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Deutsches Haus

Gekürzte Lesung. Ausgezeichnet mit dem Deutsche Hörbuchpreis 2019 für die Beste Interpretin (Eva Meckbach)

Von der Erfinderin der TV-Serien Weissensee und Ku'damm 56 / 59

»Dieser Roman kommt genau zur richtigen Zeit.« Iris Berben 

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.

Portrait
Annette Hess, geboren 1967 in Hannover, wandte sich nach dem Studium der Malerei und Innenarchitektur dem Szenischen Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin zu. Es folgten Tätigkeiten als freie Journalistin, Programm- und Regieassistentin beim ARD-Fernsehen und als Drehbuchlektorin für Produktionsfirmen und Sender. Bekannt wurde sie durch ihre Fernsehserien Weissensee, Ku’damm 56 und Ku’damm 59. Annette Hess lebt in Niedersachsen und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Grimme-Preis, den Frankfurter Preis der Autoren sowie den Deutschen Fernsehpreis.

Eva Meckbach war von 2006 bis 2019 an der Schaubühne Berlin engagiert. Darüber hinaus seht sie für TV und Kinoproduktionen wie Tatort oder Was bleibt und Wunschkinder vor der Kamera. Als Hörbuchsprecherin war Eva Meckbach an verschiedenen Rundfunkproduktionen beteiligt und hat als »Beste Interpretin« den Deutschen Hörbuchpreis 2019 mit ihrer feinfühligen Lesung von Annette Hess' Deutsches Haus gewonnen.

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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Eva Meckbach
Anzahl 7
Erscheinungsdatum 21.09.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783957131386
Verlag Hörbuch Hamburg
Auflage 2. Auflage, Gekürzte Ausgabe
Spieldauer 535 Minuten
Verkaufsrang 1.101
Hörbuch (CD)
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14,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Stimmungsbild der 60er Jahre “

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Wie empfindet die Generation der Nachkriegsgeborenen das Schweigen ihrer Eltern über die NS-Zeit? A. Hess hat darüber einen Roman gewoben, der ein authentisches Stimmungsbild der 60er Jahre einfängt. Die oft allzu triviale Darstellungsweise konnte mich aber nur teilweise überzeugen. Wie empfindet die Generation der Nachkriegsgeborenen das Schweigen ihrer Eltern über die NS-Zeit? A. Hess hat darüber einen Roman gewoben, der ein authentisches Stimmungsbild der 60er Jahre einfängt. Die oft allzu triviale Darstellungsweise konnte mich aber nur teilweise überzeugen.

„In jeder Hinsicht der schwierigste Auftrag einer jungen Dolmetscherin!“

J. Öfele, Thalia-Buchhandlung Heidenheim

Die junge Dolmetscherin Eva beginnt, bei den Auschwitz-Prozessen die Aussagen der Zeugen vom Polnischen ins Deutsche zu übertragen, ohne vorherzusehen, worauf sie sich dabei eingelassen hat. Diese Aufgabe bringt sie zu Beginn an ihre sprachlichen und später sogar an ihre emotionalen Grenzen. Doch sie spürt eine Verpflichtung, die mit Gedanken von Schuld, Wut, Entsetzen und Verwirrung einhergeht und ihr Mitgefühl weckt.
Fesselnd und aufwühlend!
Die junge Dolmetscherin Eva beginnt, bei den Auschwitz-Prozessen die Aussagen der Zeugen vom Polnischen ins Deutsche zu übertragen, ohne vorherzusehen, worauf sie sich dabei eingelassen hat. Diese Aufgabe bringt sie zu Beginn an ihre sprachlichen und später sogar an ihre emotionalen Grenzen. Doch sie spürt eine Verpflichtung, die mit Gedanken von Schuld, Wut, Entsetzen und Verwirrung einhergeht und ihr Mitgefühl weckt.
Fesselnd und aufwühlend!

„Historische Verantwortung“

Verena Flor, Thalia-Buchhandlung Hagen

Diese Geschichte rührt einen auf, lässt einen innehalten und bewegt von der ersten bis zur letzten Seite hin.Hess schafft es einen politischen Roman lesertauglich zu machen. Zu Beginn ist man genauso naiv, wie die Protagonistin, doch man entwickelt sich mit ihr. Selten habe ich ein Buch erlebt, dass das bewerkstelligen kann. Es macht einem klar, wie groß die eigene politische Anschauung ist. Diese Geschichte rührt einen auf, lässt einen innehalten und bewegt von der ersten bis zur letzten Seite hin.Hess schafft es einen politischen Roman lesertauglich zu machen. Zu Beginn ist man genauso naiv, wie die Protagonistin, doch man entwickelt sich mit ihr. Selten habe ich ein Buch erlebt, dass das bewerkstelligen kann. Es macht einem klar, wie groß die eigene politische Anschauung ist.

„Wie war so etwas möglich, wie konnte es soweit kommen?“

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Jena

Eva, behütete Tochter aus einer bürgerlichen Familie, übersetzt beim ersten Auschwitzprozess. Was sie dort Unvorstellbares erfährt, bringt ihr komplettes Leben ins Wanken. Ein großartiger, tiefgründiger, wichtiger Roman über Schuld, Verdrängung, Täter und Mitläufer, über Veranwortung, Familien und so viel mehr. Eva, behütete Tochter aus einer bürgerlichen Familie, übersetzt beim ersten Auschwitzprozess. Was sie dort Unvorstellbares erfährt, bringt ihr komplettes Leben ins Wanken. Ein großartiger, tiefgründiger, wichtiger Roman über Schuld, Verdrängung, Täter und Mitläufer, über Veranwortung, Familien und so viel mehr.

„Fesselnd und lebendig!“

Ulrike Ackermann, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Frankfurt a. Main 1963 - Eva Bruhns ist Dolmetscherin für Polnisch und soll bei den anstehenden Auschwitz-Prozessen polnische Zeugenaussagen vor Gericht übersetzen. Ihre Familie und ihr Verlobter sind absolut dagegen. Warum???

Die Autorin versteht es immer wieder gekonnt, uns die Zeiten des Krieges und die schweren Zeiten danach unterhaltsam näher zu bringen.

Klare Leseempfehlung!
Frankfurt a. Main 1963 - Eva Bruhns ist Dolmetscherin für Polnisch und soll bei den anstehenden Auschwitz-Prozessen polnische Zeugenaussagen vor Gericht übersetzen. Ihre Familie und ihr Verlobter sind absolut dagegen. Warum???

Die Autorin versteht es immer wieder gekonnt, uns die Zeiten des Krieges und die schweren Zeiten danach unterhaltsam näher zu bringen.

Klare Leseempfehlung!

„Lange zugedeckte Verbrechen“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Eine junge Frau gerät unerwartet als Dolmetscherin in die Vorbereitung des Auschwitz-Prozesses. Die unmittelbare Nähe zu den Zeugen, die die furchtbarsten Erlebnisse ihres Lebens schildern, erzeugt eine hohe Intensität und Spannung.
Die Atmosphäre der frühen sechziger Jahre, vor allem die Situation junger Frauen, hat die Autorin gekonnt eingefangen.

Das Leselevel ist vergleichbar mit dem Roman "Bühlerhöhe" von Brigitte Glaser.
Eine junge Frau gerät unerwartet als Dolmetscherin in die Vorbereitung des Auschwitz-Prozesses. Die unmittelbare Nähe zu den Zeugen, die die furchtbarsten Erlebnisse ihres Lebens schildern, erzeugt eine hohe Intensität und Spannung.
Die Atmosphäre der frühen sechziger Jahre, vor allem die Situation junger Frauen, hat die Autorin gekonnt eingefangen.

Das Leselevel ist vergleichbar mit dem Roman "Bühlerhöhe" von Brigitte Glaser.

„Von der Geschichte eingeholt“

Saidjah Hauck, Thalia-Buchhandlung Köln, Rhein-Center

Eva Bruhns soll im ersten Auschwitz-Prozess die Zeugenaussagen übersetzen. Ihr Verlobter und Ihre Eltern sind strickt dagegen. Warum Bloß so vehement? Nach und nach versteht Eva, dass diese Geschichte auch mit ihr selbst zu tun hat und dass nach diesem Prozess ihr Leben ein anderes wird.

