Über Menschen

Roman

Juli Zeh

(119)
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Beschreibung

Der neue Roman von Bestsellerautorin Juli Zeh ("Unterleuten")

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbarsten Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

Ungekürzte Lesung mit Anna Schudt
10h 11min

Produktdetails

Verkaufsrang 3
Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Anna Schudt
Spieldauer 611 Minuten
Erscheinungsdatum 14.04.2021
Verlag Der Hörverlag
Format & Qualität MP3, 611 Minuten, 471.85 MB
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783844541359

Buchhändler-Empfehlungen

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Die "Raumforderung" des Lebens - und "im Hintergrund lächeln die Wölfe" Das Leben folgt keinem Algorithmus, nicht alles was passt macht glücklich. Ein schlaues Buch das das Herz berührt, von dem man lernen kann und das man mehr als nur einmal lesen möchte. Absolut lesenswert!!!

Jana Torge, Thalia-Buchhandlung Freital

Neuanfang in einem vergessenem Dorf in Brandenburg.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
119 Bewertungen
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Das Buch Über Menschen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bärschwil am 12.06.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dieses Buch von Juli Zeh war spannend zu lesen. Man erfährt viel von verschiedenen Menschentypen. Es ist lesenswert.

Wenn die Städter auf's Land ziehen
von einer Kundin/einem Kunden aus Salzburg am 09.06.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das Buch hätte auch ohne Corona geschrieben werden können oder wurde vielleicht auch vor Corona begonnen. Letztendlich egal. Corona passt als Baustein oder Beispiel dafür, dass Regeln und Anordnungen, die in der Hauptstadt Berlin beschlossen werden, in Brandenburg auf dem Land nicht zwangsläufig 1:1 akzeptiert und umgesetzt werd... Das Buch hätte auch ohne Corona geschrieben werden können oder wurde vielleicht auch vor Corona begonnen. Letztendlich egal. Corona passt als Baustein oder Beispiel dafür, dass Regeln und Anordnungen, die in der Hauptstadt Berlin beschlossen werden, in Brandenburg auf dem Land nicht zwangsläufig 1:1 akzeptiert und umgesetzt werden. Doch in dieser Geschichte geht es nicht um Corona, sondern um die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung, um Vorurteile und Erwartungshaltungen – erzählt aus der Perspektive der frustrierten Städterin Dora, die sich „janz weit draußen“ ein altes Haus in einem Dorf kauft und damit auch das Leben und die Bewohner des Dorfes. Neben den veränderten Lebensumständen, wie zum Beispiel der Tatsache, dass man ohne Auto kaum zum Einkaufen kommt, weil kleine Geschäfte zugunsten großer Einkaufszentren geschlossen wurden, lernt sie vor allem die Notwendigkeit nachbarschaftlicher Hilfe kennen. Sie wird von der Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen überrumpelt, nimmt sie schließlich an und wächst langsam mit ihnen zusammen. Die markanteste und zentrale Begegnung der Geschichte ist die mit ihrem direkten Nachbarn Gote, dem selbst erklärten „Dorfnazi“. Er erfüllt ihre stereotypen Vorstellungen vom prolligen, grölenden, gewalttätigen Neonazi, bricht sie gleichzeitig laufend durch seine unaufgeforderte, selbstlose und nicht auf Gegenleistung zielende Hilfsbereitschaft. Gegen ihren Willen und mit teils körperlichem Widerstand freundet sie sich mit ihm an. Zwei Themen sind für mich zentral in dem Buch: Zum Einen, dass der vergessene deutsche Osten oder auch das vergessene Land bei Beschlüssen der Stadt und des Staates mitgedacht werden müssen. Zeh verteidigt Neonazis und Rechtsradikale nicht, aber sie zeigt den Menschen, der dahinter stecken kann. Sie fordert mit ihrem Buch, nicht in Schubladen zu denken und nicht pauschal abzulehnen, auch wenn es – wie der Protagonistin – körperlich schwer fällt. Ich spreche mich nicht von diesen Vorurteilen frei, Zeh hat es mit ihrem Roman geschafft, dass ich genauer hinsehe und das finde ich toll. Das andere zentrale Thema, das dem ersten nicht fern liegt, ist ein Kernproblem unserer Gesellschaft, das sie in dem großen Streit zwischen Dora und Gote direkt ausspricht – dass Dora sich besser fühlt, als die Brandenburger Dorfbevölkerung – und eigentlich auch umgekehrt. Sobald Dora es ausgesprochen hat, ist die Luft raus. Sie hat sich selber gehört und stellt es in Frage. Die neue Grenze, die sich durch das Land zieht, ist zwischen Stadt und Land, zwei Welten, die immer weniger gemeinsam haben. Zeh liefert viel „food for thought“, ein Buch, über das es Spaß macht zu diskutieren - auch im Blick darauf: was können wir für Österreich aus dem Buch ziehen, denn die Zunahme der konservativen Rechten ist kein deutsches Problem, sondern das der europäischen / westlichen Länder (Frankreich, Italien, Ungarn, USA.......)

Themen der Zeit
von Forti am 07.06.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Juli Zehs neuer Roman „Über Menschen“ hat einige Bezüge zum großen Erfolg „Unterleuten“, ist aber keine Fortsetzung, sondern ein komplett eigenständiger Roman mit komplett anderem Personal. Gemeinsam haben beide Romane das Aufeinandertreffen von Städtern und Dorfgemeinschaft. Die Mittdreißigerin Dora zieht eher zufällig von Berl... Juli Zehs neuer Roman „Über Menschen“ hat einige Bezüge zum großen Erfolg „Unterleuten“, ist aber keine Fortsetzung, sondern ein komplett eigenständiger Roman mit komplett anderem Personal. Gemeinsam haben beide Romane das Aufeinandertreffen von Städtern und Dorfgemeinschaft. Die Mittdreißigerin Dora zieht eher zufällig von Berlin in das Dorf Bracken in Brandenburg. Dort trifft sie auf recht unterschiedliche Dorfbewohner – insbesondere auf den direkten Nachbarn und selbsterklärten 'Dorf-Nazi' Gote und seine Tochter Franzi. Gote, aber auch die anderen Dorfbewohner, sind interessant, komplex und ohne Klischee gezeichnet. Ein Kontrast zu Doras überzeichnet (und etwas zu ausführlich) dargestellte Berliner (Ex-)Freund und 'Gutmensch' Robert. Dabei stellt der Roman die Narrative von gut und böse etwas auf den Kopf - niemand kommt hier richtig gut weg, gleichzeitig gibt es aber auch niemand, der ausschließlich negativ dargestellt wird. Schwarz und weiß und einfache Antworten gibt es im echten Leben halt meist nicht. Diese Komplexität unserer Realität greift die Autorin neben den Charakteren auch mit den Themen der Zeit auf: Klimakrise, Rassismus und jetzt auch noch Corona. All diese Themen beschäftigen Dora nicht erst seit ihrem Umzug und sie lässt die Lesenden an ihren Gedanken teilhaben. Antworten gibt der Roman nicht, aber vielleicht die Anregung, anderen zuzuhören und die Welt komplexer wahrzunehmen, als sie in unseren Blasen oft wirkt. So fand ich das Buch auch nicht verharmlosend oder ähnliches, sondern zum Nachdenken und Reflektieren anregend.


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