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Karin Wenz-Langhans aus Limbach

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Auch im achten Band geht es spannend weiter

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 24.11.2020

Die Stadt Merzen erholt sich von dem schwer erkämpften Sieg gegen Teramon und seine Schergen, aber Boralt, Bermer und Herman ist klar, dass sie die Stadt zusammen mit dem Eberkopf verlassen müssen, um die Stadt vor weiteren Angriff zu bewahren und das magische Artefakt vor der Gier des bösen Magiers zu schützen.

In der Zwischenzeit versuchen die Flüchtlinge aus Flussen, rechtzeitig den Quelljochpass zu überqueren, allerdings wartet dort eine böse Überraschung auf sie.
Harmen von Dernau ist auf dem Weg in den Norden zu König Durs, um dort für Bündnisse gegen Teramon zu werben.

Feodor und Olef befinden sich weiterhin auf der Suche nach Gerwod, dem reinen Herzen. Während Feodor sich durch den tropischen Süden kämpft, kämpft Olef in den eiskalten nordischen Stürmen um das Überleben.

In Kernburg steht König Gisbert weiterhin unter dem Einfluss des verdorbenen Heilwarts Gero, der Teramons Handlanger im Westen darstellt und der ein Bündnis mit dem grausamen Pferdemenschen anstrebt.

Dies und noch einiges mehr erwartet den Leser im achten Band der Gerwod-Reihe, die weiterhin nichts an Spannung eingebüßt hat. Man merkt, dass man nur noch zwei Bände vor sich hat, die Handlung nähert sich immer mehr einem dramatischen Showdown. Als Leser zittert man mit den Gegenspieler des verdorbenen Magiers, die immer mehr auf verlorenem Posten kämpfen, da die Gegner zu mächtig und zu zahlreich sind. Aber noch gibt es Hoffnung, dass das reine Herz gefunden und als Waffe gegen Teramon eingesetzt werden kann – nur, wer oder was ist das reine Herz und wie kann es gegen das Böse verwendet werden?

Was ist überhaupt das Böse und ist das Gute wirklich immer „gut“? Oder kommt es vielmehr auf die Perspektive an? Das ist eine Frage, die in diesem Band an Bedeutung gewinnt und den Leser ins Grübeln bringt, vor allem in Zusammenhang mit den Eislern. Die Eisler waren die große Überraschung für mich in diesem Buch, da ich mit vielem gerechnet hatte, nachdem wir mit Gerold die Gelblinge bereits kennengelernt hatten, aber absolut nicht mit dem, was wir über das Volk erfahren.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Buch ist die Ankunft von Boralt und seinen Gefährten in Herkanien, seiner Heimat, denn ich war sehr gespannt, wie die Herkanier auf einen über 300 Jahre alten Ritter reagieren würden, dessen Familie früher viel Einfluss hatte. Boralt wirkte bisher immer sehr abgeklärt, aber die Konfrontation mit seiner Vergangenheit, dem Schicksal seiner Familienangehörigen und dem Erkennen, was er damals aufgegeben hat, hinterlassen ihre Spuren. Ich war jedenfalls froh, dass Boralt Bermer, aber auch Herman an seiner Seite hat.

Schockierend waren für mich die Entwicklungen rund um und in Kernburg, wie König Gisbert Energie und Soldaten für völlig irrsinnige Verfolgungen abzieht, statt sie zur Verteidigung der Stadt und ihrer Umgebung einzusetzen … hier zeigte sich Teramons Macht wieder in ihrer ganzen Grausamkeit, die leider auch einen sehr mutigen und integren Mann trifft.

Harmen von Dernau trifft mit seinen Begleitern bei König Durs ein, aber Teramon ist sich im Klaren darüber, dass ein Bündnis zwischen den beiden zu einer echten Gefahr für ihn und Bernstadt werden könnte, daher setzt er alles daran, um Harmen zuvorzukommen.

Mit Harald und den anderen Flüchtlingen, die inzwischen aus Flussen Richtung Süden aufgebrochen sind, gibt es ein Wiedersehen mit dem Quelljochpass und den Grenzern. Aber auch hier war Teramon nicht untätig und eine Überquerung des Passes scheint unmöglich zu sein. Dazu droht das bevorstehende Tauwetter den Fluch der Quelljochfestung wiederaufleben zu lassen. Dafür kommt es aber zu einem weiteren erfreulichen Zusammentreffen.

Ich kann gar nicht auf alle Handlungsstränge eingehen, die der Autor über die 8 Teile bisher aufgebaut hat, ohne dabei den Faden zu verlieren und in der Spannung nachzulassen. Ich bin nun sehr gespannt auf die letzten beiden Bände und wie sich alles weiterhin entwickeln wird.

