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Vincent O. Carter

Vincent O. Carter (1924–1983) wuchs in bescheidenen Verhältnissen im schwarzen Ghetto von Kansas City, Missouri, als Sohn sehr junger Eltern auf. 1944 wurde er in die US-Armee eingezogen und war in Frankreich stationiert. Zurück in den USA, studierte er mit Unterbrüchen, in denen er als Koch bei der Union Pacific Railroad und in Detroit in einer Automobilfabrik arbeitete, an der Lincoln University (Pennsylvania) und an der Wayne University (Michigan). Nach dem Studium kehrte er nach Europa zurück und hielt sich für längere Zeit in Paris, München und Amsterdam auf, bevor er sich Anfang der Fünfzigerjahre in Bern niederliess, dort Radiosendungen schrieb und moderierte, Englisch unterrichtete, malte und meditierte.

Meine weisse Stadt und ich von Vincent O. Carter

Zuletzt erschienen

Meine weisse Stadt und ich

Meine weisse Stadt und ich

Buch (Gebundene Ausgabe)

ab 19,99€

1944/45 hatte er als umjubelter GI Europa befreit, als er Jahre später wiederkommt, um sich als Schriftsteller niederzulassen, will man ihm nicht mal ein Zimmer vermieten. 1953 lässt er sich in Bern nieder, wo er als Schriftsteller und Englischlehrer arbeitet. Verlässt er das Haus, ist er immer auf die ihm verhasste Frage gefasst: Warum bist du nach Bern gekommen?
Und so macht sich Carter in seinem Buch auf, diese Frage, die an seinen «Grundfesten rüttelt», zu bewältigen. In immer neuen Anläufen erzählt er, warum er nicht in Paris, Amsterdam oder München geblieben ist, er erzählt Kindheitserinnerungen aus Kansas City und vor allem von Begegnungen in Bern, wo ihn alle anstarren – Männer, Frauen, Kinder, Hunde, Katzen … –, von Geldsorgen, Liebesgeschichten, Reisen, Wohnungssuche. Mit so unzerstörbarem Humor wie hartnäckigem Engagement und voller Ambivalenz geht er dem Rassismus auf den Grund, der Verschiedenheit der Menschen, dem Fremdsein des Individuums in der Gesellschaft. Und ganz nebenbei zeichnet er ein scharf beobachtetes Porträt seiner Zeit, seiner Gesellschaft und seiner Stadt.

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