Großartige Geschichtsstunde, interessante Familiengeschichte und spannend erzählter Zeitdokument. Wirkt lange nach. Unbedingt lesen!
Eva Bruhns soll im ersten Auschwitz-Prozess die Zeugenaussagen übersetzen. Ihr Verlobter und Ihre Eltern sind strickt dagegen. Warum Bloß so vehement? Nach und nach versteht Eva, dass diese Geschichte auch mit ihr selbst zu tun hat und dass nach diesem Prozess ihr Leben ein anderes wird.

Großartige Geschichtsstunde, interessante Familiengeschichte und spannend erzählter Zeitdokument. Wirkt lange nach. Unbedingt lesen!

„Schweigen und Verdrängen “

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Limburg

Während des Frankfurter Auschwitz Prozesses erfährt die junge Dolmetscherin Eva erstmals etwa über die Greueltaten der Nazis. Nach und nach entdeckt sie das auch ihre heile Familie nicht unschuldig war.
Ein Buch über Schweigen und Verdrängen, eingebettet in spießige Bürgerlichkeit und der Schuld die noch auf der Nachkriegs-Generation lastet.
Während des Frankfurter Auschwitz Prozesses erfährt die junge Dolmetscherin Eva erstmals etwa über die Greueltaten der Nazis. Nach und nach entdeckt sie das auch ihre heile Familie nicht unschuldig war.
Ein Buch über Schweigen und Verdrängen, eingebettet in spießige Bürgerlichkeit und der Schuld die noch auf der Nachkriegs-Generation lastet.

„Eindrucksvoll und spannend“

N. Zahlaus, Thalia-Buchhandlung Halle

Der Roman mit seiner Geschichte um die Übersetzerin Eva, die zufällig im ersten Auschwitz-Prozess die polnischen Zeugenaussagen übersetzt, hat mich ehrlich überwältigt. Einerseits bekommt der Leser kaum aushaltbare Eindrücke aus der Zeit des Holocaust, andererseits einen Einblick in die gesellschaftliche Verdrängung der Nazi-Verbrechen zwei Jahrzehnte nach Ende des zweiten Weltkrieges.
Das Buch hat mir tatsächlich die Augen geöffnet, da ich mir des Ausmaßes an Verdrängung und Leugnung in den Jahrzehnten nach dem Krieg nicht annähernd bewusst war.
Sehr lesenswert, nicht nur für Geschichtsfans, da vor allem auch die Geschichte um die Familie Bruhns im Vordergrund steht.
Der Roman mit seiner Geschichte um die Übersetzerin Eva, die zufällig im ersten Auschwitz-Prozess die polnischen Zeugenaussagen übersetzt, hat mich ehrlich überwältigt. Einerseits bekommt der Leser kaum aushaltbare Eindrücke aus der Zeit des Holocaust, andererseits einen Einblick in die gesellschaftliche Verdrängung der Nazi-Verbrechen zwei Jahrzehnte nach Ende des zweiten Weltkrieges.
Das Buch hat mir tatsächlich die Augen geöffnet, da ich mir des Ausmaßes an Verdrängung und Leugnung in den Jahrzehnten nach dem Krieg nicht annähernd bewusst war.
Sehr lesenswert, nicht nur für Geschichtsfans, da vor allem auch die Geschichte um die Familie Bruhns im Vordergrund steht.

„Hinschauen statt Verdrängen“

Ruth Roßmeisl, Thalia-Buchhandlung Regensburg

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Gruppierungen konkret wieder versuchen, Menschen und Völker gegeneinander auszuspielen, ist dieses Buch so wichtig wie noch nie. Eine Aufforderung zum Hinschauen , Verantwortung zu tragen anstatt zu Verdrängen! Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Gruppierungen konkret wieder versuchen, Menschen und Völker gegeneinander auszuspielen, ist dieses Buch so wichtig wie noch nie. Eine Aufforderung zum Hinschauen , Verantwortung zu tragen anstatt zu Verdrängen!

„Von den dunklen Abgründen der Menschlichkeit in der Geschichte ...“

Julia Sesulka, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Anfänglich etwas gedehnt erzählt, nimmt dieser Roman mit einem Mal eine solche Spannung auf, dass dem Leser nichts anderes übrig bleibt, als sich voll und ganz ihrem Verlauf zu widmen und dieses Buch nicht mehr aus der Hand zu legen ...
Emotional traf mich dieses Buch manchmal sehr hart, jederzeit aber mit voller Bewunderung für das Herzblut der Autorin, wie sie diese Geschichte erzählt, und gleichzeitig für all die Menschen, die diesen Roman mit ihren Erfahrungen gespickt haben.

Anfänglich etwas gedehnt erzählt, nimmt dieser Roman mit einem Mal eine solche Spannung auf, dass dem Leser nichts anderes übrig bleibt, als sich voll und ganz ihrem Verlauf zu widmen und dieses Buch nicht mehr aus der Hand zu legen ...
Emotional traf mich dieses Buch manchmal sehr hart, jederzeit aber mit voller Bewunderung für das Herzblut der Autorin, wie sie diese Geschichte erzählt, und gleichzeitig für all die Menschen, die diesen Roman mit ihren Erfahrungen gespickt haben.

„Ein Prozess, der Deutschland veränderte. “

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Generalstaatsanwalt Bauer will deutlich werden: SS Verantwortliche sollen zur Rechenschaft gezogen , die deutsche Öffentlichkeit aufgerüttelt und den Opfern eine Stimme gegeben werden. Eva Bruhns , eine junge Frau wird Dolmetscherin im aufsehenerregenden Prozess - gegen den Willen ihrer Eltern und ihres Verlobten ! Die Gründe dafür liegen zunächst im Dunklen. ..Spannende und berührende Verknüpfung von privater und politisch brisanter Geschichte ! Den Film sieht man schon vor sich - das Drehbuch schreiben kann Annette Hess nicht verleugnen... Generalstaatsanwalt Bauer will deutlich werden: SS Verantwortliche sollen zur Rechenschaft gezogen , die deutsche Öffentlichkeit aufgerüttelt und den Opfern eine Stimme gegeben werden. Eva Bruhns , eine junge Frau wird Dolmetscherin im aufsehenerregenden Prozess - gegen den Willen ihrer Eltern und ihres Verlobten ! Die Gründe dafür liegen zunächst im Dunklen. ..Spannende und berührende Verknüpfung von privater und politisch brisanter Geschichte ! Den Film sieht man schon vor sich - das Drehbuch schreiben kann Annette Hess nicht verleugnen...

„Filmisch !“

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Annette Hess schreibt wunderbare Drehbücher ( Weissensee/ Ku`Damm ).Auch dieser erste Roman
ist toll und voller überraschender Wendungen.
Eine junge Frau , welche als Dolmetscherin im
ersten Kriegsverbrecherprozess ihre Gewißheiten
und ihre geistige Unschuld verliert.
Der Stoff ruft nach einer Verfilmung.
Annette Hess schreibt wunderbare Drehbücher ( Weissensee/ Ku`Damm ).Auch dieser erste Roman
ist toll und voller überraschender Wendungen.
Eine junge Frau , welche als Dolmetscherin im
ersten Kriegsverbrecherprozess ihre Gewißheiten
und ihre geistige Unschuld verliert.
Der Stoff ruft nach einer Verfilmung.

„Gegen das Vergessen“

Beate Mildenberger, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Die Sprachlosigkeit und das Stillschweigen der Kriegsgeneration erlebt die junge Eva auch in ihrer eigenen Familie hautnah. Sie ist Anfang der 60er Jahre als Dolmetscherin bei Gericht tätig und erfährt Dinge, welches
ihr ganzes Weltbild auf den Kopf stellt.
Ein wichtiges Buch; bewegend und fesselnd zugleich.
Die Sprachlosigkeit und das Stillschweigen der Kriegsgeneration erlebt die junge Eva auch in ihrer eigenen Familie hautnah. Sie ist Anfang der 60er Jahre als Dolmetscherin bei Gericht tätig und erfährt Dinge, welches
ihr ganzes Weltbild auf den Kopf stellt.
Ein wichtiges Buch; bewegend und fesselnd zugleich.

