David lebt gemeinsam mit zwei anderen Kindern bei einem Mann, den sie ihren Vater nennen. Er hält sie gefangen und stellt ihnen unmögliche Prüfungen, an denen sie wachsen sollen "evolvieren", wie er sagt. Wenn sie versagen, benutzt Vater einen Gürtel, manchmal eine Zigarette. Den Kindern bleibt keine Wahl: Wenn sie überleben wollen, müssen sie Vater töten. Zwanzig Jahre später. David ist ein erfolgreicher Autor. Doch noch immer träumt er jede Nacht von dem schrecklichen Mord, den sie begangen haben. Eines Tages erhält er einen Brief mit einem einzigen Wort: Evolviere. Vater ist vielleicht doch nicht tot. Die Vergangenheit kehrt zurück. Und mit ihr das Grauen.
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von "Der Menschenmacher"
Der Krimiautor Cody McFadyen wurde 1968 in Texas geboren. Mit 16 Jahren brach er die High-School ab und verrichtete freiwillige soziale Arbeit. Besonders setzte er sich für Selbsthilfegruppen bei Drogenberatung ein. Cody McFadyen unternahm mehrere Weltreisen und arbeitete in den unterschiedlichsten Branchen, bevor er sich mit 35 Jahren Hauptberuflich dem Schreiben hingab. Schon mit seinem Debütroman "Shadow Man"("Blutlinie") gelang ihm auf Anhieb im Jahre 2005 der Durchbruch und er bekam internationale Anerkennung. Seine Protagonistin Smoky Barrett ist Bestandteil seiner Krimiserie geworden. So überrascht auch sein viertes Buch "Ausgelöscht"(2009) nicht mit einer neuen Heldin, aber wieder mit einem spannenden Thriller. Laut der Aussage des Krimiautors Cody McFadyen soll mit dieser Reihe auch noch nicht Schluss sein. Während er seine Smoky Barrett Reihe ausarbeitet und schreibt lebt Cody McFadyen mit seiner Frau und seiner Tochter in Kalifornien.

Mit seinem ersten Thriller "Die Blutlinie" um die FBI-Agentin Smoky Barrett sorgte Cody Mcfadyen weltweit für Aufsehen. Der Titel hielt sich wochenlang auf den Bestsellerlisten. Mit seinen Folgetiteln "Der Todeskünstler", "Das Böse in uns" und "Ausgelöscht" stand er dann als erster Autor überhaupt sogar gleichzeitig mit allen vier Titeln auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Nun erscheint "Der Menschenmacher" und handelt erstmals nicht von Smoky Barrett, sondern erzählt die Geschichte dreier Kinder, die isoliert von der Außenwelt bei einem Geisteskranken aufwachsen. Im Interview verrät der Autor was ihn inspiriert und warum er gerne in Deutschland zu Besuch ist... Lesen Sie weiter »
Ihre letzten Bücher sind allesamt Bestseller. Sicherlich auch wegen der außergewöhnlichen Hauptfigur Smoky Barrett. In Ihrem neuen Buch „Der Menschenmacher“ spielt sie jetzt erstmals keine Rolle. Warum haben Sie sich gegen eine Fortsetzung der Smoky-Reihe entschieden?
Die Idee zu „Der Menschenmacher“ trage ich schon einige Zeit im Kopf herum, habe jedoch immer gezögert es zu schreiben. Ich muss immer fühlen, wohin die Reise geht und wie sich meine Charaktere entwickeln, doch ich war lange Zeit nicht bereit, in die Geschichte einzutauchen. Trotzdem war für mich immer klar, dass ich in Bezug auf Smoky und ihrem Team auch mal eine Pause einlegen muss. Das tut einer Serie hier und da ja auch mal ganz gut. Vor allem, weil ich jetzt wieder mit einem frischeren Blick an das neue Smoky-Buch heran gehen kann. Darauf freue ich mich sehr.
Können Sie uns einen kurzen Einblick in die Geschichte geben?
Ich möchte nicht zu weit vorgreifen, aber ein bisschen kann ich natürlich erzählen. Das Buch handelt von gezielter Bestrafung, wie man sich davon befreit und die Vergangenheit einen aber trotzdem immer wieder einholt: Drei Kinder wachsen isoliert von der Außenwelt bei einem Geisteskranken auf. Jahre später sind die Kinder erwachsen. Der Hauptcharakter David ist inzwischen ein erfolgreicher Autor und unterstützt die Innocence Foundation, die sich weltweit dem Schutz misshandelter und missbrauchter Kinder widmet. Doch es stellt sich heraus, dass die Charity-Organisation nicht nur Gutes tut, sondern weltweit Kinderschänder brutal ermorden lässt. Charlie, das zweite der drei Kinder, ist sogar einer der Topkiller der Organisation. Allison, Kind Nr. 3, hingegen ist beim FBI gelandet und bringt fiese Gestalten hinter Gitter. Eines Tages bricht dann ihre Vergangenheit wieder auf die drei ein und sie sind gezwungen sich damit auseinanderzusetzen. Natürlich können sie das nur zusammen tun.
Wie würden Sie den Hauptcharakter David beschreiben?
David ist eine geschundene Seele, realisiert dies aber nicht. Er lässt seiner posttraumatischen Störung keinen Raum, denkt aber trotzdem, dass er sich ausreichend mit seinen Problemen auseinandersetzt. Doch das stimmt nicht. Im Grunde für keinen von den dreien.
