Der Fremde in uns

Inhaltsverzeichnis




Der Fremde

Wie alles anfängt

Der Gehorsam

- Die Wurzeln

- Die freiwillige Knechtschaft

- Die Weitergabe des Opferseins

Adolf Hitler

- Der Sohn

- Der Agitator

- Der Führer

- Exkurs: Luigi Luchenie - einer wie Hitler

Die Menschen, die Hitler zum Führer machten

- Der Mythos Hitler

- Hans Frank

- Das Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101

- Massenmörder in der SS

- Deutsche Kriegsgefangene

Das Posieren

Gehorsam und Ehrgeiz

- Hans Schneider/Schwerte: Ein Prozeß des Verleugnens

- Carl Schmitt: Der projizierte Feind als Wirklichkeit

Das Tödliche

Die Nicht-Identität und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen

Der reduzierte Mensch

- Hermann Göring

- Rudolf Heß

- Manager

Die Verachtung des Menschen

Kameradschaft

Der Schmerz und die Sehnsucht nach Liebe

Was tun?

Das innere Leben - Das innere Opfersein

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Personenregister

Der Fremde in uns

Ausgezeichnet mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2001

Buch (Gebundene Ausgabe)

19,00 € inkl. gesetzl. MwSt.

Weitere Formate

Beschreibung


Die Einsichten dieses Buches sind engstens verknüpft mit dem Leben und Leiden der Patienten, deren Eltern Nazi-Täter waren. Ihr Leben steht exemplarisch für die Suche nach dem Fremden in uns und der Aussöhnung mit ihm. Ihr Mut, sich mit diesem Schicksal auseinanderzusetzen, trug außerordentlich dazu bei, das Rätsel zu entschlüsseln, das im Weitergeben des eigenen Opferseins durch das Tätersein liegt.

»Sie hatten sich zuvor noch nie gesehen. Sekula, ein Jugoslawe, wandert mit einem Moslem an einem Fluß entlang. Es ist heiß. Sie rasten, Sekula spielt mit seiner Pistole. Der Moslem fragt, ob sie geladen sei. Plötzlich wird Sekula bewußt, daß er seinen Begleiter töten muß. Er kann die Scham sonst nicht ertragen. Er drückt ab. Er tötet nicht aus Haß. Er tötet, weil er diesen Menschen nicht hassen kann.«

Ziel ist es, dazu beizutragen, die zerstörerischen Anteile wie panische Angst, rastlose Leidenschaft, blinden Haß, besonders den Haß auf Fremde, zurückzudrängen, bevor sie übermächtig werden. Gruen macht Mut, den eigenen unbekannten Kontinent der Gefühle zu erforschen. Es gilt Einsichten zu gewinnen, die das eigene mitmenschliche Handeln leiten. Das Buch ermutigt, sich dafür täglich - privat und öffentlich - zu engagieren.

"Arno Gruen ist der erste Psychologe, der von Nietzsche geschätzt worden wäre." (Henry Miller)

Arno Gruen, 1923 in Berlin geboren, emigrierte 1936 in die USA. Nach dem Studium der Psychologie leitete er ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in Harlem. 1961 promovierte Arno Gruen als Psychoanalytiker bei Theodor Reik. Es folgten Professuren in Neurologie und Psychologie. Daneben führte er seit 1958 eine psychoanalytische Privatpraxis in Zürich, wo er seitdem lebte und praktizierte.In seinen zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigt sich Arno Gruen mit den psychologischen Ursachen für Autoritätsgläubigkeit, Fremdenhass, Gewalt und Diktatur sowie den emotionalen Voraussetzungen für Demokratie.Für das bei Klett-Cotta erschienene Buch "Der Fremde in uns" erhielt Arno Gruen im Jahr 2001 den Geschwister-Scholl-Preis.Am 20. Oktober 2015 verstarb Arno Gruen im Alter von 92 Jahren.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.07.2000

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

238

Maße (L/B/H)

21,6/13,1/3 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.07.2000

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

238

Maße (L/B/H)

