Unsere Romane der Woche

EMPFEHLUNGEN
Neuer Lesestoff für Ihre Auszeit

Ob E-Mail- oder Künstlerroman, ob die Geschichte einer wunderschönen Perlenkette oder der faszinierende Lebensweg einer tatarischen Bäuerin - die Tipps unserer Literaturexperten spiegeln in dieser Woche wieder einmal die ganze Vielfalt der Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. Zwei Frauen in der Lebensmitte und deren Ringen mit den Widrigkeiten des Alltags, der die beiden in seine „dicken Arme“ geschlossen hat, zeigt uns beispielsweise die deutsche Autorin Zsuzsa Bánk in ihrem (Brief- beziehungsweise E-Mail-)Roman „Schlafen werden wir später“. Die zentrale Frage: Was tun, wenn bereits viele Weichen des Lebens gestellt sind, wenn die Lebenslust aber weiterhin ungebrochen ist? Mitten in den Kopf des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch versetzt uns hingegen Julian Barnes in „Der Lärm der Zeit“. Einer der bedeutendsten Schriftsteller Englands beschäftigt sich hier anhand prägender Ereignisse aus dem Leben des russischen Künstlers mit der Frage nach dem Verhältnis von Macht und Kunst beziehungsweise von Ehrlichkeit und Kunst. Auf eine ebenso unterhaltsame wie spannende Suche nach einem atemberaubend schönen und wertvollen Collier begibt sich hingegen das Londoner It-Girl Sophia in Katie Agnews Roman „Die Perlenfrauen“. Wie Perlen an einer Kette sind die unterschiedlichen Handlungsstränge in dieser Familiengeschichte miteinander verbunden. Den Lebensweg einer tatarischen Bäuerin schildert wiederum Gusel Jachina sehr authentisch und glaubhaft in ihrem preisgekrönten Debüt „Suleika öffnet die Augen“. Jachina führt uns dabei direkt in das russische Landleben der 1930er-Jahre und die Zeit der Enteignungen und Deportationen nach Sibirien. Das Porträt der 30-jährigen Suleika und ihres Weges zu sich selbst wurde 2015 mit dem renommierten russischen Buchpreis „Bolschaja Kniga“ („Großes Buch“) ausgezeichnet.

Schlafen werden wir später

Zsuzsa Bánk

Buch (gebundene Ausgabe)
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Nina Mayerhoff

„Nur schlafen werde ich später“, schreibt Márta, „ich verschiebe es, am Tag ist zu viel liegengeblieben und konnte nicht zu Ende gedacht werden.“ Ein E-Mail-Roman, knapp 700 Seiten über das Leben, die Freundschaft, die Liebe, den Alltag - über einfach alles. Meist nachts schreiben Márta und Johanna einander: die eine, Schriftstellerin, verheiratet, Mutter dreier Kinder, lebt in einer Großstadt; die andere, Lehrerin, kinderlos, promoviert, lebt im Schwarzwald. Ob Beziehungen, Träume, die Krebskrankheit Johannas, Reisen nach Polen oder New York - in Zsuzsa Bánks Roman wird alles besprochen und seziert, was das Leben ausmacht. Eine zentrale Frage: Was tun, wenn viele Weichen des Lebens bereits gestellt sind? „Fange ich an einem zufällig ausgesuchten Punkt auf dieser Erde neu an? Oder lebe ich weiter wie bisher?“ Ein Briefroman wie ein Rausch, bei dem mich vor allem die lyrische Sprache mitgerissen hat; und ein Roman über zwei Frauen, deren Lebenswege untrennbar miteinander verwoben sind. Zwar hat sie der Alltag in „seine großen dicken Arme“ geschlossen, sie aber ringen voller Lust um ihre Lebensentwürfe.

