Meine Filiale

Hundert Tage

Roman

Lukas Bärfuss

(6)
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
13,90
13,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

10,00 €

Accordion öffnen
  • Hundert Tage

    btb

    Sofort lieferbar

    10,00 €

    btb

gebundene Ausgabe

13,90 €

Accordion öffnen

eBook

ab 7,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Die Geschichte eines moralischen Irrtums, der in Ruanda eines der größten Verbrechen des Jahrhunderts ermöglichte. Der Roman zweier Menschen, die im Chaos ihrer Zeit um ihre Unschuld kämpfen.

Ruanda, April 1994, in Kigali wütet der Mob. David, Mitarbeiter der Schweizer Entwicklungshilfe, hat das Flugzeug, mit dem die letzten Ausländer evakuiert wurden, abfliegen lassen. Er versteckt sich hundert Tage in seinem Haus, vom Gärtner mit Nahrung versorgt – und mit Informationen über Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, die der Grund für sein Bleiben ist. Die vergangenen vier Jahre ihrer Liebe ziehen ihm durch den Kopf, die Zeit, die er als Entwicklungshelfer in Kigali verbrachte. Millionen wurden in ein totalitäres Regime gepumpt, das schließlich, als es die Macht an eine Rebellenarmee zu verlieren drohte, einen Genozid organisierte. Auch David wurde zum Komplizen der Schlächter, und als die Aufständischen Kigali einnehmen, flieht er mit den Völkermördern über die Grenze. Dort findet er in einem Flüchtlingslager Agathe wieder, aber es ist nicht die Frau, die er einmal liebte.
Lukas Bärfuss` minutiös recherchierter Roman berichtet von Menschen, die das Gute beabsichtigten und das Böse bewirkten. 'Hundert Tage' erzählt ein dunkles Kapitel aus Afrikas Geschichte, in das wir tiefer verstrickt sind, als wir glauben wollen. Nicht zuletzt ist es die bewegende Geschichte einer Liebe in Zeiten des Krieges und die Geschichte von den Verheerungen, die der Hass anrichtet.

Lukas Bärfuss, geb. 1971 in Thun/Schweiz. Dramatiker und Romancier, Essayist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in etwa zwanzig Sprachen übersetzt. Lukas Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich.
2019 wird Lukas Bärfuss mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Preise u. a.:
- Mülheimer Dramatikerpreis (2005)
- Anna-Seghers-Preis (2008)
- Mara-Cassens-Preis (2008)
- Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung (2009)
- Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (Sonderpreis) (2009)
- Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster (2010)
- Kulturpreis Berner Oberland (2011)
- Berliner Literaturpreis (2013)
- Solothurner Literaturpreis (2014)
- Thuner Kulturpreis (2014)
- Schweizer Buchpreis (2014)
- Nicolas-Born-Preis (2015)
- Preis der LiteraTour Nord (2018)
- Georg-Büchner-Preis (2019)

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 197
Erscheinungsdatum 06.03.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8353-0271-6
Verlag Wallstein Verlag
Maße (L/B/H) 19,9/13,1/2 cm
Gewicht 335 g
Verkaufsrang 91655

Buchhändler-Empfehlungen

Hundert Tage

Elke Meißner, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Es ist das Interesse für Afrika, was mich zu diesem Buch trieb. Und es lässt mich nach der Lektüre stumm, schweigend zurück. Es geht um Afrika – Ruanda – Kigali - und was wissen wir als Europäer, als Deutsche wirklich über die Geschehnisse 1994? L. Bärfuss recherchierte sorgfältig, macht in seinem Roman die fließenden Übergänge von Täter und Opfer deutlich. Ganz fein, zergliedernd erfolgt die Schilderung aller erlebten Momente. Am Ende ist Davids Rückgrat nicht gebrochen, wohl aber das Herz und die Seele. Ein für mich hochemotionaler Roman in einer Sprache, die für mich Literatur bedeutet.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
4
0
1
1
0

Tolles Buch, packende Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Sisikon am 14.11.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Der Erzählstil ist sehr ausführlich, die Hauptperson ist oft in Gedanken und teilweise wird es etwas vulgär. Alles davon passt zur Geschichte und treibt sie voran. Die Handlung wird interessant geschildert, man lernt viel über die Entwicklungshilfe und den Völkermord in Ruanda. Das Buch lässt einen auch über die Rolle der Schwei... Der Erzählstil ist sehr ausführlich, die Hauptperson ist oft in Gedanken und teilweise wird es etwas vulgär. Alles davon passt zur Geschichte und treibt sie voran. Die Handlung wird interessant geschildert, man lernt viel über die Entwicklungshilfe und den Völkermord in Ruanda. Das Buch lässt einen auch über die Rolle der Schweiz in diesem Konflikt kritisch nachdenken. Kann es nur empfehlen.