Gerwod VIII: Hanols Söhne - Salvatore Treccarichi
Gerwod VIII: Hanols Söhne
von Salvatore Treccarichi
(3)
eBook (ePUB)
3,99

Gelungene Fortsetzung der Hafenschwester-Reihe

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 02.11.2020

Hamburg 1913. Das Leben für Martha und Paul könnte nicht besser laufen: sie führen eine glückliche Ehe, haben drei gesunde Kinder sowie eine schöne Wohnung. Als Krönung erhalten sie noch von Marthas Freundin Milli eine Einladung nach Amerika. Martha wünscht sich nichts mehr, als das Leben einfach immer so weitergeht, aber dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Paul wird trotz seines Alters an die Front eingezogen und erleidet dabei eine schwere Verletzung, die das Leben der Familie auf eine harte Probe stellt.

Der Beginn des zweiten Bandes könnte nicht gegensätzlicher zum ersten Band sein: damals lebte Marthas Familie in ärmlichen Verhältnissen im Gängeviertel, es fehlte am nötigsten und nach dem Tod der Mutter blieb es an Martha hängen, die Familie zusammenzuhalten und sich um ihren Vater und den kleinen Bruder Heinrich zu kümmern.

Jetzt im Jahre 1913 führt sie mit Paul eine glückliche Ehe und mit ihren drei Kindern leben sie in einer schönen Wohnung. Die Jahre der Entbehrung und des Hungers liegen hinter ihr, jedoch vergisst Martha ihre Wurzeln nicht und kümmert sich ehrenamtlich als Hafenschwester um die Bedürftigen des Gängeviertels. Sie träumt aber weiterhin davon, eines Tages auch als verheiratete Frau ihren erlernten Beruf als Krankenschwester mit eigenem Einkommen ausüben zu dürfen.

Was mich besonders gefreut hat, war die Einladung von Marthas alter Freundin Milli, die die ganze Familie zur Hochzeit ihrer Tochter nach New York einlädt, so dass wir mehr über Millis Werdegang seit ihrer Abreise aus Deutschland erfahren. Die Überfahrt auf dem neuen Luxusschiff Imperator ist nicht nur für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis.

Ich habe mich aber auch genauso auf das Wiedersehen mit Heinrich und Marthas Vater gefreut. Heinrich, der kleine Bruder, der inzwischen als Kapitän von Segelschiffen über die Weltmeere schippert und dabei durchaus exotische Eroberungen macht.
Und Marthas Vater ist glücklicherweise bei guter Gesundheit und hat sein Leben weiterhin im Griff.

Aber über all den glücklichen Momenten schwebt der ögliche Ausbruch des Ersten Weltkrieges wie ein Damoklesschwert, von dem wir Leser wissen, dass er eintreten wird, während die Menschen damals in zwei Lager gespalten waren: diejenigen, die dem Krieg entgegengefiebert haben, da sie davon ausgingen, ihn in wenigen Monaten siegreich beendet zu haben. Und diejenigen, die die Gefahren durch einen Krieg fürchteten. Erschreckend war, welch ein tiefer Graben zwischen diesen beiden Seiten bestand und man auch nicht vor Gewalt zurückschreckte, um seinen Standpunkt zu verteidigen.

Genau diese historischen Fakten und deren akribische Recherche sind es, die die Romane der Autorin neben dem Schicksal ihrer Protagonisten so lesenswert machen. Man erfährt dabei durchaus auch skurrile Dinge über die damalige Zeit. Und natürlich das medizinisch-historische Fachwissen, das Melanie Metzenthin, selbst Ärztin, in die Handlung einbringt. So furchtbar der Krieg war, so scheint es doch so, dass er die plastische Wiederherstellungschirurgie zwangsweise schnell vorangebracht hat. Ich bin immer wieder erstaunt, welche medizinischen Möglichkeiten bereits damals zur Verfügung standen.

Und der Krieg fordert seine bitteren Attribute: nicht nur Paul wird sein Opfer, als eine Explosion ihm das halbe Gesicht wegsprengt, auch Moritz, Millis früherer Verehrer und ein ganz feiner Mensch, erwischt es schwer. Auf die beiden wartet eine schwere Prüfung: werden sie sich ihr stellen ? Und wollen sie das überhaupt?

Martha kam mir dabei manchmal zu perfekt und zu stark vor, aber die Autorin hat verraten, dass es noch einen dritten Band geben wird, der während der Weimarer Republik und dem Dritten Reich spielt und in dem Martha nicht immer ganz so perfekt handeln wird.

