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Werner Beierwaltes

Werner Beierwaltes (1931–2019) war Professor für Philosophie an der Ludwigs-Maximilian-Universität München. Er gilt als einer der besten Kenner der spätantiken und neuplatonischen Philosophie.

Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit von Werner Beierwaltes

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Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit

Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit

Buch (Taschenbuch)

ab 44,00€

Das Verhältnis von Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit des eigenen und absoluten Grundes ist ein zentraler Gedanke in Plotins Philosophieren. In einer Bewegung des inneren "Aufstiegs" macht das Denken sich sein eigenes Selbst – das denkende Eine in ihm – bewußt. Plotins Imperativ: "Laß ab von Allem" drängt allerdings nicht zu begrifflich blinder Unmittelbarkeit, zu einem irrationalen Sprung ins Absolute, sondern verweist auf den Prozeßcharakter des Philosophierens: am Ende der begreifenden, sich seiner selbst bewußt werdenden, universalen Abstraktionsbewegung steht der Selbstüberstieg des Denkens als dessen höchste Möglichkeit, die ihm aus seinem eigenen Einheitsgrund zukommt. Dieses Buch analysiert diesen Grundgedanken anhand einer eingehenden Interpretation von Plotins Enneade V 3 ("Über die erkennenden Wesenheiten"), übersetzt den griechischen Text neu und erläutert die ihn wesentlich bestimmenden Begriffe und Denkformen. Es arbeitet den geschichtlichen Kontext des Begriffes "Selbsterkenntnis" im Blick auf die platonische Tradition heraus, trägt einiges bei zu einem verantwortbaren Begriff philosophischer Mystik und zeigt implizit auch wichtige Ansatzpunkte für die mittelalterliche und neuzeitliche Diskussion von "Selbstbewußtsein".

The relation of self-knowledge and experience of the unity of the self's own and absolute ground is a central thought in the philosophy of Plotinus. In a movement of inner "ascent" thinking becomes aware of its own self – the thinking One in it. Plotin's imperative: "Let go of everything" points to the essentially processual character of philosophizing: at the end of the comprehending self-awareness developing in the course of the universal movement of abstraction stands the self-transgression of thinking as its utmost possibility, coming to it from its own ground of unity. This book analyzes this basic idea on the basis of an in-depth interpretation of Plotinus' Ennead V 3, gives a new translation of the Greek text, and explains the concepts and forms of thought that essentially determine it. It elaborates the historical context of the concept of "self-knowledge" in view of the Platonic tradition, suggests a reasonable concept of philosophical mysticism and highlights important cues for the medieval and modern discussion of "self-consciousness".

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