„Deutsche Vergangenheit“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

60er Jahre Bundesrepublik: Immer noch Wirtschaftswunderzeit, aber auch immer noch eine Zeit des Vergessens und Verdrängens und des "nicht darüber sprechen" Wollens. Die Übersetzerin Eva bricht aus: Aus der Spießigkeit, aber vor allem aus dem Schweigen. Sie stellt Fragen, hört den Opfern zu, deckt schonungslos auf, auch innerhalb der eigenen Familie, fordert Zivilcourage ein und klagt die Täter an. Annette Hess, die als Drehbuchautorin von "Weissensee" schon ein feinfühliges Gespür für die Aufarbeitung deutscher Wirklichkeit gezeigt hat, trifft auch hier den richtigen Ton. 60er Jahre Bundesrepublik: Immer noch Wirtschaftswunderzeit, aber auch immer noch eine Zeit des Vergessens und Verdrängens und des "nicht darüber sprechen" Wollens. Die Übersetzerin Eva bricht aus: Aus der Spießigkeit, aber vor allem aus dem Schweigen. Sie stellt Fragen, hört den Opfern zu, deckt schonungslos auf, auch innerhalb der eigenen Familie, fordert Zivilcourage ein und klagt die Täter an. Annette Hess, die als Drehbuchautorin von "Weissensee" schon ein feinfühliges Gespür für die Aufarbeitung deutscher Wirklichkeit gezeigt hat, trifft auch hier den richtigen Ton.

„Roman zu einem wichtigen Thema“

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim Rhein-Ruhr-Zentrum

Dieses Buch schließt eine Lücke zwischen den Themen der vielen aktuellen Romane zur deutschen Zeitgeschichte.
Eine junge Frau wird 1963 in Frankfurt als Übersetzerin im ersten Auschwitz-Prozeß angestellt.
Es ist ihre Entwicklungsgeschichte, die Geschichte der vielen Täter, Mitläufer, der im Nachkriegsdeutschland Untergetauchten und derer, die glauben durch Schweigen, vergessen zu können.
"Deutsches Haus" regt zum Nachdenken und Diskutieren an!
Dieses Buch schließt eine Lücke zwischen den Themen der vielen aktuellen Romane zur deutschen Zeitgeschichte.
Eine junge Frau wird 1963 in Frankfurt als Übersetzerin im ersten Auschwitz-Prozeß angestellt.
Es ist ihre Entwicklungsgeschichte, die Geschichte der vielen Täter, Mitläufer, der im Nachkriegsdeutschland Untergetauchten und derer, die glauben durch Schweigen, vergessen zu können.
"Deutsches Haus" regt zum Nachdenken und Diskutieren an!

„Unwissenheit oder Verdrängen..?“

Judith Wolf, Thalia-Buchhandlung Münster

Eva ist Dolmetscherin und wird gebeten bei einem brisanten Prozess als Übersetzerin zu arbeiten..
Gegen den Willen aller, die sie liebt, willigt sie ein und muss sich fortan mit den Grausamkeiten von Auschwitz auseinandersetzen. Dass dieser Prozess ihr bisheriges Leben und das aller in Deutschland verändern wird, ahnt sie erst mit der Zeit..!
Ein Buch, dass den Leser wie ein Sog mit sich zieht und ihn auch nach Beendigung des Lesens nicht so leicht loslässt..
Dieses Buch kommt genau zur richtigen Zeit!!!
Eva ist Dolmetscherin und wird gebeten bei einem brisanten Prozess als Übersetzerin zu arbeiten..
Gegen den Willen aller, die sie liebt, willigt sie ein und muss sich fortan mit den Grausamkeiten von Auschwitz auseinandersetzen. Dass dieser Prozess ihr bisheriges Leben und das aller in Deutschland verändern wird, ahnt sie erst mit der Zeit..!
Ein Buch, dass den Leser wie ein Sog mit sich zieht und ihn auch nach Beendigung des Lesens nicht so leicht loslässt..
Dieses Buch kommt genau zur richtigen Zeit!!!

„ Ein berührendes Lese-Highlight im Herbst/ Winter 2018!“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Wie Annette Hess es macht, uns immer wieder mit großartigen Geschichten, trotz ernsthafter Themen, zu begeistern, weiß ich wirklich nicht. Doch ihr Roman 'Deutsches Haus' entwickelt einen Lesesog, dem man sich nicht entziehen kann. Im Fokus des angenehm geschriebenen Romans steht Eva, eine junge Dolmetscherin, die entgegen des Rats ihrer Eltern am ersten Auschwitz-Prozess 1965 in Frankfurt mitarbeitet. Erschüttert muss sie feststellen, dass die Nachkriegsgeneration noch immer mit damaligen Gräuel zu kämpfen hat. Doch inwieweit war ihre Familie involviert? Wird die Gerechtigkeit siegen? Die NS-Vergangenheit ist zwanzig Jahre nach Kriegsende noch nicht zu Ende. Diese Erkenntnis wird das Leben der jungen Eva grundlegend verändern. Ein eindrücklich erzähltes Stück Zeitgeschichte - akribisch recherchiert - fängt den Zeitgeist der 'Wirtschaftswunderjahre' authentisch ein und wir LeserInnen merken schnell, dass es nicht für jeden ein Wunder bereit hielt. Wie Annette Hess es macht, uns immer wieder mit großartigen Geschichten, trotz ernsthafter Themen, zu begeistern, weiß ich wirklich nicht. Doch ihr Roman 'Deutsches Haus' entwickelt einen Lesesog, dem man sich nicht entziehen kann. Im Fokus des angenehm geschriebenen Romans steht Eva, eine junge Dolmetscherin, die entgegen des Rats ihrer Eltern am ersten Auschwitz-Prozess 1965 in Frankfurt mitarbeitet. Erschüttert muss sie feststellen, dass die Nachkriegsgeneration noch immer mit damaligen Gräuel zu kämpfen hat. Doch inwieweit war ihre Familie involviert? Wird die Gerechtigkeit siegen? Die NS-Vergangenheit ist zwanzig Jahre nach Kriegsende noch nicht zu Ende. Diese Erkenntnis wird das Leben der jungen Eva grundlegend verändern. Ein eindrücklich erzähltes Stück Zeitgeschichte - akribisch recherchiert - fängt den Zeitgeist der 'Wirtschaftswunderjahre' authentisch ein und wir LeserInnen merken schnell, dass es nicht für jeden ein Wunder bereit hielt.

„Nichts gewusst und keine Ahnung?“

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Eva Bruhns ist Polnisch-Dolmetscherin und erhält 1963 in Frankfurt einen Übersetzungsauftrag für den Auschwitz-Prozess. Gegen den Willen ihrer Eltern und ihres Verlobten nimmt sie den Auftrag an und kommt dabei den Verwicklungen ihrer Familie in Auschwitz auf die Spur.

Bekannt geworden durch ihre Drehbücher für die Fernsehserien Weissensee und Ku’damm 56/59, bedient sich Annette Hess in ihrem Roman einer schnörkellosen und eindringlichen Sprache. Dabei versteht sie es, ein Stück Zeitgeschichte schockierend und überaus packend zu erzählen. Sie vermittelt uns Lesern: was die Einen vergessen wollen, ist für die Anderen ein ständiger Begleiter und beeinflusst nachfolgende Generationen.

Wichtiger und überaus lesenswerter Roman vor realen Hintergründen!
Eva Bruhns ist Polnisch-Dolmetscherin und erhält 1963 in Frankfurt einen Übersetzungsauftrag für den Auschwitz-Prozess. Gegen den Willen ihrer Eltern und ihres Verlobten nimmt sie den Auftrag an und kommt dabei den Verwicklungen ihrer Familie in Auschwitz auf die Spur.