Der zweite Band hat mich wieder wunderbar unterhalten und ich warte nun mit Spannung auf den dritten Band.

Die Hafenschwester (2) - Melanie Metzenthin
Die Hafenschwester (2)
von Melanie Metzenthin
(20)
eBook (ePUB)
11,99

Zwei Schwestern zwischen den Fronten

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 01.11.2020

In den Kriegswirren von 1945 werden die Zwillingsschwestern Emma und Alice getrennt, wobei beide davon ausgehen müssen, dass die andere nicht überlebt hat. Zwölf Jahre später treffen sie sich zufällig wieder. Während Emma zusammen mit ihrer Mutter in West-Berlin aufwächst, erlebt Alice ihre Kindheit in einem Heim der DDR. Es gibt viel Verbindendes zwischen den Schwestern, aber auch Trennendes aufgrund ihrer ideologischen Sichtweise. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen und lieben. Jedoch geraten die Schwestern sowie Julius zunehmend in den Fokus der Geheimdienste und immer mehr zwischen die Fronten des sich zuspitzenden Kalten Krieges.

Den vorliegenden Roman habe ich mit Spannung erwartet, nicht nur, weil mir die Bücher von der Autorin immer sehr gut gefallen, sondern auch wegen des interessanten historischen Themas.

Das Buch beginnt mit einem äußerst spannenden und verwirrenden Prolog, bei dem man das Gefühl hat, mitten in einem Spionagethriller gelandet zu sein. Da die Identität der Figuren des Prologs zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, war ich die ganze Zeit am Rätseln, wie es zu dieser Szene kommen wird, die in der Zukunft liegt.

Dann erfahren wir die Geschichte von Rosa und ihren beiden Zwillingstöchtern Emma und Alice, die sich in Ostpreußen auf die Flucht vor der heranrückenden Roten Armee machen, gegen die strikten Anweisungen der Nationalsozialisten, die ein Zurückweichen vor dem Feind unter Strafe verboten haben. Die Drei werden jedoch aufgrund einer Aneinanderreihung von unglücklichen Umständen getrennt – sie überleben zwar, aber mit dem festen Glauben, dass die jeweils andere nicht überlebt hat.

Emma wächst zusammen mit ihrer Mutter in West-Berlin auf, der frühe Tod der Schwester und seine Umstände hängen aber immer wie ein Schatten über dem Leben der beiden. Beruflich läuft es für Emma dagegen besser, dank eines amerikanischen Kunden ihrer Mutter, die einen Kiosk betreibt, schlägt sie die Laufbahn einer Übersetzerin ein.

Alice wächst dagegen in einem Kinderheim der DDR auf, ihr Leben hat sie einer glücklichen Fügung dem sowjetischen Soldaten Sergej zu verdanken – die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft und Zuneigung. Es wird bis zum Schluss nicht ganz klar, welche Position Sergej genau einnimmt, aber es wird deutlich, dass er kein unbedeutendes Rädchen im System ist. Gleichzeitig macht ihn aber die Tatsache, dass er im Krieg einem deutschen Kind das Leben gerettet hat, angreifbar – eine Tatsache, die auch auf Alices Leben zunehmend Auswirkungen hat.

Das zufällige Zusammentreffen der Schwestern nach zwölf Jahren ist möglich, da zwar noch die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin offen ist und die Bewohner frei pendeln können, aber zu keiner Zeit war die Dichte an Geheimdiensten und deren Aktivitäten in und um Berlin so hoch wie zur damaligen Zeit. Und so geraten die Schwestern und deren Freunde Julius und Max immer mehr in den Fokus der Geheimdienste. Aber auch die ideologischen Ansichten der beiden Schwestern stehen zwischen ihnen, denn Alice und Julius sind überzeugte Anhänger des Sozialismus.

Eine meiner Lieblingsfiguren ist Max, ein alter Freund von Emma, auf den sie sich vollkommen verlassen kann und der immer eine Schulter bietet, an der sie sich anlehnen kann, wenn es nötig ist. Max engagiert sich zunehmend politisch aus dem Untergrund, da er die Methoden der DDR und wie der Staat seine Bewohner davon abhalten will, nach West-Berlin zu fliehen, ablehnt. Jedoch muss er auch erkennen, dass auf West-Berliner Seite stellenweise die Seilschaften aus Zeiten der Nazis überlebt haben, eine Ideologie, die er mindestens genauso verabscheut.

Claire Winter hat einen dramatischen und emotionalen Roman geschaffen, der die Stimmung zur damaligen Zeit sehr gut einfängt und mich nach dem Beenden des Buches noch einige Zeit beschäftigt hat.

