Unsere Romane der Woche

Väter spielen eine herausragende Rolle in den neuen Romanen, die wir diese Woche empfehlen. David Duchovny, vielen als Agent Mulder in der Serie „X-Files“ bekannt, hat mit „Ein Papagei in Brooklyn“ ein ziemlich amüsantes Buch über eine eigentlich völlig zerrüttete Vater-Sohn-Beziehung geschrieben. Darin erzwingt erst die Krebsdiagnose für den Vater einen Besuch des Sohnes und verhinderten Schriftstellers Ted. Dieser gaukelt seinem sterbenden Vater bald eine Siegesserie von dessen Lieblings-Baseballteam vor und nebenbei philosophieren die beiden aus ihrer ganz eigenen Perspektive über die großen Fragen des Lebens. Unter anderem um die Beziehung einer Tochter zu ihrem Vater geht es in Diane Brasseurs lebensklugem Buch „Leidenschaft ist doch nicht alles“. Eine junge Frau hat darin gerade ihre erste, umwerfende Liebe erlebt und misst sich in ihren Reflexionen darüber immer wieder an ihrem Vater, dem einzigen Mann, mit dem sie je zusammengelebt hat. In seinem Tatsachenroman „Vaterkind“ schreibt Robert Kisch von sehr handfesten Problemen. Das autobiografisch inspirierte Buch schildert die Hilflosigkeit und die Rollensuche eines Vaters, den die Mutter des eigenen Sohnes nach der Trennung am ausgestreckten Arm verhungern lässt. Ein sehr aktuelles Buch, das die Perspektive der Väter verständlich macht, und ein Plädoyer, das unbedingt auch für Frauen lesenswert ist. Liebhaber von skurrilem Humor schließlich werden mit Petteri Nuottimäkis Buch „Rechne immer mit dem Schlimmsten“ glücklich. Ein kauziger Vater versucht darin, seine nichtsnutzigen Kinder zu bändigen, und es passiert meistens das, was der Titel erahnen lässt. Eine rabenschwarze skandinavische Komödie!

Ein Papagei in Brooklyn

David Duchovny

Buch (gebundene Ausgabe)
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eBook
15,99  
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Das sagt der Literatur-Experte:

Kai Lohnert

David Duchovny will sich nach der Schauspielerei offenbar dauerhaft als Schriftsteller betätigen, und das scheint eine sehr gute Idee zu sein! Der als Agent Mulder in den „X-Files“ zu Berühmtheit gelangte Schauspieler legt sein neues Buch „Ein Papagei in Brooklyn“ vor, in dem es um eine reichlich skurrile Sohn-Vater-Beziehung geht - und um Baseball. Im Zentrum steht Ted Fullilove, der als Erdnussverkäufer im Stadion der New York Yankees arbeitet, meistens bekifft ist und eigentlich an einem großen Roman schreibt. Mit seinem missmutigen Vater hat er praktisch nichts mehr zu tun. Doch als er erfährt, dass dieser nur noch wenige Monate zu leben hat, ringt er sich doch zu einem Besuch durch. Trotz der üblichen Grummeleien und Beschimpfungen entwickelt sich plötzlich wieder eine durchaus liebevolle Beziehung zwischen den beiden und Ted versucht sogar mit allen Mitteln, dem Vater eine Erfolgsserie des von ihm geliebten Teams, der Boston Red Sox, vorzugaukeln. Allein wie er das anstellt, ist grandioser Slapstick! Höchst amüsant und sehr flüssig zu lesen!

