen? Ebenfalls weiß man vor dem Lesen bereits, dass es auch um Sterbehilfe geht. Wenn ein junger Mensch stirbt (egal ob freiwillig oder durch das Schicksal/Unfall/Krankheit) ist das immer mehr als traurig und schlimm. Daran gibt es keine Hoffnung und nichts "Stimmungsvolles".

Auf der anderen Seite muss man aber sagen, dass es neben den ganzen Schlimmen Dingen in diesem Buch sehr wohl positive Dinge, als auch Hoffnung gibt. Sora hat zum Beispiel das erste Mal in seinem Leben richtig gute Freunde und auch wenn er über sich und sein Leben kaum noch Kontrolle hat, bleibt ihm die Hoffnung zumindest seinen Tod selbst zu bestimmen. Diese Kritik kann ich also absolut nicht nachvollziehen. Eben diese Dame fand leider kein Gefallen am Ende. Das ist natürlich immer Geschmackssache und ich kritisiere hier nicht ihre Meinung oder ihr Empfinden. Aber ich weiß nicht, was es sonst für ein Ende hätte sein sollen. Möglicherweise ein offenes Ende, bei dem nicht ganz klar ist wie Sora handelt. Das wäre eine Option gewesen. Dass das Resultat allerdings dasselbe ist (egal ob geschrieben oder nicht), ist unvermeidlich.

**FAZIT**
Ein ganz wundervolles ruhiges Buch, dass jung und alt gleichermaßen berühren kann. Der Leser bleibt mit einem Kloß im Hals, Tränen in den Augen aber auch einem Lächeln auf den Lippen zurück.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas fürs Herz braucht und mal wieder den "wie gut, dass ich gesund bin"-Gedanken in seinem Kopf formen möchte.

Es.Ist.Nicht.Fair.
von Sarah Benwell
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Gleich und gleich gesellt sich gern ;-)

Franzy aus Gießen , am 17.03.2017

Der Leser trifft bereits im ersten Satz auf eine der Hauptpersonen. Luke. Dieser wurde nach einem Sexabenteuer nackt und gefesselt zurückgelassen. Lediglich eine Katze leistet ihm Gesellschaft. Doch natürlich wird er gerettet und muss weder verschmachten, noch wird er von der Katze in Ermangelung von Futter gefressen. Emma kommt und macht ihn los. Damit wären wir dann bei der eigentlichen Protagonistin des Buches.

Nachdem sie in einer demütigenden Ehe gefangen war und zu schlechten Konditionen geschieden wurde, nahm sie reißaus und will nun von vorne beginnen und sich eine neue Existenz erarbeiten. Dass sie direkt auf einen gefesselten Nackten trifft, war so sicher nicht geplant ;-) Anfängliche Abneigung ihrerseits wandelt sich aber zügig in Interesse und Begierde - das Spiel der beiden nimmt ab da einen rasanten Lauf.

Da bin ich dann auch schon bei meinem ersten Kritikpunkt angekommen. Die Sache zwischen Luke und Emma geht mir persönlich einfach viel zu schnell und zu reibungslos. Ich spreche dabei nicht von ihren sexuellen Begegnungen, sondern vom Zwischenmenschlichen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man seinen Sexualpartner nicht nur reizvoll, sondern auch noch sympathisch findet ^^ aber zu schnell wird das L-Wort gedacht und sofort im Anschluss spinnt sich dieser Gedanke zu Heirat und Kinder weiter. Für mich persönlich einfach viel zu schnell und unrealistisch. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sie sich nicht mal einen Monat kennen und ZACK! verliebt, verlobt, verheiratet. Zumindest gedanklich. Das ist mir bei einem Nicht-Liebesroman einfach viel zu kitschig und unpassend.

Damit rutscht es eben doch in diese 08/15-Hausfrauen-Mutti will es härter-Erotik, die es eigentlich komplett hätte umschiffen können. Luke ist kein Milliadär oder Großkonzernmagnat und ich hatte irgendwo die Hoffnung, dass es etwas völlig anderes ist. Dass Luke Emma rettet und Emma die Einzige ist, die sein Herz berührt, war ja aus dem Klappentext schon ersichtlich...aber ich hatte trotzdem den kleinen Wunsch, dass es nicht ganz so kitschig und schmalzig wird - war es dann leider aber doch.

Luke entrümpelt Häuser. Manchmal verdient er sich ein kleines Zubrot, indem er Übriggebliebenes weiterverkauft. Das macht ihn prinzipiell erstmal sympathisch und nahbar. Er könnte der Nachbar von nebenan sein, fast jeder kennt zumindestens jemanden, der so einen Menschen kennt. Womit ich Probleme hatte war zu verstehen, warum er außerdem noch tut was er tut. Nach dem Entrümpeln nämlich, vögelt er sich durch die Zimmer um diesen wieder "Leben einzuhauchen". Es dauert eine ganze Weile bis aufgeklärt wird was das soll. Bis dahin fand ich dieses Verhalten mehr als merkwürdig.

Emma finde ich absolut sympathisch. Sie ist wirklich nett und hilfsbereit, tut was sie kann um anderen ein gutes Leben zu ermöglichen und lässt sich eigentlich durch nicht viel erschüttern. Ich vermute, dass Emma ein Mensch wäre, mit dem ich persönlich auch privat etwas zu tun hätte, wenn sie in meinem Bekanntenkreis unterwegs wäre. Das sie manchmal ein wenig "jammert" finde ich vollkommen nachvollziehbar und verständlich.