Kinder ihrer Zeit - Claire Winter
Kinder ihrer Zeit
von Claire Winter
(47)
eBook (ePUB)
12,99 bisher 15,99

Zweiter Band der Honua-Reihe

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 26.07.2020

Die Sklavenschiffe mit den Gefangenen aus dem Honua-Archipel erreichen die Hafenstadt Gwellosdiad. Dort sollen die Sklaven, die die lebensverachtende Überfahrt überlebt haben, gewinnbringend verkauft werden. Kapitän Dub möchte dabei diesmal den Verkauf auf eigene Faust durchziehen, da er sich einen höheren Gewinn verspricht, nachdem der Talgano Bikol den Gefangenen die Sprache ihrer Peiniger beigebracht und so ihren Wert gesteigert hat. Gleichzeitig bietet die gemeinsame Sprache eine Plattform für die Gefangenen, sich endlich untereinander austauschen zu können. Kann hier die Chance für eine gemeinsame Flucht liegen? Gelingt es den Gefangenen, ihre teilweise starken Konflikte untereinander beizulegen und an einem Strang zu ziehen?

Man atmet als Leser erleichtert auf, als die Sklavenschiffe an einem Hafen anlegen und die Gefangenen endlich ihr stinkendes und mit Exkrementen verschmutztes Gefängnis verlassen können. Auf der anderen Seite steht aber die Sorge, was sie nun erwarten wird, denn es ist klar, dass ihr Leben als Sklaven nicht viel zählt. Auf sie wartet harte Arbeit, die erst mit ihrem Tod enden wird.

Werden Husubata und sein kleiner Bruder, die Hiyweius und Erellmusa, die gemeinsam gefangen genommen wurden, zusammenbleiben oder werden sie bei einem Kauf auseinandergerissen, was die Chance auf eine gemeinsame Flucht erschweren würde? Und noch wichtiger, kann es den Gruppen untereinander gelingen, ihren schwelenden Hass aufeinander zu überwinden und den Blick darauf zu richten, was nun wirklich wichtig ist? Es gibt erste Schritte der Annäherung, aber auch genauso dickköpfige und verbohrten Ansichten, an denen vehement festgehalten wird.

Die Beschreibungen von Gwellosdiad haben mich fasziniert, die Beschreibungen dieser mittelalterlich anmutenden Hafenstadt waren sehr bildlich beschrieben. Ebenso der undurchdringliche Urwald, von dem die Stadt umgeben wird und diejenigen, die ihn durchqueren wollen, mit vielen Gefahren empfängt und die eine mögliche Flucht noch viel schwieriger erscheinen lässt.

Da sich Kapitän Dub mit Hilfe seines Gefangenen Bikols, einen Talgano mit außergewöhnlichen Sprachfähigkeiten, einen Vorteil beim Verkauf seiner Sklaven verspricht, beendet er in Gwellosdiad die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Kapitänen und will zukünftig auf eigene Faust Geschäfte machen. Bikol soll ihm dabei behilflich sein und auch zukünftigen Sklaven, die er zu fangen hofft, die Sprache ihrer Feinde und zukünftiger Herren beibringen. Bikol dagegen hofft darauf, Dub so schnell wie möglich entkommen zu können.

Der zweite Band um die Völker von Honua, die gegen ihren Willen in die Sklaverei gezwungen werden, hat mir wieder gut gefallen. Es warten noch viele Gefahren und Herausforderungen auf Husubata und die Anderen und über allem steht die Frage, ob ihnen eine Flucht gelingen kann. Und wenn ja, wie sie die unmöglich erscheinende Aufgabe, wieder zurück in ihre Heimat zu gelangen, bewältigen sollen.

Honua II: Die Stadt - Salvatore Treccarichi
Honua II: Die Stadt
von Salvatore Treccarichi
(3)
eBook (ePUB)
3,99

Der Kampf um die Stadt Merzen

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 26.07.2020

Der Adlerritter Herman erreicht zusammen mit den letzten überlebenden Echsenkrieger seine Heimatstadt Merzen. In ihrem Gepäck der Eberkopf, der unbedingt vor dem Zugriff Teramons geschützt werden muss. Die Stadt Merzen ist gut aufgestellt, was ihre Verteidigung angeht und daher beschließt Herman, sich dort dem Feind entgegenzustellen, statt weiterhin vor ihm zu fliehen. Doch Teramon findet weitere finstere Verbündete, die ihn und Neron im Kampf gegen Merzen zur Seite stehen. Wird es Herman und den Stadtbewohnern gelingen, gegen die umheimlichen Gegner zu bestehen oder droht ihnen das gleiche Schicksal wie den Menschen in Bernstadt?