Bekannt geworden durch ihre Drehbücher für die Fernsehserien Weissensee und Ku’damm 56/59, bedient sich Annette Hess in ihrem Roman einer schnörkellosen und eindringlichen Sprache. Dabei versteht sie es, ein Stück Zeitgeschichte schockierend und überaus packend zu erzählen. Sie vermittelt uns Lesern: was die Einen vergessen wollen, ist für die Anderen ein ständiger Begleiter und beeinflusst nachfolgende Generationen.

Wichtiger und überaus lesenswerter Roman vor realen Hintergründen!

„Wichtige Vergangenheitsbewältigung“

Christine Pajak, Thalia-Buchhandlung Lutherstadt Wittenberg

Die Auseinandersetzung mit Auschwitz ist nach wie vor wichtig. Annette Hess hat zu diesem Thema einen leicht lesbaren Roman geschrieben, mit einer bildhaften Sprache und Spannung, jedoch nicht frei von Kitsch und so mancher Formulierungsschwäche. Für mich waren ein paar Stellen recht vorhersehbar.
Wer "Ku'damm 56/59" und "Weissensee" mochte, wird auch dieses Buch mögen, denn Annette Hess hat die Gabe deutsche Vergangenheit greif- und erlebbar und schwere Themen leicht zugänglich zu machen.
Die Auseinandersetzung mit Auschwitz ist nach wie vor wichtig. Annette Hess hat zu diesem Thema einen leicht lesbaren Roman geschrieben, mit einer bildhaften Sprache und Spannung, jedoch nicht frei von Kitsch und so mancher Formulierungsschwäche. Für mich waren ein paar Stellen recht vorhersehbar.
Wer "Ku'damm 56/59" und "Weissensee" mochte, wird auch dieses Buch mögen, denn Annette Hess hat die Gabe deutsche Vergangenheit greif- und erlebbar und schwere Themen leicht zugänglich zu machen.

„Auschwitz vor Gericht“

Ines Böcker, Thalia-Buchhandlung Essen

Das Deutsche Haus ist die Gaststätte von Evas Bruhns Eltern in Frankfurt. Die Bruhns sind eine ganz normale Familie in Deutschland Anfang der 60er Jahre. Einfache, aber fleißige und liebevolle Menschen. Die Vergangenheit der Nazizeit liegt lange zurück und ist kein Thema.
Doch dann wird Eva als Dolmetscherin für den ersten Auschwitzprozess engagiert, ihre Eltern, ihre Schwester und ihr Verlobter reagieren mit Ablehnung, wie eine große Mehrheit der Deutschen, die der Auffassung sind, man solle die Vergangenheit doch endlich ruhen lassen, schließlich ist Deutschland jetzt Demokratie.
Doch unter der Oberfläche der Gesellschaft nistet weiterhin der Ungeist jener Jahre, Vorurteile gegenüber Juden sind noch lange nicht überwunden.
Beim Lesen kam mir immer wieder der Gedanke, wie spießig und erstickend diese Zeit gewesen sein muss, in der sich die Gesellschaft hinter prüden Moralvorstellungen und ihrem materiellen Wohlstand versteckte, um jede Konfrontation mit der Vergangenheit, die der Auschwitzprozess dann erzwang, zu vermeiden.
Annette Hess erzählt dieses Stück deutscher Zeitgeschichte unheimlich lebendig und aufwühlend.
Das Deutsche Haus ist die Gaststätte von Evas Bruhns Eltern in Frankfurt. Die Bruhns sind eine ganz normale Familie in Deutschland Anfang der 60er Jahre. Einfache, aber fleißige und liebevolle Menschen. Die Vergangenheit der Nazizeit liegt lange zurück und ist kein Thema.
Doch dann wird Eva als Dolmetscherin für den ersten Auschwitzprozess engagiert, ihre Eltern, ihre Schwester und ihr Verlobter reagieren mit Ablehnung, wie eine große Mehrheit der Deutschen, die der Auffassung sind, man solle die Vergangenheit doch endlich ruhen lassen, schließlich ist Deutschland jetzt Demokratie.
Doch unter der Oberfläche der Gesellschaft nistet weiterhin der Ungeist jener Jahre, Vorurteile gegenüber Juden sind noch lange nicht überwunden.
Beim Lesen kam mir immer wieder der Gedanke, wie spießig und erstickend diese Zeit gewesen sein muss, in der sich die Gesellschaft hinter prüden Moralvorstellungen und ihrem materiellen Wohlstand versteckte, um jede Konfrontation mit der Vergangenheit, die der Auschwitzprozess dann erzwang, zu vermeiden.
Annette Hess erzählt dieses Stück deutscher Zeitgeschichte unheimlich lebendig und aufwühlend.

„Eine berührende und aufrüttelnde Geschichte“

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Im Wohlstandsmuff der frühen 60er Jahre wird eine junge Frau schmerzlich mit den Verbrechen der Nazis & der Verstrickung ihrer Familie konfrontiert. Bewegend- ein wichtiges Buch! Im Wohlstandsmuff der frühen 60er Jahre wird eine junge Frau schmerzlich mit den Verbrechen der Nazis & der Verstrickung ihrer Familie konfrontiert. Bewegend- ein wichtiges Buch!

„Ein sehr authentisches Zeitdokument“

Alexandra Herrmann, Thalia-Buchhandlung Gießen

Die junge Dolmetscherin kommt durch Zufall in Berührung mit dem 1. Auschwitzprozess in Deutschland und übernimmt die Aufgabe als Übersetzerin der polnischen Opfer gegen den Willen ihrer Familie und ihres Verlobten, um ihnen eine Stimme zu geben.
In einer sehr unaufgeregten Sprache erzählt die Autorin aus einer Zeit, die geprägt war von dem Aufbruch in ein Neues Leben und einer Verleugnung und Verdrängung der grausamen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus.
Ein Buch, das tief berührt und noch lange nachklingt.
Die junge Dolmetscherin kommt durch Zufall in Berührung mit dem 1. Auschwitzprozess in Deutschland und übernimmt die Aufgabe als Übersetzerin der polnischen Opfer gegen den Willen ihrer Familie und ihres Verlobten, um ihnen eine Stimme zu geben.
In einer sehr unaufgeregten Sprache erzählt die Autorin aus einer Zeit, die geprägt war von dem Aufbruch in ein Neues Leben und einer Verleugnung und Verdrängung der grausamen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus.
Ein Buch, das tief berührt und noch lange nachklingt.

„Vielschichtig!“

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Ein wichtiges Thema, spannend erzählt und verpackt in eine vielschichtige Handlung. "Deutsches Haus" bringt die deutsche Nachkriegszeit in vielen Facetten auf den Punkt. Ein wichtiges Thema, spannend erzählt und verpackt in eine vielschichtige Handlung. "Deutsches Haus" bringt die deutsche Nachkriegszeit in vielen Facetten auf den Punkt.

„Ein Kapitel deutscher Geschichte“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Der Verlag wirbt damit, dass Annette Hess die Erfinderin der TV-Serien „Weissensee“ und „Ku’damm 56 / 59“ ist. Das mag für viele vielleicht schon ein Grund sein, ihren ersten Roman in die Hand zu nehmen. Bei mir war es aber definitiv das Thema, denn ich kenne die Serien zwar vom Namen her, habe sie allerdings nie gesehen. Insofern kann ich Ihnen auch nicht sagen, ob Sie etwas in der gleichen Art oder Qualität vorfinden werden. Ich kann Ihnen also nur etwas über dieses Romandebüt erzählen.

Nachdem ich das Buch geöffnet hatte, fiel mir als erstes die ungewöhnliche Gestaltung des Textes auf. Es gab einen Teil Text und dann kam ein Querstrich. Dies setzt sich durch das ganze Buch fort. Jeder Querstrich ist im Prinzip der Trennstrich zwischen den einzelnen Kapiteln. Aber durch diese Optik erhält der Text irgendwie subjektiv eine andere Qualität. Er wirkt dadurch auf mich eher wie ein Protokoll.

