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Meine letzte Rezension Die Wand von Marlen Haushofer
Der Roman "Die Wand" der Österreicherin Marlen Haushofer ist 1963 erschienen. Es geht um eine namenlos bleibende Protagonistin, die bei einem Ausflug zur Jagdhütte eines Bekannten beinahe alleine - den treuen Jagdhund Luchs an ihrer Seite - in den Bergen zurückbleibt, da sie sich eines Morgens von einer unsichtbaren und unumgehbaren Wand vom Rest der Welt abgeschnitten findet. Die namensgebende Wand ist das fantastisch surreale Element, das diesen sonst sehr realistischen Roman um eine Frau und Mutter im mittleren Alter zu etwas ganz Außergewöhnlichen macht und schier endlose Interpretationsspielräume eröffnet. Der Überlebenskampf mit und gegen die Natur steht im Kern der Handlung. Zuerst erscheint die Natur als lebensunfreundlicher und feindseliger Antagonist. Zunehmend scheint die Protagonistin jedoch im ursprünglichen Leben mit der Natur ein tiefer empfundenes Glück als in ihrem alten Leben zu empfinden. Dieses scheinbare Glück ist aber keineswegs ungetrübt. Die Handlung folgt keinem linearen Verlauf in ein befriedigendes happy end, sondern ist durchzogen von herben Rückschlägen und bisweilen kaum auszuhaltender Tragik. Marlen Haushofers poetische Sprachverwendung ist virtuos und die große Stärke des Romans. Niemals prätentiös aber immer artistisch anspruchsvoll kann Haushofer tiefgreifend philosophisch werden, ohne jemals langatmig zu sein oder abzuschweifen. Ganze Absätze werden einem so Wort für Wort noch lange nach Ende der Lektüre im Kopf bleiben. Die Verfilmung von 2012 mit Martina Gedeck in der Hauptrolle könnte nicht gelungener sein und ist eine absolute Empfehlung in Ergänzung des Buchs.
ab 8,99 €
Die Wand
5/5
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Die Wand

Der Roman "Die Wand" der Österreicherin Marlen Haushofer ist 1963 erschienen. Es geht um eine namenlos bleibende Protagonistin, die bei einem Ausflug zur Jagdhütte eines Bekannten beinahe alleine - den treuen Jagdhund Luchs an ihrer Seite - in den Bergen zurückbleibt, da sie sich eines Morgens von einer unsichtbaren und unumgehbaren Wand vom Rest der Welt abgeschnitten findet. Die namensgebende Wand ist das fantastisch surreale Element, das diesen sonst sehr realistischen Roman um eine Frau und Mutter im mittleren Alter zu etwas ganz Außergewöhnlichen macht und schier endlose Interpretationsspielräume eröffnet. Der Überlebenskampf mit und gegen die Natur steht im Kern der Handlung. Zuerst erscheint die Natur als lebensunfreundlicher und feindseliger Antagonist. Zunehmend scheint die Protagonistin jedoch im ursprünglichen Leben mit der Natur ein tiefer empfundenes Glück als in ihrem alten Leben zu empfinden. Dieses scheinbare Glück ist aber keineswegs ungetrübt. Die Handlung folgt keinem linearen Verlauf in ein befriedigendes happy end, sondern ist durchzogen von herben Rückschlägen und bisweilen kaum auszuhaltender Tragik. Marlen Haushofers poetische Sprachverwendung ist virtuos und die große Stärke des Romans. Niemals prätentiös aber immer artistisch anspruchsvoll kann Haushofer tiefgreifend philosophisch werden, ohne jemals langatmig zu sein oder abzuschweifen. Ganze Absätze werden einem so Wort für Wort noch lange nach Ende der Lektüre im Kopf bleiben. Die Verfilmung von 2012 mit Martina Gedeck in der Hauptrolle könnte nicht gelungener sein und ist eine absolute Empfehlung in Ergänzung des Buchs.

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