Die Sexszenen werden wirklich sehr schön beschrieben. Ein absoluter Pluspunkt ist für mich, dass hier viel Phantasie eingesetzt wird. Luke ist weder reich, noch besitzt er ein "Spielzimmer". Genutzt werden Alltagsgegenstände (oder auch ein ganz simpler Dildo), die zweckentfremdet oder umgemodelt werden. Ein weiterer Pluspunkt ist Luke als Dom. Er ist sich seiner Verantwortung gegenüber seiner Sub sehr bewusst. Zwar treibt er Emma an ihre Grenzen und auch mal darüber hinaus, aber achtet ganz gezielt darauf sie nicht zu überfordern und nicht zu weit zu gehen. Gemacht wird nur woran beide Spaß haben und er verlang nichts, was ihr nicht gefällt. Da gibt es ganz andere Geschichten, in denen das eben nicht so läuft. Super!

Was mir persönlich aber leider überhaupt nicht gefallen hat, waren diese ganzen Katzen und die Beachtung, die sie im Buch fanden. Ich persönlich bin überhaupt gar kein Katzenmensch. Ich mag diese Tiere überhaupt gar nicht. Ich finde sie weder süß, noch liebenswert, drollig oder sonst irgendwie was. Gerne kann jeder 20 Katzen besitzen, aber ich möchte dann keine Bilder davon sehen und keine Geschichten hören.
Leider kommt man in diesem Buch aber überhaupt nicht um Katzen drum rum. Sie sind überall und ständig Thema. Stellenweise über viele Zeilen und in (für mich persönlich) den unmöglichsten Situationen. Das hat mich massiv gestört. Allerdings ist das eine Sache, die mich persönlich betrifft. Das sagt absolut nichts über die Qualität des Buches aus!

Eine schöne BDSM-Romance, in der die Beziehung zwischen Dom und Sub endlich mal wieder verstanden wird!
Es sind keine teuren Goodies von Nöten, da Alltagsgegenstände sehr phantasievoll einbezogen werden. Möglicherweise eine Anregung für den ein oder anderen Leser? ;-)

Mir persönlich war die Liebesgeschichte etwas zu schnulzig, reibungslos und flott. Außerdem muss man Katzen zumindest mögen, wenn man das Buch liest :-D

Love Me - The Hard Way
von Margaux Navara
(4)
eBook
3,99

Hier kommt jeder auf seine Kosten!

Franzy aus Gießen , am 09.01.2017

Buchinfo
Trinity Taylor schafft es immer wieder, ihre Figuren lebendig werden zu lassen.
Diese sieben Kurzgeschichten lassen Sie in eine Welt der Erotik, Spannung, Verzweiflung und Freude abtauchen.
Begeben Sie sich an die Seite der Figuren und fühlen sie deren Leidenschaft, Liebe, sexuelle Wünsche, Lustschmerzen und Höhepunkte …
Eine wunderbare bunte Mischung von Geschichten, die Ihnen den Tag versüßen kann. (bpb)

Erster Satz
"Und, sieht er gut aus?", fragte Marie.

Meine Meinung
Ach ja, die Bücher aus dem blue panther books Verlag...fast immer ein Garant für prickelnde Stunden. So auch diesmal wieder

In diesem Buch sind sieben verschiedene Geschichten gesammelt, die unterschiedicher nicht sein könnten. Zum Beispiel gibt es da die Frau, die ein Sexdate ausmacht und dann ihre Freundin dort abstellt, zwei Menschen, die sich nicht leiden können sind plötzlich gezwungen die Nacht miteinander zu verbringen und der Ausflug in ein Spaßbad wird für eine alleinerziehende Mutter zu einem feuchten Erlebnis der anderen Art. Es ist wirklich für jeden etwas dabei.

Mir haben durch die Bank weg alle Geschichten gefallen. Wobei es natürlich eine gibt, die nicht ganz so mein Fall ist und eine, die ich wirklich unglaublich gut finde - wie das eben so ist.
Aber alle Geschichten sind wahnsinnig toll geschrieben und voller Fantasaie, so dass prickelnde Stunden garantiert sind!

Fazit
Ein Mix an unterschiedlichen Geschichten, bei denen für jeden etwas dabei ist.
Egal ob dieses Buch alleine oder zu zweit gelesen wird - eine prickelnde Zeit wird es allemal ^^

Gib's mir! 7 Erotische Geschichten
von Trinity Taylor
(1)
Buch (Taschenbuch)
9,90

Wenn du langsam aber sicher an deinem eigenen Verstand zweifelst...

Franzy aus Gießen , am 07.01.2017

Erster Satz
"Warum sind sie hier, Frau Rewerts?"

Meine Meinung
Wäre der Autor nicht auf mich zugekommen, hätte ich dieses Buch vermutlich nie gelesen. Krimis besitze ich keinen einzigen und Bücher die regional spielen haben mich eigentlich auch nie angesprochen. Aber der Klappentext und die Leseprobe klangen verlockend, also sagte ich "Ja" zu diesem Buch.

Die Geschichte beginnt sofort sehr spannend. Jorinde Rewerts hat sich vor ihrer Krebsbehandlung Eizellen entnehmen und einfrieren lassen. Nun hat sie den Mann ihrer Träume gefunden und möchte gerne ein Kind mit ihm. Doch als sie der Ärztin ihre Pläne mitteilt stellt diese etwas Erschreckendes fest: Jorindes Eizellen sind weg. Und nicht nur das, es fehlen auch sämtliche Unterlagen. Das lässt für Dr. Ahlmeier nur einen Schluss zu: Jorinde war niemals Patientin. Aufgewühlt geht Jorinde nach Hause um ihre Unterlagen der Entnahme und Aufbewahrung rauszusuchen - doch auch diese sind weg! War sie jemals im Kinderwunschzentrum oder entspringt das lediglich ihrer Fantasie?