Der Schwerpunkt im vorliegenden siebten Band der Gerwod-Saga liegt auf der Stadt Merzen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, mehr über die Heimat der Ritter Herman und Feodor zu erfahren. Besonders beeindruckt haben mich dabei die Beschreibungen rund um den Adlerorden, vor allem über das nicht ganz ungefährliche Prüfungs- und Aufnahmeritual, mit dem die Anwärter auf die Ritterschaft unter Beweis stellen müssen, dass sie den strengen und edlen Anforderungen des Ordens würdig sind.

Die Schlacht um Merzen war wieder so spannend beschrieben wie schon der Kampf um Bernstadt. Teramon setzt alles daran, die Stadt unter seine Kontrolle zu bringen, immerhin befindet sich dort nun der Eberkopf, das mächtigste Artefakt der Eberstatue, welches seine Macht enorm steigern würde. Aber genauso erbittert kämpfen die Verteidiger und Adlerritter darum, genau dieses zu verhindern. Wenn man als Leser denkt, man hätte nach sechs Bänden alle finsteren Lebensformen kennengelernt, so wird man in diesem Buch eines besseren belehrt. Der Autor lässt eine Armee von bisher unbekannten Schreckensgestalten die Bühne betreten und auf Teramons Seite kämpfen - unterstützt von dem Zähhäuter Neron und die ihn begleitenden Skelettkrieger. Der Kampf um den Eberkopf hält aber einige überraschende Wendungen auf beiden Seiten bereit.

Gleichzeitig dauert die Suche von Gerold, Olef und Feodor nach dem reinen Herzen namens Gerwod an und nimmt teilweise dramatische Formen an, als die Suchenden immer extremeren Herausforderungen gegenüberstehen.

Während der frühere Statthalter von Bernstadt mit ein paar Männern auf dem Weg nach Norden ist, um bei dem dortigen König um Unterstützung zu bitten, machen sich die Überlebenden aus Bernstadt und Waldbrück, die sich nach Flussen flüchten konnten, auf den Weg nach Süden, um den Häschern des Königs von Kernstadt, den Teramon zwischenzeitlich unter seinen Einflusst gebracht, zu entkommen.

Auch der siebte Band hat mich wieder sehr gut unterhalten und überzeugen können und weist bisher keinerlei Ermüdungserscheinungen auf. Es liegen noch viele Gefahren und Herausforderungen vor unseren Protagonisten und ich bin sehr gespannt, ob und wie sie sie hoffentlich weiterhin meistern werden.

Gerwod VII - Der Adler - Salvatore Treccarichi
Gerwod VII - Der Adler
von Salvatore Treccarichi
(2)
eBook (ePUB)
3,99

Erster Band der Honua-Saga

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 22.05.2020

Honua-Archipel, Insel Sifdal: Husubata, ein Sawale, ist zusammen mit dem Isapiten Asatal in seinem Revier auf Sifdal unterwegs, als sie eine Gruppe ankommender Erellmusa von der Nachbarinsel bemerken. Die jungen Männer der Erellmusa kommen aufgrund eines Rituals nach Sifdal, um dort gegen die Riesenvögel zu kämpfen und somit ihre Initiation zu erhalten. Husubata und Asatal sind über die Eindringlinge und deren todbringendes Ritual alles andere als begeistert und beschließen, die Gruppe im Auge zu behalten. Dabei treffen sie sowie die Erellmusa auf die Hiyweius, amphibisch lebende Wesen, die zur Eiablage an den Strand von Sifdal gekommen sind. Die Situation eskaliert, vor allem als die von den Erellmusa aufgescheuchten Riesenvögel den Spieß umdrehen und grausame Jagd auf ihre Verfolger machen. Aber es kommt noch schlimmer …

Ich kenne den Autor von seiner Gerwod-Saga, von der ich momentan den 7. Band lese. Mit Honua entführt Salvatore Treccarichi die Leser in eine ganz andere Welt, komplett frei von Menschen und bevölkert von völlig unbekannten Lebewesen mit eigenen Kulturen und Lebensweisen. Anfangs mutet Sifdal und Honua wie ein Südsee-Archipel an, jedoch stellt sich bald heraus, dass dort alles andere als paradiesische Verhältnisse herrschen.

Anfangs hatte ich wirkliche Probleme, mir die vielen neuen Namen der Protagonisten und auch die Bezeichnungen für die einzelnen Völker zu merken, aber es gibt glücklicherweise sowohl ein Personenregister wie auch eine Beschreibung der einzelnen Völker, der Tiere und Pflanzen auf Honua. Bemerkenswert ist die Phantasie des Autors, mit der er hier eine Vielfalt an neuen Lebensformen kreiert hat.