Perversion eines Buches
von einer Kundin/einem Kunden aus Aarau am 05.05.2017

Stilistisch gesehen ist dieses Buch einer der besten die ich je gelesen habe, jedoch wird dieser detailierte Schreibstil sehr schnell langweilig und mühsam, es scheint einem als würde mit jedem Satz nur um den heissen Brei herumgeredet werden. Zudem sind nicht wenige Passagen sehr vulgär. Schon nach 50 Seiten verging mir die ... Stilistisch gesehen ist dieses Buch einer der besten die ich je gelesen habe, jedoch wird dieser detailierte Schreibstil sehr schnell langweilig und mühsam, es scheint einem als würde mit jedem Satz nur um den heissen Brei herumgeredet werden. Zudem sind nicht wenige Passagen sehr vulgär. Schon nach 50 Seiten verging mir die Lust zum lesen und ich hätte mein Geld zurückverlangt, wenn ich dieses Buch nicht für meine Berufsmaturaprüfung lesen müsste.

Tolles Buch, schlechte Formatierung
von einer Kundin/einem Kunden aus Sarnen am 03.12.2014
Bewertet: Format: eBook (PDF)

Das Buch ist sehr absolut empfehlenswert! Ich wurde gut unterhalten und habe gleichzeitig einiges über den Genozid in Ruanda und die Rolle des Westens gelernt. ABER: Es ärgerte mich extrem, dass das E-Book nicht für E-Reader neu formatiert wurde. Die Seitenumbrüche aus dem gedruckten Buch wurden nicht entfernt. Je nach Schriftgr... Das Buch ist sehr absolut empfehlenswert! Ich wurde gut unterhalten und habe gleichzeitig einiges über den Genozid in Ruanda und die Rolle des Westens gelernt. ABER: Es ärgerte mich extrem, dass das E-Book nicht für E-Reader neu formatiert wurde. Die Seitenumbrüche aus dem gedruckten Buch wurden nicht entfernt. Je nach Schriftgrösse sind auf jeder zweiten Seite nur ein paar Zeilen, manchmal sogar nur die Seitenzahl, die ich ja gar nicht brauche, da der E-Reader diese automatisch anzeigt. Zudem wurden Worttrennungen nicht entfernt, dadurch stehen sehr oft mitten in den Zeilen mit Bindestrichen getrennte Worte. Beides stört den Lesefluss sehr. Wie kann man nur ein so schlampig formatiertes E-Book zum Verkauf anbieten?


  • Artikelbild-0
  • Auf der Terrasse des Hotels des Grands Lacs fand jeden Morgen die Versteigerung der Toten statt, die Zahlen wurden an die drängelnden Presseleute verkauft, und die Vertreter der Hilfsorganisationen benahmen sich wie Jahrmarktsschreier, bemüht, möglichst hohe Opferzahlen präsentieren zu können, denn eine große Zahl in den Schlagzeilen bedeutete eine große Zahl auf ihrem Spendenkonto ... Ich habe in den Jahren danach versucht, jede Aufregung von meinem Leben fernzuhalten, und nur manchmal, wenn ich all die klugen Leute höre und all die schlauen Bücher lese, die seither über diese Zeit geschrieben wurde, dann suche ich in den Stichwortregistern meinen Namen, auch den Namen des kleinen Paul, den Eintrag unter Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, und wenn ich ausnahmsweise fündig werde, dann steht da höchstens, dass wir dort gewesen sind, und vielleicht noch, dass wir von allen Nationen das meiste Geld in dieses Land gesteckt haben. Unser Glück war immer, dass bei jedem Verbrechen, an dem je ein Schweizer beteiligt war, ein noch größerer Schurke seine Finger im Spiel hatte, der alle Aufmerksamkeit auf sich zog und hinter dem wir uns verstecken konnten. Nein, wir gehören nicht zu denen, die Blutbäder anrichten. Das tun andere. Wir schwimmen darin. Und wir wissen genau, wie man sich bewegen muss, um obenauf zu bleiben und nicht in der roten Soße unterzugehen. [...]