Zeitgleich wird die Leiche von Bente Beeker gefunden. Todesursache ist eine Überdosis K.O.-Tropfen. Also nur ein Unfall? Immerhin ist Bente eine kleine Partymaus und sagt zu der ein oder anderen Droge sicher nicht nein. Doch hat sie sich selbst im Todeskampf hinter einen Container gesetzt um da zu sterben? Wohl kaum!

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe um die Kommissarin Diederike Dirks. Erst war ich etwas skeptisch, da ich doch lieber mit dem ersten Teil beginne. Auch wenn die Handlungen in jedem Buch abgeschlossen sind, benötigt man oftmals doch das ein oder andere Vorwissen um Handlungen, Sichtweisen oder Insider zu verstehen.
Laut Autor aber kein Problem und nachdem ich es gelesen habe kann ich sagen: Man muss den ersten Teil wirklich nicht gelesen haben. Das führt mich allerdings auch direkt zu einem kleinen Kritikpunkt.
Für gewöhnlich lerne ich die Protagonisten gerne kennen. Mache mich vertraut mit ihren Eigenheiten, vielleicht die ein oder andere Macke aber auch die liebenswerten Dinge. Das war mir hier leider nicht möglich. Die Figuren, vor allen Dingen Dirks und ihre Kollegen, blieben farblos und so war es für mich eigentlich unmöglich einen Draht zu ihnen aufzubauen. Besonders bei Reihen ist es aber der Protagonist, der mich jedes Mal wieder dazu bewegt auch den nächsten Teil lesen zu wollen.

Die Spannung wurde das ganze Buch über gehalten und die zwei Handlungsstränge verlaufen irgendwann zu einem zusammen. Immer wieder war die Frage in meinem Kopf: "Ja was ist den nun? Wie wird es wohl ausgehen?". Doch auch dieser Spannungsbogen konnte die doch sehr konstruierte und irgendwie unrealistische Situation am Ende und die Aufklärung der ganzen Geschichte nicht gänzlich ausbügeln. Das war stellenweise dann doch etwas zu viel des Guten.

Fazit
Ein spannendes Buch, das aber die ein oder andere Schwäche aufweist.
Krimi-Begeisterte, die Ostfriesland mögen, werden sicherlich ihre Freude an diesem Buch haben!

Für die blassen Charaktere und das konstruierte Ende ziehe ich zwei Sterne ab. Die durch die Bank weg gehaltene Spannung bekommt allerdings noch ein halbes Fleißsternchen obendrauf ;-)
Da es somit 3,5 Sterne wären runde ich auf 4 auf!

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Friesenklinik
von Stefan Wollschläger
(4)
eBook
1,99

Spart euch das Geld und die Zeit

Franzy aus Gießen , am 17.11.2016

Erster Satz
Ich laufe im Schlafanzug durch das Haus.

Cover
Durch das Cover wird direkt auf das Genre verwiesen - hier geht es um einen erotischen Roman, hier gibt es Sex zwischen den Buchdeckeln.

Eine Frau in einer schwarzen Corsage (Samt?), einem kleinen schwarzen String, schwarzen halterlosen Strümpfen und schwarzen Pumps liegt auf einer mit rotem Stoff überlegten Treppe. Ihr Gesicht ist nicht zu sehen.

Rot und schwarz symbolisieren seit jeher das Verruchte und Verbotene. Im Buch kommt die Sprache oft auf die halterlosen Strümpfe der Protagonistin - passt also.

Meinung
Oh je...wo fange ich nur an?
Mir fallen spontan zwei Redewendungen ein:

+ Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul

+ Wenn du nichts Nettes sagen kannst, sagst du am besten gar nichts


Aber Rezensionen sind dazu da um seine ehrliche Meinung kundzutun und der Blogger-Kodex untersagt es, Rezensionsexemplare besser zu bewerten nur weil sie ein Geschenk waren.

Nach der Leseprobe wollte ich dieses Buch gerne lesen und habe mich auch wirklich gefreut, als es samt passendem Lesezeichen bei mir ankam - doch ich wurde schnell enttäuscht.

Niemand in diesem Buch bekommt einen Namen. Es ist immer von "Königin", "Traummann" und "Mann" die Rede, die Kinder heißen einfach "unsere älteste Tochter" oder "Goldkind" und selbst der Dackel wird tatsächlich immer nur "Dackel" genannt. Ohne Namen finde ich es ziemlich schwer irgendwie Bezug zu den Figuren aufzubauen. Wäre das mein einziger Kritikpunkt gewesen, hätte ich noch darüber hinweg sehen können.

Das Ehepaar ist vermutlich seit 30 Jahren verheiratet und seit 25 Jahren scheint die Luft raus zu sein. So genau weiß man das allerdings nicht. Mal wird von 25 Jahren Ehe und Silberhochzeit gesprochen, mal besteht die Ehe seit 30 Jahren - sehr verwirrend.
Mit Zahlen scheint die Autorin generell ein Problem zu haben. Die Protagonistin ist mal 49 Jahre alt und ein paar Seiten später plötzlich 55, nur um kurz drauf doch wieder 6 Jahre jünger zu sein.

Auf einem Seminar (ich weiß leider nicht wofür - sie ist "nur" Hausfrau und schreibt nebenbei den ein oder anderen Thriller) lernt sie dann ihren "Traummann" kennen und beginnt 2 Jahre später ein außereheliches Verhältnis mit ihm. Wie es dazu kam und was genau sie da auf dem Seminar gemacht haben, erfährt man leider nicht. Ein klein wenig mehr Hintergrundinformation hätte ich mir schon gewünscht.