Eva, geboren 1939, ist Dolmetscherin für u.a. Polnisch. Sie arbeitet für eine Agentur und übersetzt zumeist Texte aus dem Wirtschaftsbereich. Völlig überraschend wird sie zu einem Termin gebeten, wo es um eine Zeugenaussage eines Polen geht. Sie hat zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Ahnung, worum es eigentlich geht. Sie lebte bisher ein ganz normales Leben mit ihren Eltern, die eine Wirtschaft mit dem Namen „Deutsches Haus“ betreiben, ihrer älteren Schwester Annegret, einer Säuglingsschwester, ihrem jüngeren Bruder Stefan und dem Dackel Purzel. Sie ist verlobt mit Jürgen, der der Erbe eines Kaufhauskonzerns ist. Sie bereit, eine ganz normale Ehe einzugehen, bei der einzig und alleine der Ehemann bestimmt, was sie tun und lassen darf. Doch dann bekommt sie das Angebot als Dolmetscherin bei dem 1. Auschwitz-Prozess mitzuwirken. Ihre Familie und ihr Verlobter sind dagegen, doch entgegen deren Rat, entscheidet sie sich, diese Stelle anzunehmen. Sie ahnt nicht, worauf sie sich da einlässt. Und so begleiten wir Eva durch den 1. Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965. Eva, die bis dahin nichts von der Existenz dieses Konzentrations- und Vernichtungslagers ahnte, identifiziert sich immer mehr mit den Opfern. Und irgendwie kommen ihr so ganz langsam Erinnerungen aus ihrer Kindheit, die sie nicht wirklich zuordnen kann. Ihre Familie behält zu diesem Thema ihr eisiges Schweigen bei.

Dieser Roman hat mich tief aufgewühlt und wird mich noch lange begleiten. Er wirft viele Fragen auf, die mir meine Familie leider nicht mehr beantworten kann. Mich schockiert in diesem Buch wieder, wie auch schon in dem Roman „Wenn wir wieder leben“ von Charlotte Roth, wie vehement die Menschen die Zeit des 3. Reichs totschweigen und einfach vergessen wollen. Meine Mutter ist wie Eva 1939 geboren. Was hat sie von diesen Prozessen mitbekommen? Wie hat sie zu diesem Thema damals gedacht? Sie kann ich noch fragen, aber meinen Vater und meine Großeltern leider nicht mehr. Was hat meine Familie während des 3. Reichs gemacht? Meine Großeltern, Urgroßeltern, Großonkel und Großtanten? Ich werde es nie mehr erfahren? Haben sie einfach weggeschaut? Haben sie nichts gemacht? Oder haben sie sich doch irgendwie aktiv beteiligt oder Widerstand im Kleinen geleistet? Und ganz schlimm ist für mich immer wieder die Frage „Wie würde ich reagieren, wenn es wieder so weit kommen sollte?“. Hätte ich den Mut und die Kraft etwas dagegen zu tun?

Das 2. Thema in diesem Roman, was mich fasziniert hat, ist das Leben der Menschen Anfang der 60er Jahre. Welche Rechte ein Mann über seine Frau hatte, auch wenn er bis dato erst mit ihr verlobt ist. Wir wissen es heute eigentlich gar nicht mehr richtig zu schätzen, was die Frauenbewegung für uns heute erreicht hat. Uns kommt es alles so selbstverständlich vor. Dabei durften Frauen erst ab 1977 eigenständig entscheiden, ob sie arbeiten wollten, oder nicht.

Irgendwo habe ich im Netz gelesen, dass der Ullstein Verlag das Buch zuerst mit einem anderen Cover angeboten hat. Ich kenne es leider nicht. Aber ich finde, dass das Cover, der Titel und die Gestaltung des Textes optimal zu diesem Buch passen. Das Cover stellt eine junge Frau dar, die ihren Weg selbstbestimmt zu gehen lernt. Der Titel „Deutsches Haus“ ist in doppelten Sinn zu sehen. Einerseits ist es der Name der Gaststätte der Eltern. Aber anderseits deutet er aber auch darauf hin, wie sich die Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland ich in dieser Zeit gesellschaftlich darstellt – als eine geschlossene Gesellschaft, die dem Fremden gegenüber immer noch nicht offen ist. Denn ganz am Rande kommt in diesem Roman auch das Thema auf, wie die Deutschen auf die neuen Fremden in ihrem Land reagieren, denn es gibt die ersten Gastarbeiter. Und die Gestaltung des Textes als auch der Stil sind sehr sachlich, kurz und prägnant – eben wie eine Art von Protokoll.

Für mich ist dieses Buch ein ganz wichtiges. Ich hoffe sehr, dass es möglichst viele Leserinnen und Leser findet. Ich denke, dass dieses Thema nie vergessen werden darf!
Der Verlag wirbt damit, dass Annette Hess die Erfinderin der TV-Serien „Weissensee“ und „Ku’damm 56 / 59“ ist. Das mag für viele vielleicht schon ein Grund sein, ihren ersten Roman in die Hand zu nehmen. Bei mir war es aber definitiv das Thema, denn ich kenne die Serien zwar vom Namen her, habe sie allerdings nie gesehen. Insofern kann ich Ihnen auch nicht sagen, ob Sie etwas in der gleichen Art oder Qualität vorfinden werden. Ich kann Ihnen also nur etwas über dieses Romandebüt erzählen.

Nachdem ich das Buch geöffnet hatte, fiel mir als erstes die ungewöhnliche Gestaltung des Textes auf. Es gab einen Teil Text und dann kam ein Querstrich. Dies setzt sich durch das ganze Buch fort. Jeder Querstrich ist im Prinzip der Trennstrich zwischen den einzelnen Kapiteln. Aber durch diese Optik erhält der Text irgendwie subjektiv eine andere Qualität. Er wirkt dadurch auf mich eher wie ein Protokoll.

Eva, geboren 1939, ist Dolmetscherin für u.a. Polnisch. Sie arbeitet für eine Agentur und übersetzt zumeist Texte aus dem Wirtschaftsbereich. Völlig überraschend wird sie zu einem Termin gebeten, wo es um eine Zeugenaussage eines Polen geht. Sie hat zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Ahnung, worum es eigentlich geht. Sie lebte bisher ein ganz normales Leben mit ihren Eltern, die eine Wirtschaft mit dem Namen „Deutsches Haus“ betreiben, ihrer älteren Schwester Annegret, einer Säuglingsschwester, ihrem jüngeren Bruder Stefan und dem Dackel Purzel. Sie ist verlobt mit Jürgen, der der Erbe eines Kaufhauskonzerns ist. Sie bereit, eine ganz normale Ehe einzugehen, bei der einzig und alleine der Ehemann bestimmt, was sie tun und lassen darf. Doch dann bekommt sie das Angebot als Dolmetscherin bei dem 1. Auschwitz-Prozess mitzuwirken. Ihre Familie und ihr Verlobter sind dagegen, doch entgegen deren Rat, entscheidet sie sich, diese Stelle anzunehmen. Sie ahnt nicht, worauf sie sich da einlässt. Und so begleiten wir Eva durch den 1. Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965. Eva, die bis dahin nichts von der Existenz dieses Konzentrations- und Vernichtungslagers ahnte, identifiziert sich immer mehr mit den Opfern. Und irgendwie kommen ihr so ganz langsam Erinnerungen aus ihrer Kindheit, die sie nicht wirklich zuordnen kann. Ihre Familie behält zu diesem Thema ihr eisiges Schweigen bei.

Dieser Roman hat mich tief aufgewühlt und wird mich noch lange begleiten. Er wirft viele Fragen auf, die mir meine Familie leider nicht mehr beantworten kann. Mich schockiert in diesem Buch wieder, wie auch schon in dem Roman „Wenn wir wieder leben“ von Charlotte Roth, wie vehement die Menschen die Zeit des 3. Reichs totschweigen und einfach vergessen wollen. Meine Mutter ist wie Eva 1939 geboren. Was hat sie von diesen Prozessen mitbekommen? Wie hat sie zu diesem Thema damals gedacht? Sie kann ich noch fragen, aber meinen Vater und meine Großeltern leider nicht mehr. Was hat meine Familie während des 3. Reichs gemacht? Meine Großeltern, Urgroßeltern, Großonkel und Großtanten? Ich werde es nie mehr erfahren? Haben sie einfach weggeschaut? Haben sie nichts gemacht? Oder haben sie sich doch irgendwie aktiv beteiligt oder Widerstand im Kleinen geleistet? Und ganz schlimm ist für mich immer wieder die Frage „Wie würde ich reagieren, wenn es wieder so weit kommen sollte?“. Hätte ich den Mut und die Kraft etwas dagegen zu tun?

