Gretchen

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Ein Frankfurter Kriminalfall

Buch (Taschenbuch)

15,00 €

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Gretchen

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ab 9,99 €

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

3384

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.12.2008

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

464

Beschreibung

Rezension

Die Historikerin und Schriftstellerin Ruth Berger erzählt in "Gretchen" die Geschichte der Kindsmörderin und Dienstmagd Susann, der in Frankfurt im Jahr 1771 der Prozess gemacht wurde. Der packende historische Roman basiert auf den Gerichtsakten und ist dementsprechend mit viel Liebe zum historischen Detail erzählt. Ein Zuschauer der Hinrichtung war Johann Wolfgang Goethe, dem der aufsehenerregende Fall bekanntlich als literarische Vorlage für den "Faust" diente. Im Gegensatz zum banalen historischen Bestseller-Roman, der normalerweise nur dem Prinzip "sex sells" frönt, zeigt uns die Autorin glücklicherweise in Ihrem Buch, wie viel Potential dieses Genre haben kann. Ruth Berger zeichnet nicht nur ein bewegendes und beklemmendes Frauenleben nach, sondern lässt auf eindrucksvolle Art und Weise Frankfurt im 18. Jahrhundert vor den Augen des Lesers lebendig werden. Ein Frankfurter Kriminalfall, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten! 3/09 Anna Baumann

Details

Verkaufsrang

3384

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.12.2008

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

19/12,5/3,2 cm

Gewicht

508 g

Auflage

6. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-24544-2

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Realer Kriminalfall, brilliant erzählt

PMelittaM aus Köln am 01.08.2022

Bewertungsnummer: 1758867

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Frankfurt 1770: Susanna Margaretha Brand dient im Gasthaus der Witwe Bauer, verliebt sich in einen durchreisenden Gast und verlebt ein paar schöne Stunden mit ihm. Dass sie später schwanger sein könnte, will sie nicht wahrhaben, auch wenn ihr Körper etwas anderes sagt. Bald gibt es Gerüchte, und Susanna, Susann genannt, wird sogar von Ärzten untersucht, doch niemand stellt eine Schwangerschaft fest. Im August 1771 klagt sie eine ihrer Schwestern der verheimlichten Schwangerschaft und Geburt an, beides ist strafbar, und die Mühlen der Justiz beginnen zu mahlen. Die Historikerin Ruth Berger erzählt nicht nur von einem tatsächlichen Kriminalfall, sondern stützt ihre Erzählung auch auf die historischen Akten zu diesem, und dennoch bleibt es ein Roman mit auch fiktiven Anteilen. Allerdings ist es auch insofern ein beachtenswerter Fall, dass Susann Goethe, der in diesem Roman auch eine handelnde Rolle spielt, zu seinem Gretchen inspirierte. Sehr lesenswert ist übrigens auch die „Nachrede“, in der die Autorin erzählt, „wie es weiterging“. Goethe ist übrigens nicht die einzige historische Persönlichkeit, die eine mehr oder weniger große Rolle spielt, so trifft man z. B. auch auf seine Schwester Cornelia und die Brüder Senckenberg, sowie viele andere Frankfurter aus allen Schichten, so auch Susanns Geschwister, Kolleginnen und die Gäste des Gasthauses, in dem sie arbeitet. Alle Charaktere werden pointiert, und mit Stärken und Schwächen dargestellt. Die meisten steuern ihre eigenen Perspektiven bei. Erzählt werden zunächst parallel die Ereignisse ab der Bezichtigung durch die Schwester,und das Geschehen davor, später bleibt es bei der aktuellen Zeitebene. Besonders der Erzählstil gefällt mir sehr gut, die Autorin schaut quasi „dem Volk aufs Maul“ und erzählt die jeweiligen Perspektiven so, als würde man die Gedanken und Gefühle der:s jeweiligen Handelnden erfahren, und das liest sich sehr humorvoll und unterhaltsam, was in Anbetracht dessen, was (noch) passiert, manchmal recht makaber wirkt. Dennoch lässt sich der Roman dadurch sehr gut lesen und, zunächst zumindest das, was noch kommen wird, verdrängen. Die Sprache ist dadurch oft etwas altertümlich, aber sehr passend, Insgesamt wirkt alles sehr authentisch. Besonders die Perspektive Susanns war es – natürlich – die mich sehr berührt hat. Diese junge Frau, die einen gewissen Widerspruchsgeist hat, und daher in der Vergangenheit ihre Probleme mit ihren Dienstherrschaften. Die Witwe Bauer allerdings ist zufrieden mit ihr. Susann, jüngste der Geschwister, versucht, auch aus Liebe vor allem zu ihren Schwestern, nun alles richtig zu machen. Ein kleiner Fehltritt nur, die Hoffnung auf Liebe, stürzt sie ins Unglück. Als ledige Mutter hätte sie kaum eine Chance mehr, da ist die Gesellschaft unerbittlich. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, Susanns Überlegungen, ihre Schuldgefühle, ihre Verdrängungen, ihre Hoffnung glaubhaft darzustellen. Der Roman punktet vor allem mit seinem Erzählstil, realistisch, authentisch, und humorvoll, was die Geschichte letztlich traurigkomisch macht – vor allem natürlich auch, weil es sich um ein reales historisches Geschehen handelt. Auch der Einbezug der Perspektiven anderer Frankfurter, aus allen Schichten, macht das Ganze sehr authentisch. Unbedingt empfehlenswert!
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Realer Kriminalfall, brilliant erzählt