Ständig gibt es ein Hin und Her. Am Anfang will sie nur Sex und definitiv kein Gefühl in ihrer Affäre, beschwert sich dann aber ein paar Seiten weiter darüber, dass er sie nur als Spielzeug benutzt und nichts anderes mit ihr tut wie zum Beispiel Tanzen oder etwas essen gehen - ganz "normale" Pärchensachen eben.
Auch meckert sie ständig darüber, dass der "Traummann" sich so selten bei ihr meldet, schwört aber im nächsten Atemzug, dass ihr das vollkommen egal ist.

Ihre Affäre taucht an den unmöglichsten Orten auf.
Sie ist mit einer Freundin auf einem Konzert und plötzlich steht er hinter ihr. Kurz drauf ist er wieder verschwunden. Das ist ja noch nicht unrealistisch. Auch, als er auf einem Markt auftaucht den sie mit ihrer Familie besucht, kann man noch von einem Zufall reden.
ABER als er dann plötzlich bei ihr und ihrem Mann im Bett liegt, hört für mich der Spaß auf. Erst dachte ich noch an einen Traum, doch er schreibt ihr eine SMS die darauf schließen lässt, dass er tatsächlich da war. Wie zum Teufel kam er rein, warum hat niemand was gemerkt und warum um alles in der Welt geht die Autorin nicht darauf ein??? Ich wüsste schon gerne was das sollte, werde aber absolut im Unklaren gelassen. Über diese Aktion wird nie wieder ein Wort verloren.

Vom einen auf den anderen Tag macht ihr Mann eine absolute Kehrtwende und ist genau das, was er in ihren Augen immer sein sollte. Er kümmert und interessiert sich und vögelt sie ununterbrochen. Sie vermutet, dass er etwas von ihrer Affäre bemerkt hat und sich deswegen so ins Zeug legt. Und obwohl er, laut ihrer Aussage, jetzt absolut perfekt ist und sie nichts anderes will, trifft sie sich trotzdem wieder mit ihrem "Lover".

Zwischendrin hat sie dann auch noch einen Dreier mit ihrem "Traummann" und seiner Ehefrau - die angeblich niemals was von dieser Affäre erfahren darf...tja, irgendwie ist der Dreier dann doch eher kontraproduktiv - und auch hier wird nie wieder irgendein Wort drüber verloren.

Die ganze Affäre findet ihr jehes Ende, als er sie grün und blau vögelt, ihr Schmerzen zufügt und absolut nicht reagiert als sie vor Schmerzen schreit.
Er meldet sich noch ununterbrochen bei ihr, doch sie reagiert einfach nicht mehr und lebt nun glücklich und zufrieden mit ihrem jetzt so tollen Mann. Die beiden haben auch ein neues Hobby für sich entdeckt - sie gehen ab sofort in Swingerclubs - Glückwunsch. Was Sex doch alles retten kann.

Der Dackel war absolut unnötig und völlig überflüssig. Irgendwie wollte man wohl zwanghaft noch 3, 4 Seiten mit irgendetwas füllen.

Die beschriebenen Sexszenen waren absolut platt und haben bei mir nichts angeregt. Mein Kopfkino blieb aus. Das Ganze hatte etwas von einem sehr nüchternen Schulaufsatz.

Zitate / Textstellen
Es gibt einfach nichts in diesem Buch, was ich mit euch teilen wollen würde.

Fazit
Macht mit eurer Zeit und eurem Geld etwas Sinnvolleres!
Geht ein Eis essen oder in Swingerclubs - wie ich gelernt habe, kann das Ehen retten ;-D

Sex auf Abwegen | Erotischer Roman
von Mary Cordis
(1)
Buch (Taschenbuch)
9,90

Für mich leider ein absoluter Reinfall. Schade!

Franzy aus Gießen , am 17.11.2016

Erster Satz
Alex lehnte zusammen mit seiner Cheftasse an einem der Fensterbretter im Konferenzraum und machte sie runter.

Meine Meinung
Ach herrje...ich weiß bei diesem Buch gar nicht, wo ich anfangen soll.
Ich liebe Erotische Romane und ganz besonders die aus dem blue panther books Verlag. Die sind schön schlüpfrig, manchmal das richtige Maß derb und versaut - eigentlich immer ein Garant für prickelnde Lesestunden. Doch dieses Buch hat mich leider schwer enttäuscht.

Schau an, es geht zügig los, die erste erotische Szene lässt nicht lange auf sich warten - und ist nach acht Zeilen auch schon wieder vorbei. Und dann sitzt du da. Fragst dich, was das gerade war und ob das das ganze Buch über weiterhin so platt zugeht. Aber man strafft die Schultern und denkt sich "Das war sicher nur ein Appetithäppchen...die richtig guten Szenen kommen noch!". Richtig gute Szenen habe ich persönlich leider das ganze Buch über vermisst.

Personen kommen und gehen, manchmal weiß man gar nicht recht, wer das jetzt ist und was er hier will. Zum Beispiel gibt es relativ am Anfang eine Szene, in der ein gewisser Simon in Mirellas Zimmer stürzt. Mein Gedanke war sofort: "Wer ist das denn und wieso kann jemand einfach so in ihr Schlafzimmer rein?" Ich war verwirrt, las weiter und erfuhr, dass es sich um ihren Mitbewohner handelt. Ah Gott sei Dank, doch kein Einbrecher oder Perverser (dass das nicht stimmt, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ^^). Sie kennen sich aus der "Klapse"...Ok...was haben sie da gemacht? Was machen sie jetzt? Warum wohnen sie zusammen? Läuft da was? Es befanden sich beim Lesen ständig irgendwelche Fragen in meinem Kopf, die stellenweise gar nicht oder erst Seiten später in einem Anriss von einem halben Satz geklärt wurden.