Das 2. Thema in diesem Roman, was mich fasziniert hat, ist das Leben der Menschen Anfang der 60er Jahre. Welche Rechte ein Mann über seine Frau hatte, auch wenn er bis dato erst mit ihr verlobt ist. Wir wissen es heute eigentlich gar nicht mehr richtig zu schätzen, was die Frauenbewegung für uns heute erreicht hat. Uns kommt es alles so selbstverständlich vor. Dabei durften Frauen erst ab 1977 eigenständig entscheiden, ob sie arbeiten wollten, oder nicht.

Irgendwo habe ich im Netz gelesen, dass der Ullstein Verlag das Buch zuerst mit einem anderen Cover angeboten hat. Ich kenne es leider nicht. Aber ich finde, dass das Cover, der Titel und die Gestaltung des Textes optimal zu diesem Buch passen. Das Cover stellt eine junge Frau dar, die ihren Weg selbstbestimmt zu gehen lernt. Der Titel „Deutsches Haus“ ist in doppelten Sinn zu sehen. Einerseits ist es der Name der Gaststätte der Eltern. Aber anderseits deutet er aber auch darauf hin, wie sich die Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland ich in dieser Zeit gesellschaftlich darstellt – als eine geschlossene Gesellschaft, die dem Fremden gegenüber immer noch nicht offen ist. Denn ganz am Rande kommt in diesem Roman auch das Thema auf, wie die Deutschen auf die neuen Fremden in ihrem Land reagieren, denn es gibt die ersten Gastarbeiter. Und die Gestaltung des Textes als auch der Stil sind sehr sachlich, kurz und prägnant – eben wie eine Art von Protokoll.

Für mich ist dieses Buch ein ganz wichtiges. Ich hoffe sehr, dass es möglichst viele Leserinnen und Leser findet. Ich denke, dass dieses Thema nie vergessen werden darf!

„Erschütternd, aufwühlend und wichtig!“

Jana Bonk

Fräulein Eva Bruhns ist eine junge Frau, gerade so, wie es sich gehört Anfang der 60er Jahre. Sie steht kurz vor der Verlobung mit einem gut situierten jungen Mann, der darüber hinweg sieht, dass ihre Familie aus eher einfachen Verhältnissen kommt. Ihre Eltern führen das Lokal "Deutsches Haus" trotz gesundheitlicher Probleme voller Hingabe.
Eva ist Dolmetscherin für die polnische Sprache und führt in der Regel harmlose Übersetzungen von Verträgen als Angestellte in einer Anwaltskanzlei durch.
Ihr Leben ist recht beschaulich und sie denkt hauptsächlich an die bevorstehende Verlobung und wie diese ihr Leben verändern wird. Sie würde vermutlich zu arbeiten aufhören, denn als reiche Gattin hätte sie zum einen gut zutun und zum anderen gehört es sich auch nicht, wenn eine junge Dame von solchem Stande arbeiten ginge...
Doch kurz vor der lang ersehnten Verlobung wird Evas heile Welt aus den Fugen gehoben...
Sie soll als Übersetzerin beim ersten großen Auschwitz Prozess arbeiten und die Aussagen der Zeugen übersetzen.
Was sie in diesem Gerichtssaal hört, kann sie zunächst nicht glauben! Dass derart viele Menschen ermordet worden sein sollen, kann nicht möglich sein!
Die Fassade ihrer heilen Welt beginnt zu bröckeln und obwohl ihr Verlobter und ihre Eltern strikt dagegen sind, beschließt sie, die Stelle nicht aufzugeben...
Annette Hess ist hier ein faszinierendes, erschreckendes und auch bedrückendes Buch gelungen, das ich gar nicht aus der Hand legen mochte.
Während meiner Schulzeit wurde so intensiv über den zweiten Weltkrieg gesprochen, dass ich mir zunächst gar nicht richtig vorstellen konnte, dass Eva nie von Auschwitz gehört hatte. Ich wusste zwar, dass Verleugnung ein ganz großes Thema zu der Zeit war, dieses Ausmaß hat mich jedoch unbeschreiblich wütend gemacht. Niemand will es gewesen sein und über die Vergangenheit spricht man am besten gar nicht erst...
Es hat mir vieles vor Augen geführt, was im Schulunterricht schlichtweg nicht rüberkam und mich nachhaltig berührt.
Fräulein Eva Bruhns ist eine junge Frau, gerade so, wie es sich gehört Anfang der 60er Jahre. Sie steht kurz vor der Verlobung mit einem gut situierten jungen Mann, der darüber hinweg sieht, dass ihre Familie aus eher einfachen Verhältnissen kommt. Ihre Eltern führen das Lokal "Deutsches Haus" trotz gesundheitlicher Probleme voller Hingabe.
Eva ist Dolmetscherin für die polnische Sprache und führt in der Regel harmlose Übersetzungen von Verträgen als Angestellte in einer Anwaltskanzlei durch.
Ihr Leben ist recht beschaulich und sie denkt hauptsächlich an die bevorstehende Verlobung und wie diese ihr Leben verändern wird. Sie würde vermutlich zu arbeiten aufhören, denn als reiche Gattin hätte sie zum einen gut zutun und zum anderen gehört es sich auch nicht, wenn eine junge Dame von solchem Stande arbeiten ginge...
Doch kurz vor der lang ersehnten Verlobung wird Evas heile Welt aus den Fugen gehoben...
Sie soll als Übersetzerin beim ersten großen Auschwitz Prozess arbeiten und die Aussagen der Zeugen übersetzen.
Was sie in diesem Gerichtssaal hört, kann sie zunächst nicht glauben! Dass derart viele Menschen ermordet worden sein sollen, kann nicht möglich sein!
Die Fassade ihrer heilen Welt beginnt zu bröckeln und obwohl ihr Verlobter und ihre Eltern strikt dagegen sind, beschließt sie, die Stelle nicht aufzugeben...
Annette Hess ist hier ein faszinierendes, erschreckendes und auch bedrückendes Buch gelungen, das ich gar nicht aus der Hand legen mochte.
Während meiner Schulzeit wurde so intensiv über den zweiten Weltkrieg gesprochen, dass ich mir zunächst gar nicht richtig vorstellen konnte, dass Eva nie von Auschwitz gehört hatte. Ich wusste zwar, dass Verleugnung ein ganz großes Thema zu der Zeit war, dieses Ausmaß hat mich jedoch unbeschreiblich wütend gemacht. Niemand will es gewesen sein und über die Vergangenheit spricht man am besten gar nicht erst...
Es hat mir vieles vor Augen geführt, was im Schulunterricht schlichtweg nicht rüberkam und mich nachhaltig berührt.

„Ein wichtiges Thema gut erzählt“

Rita Berhausen, Thalia-Buchhandlung Siegburg

Die Auseinandersetzung mit Geschichte ist zur Zeit wieder besonders wichtig geworden. Dabei ist dieser Roman unterhaltsam und gut zu lesen! Besonders hat mir gefallen, dass "Deutsches Haus" nicht nur die Bedeutung von Auschwitz für die Täter und Opfer, sondern auch für die Nachgeborenen und für Juden im Exil anreißt.
Ich mochte schon die Serien "Ku´damm 56/59" und wurde auch bei dem ersten Roman von Annette Hess nicht enttäuscht!

Auch für Leser und Leserinnen von Carmen Korn oder Hanni Münzers "Honigtot" geeignet!
Die Auseinandersetzung mit Geschichte ist zur Zeit wieder besonders wichtig geworden. Dabei ist dieser Roman unterhaltsam und gut zu lesen! Besonders hat mir gefallen, dass "Deutsches Haus" nicht nur die Bedeutung von Auschwitz für die Täter und Opfer, sondern auch für die Nachgeborenen und für Juden im Exil anreißt.
Ich mochte schon die Serien "Ku´damm 56/59" und wurde auch bei dem ersten Roman von Annette Hess nicht enttäuscht!