David ist wie Sie ein Autor. War es einfach Ihre eigenen Erfahrungen mit einzubauen?
Es ist immer einfach, über Dinge zu schreiben, die man selbst kennt. Ich glaube, ich habe mich David am nächsten gefühlt, als ich mich seiner Art zu Schreiben gewidmet habe. Andrerseits ist es aber auch nicht einfach. Es ist, als ob man in einem Spiegelkabinett steht und sich selbst unendlich gespiegelt sieht. Spätestens da habe ich mir noch einmal bewusst gemacht, dass ich aufhören muss, zu viel Persönliches einfließen zu lassen. Letztendlich ist David ein Charakter in meinem Buch und damit eine ganz eigenständige Figur.
Wie entwickeln Sie Ihre Charaktere? Sind sie durchweg fiktional?
Sie sind hauptsächlich fiktional. Natürlich lasse ich mich unterbewusst auch von Personen aus meinem Umkreis beeinflussen, aber dabei geht es mehr um Situationen als konkrete Charaktereigenschaften. Zum Beispiel gibt es in meinem Buch die Vietnamesin Phuong, die als kleines Mädchen an ein Kinderbordell verkauft wurde und die unvorstellbarsten Dinge erleben musste bis sie von der Innocence Foundation gerettet wurde. Sie wird dann auch zur Profikillerin der Organisation und ist deshalb eine zentrale Figur in dem Buch. Ich hatte bei ihrer Entwicklung zwar keine bestimmte Person in meinem Kopf, aber sie war mit Sicherheit das Produkt der zahlreichen Dokumentationen, Nachrichten und Opferberichte, die ich bei meiner Recherche zu „Der Menschenmacher“ durchforstet habe. Wenn ich mich einem Charakter widme, suche ich nach einer Begebenheit, die mich emotional trifft, fange an zu recherchieren, und wenn ich fühle, dass ich alle notwendigen Informationen zusammen habe, fange ich an zu schreiben.
Während des Schreibens schwankte mein Gemütszustand immer zwischen Zuversicht und Verzweifelung. Ich habe nur schwer einen Zugang zu dem Buch gefunden und musste jeden Tag aufs Neue den richtigen Einstieg finden und vorsichtig sein, mich nicht zu verzetteln. Ich habe mich im Gegensatz zu den Smoky-Büchern sehr schwer getan und beim Schreiben sehr finstere Gedanken entwickelt. Diese haben mich zum Teil auch am Glauben an das Gute im Menschen zweifeln lassen und deshalb war mir klar, dass ich mich in eine positivere Richtung entwickeln musste. Sonst hätte ich dem Leser auch keinen Gefallen getan.
Trotz all dieser Schwierigkeiten ist es am Ende natürlich einfach nur ein Buch.
Was inspiriert Sie?
Ich habe dazu eine kleine Anekdote: Letztes Jahr im März war ich ja auf Lesereise in Deutschland. Auf meinem Rückflug in die USA bin ich völlig erschöpft in meinem Sitz eingeschlafen und hatte einen lebhaften Traum über ein junges vietnamesisches Mädchen, das einem kleinen misshandelten Jungen ein tröstendes Lied gesungen hat. Der Traum war verstörend, schrecklich, aber gleichzeitig auch wunderschön. Als ich wieder aufgewacht bin, waren meine Wangen tränenüberströmt. Am Ende habe ich diese Szene ins Buch aufgenommen. Das zeigt, dass die Inspiration von überall her kommen kann.
An welchem Punkt wissen Sie, dass Ihr Buch perfekt ist?
Wenn es die Leser in ihren Händen halten..
Wird „Der Menschenmacher“ Ihre treuen Leser in irgendeiner Form überraschen?
Ich denke schon. Schließlich unterscheidet sich das Buch von der Smoky-Reihe. Es gibt keinen Serienkiller und zudem ist es in der dritten Person geschrieben. Ich hoffe natürlich, dass es meine Leser trotzdem lieben, auch wenn ich als Fan von Thriller-Reihen weiß, dass sich Bücher außerhalb von Reihen natürlich nicht so leicht durchsetzen lassen.
Ihre Bücher beinhalten immer viel Brutalität. Wie schwierig ist es, solche heftigen Gewalt-Szenen zu schreiben?
Die Beschreibung von körperlicher Gewalt ist nicht sehr schwierig. Es ist vielmehr die emotionale Brutalität und Misshandlung – vor allem gegenüber wehrlosen Kindern – die ich nicht einfach herunter schreiben kann. Es ist also niemals der Mord an sich, der mich berührt, sondern es sind immer die Emotionen, die bei den Betroffenen ausgelöst werden.
Was kann man nicht mögen? Meine Bücher wurden von den deutschen Lesern enthusiastisch aufgenommen, Deutsche lesen im Allgemeinen sehr viel – was sehr sympathisch ist –, ihr habt großartiges Bier und zudem wurde ich immer freundlich empfangen. Hinzu kommt, dass mich die positiven Stimmen der deutschen Leser ermutigen, weiter zu machen. Meine Schreiberei lässt mich oft zweifeln und das gibt mir Selbstvertrauen an das zu glauben, was ich mache. Vielen lieben Dank dafür.
Es ist definitiv Zeit zu Smoky zurückzukehren. Mein nächstes Buch wird also wieder von ihr und ihrem Team handeln und ich freue mich schon jetzt darauf. Es war zwar gut eine Pause von der Buchreihe zu machen, aber jetzt möchte ich wieder voll und ganz in Smokys Welt eintauchen.





