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Bernd Hönig

Geboren 1966 in Lübben, lebte fast 30 Jahre in Berlin, seit 2017 in Japan. Immer neugierig und auf der Suche, bewährte er sich schon auf einigen Feldern des Lebens, legte 2001 das Abitur ab und studierte bis 2007 Religionswissenschaft und Judaistik in Berlin, Be'er Sheva und Jerusalem. In seiner Abschlussarbeit zum Magister Artium schrieb er über die Historiogenesis Eric Voegelins, einen der letzten Geistestitanen Europas. Veröffentlichte Kleineres (Prosa, Lyrik, Szenen) auf kleineren Plattformen, in kleineren Anthologien. Löckt gern wider den politisch korrekten Stachel und debattierte im Berliner Hayek-Klub mit Intellektuellen und kritischen Geistern über die demokratische Zukunft des Landes. Außerdem ist er Mitglied der Cloud Appreciation Society und predigt als schalkhafter Priester der Holy Church of the Latter-Day Dude die optimistische Philosophie des Dudeism.

Notizen eines Wanderers von Bernd Hönig

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Notizen eines Wanderers
  • Notizen eines Wanderers
  • Buch (Taschenbuch)

Sämtliche Versuche, unsere Geschichte vorauszubestimmen, sind gescheitert - wie steht es heute mit unseren Bemühungen, die Vergangenheit zu erforschen? Zwar existieren nur wenige Bauten und Schriften in unserer Gegenwart, die aus den Zeiten der ersten Zivilisationen rund ums Mittelmeer bis nach Mesopotamien zeugen, und doch können sie uns wichtige Einblicke offenbaren. Was aber lernen wir aus diesen archäologischen Zeugnissen, und wie viel Wahrheit enthalten unsere Interpretationen der bekannten, alten Kulturen? Was genau wissen wir denn vom Glauben und Denken der Zeugen aus der Vergangenheit, und wie erkennen wir in den Hinterlassenschaften ihre Talente und Vorlieben, ihre Abenteuer und ihren Alltag? Selbst wenn viele Völker verschwanden, so bleibt doch die Erinnerung an sie und die Großen der Historie häufig lebendig in den Sagen der Nachkommen und den Geschichten derer, die sie unterwarfen und beerbten. Doch wie wahrhaftig sind unsere Deutungen uralter Überlieferungen?
So intensiv wir Tod und Liebe seit dem Erwachen des Bewusstseins in unseren Mythen künstlerisch zu reflektieren suchen, so ist auch unser außergewöhnliches Talent in der Kunst des Schauspiels ein unabdingbarer Bestandteil unserer Persönlichkeit geworden. Wie talentiert präsentierten sich die alten Völker auf der historischen Bühne, und wie grandios traten die Großen der Geschichte ab? Waren sich die antiken Helden ihrer wichtigen Rollen bewusst, und spielten diese mit großem Einsatz, oder ließen sie sich einfach von ihrer Persönlichkeit, ihrem kulturellen Hintergrund und dem Glauben an ihre Götter leiten? Wenn sich auch der Intellekt des Menschen seit vielen tausend Jahren kaum verändert hat und er weiterhin archaischen Instinkten folgt, so entwickelten sich doch die irdischen Kulturen während der letzten Jahrtausende enorm. Mag der Leser sich sein eigenes Bild machen.

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