21,6/13,1/3 cm

Gewicht

410 g

Auflage

6. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-94282-8

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Auszug aus dem Vorwort

Der Fremde in uns, das ist der uns eigene Teil, der uns abhanden kam und den wir zeit unseres Lebens, jeder auf seine Weise, wiederzufinden versuchen. Manche tun dies, indem sie mit sich selbst ringen, andere, indem sie andere Lebewesen zerstören. Der Widerstreit zwischen diesen zwei Ausrichtungen des Lebens, die beide von derselben Problematik bestimmt sind, wird über die Zukunft unseres Menschseins entscheiden. Meine Hoffnung ist es, mit diesem Buch dazu beizutragen, daß der zerstörerische Anteil zurückgedrängt werden kann, bevor er so stark wird, daß er uns überrollt. Dabei geht es weniger um große revolutionäre Antriebe. Ich möchte vielmehr Mut machen für das tägliche Engagement, sich immer wieder und bei jeder Gelegenheit dem Herzen zu widmen.

Wir alle haben tiefgreifende Unterdrückung und Ablehnung erlebt. In unserer Kultur ist es üblich, daß man in seinem Kindsein zurückgewiesen wird, weil man nicht den Erwartungen von Erwachsenen entspricht. Gleichzeitig darf ein Kind sich nicht als Opfer erleben, denn das würde dem Mythos widersprechen, daß ja alles aus Liebe und zu seinem Besten geschieht. So wird das Opfersein zur Quelle eines unbewußten Zustandes, in dem das eigene Erleben als etwas Fremdes ausgestoßen und verleugnet werden muß. Diesen Teil von sich wird der Mensch fortan suchen, ohne sich dessen bewußt zu sein. Es ist dieses Suchen, das uns zum Verhängnis wird.

Die Einsichten, die ich dem Leser hier biete, sind engstens verknüpft mit dem Leben und Leiden meiner Patienten. Ihnen danke ich für das Vertrauen, das unsere gemeinsame Arbeit möglich machte. Einige dieser Patienten hatten Eltern, die selbst Nazi-Täter waren. Ihr Mut, sich mit diesem Schicksal auseinanderzusetzen, trug außerordentlich dazu bei, das Rätsel zu entschlüsseln, das im Weitergeben des eigenen Opferseins durch das Tätersein liegt.

Diese Arbeit brachte mir meine eigene Vergangenheit sehr gegenwärtig zurück: das Aufeinanderprallen des Kaiserreiches mit der Weimarer Republik wie auch dessen Auswirkungen in meiner eigenen Familie. Die Angst, der Hunger, der blinde Haß, all das, was sich danach zum Nazismus Deutschlands aufschaukelte, waren Hintergrund für meine eigenen Erlebnisse. Das hat das Schreiben oft zu einem schmerzlichen Prozeß gemacht.

Zürich, im Februar 2000
Arno Gruen
  • Der Fremde in uns



  • Der Fremde

    Wie alles anfängt

    Der Gehorsam

    - Die Wurzeln

    - Die freiwillige Knechtschaft

    - Die Weitergabe des Opferseins

    Adolf Hitler

    - Der Sohn

    - Der Agitator

    - Der Führer

    - Exkurs: Luigi Luchenie - einer wie Hitler

    Die Menschen, die Hitler zum Führer machten

    - Der Mythos Hitler

    - Hans Frank

    - Das Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101

    - Massenmörder in der SS

    - Deutsche Kriegsgefangene

    Das Posieren

    Gehorsam und Ehrgeiz

    - Hans Schneider/Schwerte: Ein Prozeß des Verleugnens

    - Carl Schmitt: Der projizierte Feind als Wirklichkeit

    Das Tödliche

    Die Nicht-Identität und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen

    Der reduzierte Mensch

    - Hermann Göring

    - Rudolf Heß

    - Manager

    Die Verachtung des Menschen

    Kameradschaft

    Der Schmerz und die Sehnsucht nach Liebe

    Was tun?

    Das innere Leben - Das innere Opfersein

    Anmerkungen

    Literaturverzeichnis

    Personenregister