Der Lärm der Zeit

Julian Barnes

Buch (gebundene Ausgabe)
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Das sagt der Literatur-Experte:

Volker Scheufens

„Er wusste nur eins: Dies war die schlimmste Zeit.“ Mit diesem Satz leitet der Erzähler jedes der drei Kapitel in Julian Barnes' neuem Roman „Der Lärm der Zeit“ ein, der aus dem Leben des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch erzählt und dessen Verhältnis zur Macht thematisiert. So zeigt Barnes uns zu Beginn den Künstler, wie er zehn Nächte lang nervös und voller Angst mit gepacktem Koffer neben dem Aufzug seines Hauses in Leningrad steht, über sein Leben nachdenkt und darauf wartet, von Stalins Schergen abgeholt zu werden. Seine Oper „Lady Macbeth von Mzensk.“ war zuvor bei dem Diktator in Ungnade gefallen, der Künstler musste Schlimmstes fürchten. Eine spätere Reise nach New York mit einer sowjetischen Kulturdelegation und eine Fahrt in einer Limousine als Parteimitglied schildert der allwissende Erzähler in den folgenden Kapiteln, als ob er in Schostakowitschs Kopf säße. Ein wundervoller Künstlerroman, der das Verhältnis von Macht und Kunst beziehungsweise von Ehrlichkeit und Kunst in einer ebenso knappen wie klaren Sprache in den Mittelpunkt stellt.

Die Perlenfrauen

Katie Agnew

Buch (Klappenbroschur)
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Marion Hirsch

Alles hängt mit allem zusammen. Wie Perlen an einer Kette sind die Schicksale der Protagonisten und die Handlungsstränge in dem Roman „Die Perlenfrauen“ von Katie Agnew verbunden. Im Mittelpunkt: eine ebenso bezaubernde wie wertvolle Perlenkette, eine ältere Schauspielerin namens Tilly Beaumont, ihre Enkelin, das Londoner It-Girl Sophia, außerdem der New Yorker Dokumentarfilmer Dominic, der vor den Trümmern seiner Ehe steht, und Aika in Tokio, die Tochter einer Perlentaucherin. Als Tilly Sophia beauftragt, die verschwundene Kette wiederzufinden, muss sich Sophia mit ihrer Familie, mit der sie im Streit liegt, und mit deren Geschichte auseinandersetzen. Über mehr als 60 Jahre und mehrere Generationen hinweg führt uns Agnew durch die spannende Familiengeschichte. Dass man trotz unterschiedlicher zeitlicher und örtlicher Ebenen nie den Überblick verliert, liegt daran, dass die Autorin sich Zeit lässt, die Protagonisten einzuführen und plastisch zu schildern. Ab der zweiten Hälfte überschlagen sich dann die Ereignisse. Der Lesefluss bleibt aber immer so rasant, dass ich kaum bemerkt habe, dass die Geschichte 560 Seiten umfasst.

Suleika öffnet die Augen

Gusel Jachina

Buch (gebundene Ausgabe)
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Anja Menne

Wenn die tatarische Bäuerin Suleika die Augen öffnet, beginnt für sie ein Tag voller harter Arbeit. Eingeschüchtert von ihrer Schwiegermutter, der „alten Hexe“ Upyricha, lebt sie weitgehend rechtlos an der Seite ihres Mannes Murtasa. Mitten in das Dorfleben der 1930er-Jahre führt uns die tatarisch-russische Autorin Gusel Jachina in ihrem ausgezeichneten Erstlingsroman. Und als man denkt, dass es schlimmer nicht geht, beginnt erst Suleikas Leidensweg, denn die 30-jährige Frau wird enteignet und nach Sibirien deportiert. Jachina poträtiert in ihrem Debüt die komplizierte Realität der Sowjetunion zur Zeit der Kampagne gegen die Kulaken, relativ wohlhabende Bauern, und zeigt den Weg einer jungen Frau, die aus einer geschlossenen, düsteren Welt kommt und sich durch tragische Ereignisse der äußeren Welt stellen muss. Ein Buch über die innere Befreiung einer Frau und über die Liebe zwischen einer Muslimin und einem Kommunisten - authentisch und glaubhaft geschrieben, faszinierend zu lesen.

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