Die Welt in und um Honua ist menschenfrei und dennoch erkennt man einige menschliche Parallelen, wie Misstrauen gegenüber anderen Lebensformen und Kulturen, Missverständnisse aufgrund sprachlicher Barrieren und unterschiedlicher Bedeutung von Gesten usw. Und leider auch die allzu menschliche Anmaßung, sich über andere Lebensformen zu stellen, da sie diese als primitiv oder minderwertig ansehen.

Gerade die letzte Eigenschaft führt in dem ersten Band der Honua-Saga am Ende zu einer Entwicklung, mit der ich am Anfang überhaupt nicht gerechnet hätte. Lange Zeit dachte ich, dass die Handlung in eine andere Richtung gehen würde, aber zum Schluss wird dann klar, dass der ganze Roman eher eine Art Auftakt und Einführung für die nächsten Bände ist. Daher bin ich nun auch sehr gespannt, wohin die Reise im zweiten Band gehen wird – im wahrsten Sinne des Wortes -, und welche Entwicklung die Protagonisten durchleben werden.

Honua I - Salvatore Treccarichi
Honua I
von Salvatore Treccarichi
(3)
Buch (Taschenbuch)
14,99

Spannende Zeitreise in die frühe Bronzezeit

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 22.05.2020

Nebra vor 4000 Jahren: es herrscht Frieden zwischen den einzelnen Klans der Ruotinger, der jedoch hauptsächlich durch die tyrannische Herrschaft von Fürst Orkon aufrechterhalten wird. Der Unmut unter den Menschen wird jedoch immer größer, vor allem seit Orkons Sohn Arrak durch seine Unbeherrschtheit und Grausamkeit immer mehr den Frieden gefährdet. Die junge Priesterin Rana begehrt gegen die Tyrannen auf und will mit Hilfe der Himmelsscheibe, die ihr Vater Utrik angefertigt hat, der Herrschaft des Totengottes Hador entgegentreten und sie durch die Liebe und das Licht ihrer eigenen Göttin Destarte ersetzen.

Die Himmelsscheibe von Nebra: sehr gut kann ich mich noch daran erinnern, als damals kurz nach der Jahrtausendwende der Sensationsfund aufgetaucht ist. Die Entwicklungen bzw. Ergebnisse der neuesten Forschungen zu der Scheibe habe ich allerdings etwas aus den Augen verloren, umso mehr war ich gespannt auf diesen neuen historischen Roman des Autors, wie er die Zeit, über die ich so gut wie nichts weiß, auferstehen lässt.

Der Autor entführt die Leser in die frühe Bronzezeit, in eine Zeit, in der noch der Glaube an viele Götter lebendig war. Und in der man in der Lage war, so ein Kunstwerk wie die Himmelsscheibe anzufertigen. Was die Scheibe konkret darstellt, darüber gibt es mehrere Theorien, im Roman wird die Theorie aufgegriffen, dass Utrik, der Bronzeschmid und Ranas Vater, darin Wissen verewigt hat, dass er von seinen fernen Reisen aus dem Nahen Osten mitgebracht hat.

Die junge Rana soll in die Fußstapfen ihrer Mutter Herdis treten und deren Nachfolge als Priesterin der Göttin Destarte antreten. Rana ist jedoch verunsichert, ob dies der richtige Weg für sie ist, da sie sich nicht zutraut, eine adäquate Nachfolgerin ihrer hoch geschätzten Mutter zu sein. Nach einer Begegnung mit Arrak ist ihr Weg jedoch so gut wie festgelegt und zunehmender Unmut über die Willkür und Tyrannei von Orkon und seinem Sohn sowie die Ablehnung der Verehrung von Hador sorgen dafür, dass sich in ihr immer mehr Widerstand regt. Viele Menschen sind bereit, ihr zu folgen, aber es gibt auch einige, die ihr nahe stehen, die vor einem erneuten Krieg zurückschrecken.

Rana ist sich jedoch der Bedeutung und Symbolik der Himmelsscheibe bewusst und möchte diese für sich und den Widerstand nutzen, jedoch sind ihre Eltern strikt dagegen. Gleichzeitig spitzt sich die Situation durch Arraks Verhalten jedoch immer weiter zu.

Rana ist jung und mutig – und wie viele junge und mutige Menschen möchte sie etwas verändern. Was mir aber auch sehr gut gefallen hat, war ihre Offenheit und Neugier den Alben gegenüber, den Steinzeitmenschen, die sich in gut versteckten Enklaven zurückgezogen haben.

Ulf Schiewe lässt die damalige Zeit mit seinem spannenden Roman aufleben und zeichnet damit eine Möglichkeit, wie die Menschen damals gelebt und welche Bedeutung die Himmelsscheibe für sie gehabt haben könnte.