Wenn ich beim Lesen ohne Unterbrechung nachdenken und knobeln will, dann lese ich eines meiner Fachbücher aus dem Studium. Von meinen "normalen" Büchern möchte ich unterhalten werden und einfach abschalten!

Hektik, Fragen, Unverständnis, "Wie bitte, wie bitte, WAS?"-Momente und absolute Genervtheit zogen sich für mich beim Lesen leider komplett durch das Buch. Nichts ist stimmig, man bekommt immer nur einen kleinen Brocken hingeworfen und nach Logik braucht man nicht fragen.

ALLE - und wenn ich alle sage, meine ich auch alle - in diesem Buch praktizieren "SM" oder haben zumindest keine Scheu überall und zu jeder Zeit darüber zu sprechen. Alle aus Mirellas Büro, der Schlosser, alle die Mirella in der Geschichte neu kennenlernt und sogar mit ihrem Vater spricht sie über ihre Neigungen (oh bitte nicht mit den Eltern! *würg*), der ihr dann erzählt, dass er das schon immer gewusst hätte. An einem Tamponkauf erkennt eine Kassiererin, dass sich der Käufer einen Blowjob wünscht und ein Arzt rät Mirella, dass sie IHN nur tief in sich aufnehmen müsse und dann beim Schlucken nichts schmeckt. DAS sind Themen die das Leben schreibt! Hallo RTL-Niveau!

Ich habe absolut gar nichts dagegen, wenn es in solchen Büchern heiß hergeht und die Dinge beim Namen genannt werden. Je nach Stimmung passt es auch, wenn es mal etwas derber wird. Was mir überhaupt nicht gefällt und mich mehr ab- als antörnt, ist die falsche Wortwahl. Natürlich ist das immer Geschmackssache und nicht jeder steht auf alles. Aber das weibliche Geschlechtsteil Mumu zu nennen...ein ganzes Buch über? Wer sagt denn Mumu? Richtig, Kinder. Und das soll mich scharfmachen? Wie denn?

Ein Stück weiter oben habe ich SM in Anführungszeichen gesetzt. Auf dem Cover steht "Erotischer SM-Roman", das Bild lässt darauf schließen, dass gefesselt wird und auch der Klappentext schreit nach Demut und Bestrafung. Leider hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass weder die Protagonistin, noch die Autorin wissen, was SM ist und wie man es praktiziert.
Mirella wünscht sich einen Dom und findet sogar zwei. Leider ist sie keine Sub, sondern eine Frau über 40 (die scheinbar ihre Pubertät durchlebt und sich aufführt wie ein Teenie) die zwischendurch gerne einen Klaps auf den Po bekommt. Aber auch nur dann, wenn sie es gerne will. Alles was ihr nicht gefällt wird auch nicht gemacht (wo bleibt da das an die Grenzen bringen und diese auch zu überschreiten?) und die Schläge die sie bekommt, gefallen ihr zu sehr um als "Strafe" angesehen zu werden. Selbst wenn die Autorin nach eigenen Angaben das vom Verlag ausgewählte Genre für unpassend hält: Du hast das Buch geschrieben, lässt sie einen Dom suchen und sie als Sub loben - es ist also dein Fehler und nicht der, des Verlags.

Ich würde gerne unglaublich viel über dieses - ich muss es leider so sagen - schwachsinnige Ende sagen, aber ich will nichts spoilern, falls jemand dieses Buch noch lesen möchte.

Die Kapitelaufteilung gefällt mir leider überhaupt nicht. Insgesamt sind es fünf, die absolut ungleichmäßig eingeteilt wurden. So ist Kapitel 2 zum Beispiel 141 Seiten stark, während Kapitel 5 auf vier (!!!) Seiten abgehandelt wird. Und dann ist halt auch Schluss. Also dem Ende der Geschichte werden gerade mal vier Seiten geschenkt. Wollte da jemand fertig werden? Oder wurde sich in der Mitte vergaloppiert und die maximale Seitenanzahl wurde langsam knapp? Ich kann nur spekulieren.
Die einzelnen Kapitel wurden in Abschnitte unterteilt. Das macht mir persönlich überhaupt nichts aus. So etwas kann auch positiv sein. So erspart der Autor sich merkwürdig anmutende Übergänge von der einen Szene zur nächsten und der Leser kommt zackig voran. Allerdings ist dieses Buch ein Negativbeispiel für solch eine Einteilung. Manchmal erschließt sich aus dem Kontext gar nicht, wer sich mit wem wo befindet und das heitere Rätselraten beginnt. Und wenn man es sich doch zurechtbasteln kann, ist die Szene auch schon wieder vorbei. Das mag für den Autor Sinn ergeben, da es seine Gedanken sind, ich als Leser empfinde das allerdings als absolut störend und unnötig.

Fazit
Ein Buch, dass in meinen Augen, Zeit- und Geldverschwendung ist.
Geht raus spazieren - da habt ihr mehr von.

Die MarmorBlüte
von Nova Ostermond
(4)
Buch (Taschenbuch)
9,90

...und dann zweifelst du als Leser immer wieder an deinem Verstand!

Franzy aus Gießen , am 31.08.2016

Meine Meinung
Nils Trojan ist zurück!

Ich musste 50 Wochen darauf warten - aber es hat sich mehr als gelohnt!

