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Wladimir Korolenko

Wladimir Korolenko (1853-1921), russischer Schriftsteller polnisch-ukrainischer Herkunft, wuchs in Schytomyr als eines von fünf Kinder des Landrichters Galaktion Korolenko auf. 1868 zog die Familie nach Riwne, zwei Jahre später starb der Vater, was die Familie in bittere Armut stürzte. Nach der Schule ging Korolenko zum Studium an der Technischen Hochschule nach Sankt Petersburg. 1874 studierte er Land- und Forstwirtschaft in Moskau. Neben dem Studium engagierte sich Korolenko vielfach in studentischen revolutionären Bewegungen. Dies führte 1876 zu seiner Zwangsexmatrikulation sowie zur Festnahme und Verbannung nach Kronstadt. 1879 wurde er erneut verhaftet und für sechs Jahre nach Sibirien verbannt. Dort arbeitete er in der Landwirtschaft sowie im Schuhmacherhandwerk und schrieb mehrere Erzählungen. 1885 ging Korolenko ins europäische Russland zurück und liess sich auf behördliche Erlaubnis hin in Nischni Nowgorod nieder. Während der Hungersnot 1892 engagierte er sich in der Hilfe für arme Bauern. Viele seiner Erzählungen jener Zeit beleuchten den schwierigen Alltag russischer Bauern. 1896 siedelte Korolenko erneut nach Petersburg über, wo er als Redakteur einer Zeitschrift tätig wurde, die unter anderem Werke neuer, bisher unbekannter Autoren publizierte. 1900 ging er nach Poltawa und setzte sich dort unter anderem für die aufständischen Bauern sowie gegen die Hinrichtungen von Revolutionären nach dem gescheiterten Volksaufstand von 1905 ein. Nach der Oktoberrevolution 1917 und während des darauffolgenden Bürgerkrieges lebte er weiterhin in Poltawa, engagierte sich wohltätig und versuchte mehrmals, zwischen den Bürgerkriegsparteien zu vermitteln. 1921 starb er an einer Lungenentzündung. Sein wichtigstes Werk, die von 1905 bis 1921 entstandene autobiografische »Geschichte meines Zeitgenossen«, wurde vollständig erst nach seinem Tode herausgegeben. 1919 erschien in Deutschland das von Rosa Luxemburg übersetzte erste Buch im Verlag Paul Cassirer, Berlin.

Wladimir Korolenko: Der Wald rauscht. Vollständige Neuausgabe. von Wladimir Korolenko

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Wladimir Korolenko: Der Wald rauscht. Vollständige Neuausgabe.

Wladimir Korolenko: Der Wald rauscht. Vollständige Neuausgabe.

Buch (Taschenbuch)

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"Der Wald rauschte ... In diesem Walde stand stets ein Rauschen - gleichmässig, gedehnt, wie der Wiederhall von fernem Läuten, ruhig und dunkel, wie ein stilles Lied ohne Worte, wie eine unklare Erinnerung an Vergangenes." (Zitat S. 5 in diesem Buch)

Wladimir Korolenko wurde 1853 in Schytomyr, nördlich von Kiew in der heutigen Ukraine, geboren. Aus seiner polnischen, ukrainischen und russischen Identität heraus sah er keine Zukunft im Widerstreit der Nationalismen. Vielmehr gründete er auf einem unerschüttlichen Humanismus seine Leidenschaft und sein Engagement für die Benachteiligten wie die unterdrückten Bauern seiner Heimat. Für großes Aufsehen sorgte er beispielsweise, als er die Hungersnot der Jahre 1891-1892 bekannt machte und daraufhin zunehmend große Popularität genoß, welche auch den zaristischen Machthabern nicht verborgen blieb. Mehrfach verhaftet und nach Sibiririen verbannt kehrte er später in seine Heimat zurück und starb 1921 in der zentralukrainischen Stadt Poltawa.

In der titelgebenden Geschichte trifft der romantisch-rauschende Wald auf den Zorn der Unterdrückten: "Vor dem Hintergrund einer lyrisch friedlichen Landschaft sehen wir das tragische Schicksal von Leibeigenen, die unter den Bedingungen feudaler Unterdrückung ihres Rechts auf Liebe und Familie beraubt wurden." (Sergey Mitrofanovich Petrov)

Dieser kleine Band mit einer Auswahl seiner schönsten Novellen erschien erstmals, übersetzt Michael Feofanoff, 1903. Enthalten sind die Erzählungen: Der Wald rauscht / In der Osternacht / Der Traum des armen Makar / At-Dawan.
"Korolenko wurzelt ganz in der Gegenwart, im erlebten Moment, im sinnlichen Eindruck. Seine Erzählungen sind wie ein Strauß frischgepflückter Feldblumen (...)" (Rosa Luxemburg)

Wladimir Korolenko.
Der Wald rauscht.
Novellen.
Enthält die Novellen: Der Wald rauscht - In der Osternacht - Der Traum des armen Makar - At-Dawan.
Aus dem Russischen übersetzt von Michael Feofanoff.
Erstdruck dieser Übersetzung: Insel-Verlag, Leipzig 1903.
Durchgesehener Neusatz, der Text dieser Ausgabe folgt dem Erstdruck.
Vollständige Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2022.

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