Die Kinder von Nebra - Ulf Schiewe
Die Kinder von Nebra
von Ulf Schiewe
(33)
eBook (ePUB)
16,99

Sechster Band der Gerwod-Saga

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 19.05.2020

Der Statthalter Harmen von Dernau, dem die Flucht aus dem von Teramon überrannten Bernstadt gelungen ist, macht sich auf den Weg zu König Gisbert, um bei ihm Unterstützung gegen den finsteren Magier und seine Verbündete zu erbitten. Allerdings ist bereits der Heilswart Gero, der unter dem Einfluss von Teramon steht, vor ihm am Königshof angekommen und ist dabei, den König gegen Harmen aufzuwiegeln. Wem von den beiden wird es gelingen, den König von seiner Sache zu überzeugen?
In der Zwischenzeit macht sich der Zähhäuter und alte Magier Helmko zusammen mit dem Ritter Isidor bereit, in den Kampf gegen die eigenen Brüder zu ziehen, um sie von dem unheiligen Einfluss Teramons zu befreien.

Auch mit dem sechsten Band gelingt es dem Autor, die Spannung aufrechtzuerhalten und die Geschichte voranzubringen. Teramon sitzt nach wie vor in Bernstadt wie eine Spinne in ihrem Netz und lässt seine Verbündete, die eigentlich nichts anderes als Marionetten sind, vor Ort oder über das Netz der Gefühle für ihn arbeiten. Sein Ziel ist es, Zwietracht unter die Völker zu bringen, damit sie sich gegenseitig misstrauen und bekämpfen. Immer weiter dehnt er seine Suche nach neuen Verbündeten aus, die er für sich und seine finstere Sache gewinnen kann.

Nachdem Helmko schmerzlicherweise feststellen musste, dass er im direkten Kampf gegen seinen ehemaligen Bruder Teramon unterlegen ist, setzt er alles daran, diejenigen Zähhäuter, die Teramon bereits unter seinen Einfluss gebracht hat, von diesem zu befreien und somit eigene Verbündete zu gewinnen. Diese Kämpfe Bruder gegen Bruder fand ich sehr traurig und tragisch, aber leider habe ich auch keinen anderen Weg gesehen, den Helmko beschreiten könnte. Und die ganze Zeit hatte ich die Angst vor den furchtbaren Nachtgreifen im Hinterkopf, die im Gebiet der Zähhäuter unterwegs sind.

Gleichzeitig liegen weiterhin alle Hoffnungen auf der Suche nach Gerwod, die den Waldkehr Gerold in die Sümpfe, den Nachtalp Olef in den eisigen Norden und den Ritter Feodor in den Süden führt - es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Am meisten habe ich dabei mit Olef und seiner stürmischen Überfahrt über die Nordsee gelitten, die neben dem Wetter auch noch mit weiteren Gefahren auf die Passagiere wartet. Ich war in jedem Fall froh, dass er die taffe Fenja an seiner Seite hat, die ihn mit ihren Männern tatkräftig unterstützt.

Besonders gespannt war ich auf die weitere Geschichte des Priesters Baldwin und seine Begleiter, die im fünften Band die Quelljochfestung in den Bergen entdeckt hatten. Und auf die weitere Rolle der wiedergekehrten Ritter, die durch ihr unerwartetes Erscheinen den Bund gegen das Böse wieder vervollständigten, aber sich leider nicht von ihrer Jagd auf die Lupiner abbringen lassen wollen.

Nach einem wiederum gelungenen sechsten Band bin ich nun gespannt, wie es im siebten Band weitergehen wird.

Gerwod VI: Der Feldzug - Salvatore Treccarichi
Gerwod VI: Der Feldzug
von Salvatore Treccarichi
(2)
eBook (ePUB)
3,99

Spannender Abschluss der Krimireihe um Eddie und Zombie

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Inzwischen lebt Eddie Beelitz seit ein paar Monaten mit ihrem Freund Jo Rheinhart, genannt Zombie, zusammen – das Zusammenleben tut vor allem Jo gut, der dadurch seine unterschwelligen Aggressionen und Depressionen immer besser in den Griff bekommt. Beruflich läuft es für Eddie jedoch immer noch etwas holprig, da ihr Kollege Adrian keine Möglichkeit auslässt, um Eddie wegen ihrer Teilzeitregelung zu mobben.

Als in einem alten Zechengelände eine weibliche Leiche gefunden wird, besteht die Staatsanwältin Dr. Röhmer jedoch ausdrücklich darauf, dass Eddie elementarer Bestandteil des Ermittlungsteams wird. Durch die Ermittlungen trifft aber auch Zombie auf einen alten Feind und sein dunkelstes Geheimnis droht ihn einzuholen.