Der Leser befindet sich (Bentow-typisch ^^) direkt in der Geschichte. Es gibt kein langes drum rum Gerede sondern man startet direkt mit Simona und Luis im Oktober 2014 in ein kleines Abenteuer. Schnell wird deutlich, dass Simona ein Wirbelwind ist und Luis eher der schüchterne Langweiler, der selten mal ausbricht. Doch Simona zieht ihn mit - ob er will oder nicht.
Man freut sich für beide, denn sie sind wirklich sympathisch. Wünscht ihnen viel Glück miteinander. Doch aus dem Klappentext ist bereits bekannt, dass Simona sterben wird. Und zwar vor Luis Augen.

Doch wie kann es sein, dass Simona -kurz vor ihrem ersten Todestag - plötzlich wieder da ist? Kam sie tatsächlich mit dem dreiköpfigen Höllenhund aus dem Reich der Toten zurück, oder bildet sich ihre Mutter das alles nur ein? Doch wenn es nur ein Hirngespinnst von Franziska Wiesner ist, warum sieht Luis sie dann auch? Ein dreiköpfiger Hund? Man hat ja schon viel gesehen, aber DAS ist definitiv was für ein Märchen oder ein Fantasy-Buch! Handelt es sich bei der auferstandenen Simona um eine Doppelgängerin? Aber eine Mutter erkennt doch ihr Kind und ein Verehrer seine Liebste. Oder nicht?

Max Bentow hat sich bei seinem sechsten Band selbst übertroffen!

Den Leser im Unklaren lassen und immer wieder den 'Aber das muss doch jetzt so sein'-Gedanken aufbringen um ihn doch wieder zu verwischen, ist Bentows großes Talent.
Das ist man gewohnt. Genau das wird erwartet. Aber in diesem Teil gibt der Autor richtig Gas! Während des Lesens macht man sich nicht nur auf die Suche nach dem Mörder, sondern zweifelt bisweilen auch an seinem eigenen Verstand.

Wenn Eltern ihre Tochter beerdigt haben, kann sie ja gar nicht bei der Mutter aufschlagen. Das muss definitiv Einbildung sein. Sicher kommt sie mit dem Verlust nicht klar. Aber wer verursacht dann die Geräusche im Keller, die bis ins Haus zu hören sind? Vielleicht eine streunende Katze, die sich durch ein offenes Kellerfenster geschlichen hat. Ja genau so muss es sein! Rätsel gelöst - Leserherz schlägt wieder etwas ruhiger. Aber Moment...wenn das wirklich eine Katze war...wer jagd dann im Keller hinter Alina her, zerrt an ihrer Jacke und beißt sie in den Oberarm? Der Puls beschleunigt sich erneut und wieder steht man vor den Trümmern seiner Theorie und Erklärung.

Und genau diese Momente gibt es in Massen. Der Leser versucht es mit Erklärungen und Logik, lebt einen Augenblick damit und muss feststellen, dass alles für die Katz' war.

Ich habe dieses Buch förmlich inhalliert und muss sagen, dass ich es vom Thriller-Aspekt gesehen noch besser finde als seine fünf Vorgänger.

Was mir hier ein klein wenig gefehlt hat, war der Bezug zu Nils. Vom Gefühl her kam er wesentlich seltener vor als in den anderen Teilen der Reihe. Das ist prinzipiell nicht schlimm, aber wer erst bei diesem Band einsteigt (keine Ahnung wer so etwas macht ^^) wird keine Beziehung zu ihm aufbauen können. Dafür waren seine Auftritte einfach zu selten.
Außerdem hat mir Jana gefehlt und Loni fand ich ziemlich überflüssig. Wenn sie in dem nächsten Teil keine Rolle mehr spielen sollte, hätte man sie auch rausstreichen können. Aber das ist nur mein Empfinden und ich lasse mich gerne überraschen was noch so kommen wird

Gut gefallen hat mir, dass auch hier wieder Bezug auf die anderen Bücher genommen wird und Teile der Handlung erwähnt werden.

Reiner Wetzlar, Hauptkommissar im Land Brandenburg, trat auf sie zu. Sie kannten den Kollegen bereits von den Mordermittlungen im vergangenen Winter, als sie auf der Jagd nach der sogenannten Hexe gewesen waren.
(Seite 164)

Herr Bentow, ich danke für das Ende!

Fazit
Der Leser wird auf einen Höllentrip mitgenommen und bleibt bis zum Schluss zu gleichen Teilen ahnungs- und ratlos. Rasender Puls, erhöhte Herzfrequenz und Schnappatmung sind hier nicht zu vermeiden und müssen bis zum Ende als Lesebegleiter akzeptiert werden.

Während man in der einen Sekunde denkt, dass man weiß wie der Hase läuft, zweifelt man in der nächsten Sekunde auch schon an seinem eigenen Verstand. So muss Thriller sein!

Der Traummacher / Nils Trojan Bd.6
von Max Bentow
(12)
Buch (Paperback)
14,99

Guter erster Teil :-)

Franzy aus Gießen , am 10.03.2016

Klappentext
Beim Verlassen eines Nachtclubs wird die Fotografin Gabrielle Maxwell Zeugin eines schrecklichen Verbrechens. Sechs Jugendliche töten einen Mann und saugen ihm das Blut aus. Doch obwohl Gabrielle die grauenhafte Szenerie mit ihrem Fotohandy festgehalten hat, schenkt die Polizei ihr keinen Glauben. Erst der gutaussehende Kommissar Lucan Thorne scheint Gabrielle ernst zu nehmen und verdreht der jungen Frau gehörig den Kopf. Gabrielle ahnt nicht, dass Thorne in Wahrheit ein Vampir ist ...

Erster Satz
Ihr Baby wollte einfach nicht aufhören zu weinen.