PMelittaM aus Köln am 01.08.2022
Bewertungsnummer: 1758867
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Frankfurt 1770: Susanna Margaretha Brand dient im Gasthaus der Witwe Bauer, verliebt sich in einen durchreisenden Gast und verlebt ein paar schöne Stunden mit ihm. Dass sie später schwanger sein könnte, will sie nicht wahrhaben, auch wenn ihr Körper etwas anderes sagt. Bald gibt es Gerüchte, und Susanna, Susann genannt, wird sogar von Ärzten untersucht, doch niemand stellt eine Schwangerschaft fest. Im August 1771 klagt sie eine ihrer Schwestern der verheimlichten Schwangerschaft und Geburt an, beides ist strafbar, und die Mühlen der Justiz beginnen zu mahlen. Die Historikerin Ruth Berger erzählt nicht nur von einem tatsächlichen Kriminalfall, sondern stützt ihre Erzählung auch auf die historischen Akten zu diesem, und dennoch bleibt es ein Roman mit auch fiktiven Anteilen. Allerdings ist es auch insofern ein beachtenswerter Fall, dass Susann Goethe, der in diesem Roman auch eine handelnde Rolle spielt, zu seinem Gretchen inspirierte. Sehr lesenswert ist übrigens auch die „Nachrede“, in der die Autorin erzählt, „wie es weiterging“. Goethe ist übrigens nicht die einzige historische Persönlichkeit, die eine mehr oder weniger große Rolle spielt, so trifft man z. B. auch auf seine Schwester Cornelia und die Brüder Senckenberg, sowie viele andere Frankfurter aus allen Schichten, so auch Susanns Geschwister, Kolleginnen und die Gäste des Gasthauses, in dem sie arbeitet. Alle Charaktere werden pointiert, und mit Stärken und Schwächen dargestellt. Die meisten steuern ihre eigenen Perspektiven bei. Erzählt werden zunächst parallel die Ereignisse ab der Bezichtigung durch die Schwester,und das Geschehen davor, später bleibt es bei der aktuellen Zeitebene. Besonders der Erzählstil gefällt mir sehr gut, die Autorin schaut quasi „dem Volk aufs Maul“ und erzählt die jeweiligen Perspektiven so, als würde man die Gedanken und Gefühle der:s jeweiligen Handelnden erfahren, und das liest sich sehr humorvoll und unterhaltsam, was in Anbetracht dessen, was (noch) passiert, manchmal recht makaber wirkt. Dennoch lässt sich der Roman dadurch sehr gut lesen und, zunächst zumindest das, was noch kommen wird, verdrängen. Die Sprache ist dadurch oft etwas altertümlich, aber sehr passend, Insgesamt wirkt alles sehr authentisch. Besonders die Perspektive Susanns war es – natürlich – die mich sehr berührt hat. Diese junge Frau, die einen gewissen Widerspruchsgeist hat, und daher in der Vergangenheit ihre Probleme mit ihren Dienstherrschaften. Die Witwe Bauer allerdings ist zufrieden mit ihr. Susann, jüngste der Geschwister, versucht, auch aus Liebe vor allem zu ihren Schwestern, nun alles richtig zu machen. Ein kleiner Fehltritt nur, die Hoffnung auf Liebe, stürzt sie ins Unglück. Als ledige Mutter hätte sie kaum eine Chance mehr, da ist die Gesellschaft unerbittlich. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, Susanns Überlegungen, ihre Schuldgefühle, ihre Verdrängungen, ihre Hoffnung glaubhaft darzustellen. Der Roman punktet vor allem mit seinem Erzählstil, realistisch, authentisch, und humorvoll, was die Geschichte letztlich traurigkomisch macht – vor allem natürlich auch, weil es sich um ein reales historisches Geschehen handelt. Auch der Einbezug der Perspektiven anderer Frankfurter, aus allen Schichten, macht das Ganze sehr authentisch. Unbedingt empfehlenswert!

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Goethe und sein Gretchen...

Bewertung aus Bielefeld am 14.01.2010

Bewertungsnummer: 623154

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jeder, der Goethes „Faust“ gelesen hat, kennt die Geschichte Gretchens, die ihr Kind ermordete und später hingerichtet wurde. Dieser Roman behandelt nun die wahre Geschichte Gretchens. Susann (wie sie richtig heißt) arbeitet in einem Gasthof und lernt dort einen niederländischen Händler kennen mit dem sie auch eine gemeinsame Nacht verbringt. Susann wird schwanger und versucht dieses nun zu vertuschen, indem sie sich selbst und ihre Mitmenschen belügt… Man muss einfach mit Susann mit fiebern und hoffen, dass am Ende alles gut wird. Man lernt viele Schauplätze, aber auch die Geschichte Frankfurts kennen. Das Buch ist auch ausschließlich im fränkischen Dialekt geschrieben. Ein toller, feinfühliger Roman, der historisch einwandfrei recherchiert wurde.
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Goethe und sein Gretchen...

Bewertung aus Bielefeld am 14.01.2010
Bewertungsnummer: 623154
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jeder, der Goethes „Faust“ gelesen hat, kennt die Geschichte Gretchens, die ihr Kind ermordete und später hingerichtet wurde. Dieser Roman behandelt nun die wahre Geschichte Gretchens. Susann (wie sie richtig heißt) arbeitet in einem Gasthof und lernt dort einen niederländischen Händler kennen mit dem sie auch eine gemeinsame Nacht verbringt. Susann wird schwanger und versucht dieses nun zu vertuschen, indem sie sich selbst und ihre Mitmenschen belügt… Man muss einfach mit Susann mit fiebern und hoffen, dass am Ende alles gut wird. Man lernt viele Schauplätze, aber auch die Geschichte Frankfurts kennen. Das Buch ist auch ausschließlich im fränkischen Dialekt geschrieben. Ein toller, feinfühliger Roman, der historisch einwandfrei recherchiert wurde.

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von Ruth Berger

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