Die Reihe um Eddie und Zombie umfasst drei Bände – und in dem Abschlussband befinden wir uns jetzt; wie also wird die Geschichte enden? Mit einem Happy End oder einer Katastrophe, denn Zombie geht zum einen keiner Konfrontation aus dem Weg, schon gar nicht, wenn Eddie dabei bedroht wird. Zudem schwebt das Aneurysma in seinem Kopf wie ein Damoklesschwert über Zombie, das zu platzen droht, sollte er einen entsprechenden Schlaf auf den Kopf bekommen.

Es bleibt also spannend, aber auch die Ermittlungen in dem Fall der toten Frau sind wieder sehr interessant. Diesmal führt die Autorin die Ermittler zu einer privaten Intensivpflege-Wohngemeinschaft, bei deren Zuständen mir als Leser ganz anders wurde. Und wieder mal kann Eddies Ermittlerinstinkt zeigen, was er wert ist. Wer mir nach wie vor gut gefallen hat, ist die Staatsanwältin, die genau mitbekommt, was in Eddies Abteilung abläuft und ihr den Rücken stärkt, aber auch klare Worte ihr gegenüber findet, als es für Eddie nicht so gut läuft.

Der dritte Teil um Eddie und Jo konnte mich wieder voll überzeugen, vor allem mit seinem ziemlich überraschenden Ende. Aber dennoch bin ich auch etwas traurig, dass diese Reihe nun zu Ende ist. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sich Lucie Flebbe wieder neue tolle Charaktere und spannende Krimihandlungen einfallen lassen wird.

Jenseits von tot - Lucie Flebbe
Jenseits von tot
von Lucie Flebbe
(10)
eBook (ePUB)
9,99

Fünfter Teil der Suche nach dem reinen Herzen im Kampf gegen das Böse

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Der vierte Band endet damit, dass Bernstadt nach einem furchtbaren und grausamen Kampf gefallen ist. Die letzten Überlebenden kämpfen sich durch Eis und Schnee fort von dem Ort des Grauens und hoffen, die nächstgrößere Stadt lebend zu erreichen.

Währenddessen kommen Helmko und Isidor vor den Toren Bernstadts an und müssen erkennen, dass sie zu spät gekommen sind. Fatalerweise bleibt ihr Erscheinen nicht unentdeckt und es kommt zu einer Konfrontation zwischen Teramon und Helmko.

Teramon wiederum gibt sich nicht zufrieden mit der Eroberung von Bernstadt, immer weiter will er seine böse Macht über das Land ausbreiten und schickt dafür den unter seinem Bann stehenden Heilswart Gero nach Kernstadt, um dort König Gisbert auf seine Seite zu ziehen. Ausgerechnet Gero, der mir sowieso schon mit seiner arroganten Art einfach nur unsympathisch ist. Aber auch Bernstadts ehemaliger Statthalter Harmen von Dernau macht sich nach Kernstadt auf, um dem König über die katastrophale Niederlage von Bernstadt zu berichten und um weitere Unterstützung zu bitten. Es kommt zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Der spannendste Handlungsstrang in diesem Buch spielt jedoch an einem ganz anderen Ort, der längst vergessen ist und bei dem es sich um die titelgebende Bergfestung handelt. Ausgerechnet der Priester Baldwin, der bei mir bisher sehr ambivalente Gefühle hervorgerufen hat, und seine Begleiter entdecken diesen verlassenen Platz und seine Geheimnisse. Und diese Geheimnisse sind mehr als verblüffend, vor allem hätte ich mit so einer Wendung niemals gerechnet. Diese Entwicklung würde so viel Potential und Möglichkeiten für den Kampf gegen Teramon und seine unheiligen Artefakte bieten, wenn ihre Protagonisten nicht mit ganz anderen Zielen beschäftigt wären. Es bleibt also weiterhin spannend, wohin dieser neu entstandene Handlungsstrang noch führen wird. In jedem Fall sorgt die Bergfestung dafür, dass der vorliegende fünfte Band zu meinen Favoriten der Serie zählt.

Ich bin nun sehr gespannt auf den sechsten Teil und kann sagen, dass die Gerwod-Saga bisher noch nichts von ihrem Reiz verloren hat, ganz im Gegenteil, die Geschichte bietet noch sehr viel Potenzial.

Gerwod V: Die Bergfestung - Salvatore Treccarichi
Gerwod V: Die Bergfestung
von Salvatore Treccarichi
(5)
eBook (ePUB)
3,99

 
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