Inhalt
Zu Beginn macht der Leser eine kleine Zeitreise.
Man erlebt auf sechs Seiten einen kleinen Vorfall, der sich 27 Jahre vor der eigentlichen Geschichte ereignet hat.

Zurück im hier und heute befinden wir uns auf einer Ausstellung der Fotografin Gabrielle Maxwell.
Gabrielle wird Zeuge eines Mordes - ausgeübt von Vampiren.
Aber nicht von diesen unglaublich schönen, tollen und herzbrechenden Vampiren, sondern von Rogues.
Diese Art der Vampire handeln nur aus reinem Blutdurst und schrecken vor Mord "zum Spaß" nicht zurück.
Und obwohl Gabby den Vorfall vor dem Nachtclub mit ihrer Handykamera festgehalten hat wird sie von jedem für verrückt erklärt - zumindest von fast jedem.

Als wenn das nicht genug wäre, stürzt sie auch noch Kopfüber in ein Abenteuer mit einer geheimen Bruderschaft und verliert ganz nebenbei auch noch ihr Herz - und etwas Blut.

Meinung
Es dauert ganze 45 endlose Seiten bis Gabrielle und Lucan endlich (richtig) aufeinander treffen.Alles davor ist zwar durchaus spannend und gut zu lesen - aber mal ehrlich...wir wollen doch alle die Geschichte zwischen dem Vampir und IHR...nur deswegen lesen wir doch solche Bücher ;-)

Insgesamt ist die ganze Geschichte ziemlich klischeehaft und nichts Neues...Lara Adrian hat den Suppenlöffel nicht neu erfunden - aber das haben unzählige Schriftsteller vor und nach ihr auch nicht!

Der Schreibstil ist gut und liest sich flüssig.
Neben der "wunderschöne Frau (die rein zufällig vom Schicksal genau für diesen Vampir vorbestimmt wurde) gerät in Gefahr und wird von dem unglaublich attraktiven, eigentlich ziemlich arschigen aber trotzdem mit echt süßen Momenten und unglaublich gut ausgestatteten (ihr wisst was ich meine ^^) Vampir gerettet, dessen harte Schale sie aufbricht um an seinen weichen Kern zu kommen"-Geschichte, passiert noch einiges drum rum, was durchaus spannend und nicht immer vorhersehbar ist.

Ich hatte das Buch ziemlich schnell durch, was einerseits an dem Schreibstil und andererseits an meiner Neugier lag, wie es wohl weitergehen mag.

Ich mochte die Geschichte, auch wenn sie von den Grundzügen her anderen Vampirgeschichten ähnelt - aber mal ganz ehrlich...was soll denn da noch groß Neues kommen?
Genauso gut könnte man sagen, dass andere Geschichten dieser ähneln. Je nachdem wann man welche gelesen hat.

Zitate / Textstellen
Ihm war nicht mal bewusst, dass er eine Waffe in der Hand hielt, bis er die Silberschneide sah, die hart gegen Tegans Kehle drückte. "Geh mir verdammt noch mal aus den Augen. Hörst du mich jetzt klar und deutlich?"
"Willst du mich verletzen, Lucan? Musst du mich bluten lassen? Mach doch. Mach schon, verdammt noch mal! Es ist mir scheißegal."
(Seite 246)

"Scheiße. Ich habe die ganze Nacht verschlafen? Dafür wird mir Dante ewig und drei Tage den Arsch aufreißen."
Gabrielles Lippen verzogen sich zu einem sinnlichen Lächeln. "Tatsächlich glaubt er vermutlich, dass du so was Ähnliches die ganze Nacht mit mir getan hast."
(Seite 330)

"Ich vertraue dir", sagte sie, und ihre Augen verdunkelten sich vor Leidenschaft, als sie langsam ihren Finger zwischen seinen scharfen Zähnen herauszog. "Und ich will dich. Jeden Teil von dir."
Das war mehr als er ertragen konnte.
(Seite 335)

Fazit
Ich empfehle dieses Buch jedem, der Lust auf eine (klischeehafte) Vampirgeschichte und keine Probleme damit hat, dass man (was die Liebesgeschichte betrifft) am Anfang eigentlich schon weiß wie es ausgeht.

Geliebte der Nacht / Midnight Breed Bd.1
von Lara Adrian
(87)
Buch (Taschenbuch)
9,95

Wenn ein Tiger einem Pirat einen Korb gibt, kann es nur spannend werden ;-)

Franzy aus Gießen , am 01.02.2016

Klappentext
Ein Mann, der Erinnerungen manipuliert, eine Verfolgungsjagd durch Raum und Zeit und eine Liebe, die die Welt retten kann...

Warum sieht Kaleb Ballard plötzlich Menschen aus der Vergangenheit? Er gehört zwar dem Hourglass an, einer Organisation von Menschen mit übersinnlichen Kräften, aber Visionen zählen definitiv nicht zu seinen Fähigkeiten. Jemand scheint die Zeit zu manipulieren, und Kaleb hat auch schon eine Vermutung, wer. Er verdächtigt Jack Landers, der bereits versucht hatte, sowohl Kalebs Vater als auch seine große Liebe Emerson Cole umzubringen. Kaleb muss Landers finden und ihn ein für alle Mal stoppen. Aber wie kann man jemanden aufhalten, der unberechenbar durch die Zeit springt?

Erster Satz
Vielleicht war es eine blöde Idee, betrunken und als Pirat verkleidet auf der Kostümparty aufzutauchen.