Auch für Leser und Leserinnen von Carmen Korn oder Hanni Münzers "Honigtot" geeignet!

„Deutsches Haus“

Anke Hackler, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Annette Hess schreibt als preisgekrönte Drehbuchautorin ihren ersten Roman und macht Geschichte lebendig.

Eva, gelernte Dolmetscherin, wird gebeten bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Sie sagt zu ohne zu ahnen, wie sehr diese Aufgabe ihr Leben verändern wird, denn es ist der erste Auschwitz-Prozess.

Lesenswert!


Annette Hess schreibt als preisgekrönte Drehbuchautorin ihren ersten Roman und macht Geschichte lebendig.

Eva, gelernte Dolmetscherin, wird gebeten bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Sie sagt zu ohne zu ahnen, wie sehr diese Aufgabe ihr Leben verändern wird, denn es ist der erste Auschwitz-Prozess.

Lesenswert!


„Ein grandioses Romandebüt! Bestsellergarantie!“

Bettina Hellwig, Thalia-Buchhandlung Fulda

1963: Die junge Dolmetscherin, das Fräulein Bruhns, übersetzt (zum Missfallen ihrer Familie und ihres biederen Verlobten) bei den Auschwitz-Prozessen Schilderungen polnischer Holocaust-Überlebender. Das stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf. Was haben ihre Eltern und ihre Kindheit mit Auschwitz zu tun? Was verschweigen die Eltern? Was ist mit ihrer Schwester los?
Ein fesselndes tolles Buch, das nahe geht und das man nicht aus der Hand legen möchte.
Unbedingt lesen!
1963: Die junge Dolmetscherin, das Fräulein Bruhns, übersetzt (zum Missfallen ihrer Familie und ihres biederen Verlobten) bei den Auschwitz-Prozessen Schilderungen polnischer Holocaust-Überlebender. Das stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf. Was haben ihre Eltern und ihre Kindheit mit Auschwitz zu tun? Was verschweigen die Eltern? Was ist mit ihrer Schwester los?
Ein fesselndes tolles Buch, das nahe geht und das man nicht aus der Hand legen möchte.
Unbedingt lesen!

„Die Vergangenheit lässt uns nicht los“

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Annette Hess macht an Hand dieses Romans sehr klar, dass die Verstrickungen der Deutschen in der Zeit unter Hitler, sehr vielfällig waren und im großen Stil erst mit den Auschwitz-Prozessen 1963 ans Licht kamen.
Es entstehen Erschütterungen in den Familien, da nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht geredet wurde und die nachfolgende Generation nicht viel wusste. Es werden Dinge aufgedeckt, die sich nicht in Einklang bringen lassen mit den geliebten Familienmitgliedern und zu schweren Zerwürfnissen führen.
Ein beeindruckendes Stück Geschichtsschreibung.
Annette Hess macht an Hand dieses Romans sehr klar, dass die Verstrickungen der Deutschen in der Zeit unter Hitler, sehr vielfällig waren und im großen Stil erst mit den Auschwitz-Prozessen 1963 ans Licht kamen.
Es entstehen Erschütterungen in den Familien, da nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht geredet wurde und die nachfolgende Generation nicht viel wusste. Es werden Dinge aufgedeckt, die sich nicht in Einklang bringen lassen mit den geliebten Familienmitgliedern und zu schweren Zerwürfnissen führen.
Ein beeindruckendes Stück Geschichtsschreibung.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
108 Bewertungen
Übersicht
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5
1
0

Arrangement mit dem Vergessen
von Svanvithe am 02.05.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In Frankfurt am Main finden um 1963 von den Menschen zunächst wenig beachtet die Vorbereitungen für den ersten Auschwitz-Prozess statt. Auch für Eva Bruhns, die in einer Agentur als Dolmetscherin für Polnisch angestellt ist, hat dies keine Bedeutung, bis sie überraschend gebeten wird, bei der Staatsanwaltschaft die Aussage eines... In Frankfurt am Main finden um 1963 von den Menschen zunächst wenig beachtet die Vorbereitungen für den ersten Auschwitz-Prozess statt. Auch für Eva Bruhns, die in einer Agentur als Dolmetscherin für Polnisch angestellt ist, hat dies keine Bedeutung, bis sie überraschend gebeten wird, bei der Staatsanwaltschaft die Aussage eines Mannes zu übersetzen. Während der eindringlichen Schilderung des Zeugen erfährt sie Unglaubliches, ja Unfassbares über Ereignisse im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Hat es dieses absurde und monströse Geschehen, dass Gefangene in dem Lager vergast wurden, tatsächlich gegeben? Durch die Beschreibungen sensibilisiert, entwickelt Eva eine besondere Nähe, so dass sie sich als Ersatz für den ausgefallenen Übersetzer im Prozess zur Verfügung stellt. Die unbedarfte junge Frau stammt aus gutbürgerlichem Haus und lebt mit ihrer älteren Schwester Annegret, einer auf der Neugeborenenstation tätigen Krankenschwester, und ihrem jüngeren Bruder Stefan noch bei ihren Eltern. Ludwig und Edith Bruhns betreiben das beliebte Lokal „Deutsches“ Haus“, in dem sie gutbürgerliche Küche auf den Tisch bringen. Der Vater kocht mit Leidenschaft, die Mutter bedient die Gäste. Als ihre Eltern von Evas Vorhaben erfahren, reagieren sie mit Ablehnung. Von ihrer Mutter Edith bekommt Eva zu hören: „Lass die Vergangenheit Vergangenheit sein, Eva. Das ist das Beste, glaub mir." (Seite 67) Für ihre Schwester ist unbegreiflich, auf was sie sich da einlassen will. Der Krieg liegt doch in weiter Ferne. Und so schlimm es auch gewesen sei, über das damalige Geschehen sei am besten der Mantel des Schweigens gezogen. Selbst ihr Verlobter Jürgen, dessen Vater einen erfolgreichen Versandhandel betreibt, ist vehement gegen Evas Vorhaben. Obwohl gerade auch Jürgens Vater als Kommunist von den Nazis verfolgt und eingekerkert wurde, vermeidet Jürgen den Rückblick in die Vergangenheit. Außerdem hat nach seiner Ansicht Eva als seine zukünftige Frau seinen Wünschen zu gehorchen, so dass er sie vor die Wahl stellt, entweder am Prozess teilzunehmen, oder die Beziehung zu beenden. Wenngleich Eva Gefahr läuft, die gute Partie, die sie mit Jürgen gemacht hat, zu verlieren, und sie sich nicht für willensstark und selbstsicher hält, regt sich in ihr ungeahnter Widerstand, sich dem gängigen Rollenbild von der gehorsamen (Ehe)Frau nicht zu fügen. Und so beeinflusst der Verlauf des Verfahrens nicht nur Eva und ihre Sicht auf das Leben. Während die Aussagen der Opfer und das damit verbundene Leid sich in Eva Kopf einbrennen, empört sie die augenfällige Uneinsichtigkeit, ja maßlose Überheblichkeit die Angeklagten, keinerlei Schuld zu tragen. Infolge des Prozesses verschlechtert sich nicht nur die Beziehung zu Jürgen, sondern auch ihre Eltern reagieren immer noch mit Ignoranz und Unverständnis. Eva kommt der ungeheuerliche Verdacht, dass sie etwas vor ihr verbergen. Und sie entdeckt, dass sich in ihrer eigenen Familie Abgründe auftun... Mit „Deutsches Haus“ hat die Drehbuchautorin Annette Hess ihren ersten Roman geschrieben, mit dem sie einen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit leistet. Im Grundgerüst ist ihre Geschichte gut erzählt und wirkt in ihrem dramaturgischen und mit Wendungen versehenen Gesamtbild filmisch prägnant in Szene gesetzt. Besonders die Darstellung der Welt im Kleinen, des Alltags einer einfachen bürgerlichen Familie und die Beschreibung des damaligen Frauenbildes sowie des Loslösens aus einer vorgezeichneten Rolle gelingen der Autorin. Ebenso belegt die Schilderung der Ereignisse im Gerichtssaal des ersten Auschwitz-Prozesses eine aufwändige Recherche und erzeugt beim Lesen einen nachhaltigen Klang. Dabei gibt es Schicksale, die einem nahe gehen, beispielsweise das des jüdischen Ungarn Otto Cohn, der als Zeuge vor Gericht aussagt. Auch die Begegnungen in Auschwitz sind voller Kraft und Berührung. Leider erschließt sich der Hintergrund des von Annette Hess gewählten Handlungsstrangs bezüglich Evas Schwester Annegret nicht in Gänze. Zudem wird der Lesefluss durch einige unbeholfene Unebenheiten in sprachlichen Ausarbeitung gehemmt. Während Eva Bruhns mit einer glaubwürdigen Charakterisierung die Lesersympathie gewinnt, entwickeln sich bei anderen Protagonisten zum Teil gemischte, zweifelnde Empfindungen. Besonders David, der Rechtsreferendar, der unter einer eingebildeten Opferrolle leidet, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Daneben ist Jürgen, Evas kleingeistiger Verlobter, ebenfalls nicht wirklich greifbar, und seine Intention bleibt blass. Bedeutend hingegen ist die Auseinandersetzung der Autorin mit der zwanzig Jahre nach Beendigung des Krieges weiterhin vorhandenen Einstellung der Deutschen, sich nicht mehr mit der eigenen Vergangenheit beschäftigen zu wollen, das Geschehene zu verdrängen und damit ihre Kinder im Ungewissen zu lassen. Vor allem die Beschäftigung mit der Frage, ob die Behauptung, keine Wahl gehabt zu haben, nicht einfach nur Schönfärberei des eigenen Gewissens gewesen ist, ist nach so langer Zeit immer noch wichtig... 3,5 Sterne