Leidenschaft ist doch nicht alles

Diane Brasseur

Buch (Taschenbuch)
16,90  
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Nina Mayerhoff

„Leidenschaft ist doch nicht alles“ von Diane Brasseur ist ein äußerst emotionales Buch, es hat mich sehr berührt. Es beginnt damit, dass eine Frau mit 34 Jahren von ihrem Freund verlassen wird. Den Namen der jungen Frau erfahren wir nicht, dafür aber in Rückblenden umso mehr über die gerade in Frage stehende intensive Beziehung, die Illusionen, die Träumereien und damit über die Hauptperson selbst. Soweit klingt das vielleicht alltäglich, doch zwei Dinge haben dieses Buch für mich besonders gemacht. Erstens der unverwechselbare Stil Brasseurs, ihre klare und gleichzeitig poetische Sprache. Und zweitens die Reflexionen über ihren Vater und die Beziehung zu ihm. Dieser Teil ihrer Lebensgeschichte nimmt einen großen Raum ein und erzeugt auf eine sehr einfühlsame Art Verständnis und Mitgefühl für ihren Werdegang und ihre Entscheidungen. Nur mit ihrem Vater hat die Protagonistin je zusammengelebt. Sie ist ihm in vielem sehr ähnlich, auch wenn sie diese Feststellung nicht als Kompliment auffassen kann. Was immer ihr in der Liebe widerfährt, hat viel mit dem Vater zu tun, und Brasseur verwebt diese Ebenen sehr lebensklug, wie ich fand. Schön auch, dass in dieser doppelten Liebesgeschichte schließlich einiges offen bleibt.

Vaterland

Robert Kisch

Buch (Paperback)
14,99  
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Das sagt der Literatur-Experte:

Volker Scheufens

Das Thema von Robert Kischs „Vaterkind“ ist hochaktuell. Es geht um die Rolle der Väter in heutigen Familien, oder besser gesagt: in Patchworkfamilien. Es geht um ihr Selbstbild und die Ansprüche anderer an sie, um Pflichten, Rechte und vor allem: um die Probleme, die im Alltag daraus entstehen können. Kisch hat einen „Tatsachenroman“ geschrieben: über sein eigenes Schicksal. Nach der Trennung darf der Vater seinen Sohn nur noch alle 14 Tage sehen und muss gegen die Mutter um jedes bisschen Mitbestimmung kämpfen. Das ist für ihn persönlich zermürbend und entwürdigend. Gleichzeitig sagt das, was er erlebt, viel über unsere Gesellschaft insgesamt aus. Diese Ebene beleuchtet Kisch (ein Pseudonym, hinter dem sich ein Journalist verbirgt) gekonnt und professionell. So ist das Buch gleichzeitig aufrüttelndes Plädoyer und messerscharfe Analyse. Es zeichnet das väterliche Empfinden überzeugend nach und zeigt einmal mehr, wie sehr Kinder darunter leiden, wenn es unter den Eltern zu Machtspielchen kommt. Und: Ich empfehle diesen väterlichen Erfahrungsbericht ausdrücklich auch allen Leserinnen!

Rechne immer mit dem Schlimmsten

Petteri Nuottimäki

Buch (gebundene Ausgabe)
18,00  
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Marion Hirsch

„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ von Petteri Nuottimäki ist genau das Richtige für alle, die auf staubtrockenen skandinavischen Humor und schräge Geschichten stehen, die man aus Filmen wie „Ein Mann namens Ove“ oder „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ kennt. Auch in diesem Roman ist der Held sehr ernsthaft mit etwas ziemlich Skurrilem beschäftigt: Er verkauft Käfer zur Schädlingsbekämpfung. Aus diesem Geschäft soll ein Imperium werden, das eines seiner Kinder erben wird - nur leider entpuppen die sich auf ihre je ganz eigene Art nur als Weicheier, Loser und Faulenzer. Die Geschichte der finnischen Familie spielt in Schweden, wohin Vater Matti mit seinen Sprösslingen ausgewandert ist. Die Probleme als Migranten sorgen für sich genommen schon für viele urkomische Szenen. Dazu kommt die Zeit, in die Nuottimäki seine Story verlegt. Es sind die späten siebziger Jahre, Schlaghosen und Partys wirken anziehender auf junge Leute als ein Insektenbusiness. Matti muss also einen Plan entwickeln, und dabei passiert meistens, was der Titel bereits andeutet: nichts Gutes. Ich habe sehr viel gelacht beim Lesen dieses Buches, das mit rabenschwarzem Humor höchst kauzige Protagonisten präsentiert!

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