Meinung
Ich weiß gar nicht wieso sich so viele in ihren Rezensionen darüber beschwert haben, dass dieser Teil nun aus Kalebs Sicht erzählt wird und nicht wie Teil 1 durch Emerson. Einigen hat es wohl den Einstieg erschwert - mir überhaupt nicht. Er ist in diesem Band nunmal der Protagonist und da ergibt es mehr Sinn, wenn er die Geschichte auch selbst erzählt.

Eigentlich kennen wir alle vorkommenden Personen aus Band 1. Emerson und Michael (die durch das gesamte Buch turteln), Kaleb und Lily (die sich im Endeffekt die Protagonistenrolle fast teilen), Lilys Oma, Emersons Bruder mit Frau, Kalebs Vater, Ava, Dru, Nate und natürlich die Bösewichte Jack Landers und Co. ;-)

Wie wir aus dem ersten Teil wissen, ist Kaleb Empath. Er spürt die Gefühle anderer Menschen - was nicht immer schön und von Vorteil ist. Früher ist er schwimmen gegangen um die Emotionen abzuschalten, doch mittlerweile trinkt er. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er direkt zu Beginn des Buches ziemlich beschickert ist. In der Schlange vor der Location in der eine Kostümparty steigt, erblickt er ein Mädchen, dass ihm ziemlich gut gefällt. Selbstüberzeugt macht er das Tigermädchen an und lässt sich nicht so leicht von ihr abwimmeln. Wenn er gewusst hätte, dass er in Zukunft noch mehr als einmal auf sie treffen würde, wäre er sicher ganz anders mit der Tiger-Lily umgegangen ;-)

Ich mochte Kaleb ja schon im Vorgängerband, aber jetzt mag ich ihn noch etwas mehr ;-) Er gewinnt deutlich an Tiefgang und der Leser kommt ihm näher. Versteht ihn und seine Gefühle. Warum ich allerdings so sehr wollte, dass Emerson und er ein Paar werden, ist mir mittlerweile wirklich unverständlich. Pirat und Tiger passen eindeutig besser zusammen ;-) Auch wenn der Weg bis dahin wirklich holprig ist - aber auch schön mitzuerleben.

Emerson und Michael sind, fast schon ekelhaft zuckersüß, verliebt. Sie turteln sich durch das komplette Buch und gehen mir damit schon ziemlich auf die Nerven. Ich weiß überhaupt nicht, warum ich Em im ersten Teil so sympathisch gefunden habe. In diesem Band nervt sie mich und ich bin froh, dass sie nicht der Hauptcharakter ist.

Natürlich geht es auch in dieser Geschichte wieder um Zeitreisen. Das Raum-Zeit-Kontinuum ist komplett durcheinander und so sind es nicht nur ein paar Zeitlose, die durch die Straßen geistern, sondern ganze Gebäude und Szenen ändern sich schlagartig.

Auch über Lily erfährt man in diesem Band wesentlich mehr, was sie mir unglaublich sympathisch machte.

Der zweite Teil konnte mich noch mehr begeistern und war wesentlich spannender, auch wenn unsere Freunde selbst nicht wirklich auf Zeitreise gegangen sind.

Fazit
Ein spannender zweiter Teil, der mit seinem offenen Ende dazu bewegt den finalen Band unbedingt lesen zu wollen :-)

Die Versuchung der Zeit / Hourglass Bd.2
von Myra McEntire
(10)
Buch (Klappenbroschur)
12,99

Leider nicht mein Fall...langatmig und öde

Franzy aus Gießen , am 01.02.2016

Klappentext
Die große Kunst zu leben

Fünf Freunde aus einer Klein stadt im Norden der USA. Durchs Schicksal auseinandergetrieben, lebt in allen die Sehnsucht nach Nähe, die sie einst verband. Ein sentimentaler, kraftvoller Roman, der vielstimmig von den großen Themen Freundschaft, Heimat und Liebe erzählt.

Erster Satz
Wir luden ihn zu unseren Hochzeiten ein.

Meinung
Puh...also irgendwie hatte ich etwas ganz anderes erwartet.

Fünf Freunde, die sich schon aus Jugendtagen kennen, leben in einer kleinen Stadt in den USA. Das Bild ist geprägt von Farmen, die so weitläufig sind, dass der nächste Nachbar kilometerweit entfernt ist. Auch wenn sie das Leben etwas auseinandergezerrt hat, finden sie doch immer wieder zusammen.

Die Geschichte wird immer wieder aus den verschiedenen Blickwinklen erzählt. Um den Überblick zu behalten, steht über jedem Kapitel der Anfangsbuchstabe der jeweiligen Person.
Das ist absolut positiv um die Geschichte und Gefühlswelt aus der jeweiligen Sicht zu erleben, ist aber dann und wann etwas langweilig, weil man die Grundzüge schon kennt und quasi dasselbe nochmal vorgekaut bekommt.

Und hier liegt auch einer der Knackpunkte.

Insgesamt ist das Buch ziemlich langatmig und dadurch recht öde. Irgendwie passiert nicht wirklich viel und es plätschert so ziemlich alles einfach vor sich hin.

Es ist schön zu lesen, wie heimatverbunden und freundschaftlich loyal diese Freunde sind, aber mir persönlich reicht das leider nicht aus um mich zu fesseln.

Fazit
Ein Buch, dass leider überhaupt nicht mein Geschmack war und mich nicht fesseln konnte. Allerdings kann man die Liebe des Autors zu diesem Roman wirklich rauslesen. Da wurde viel Zeit und Herzblut investiert.

Vielen Menschen gefällt dieses Buch extrem gut - mir leider nicht.

Shotgun Lovesongs
von Nickolas Butler
(56)
Buch (Taschenbuch)
9,99

 
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