"Sie wollen, dass wir sie trösten."
von Kaffeeelse am 24.01.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Annette Hess beschreibt in diesem Roman den Auschwitz-Prozess in Frankfurt von 1963 bis … und die Emanzipation der Protagonistin Eva Bruhns. In diesem Roman entsteht vor den Augen der Leser*innen ein Blick auf das Jahr 1963 und die damalige Sicht der Deutschen auf das Leben und die Vergangenheit. Eva... Annette Hess beschreibt in diesem Roman den Auschwitz-Prozess in Frankfurt von 1963 bis … und die Emanzipation der Protagonistin Eva Bruhns. In diesem Roman entsteht vor den Augen der Leser*innen ein Blick auf das Jahr 1963 und die damalige Sicht der Deutschen auf das Leben und die Vergangenheit. Eva Bruhns ist eine naive junge Frau aus bürgerlichem Milieu, die Eltern haben ein Gasthaus, das "Deutsche Haus", sie selbst ist Dolmetscherin, ihr Ein und Alles ist Jürgen, der Verlobte, den sie bald heiraten möchte und der in ihren Augen gern bestimmen kann, was Madame tun darf. Furchtbar!!! Durch einen Zufall wird sie zur Dolmetscherin für Polnisch für den beginnenden Auschwitz-Prozess. Durch das in diesem Prozess verhandelte Geschehen im Konzentrationslager Auschwitz und den Massenmord an den Juden durch die Nationalsozialisten, die schockierenden Berichte der überlebenden Zeitzeugen beginnt Eva sich zu verändern. Sie beginnt zu verstehen und nachzufragen. Und mehr und mehr geht es in diesem Buch um die Schuldfrage der Deutschen. Wie hat diese Vernichtung eines Volkes funktionieren können? Und auch um dieses immer wieder zu hörende "Davon habe ich nichts gewusst." geht es. Dabei sollte es eher klingen: "Davon habe ich nichts wissen wollen, weil ich Angst hatte." oder leider auch "Davon habe ich gewusst und ich finde es gut". Aber wer ist schon so ehrlich?!? Immer wieder kommt die Handlung des Romans auch auf den latenten Fremdenhass der Deutschen in den 60er Jahren, ein Fremdenhass, der auch in heutiger Zeit noch zu finden ist, der gerade auch mit dem Blick in die Geschichte sehr betroffen macht. Dieses Buch erzeugt einen tiefen Blick auf das Tun der Zeitzeugen und auch die Reaktion der Nachkommenden und macht sehr deutlich, dass wir dieses Geschehen nie vergessen dürfen und aufpassen müssen, dass ähnlich Denkende nicht polemisieren und immer mehr Publikum bekommen. Dies ist aus der Geschichte heraus unsere Pflicht! Die Schreibe der Frau Hess fand ich gut zu lesen und auch sehr interessant und recht bestechend durch eine sehr lebendige Art. Am Anfang erschien mir der Schreibstil etwas flau, genau wie der gezeichnete Hauptcharakter Eva. Mit der Veränderung der Rolle der Eva verändert sich auch der Schreibstil, wird flüssiger und flotter und das Buch bekommt einen fühlbaren Sog.

Großartig
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 13.01.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das „Deutsche Haus“ ist eine Gasthof in der Frankfurter Innenstadt, betrieben von Evas Eltern. Die gutbürgerliche Gaststätte dient gleichsam als Sinnbild für heimeliges Wohlgefühl und gnädiges Vergessen, wenn man sich nur genug bemüht. Eva selbst ist im Jahre 1963 Anfang zwanzig, Dolmetscherin für polnisch und vollkommen unpolitisch. Sie hat... Das „Deutsche Haus“ ist eine Gasthof in der Frankfurter Innenstadt, betrieben von Evas Eltern. Die gutbürgerliche Gaststätte dient gleichsam als Sinnbild für heimeliges Wohlgefühl und gnädiges Vergessen, wenn man sich nur genug bemüht. Eva selbst ist im Jahre 1963 Anfang zwanzig, Dolmetscherin für polnisch und vollkommen unpolitisch. Sie hat das Grundgefühl ihrer Eltern unbewusst übernommen und möchte keine Tiefe im Leben. Ihr Plan ist es, den Sohn eines Fabrikanten zu heiraten, um „sich führen zu lassen und versorgt zu sein“. Ständig hofft sie „dass er ihr nicht abspringt“, weil sie nicht standesgemäß genug sein könnte. Ihre Schwester Annegret arbeitet als Krankenpflegerin auf der Säuglingsstation, wo sie wegen ihrer aufopfernde Art und Kompetenz große Achtung genießt. Scheint also alles in bester Nachkriegsordnung zu sein. Welche Abgründe sich unter all dem Schein verbergen ist grandios geschildert. Annette Hess schafft es schon in den ersten Kapiteln ein komplexes und lebendiges Bild der Zeit erstehen zu lassen. Die zaghafte Emanzipation der Fräuleins und die schier unerträgliche Spießigkeit der damaligen Zeit, die bleierne Schwermut übertüncht von Tüchtigkeit und ehrbar sein wollen, steht im krassen Gegensatz zur Frische und Lebensfreude der Jugend. Ich finde es einfach großartig, wie die Autorin vollkommen ohne Pathos anhand von Schicksalen Schwarz-Weiß- Klischees vom guten und vom bösen Menschen auflöst. Eva gerät durch Zufall als Übersetzerin in die großen Prozesse der Nazi- Kriegsverbrecher. Dadurch erfährt sie viel mehr als sie wollte und wird buchstäblich gezwungen, sich ihrer eigenen Geschichte bewusst zu werden, die sie, wie die meisten anderen Deutschen einfach verdrängt hat. Wieviel Leid in dieser fehlenden Traumabewältigung liegt, wird immer klarer. Das grausame Erbe, das die Nachkriegsgeneration antreten muss, ob sie will oder nicht, lastet schwer und je weiter es ins Unbewusste geschoben wird, desto schrägere, schwärzere Blüten treibt es. Toll geschrieben und in einem Rutsch gelesen. Ich finde es richtig gut, dass es momentan viel Literatur gibt, die sich auf intelligente, einfühlsame Art mit der Verarbeitung der deutschen Vergangenheit beschäftigt. Annette Hess werde ich mir als Autorin merken.